Besuch beim World Usability Day Stuttgart

Besuch beim World Usability Day Stuttgart

Vergangene Woche Donnerstag besuchte ich mit meiner Kollegin Sarah die Veranstaltung des World Usability Days (WUD) in Stuttgart. Weltweit stand an diesem Tag die Benutzungsfreundlichkeit von diversen Geräten, wie Kaffeemaschinen und Navigationsgeräten, Software und Websites und vielen anderen technischen Produkten im Mittelpunkt von zahlreichen Veranstaltungen.

Die Veranstaltung in Stuttgart war grob in drei Teile gegliedert. Einmal die Ausstellung, auf der jeder Besucher sich hautnah einen Überblick über Alltagsproblematiken am Produkt informieren konnte. Dann eine Vortragsreihe für interessierte Laien zum Thema Usability und eine Vortragsreihe für so genannte Experten. Die Unterteilung in Laien-und Expertenvorträge war eine sehr sinnvolle Änderung im Vergleich zum letzten Jahr.

Wir haben uns vier Vorträge aus der Expertenreihe angehört. Besonders gut hat mir der Vortrag über „User Experience“ von JProf. Marc Hassenzahl (Uni Koblenz-Landau) gefallen. Der Psychologe plädierte dafür, dass Gebrauchsgegenstände nicht nur usable, also gut benutzbar sein sollten, sondern deren Nutzung auch Freude machen muss. Er sprach von hedonistischen Qualitäten, die üblicherweise sehr geschätzt werden, aber in der Regel nicht zur alleinigen Kaufentscheidung herhalten dürfen. Denn es fehlt die rationale Rechtfertigung, sich etwas einfach nur schönes zu kaufen. Aber nur all zu oft kann das Schöne, Neue, Überraschende ausschlaggebend für eine Kaufentscheidung sein.
Sehr abgefallen gegenüber dem ersten, ist der Vortrag von Olaf Preissner von Harman International. Er war fast ausschließlich werblich und für einen Vortag aus der Expertenreihe ohne Erkenntnisgewinn.

Hingegen wieder sehr interessant, war der Vortrag von Prof. Harald Reiter (Uni Konstanz). Er zeigte Forschungsergebnisse zu neuen Interaktionsmethoden mit Displayarten aller Größen. Es war ein sehr intensiver Vortrag mit vielen veranschaulichenden Filmen und lehrreichen Beispielen.

Der letzte Vortrag kam von Sascha Martini und Amelie Duckwitz von Bassier, Bergmann & Kindler. In ihrem Vortrag ging es vornehmlich um die Verständnisprobleme, die die Usability bei ihren Kunden hat. Das Kerngeschäft von Bassier, Bergmann & Kindler ist die Erstellung von Unternehmenswebsites. Ihre Ansprechpartner sind die Marketingabteilungen der Firmen, die sich nicht so leicht von den Vorteilen einer usable gestalteten Website überzeugen lassen.
Alles in allem bin ich recht zufrieden mit dem Tag. Ich fand ihn erkenntnisreich. Vor allem freut es mich, dass die Veranstalter aus den Kritiken im letzten Jahr gelernt haben und die Vortragsreihen zielgruppengerechter gestaltet haben. Durch ein Gewinnspiel wurden zudem zusätzliche Anreize geschaffen, bei den diversen Tests und Vorführungen des Ausstellungsteils teilzuhaben.

Bilder vom WUD Stuttgart gibt es übrigens in Michael Mareks Flickr-Sammlung zu sehen.

Kommentare

Was zum Teufel ist User Experience? - Netzlogbuch schrieb am 08.12.2008 um 09:45 Uhr

Gravatar of Was zum Teufel ist User Experience? – Netzlogbuch

[...] fiktive Gespräch habe ich so ähnlich mal auf einer Veranstaltung zum Thema Usability in einem Vortrag über User Experience (UX) gehört. Es ist etwas überspitzt formuliert, da es als [...]

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