Was ist SMIL und was kann es (nicht)?

Da Barrierefreiheit bei seitenblick auf Grund eines Multimedia-Projekts aktuell wieder mal verstärkt im Fokus steht, habe ich mich gestern mit SMIL (“smile” gesprochen) beschäftigt.

SMIL steht für Synchronized Multimedia Integration Language und ist eine XML-basierte Markup-Sprache, die das Steuern und Synchronisieren von multimedialen Inhalten ermöglicht. Bei SMIL handelt es sich um einen vom W3C herausgegeben Standard.

Grob gesagt kann man über .smil-Dateien Multimedia-Elementen zeitlich organisieren. Wiedergegeben wird die .smil-Datei (und damit auch der Multimedia-Elemente) in einem Player. Aber nicht alle gängigen Player unterstützen SMIL. Und die Player, die SMIL unterstützen, unterstützen es nicht zwingend auf die gleiche Art und Weise.

Wie bereits erwähnt habe ich mir SMIL im Zusammenhang mit dem Thema Barrierefreiheit angesehen. SMIL ermöglicht nicht nur das Organisieren von Multimedia-Elementen, sondern auch das Eingehen auf User-spezifische Voraussetzungen wie beispielsweise die vorhandene Bandbreite oder die im Browser eingestellte Sprache. So kann per SMIL beispielsweise eine beschreibende Audio-Datei zu visuellen Elementen direkt in der richtigen Sprache ausgegeben werden, zu Audio-Elemente können entsprechende Untertitel angezeigt werden und so weiter. Die Barrierefreiheit von SMIL ist hauptsächlich darin begründet, dass nicht nur der Autor, sondern auch der User beziehungsweise der User-Agent Einfluss auf die Auswahl der wiederzugebenden Elemente nehmen können.

Ein weiterer Vorteil von SMIL ist, dass die einzelnen Multimedia-Elemente nicht auf einem Server vorhanden sein müssen – sie können über das gesamte Web verstreut sein.

Ein kleines Beispiel

Ich habe mal ein kleines Beispiel auf Basis im Web vorhandener Bilder und Sounds erstellt (hier zum Download):

Jede .smil-Datei besteht aus einem umschließenden <smil>-Tag, das einen optionalen <head>-Tag und in jedem Fall einen <body>-Tag beinhaltet.
Im <head></head> können allgemeine Angaben gemacht und Layout-Elemente, Überblendungen usw. können spezifiziert werden. Im <body></body> stehen dann die einzelnen Multimedia-Elemente.

Wiedergabe des Beispiels in Quicktime:

Von der Darstellung im Real Player gibt es leider nur ein Screenshot, da sich der Real-Player nicht ohne weiteres einbinden lässt; bei Bedarf test.smil einfach lokal im Real-Player wiedergeben:

Selbst, wenn man nur die Real-Player-Grafik mit dem Quicktime-Video vergleicht, ist unschwer zu erkennen, dass sich die Wiedergabe in den beiden Player erheblich unterscheidet. Und das ist das große Problem an SMIL – die unterschiedliche und mangelnde Unterstützung durch aktuelle Medien-Player. Während der RealPlayer und QuickTime .smil-Dateien abspielen können weigern sich Winamp, VLC und der Windows Media Player diese überhaupt zu öffnen.

Für mich ist SMIL deshalb aktuell noch keine wirkliche Alternative, wenn es um die Wiedergabe multimedialer Inhalte geht. Aber es birgt durchaus Potential – auch, wenn die aktuellste, vom W3C abgesegnete Version aus dem Jahr 2005 stammt.

Hier noch ein paar Links zum Thema:

30. Oktober 2008
von Katrin Schneider
Profilbild von Katrin Schneider

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