Das Universum, Google und der ganze Rest – Teil 1

ZDF: Die Welt ist eine Google

Am vergangenen Donnerstag bzw. sehr frühem Freitag, zeigte das ZDF ein Spezial über Google, welches sie mit dem netten Wortspiel Die Welt ist eine Google benannt hatten. Das Spezial wurde wohl ursprünglich in 3sat in der Reihe neues gesendet, das sind die mit dem lustigen n am Wortanfang, welches im Stil des @-Zeichens gestaltet wurde. Meiner Erfahrung nach zeigen sie bei neues noch einigermaßen Anspruchsvolles über moderne Technologien, wie z.B. das Internet. Ich habe mir die Sendung mal genau angeschaut und ein paar interessante Aspekte und Tatsachen aufgeschnappt, die ich teilweise zwar schon irgendwie kannte, aber oft bringt die spezielle Aufbereitung im TV einen Erkenntnisgewinn, den die einfachen Faktenauflistung so nicht bringt.

Erste interessanter Punkt: Google ist erst ca. neun Jahre alt. Aber gut, es gibt Leute, die Internet-Jahre mit Hunde-Jahren vergleichen und somit wäre Google schon über Sechzig. Und bei der Betrachtung von Googles Bedeutung für das wohl bedeutendste Medium der Zukunft, lässt sich nicht verhehlen, dass es auch … zumindest gefühlt … eher dieses fortgeschrittene Alter vorzuweisen hat.

„Tue nichts Böses.“ Dies ist eine von Googles Firmenphilosophien. Vielleicht sogar die wichtigste. Und will Google seine derzeitige Stellung im Markt halten, so tun sie auch gut daran, diese Philosophie als unverrückbaren Teil in eine Art Firmen-Verfassung einzumeißeln … wenn sie es nicht schon getan haben. Denn schon bei kleinsten Anzeichen, dass Google irgendwas tun könnte, was auch nur annähernd von den vielen Millionen Google-Nutzern als gegen ihren persönlichen Interessen gehend wahrgenommen wird, führt im Web jedes Mal zu einem Aufschrei. Beispielsweise, wenn es um die Integrität der persönlichen, Google anvertrauten Daten geht. Das Echo des Aufschreis auf ein wirkliches Abweichen der „Tue nichts Böses“-Maxim, könnte sogar Google bis ins Mark treffen. Das soll jetzt nicht aber heißen, dass nicht jeder jederzeit mit einer Veränderung auch in den grundlegenden Firmenphilosophien von Google rechnen sollte.

Die Frage nach den Gründen, warum Google seinen Nutzern in der Regel alle Dienste und Programme kostenlos zur Verfügung stellt, wird von Googles Seite mit dem Wunsch „Kunden glücklich zu machen“ beantwortet. Denn nur glückliche Kunden … ich würde aber eher von zufriedenen sprechen … also nur zufriedenen Kunden, sind treue Kunden. Und nur treue Kunden beliefern Google mit so vielen persönlichen Information, dass Google sich ein umfassendes Bild von ihnen machen kann. Hier bleibt zu hoffen, dass Google das Wissen über die Menschen wirklich nicht personenbezogen verwendet und ihre Schlüsse eher abstrakt zieht.

Witzigerweise ist das wohl erfolgreichste Unternehmen der so genannten Neuen Medien auch eines der wenigen, das sich weiterhin vermeintlichen Extravaganzen leistet, wie etwa die 20%-Zeit, Fitness-Räume, Massage-Salon, und so weiter. An solchen als Hip verschrienen organisatorischen oder baulichen Einrichtungen ist also scheinbar doch was dran. Die Frage ist nur, warum sich das dann nicht alle Unternehmen leisten?

Das Googles Next Big Thing das mobile Web sein wird, ist spätestens seit Android wohl kein Geheimnis. Ein logischer Schritt, denn es gibt wohl weltweit zweieinhalb Mal mehr Mobiltelefone als Computer. Ein Zahl, die mir so nicht bewusst war. Und wenn man mal von solchen Regionen wie Europa oder Amerika weg schaut, z.B. nach Afrika, dann wird diese Ausrichtung noch viel logischer. Denn dort spielt das Handy im Vergleich mit Computern einen unvergleichbar größere Rolle, als etwa hier in Deutschland.

Morgen geht es weiter im zweiten Teil von “Das Universum, Google und der ganze Rest”. Stay tuned …

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