Filesharing fördert CD-Absatz

Filesharing fördert CD-Absatz

Achtung! Jetzt kommt ein Vergleich, der hinkt! Warum er dies tun muss, erkläre ich danach. Also: Man stelle sich vor, die Metzger-Gilde würde sich darüber aufregen, dass jemand, der bei ihnen eine Wurst gekauft hat, jemand anderen davon probieren lassen würde. Und sie würde darüber so lange jammern, bis der Gesetzgeber harte Strafen für dieses Vorgehen ins Gesetzbuch schreiben würde.

Dies soll ein Vergleich mit der Musikindustrie sein. Und wie angekündigt hinkt er, da man die beim Metzger gekaufte Wurst wohl kaum in der eigenen Küche (wahrscheinlich in einer minderwertigen Qualität) kopieren würde, um sie dann anderen zur Verfügung zu stellen. Das macht keiner! Und schon gar nicht Tausenden von fremden Menschen.

Doch genau das ist die Realität, mit der sich die Musikindustrie seit Jahren konfrontiert sieht. Irgendjemand kauft Musik, erstellt eine Kopie in minderwertiger Qualität (MP3) und stellt sie mittels des so genannten Filesharings Anderen zur Verfügung. Und diese Leute müssen diese Musik dann nicht mehr kaufen. Oder besser gesagt, müssten sie diese nicht mehr kaufen. Denn wie das kanadische Wirtschaftsministerium durch eine Studie hat feststellen lassen, kaufen Menschen, die an Filesharing teilnehmen, auch überdurchschnittlich viel Musik … zumeist auf CD. D.h. die Musikindustrie geht massiv gegen ihre besten Kunden vor.

Es scheint wohl so, dass Filesharing einen Markt schafft, der ohne es nicht existieren würde. Man könnte es auch als virales Marketing oder etwas derber als Anfixen bezeichnen. Leider ist es nur all zu menschlich, an Gewohntem festhalten zu wollen. Und besonders an wohnten hohen Umsätzen. Doch so langsam müssten nicht nur die Musikindustrie, sondern auch andere Wirtschaftsbereiche langsam mal akzeptieren, dass sich durch das Internet vieles einfach so existenziell verändert hat, dass es einfach nicht mehr möglich ist, an Althergebrachtem klettenartig festzuhalten. Zumal die Musikindustrie sich noch nicht mal all zu sehr beschweren dürfte. Die Umsätze, die sie über ihren Online-Vertrieb machen, sind nicht so schlecht. Um es mal sinngemäß mit den Jungs von Die Ärzte zu sagen: Sie leiden, aber auf hohem Niveau!

Kommentare

Flominator schrieb am 16.01.2008 um 20:14 Uhr

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Kann ich voll und ganz bestätigen. Ich hätte die Hälfte meines heutigen Musikgeschmacks nie ohne Privatkopien gefunden und auch viele meiner CDs nicht gekauft.

Matthias Zellmer schrieb am 17.01.2008 um 10:08 Uhr

Gravatar of Matthias Zellmer

Ja, da haben einige Leute noch einiges zu verstehen. Im Übrigen habe ich gerade gestern gelesen, dass der Absatz beim Online-Musik-Verkauf in 2007 um 34% angestiegen ist. Zu diesem Marktsegment musste die Musikindustrie ja quasi gezwungen werden!

Literatur verschenken fördert ihren Verkauf - Netzlogbuch schrieb am 22.01.2008 um 17:49 Uhr

Gravatar of Literatur verschenken fördert ihren Verkauf – Netzlogbuch

[...] wunderte ich mich hier im Netzlogbuch noch über die nicht nur für mich unverständlichen Maßnahmen der Musikindustrie, die versucht [...]

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