Netzneutralität

Ich habe gerade über den heise-Newsticker einen Artikel zu einem Thema gelesen, dessen ich mir bisher nicht wirklich bewußt war: Netzneutralität.
Laut Wikipedia ist Netznautralität
eine Bezeichnung für die neutrale Datenübermittlung im Internet. Sie bedeutet, dass Zugangsanbieter (access providers) Datenpakete an ihre Kunden unabhängig davon, woher diese stammen oder welche Anwendungen die Pakete generiert haben, übertragen.
Diverse Netzbetreiber planen, die Daten zahlender Kunden auf einer Art “Überholspur” schneller auszuliefern als die “normaler” Kunden. Das wäre ein klarer Bruch der Netzneutralität. Der Grund, aus dem die Netzbetreiber die “Überholspuren” einrichten wollen, ist natürlich Geld. Allerdings geht es vornhemlich darum, den Ausbau der Netze für die Zukunft zu finanzieren.
Sowohl in Washington, wie auch im EU-Parlament wird darum gerungen, wie mit diesen Plänen der Netzbetreiber umgegangen werden soll. Die einen plädieren für eine gesetzliche Zusicherung der Netzneutralität, andere wollen, dass der Wettbewerb mehrerer Netzanbieter die Netzneutralität in einem gewissen Umfang erhält …
Da das Thema Netzneutralität sich vor nicht mal einer Stunde in meinem Hirn manifestiert hat, habe ich noch keine abschließende Meinung dazu. Allerdings frage ich mich schon, wie ich es geschafft habe, so lange (der zweite verlinkte Artikel ist vom Mai !!) nichts von der Diskussion mitzubekommen …
(das Bild stammt übrigens von flickr von wolframshuetteob)
von Katrin Schneider

















Kommentare
Lenny schrieb am 16.12.2008 um 11:51 Uhr
Falls es dich etwas beruhigt, ich habe davon auch noch nichts gelesen.
Wenn man nur Endkunde ist, bekommt man von der Thematik wahrscheinlich nicht viel mit. Das mein Nachbar DSL 16000 hat und ich nur 6000 stört mich ja nicht wirklich. ;)
Wenn ich jetzt so kurz drüber nachdenke, finde ich das eigentlich nicht so schlimm (bisher), wenn manche gegen Entgelt etwas mehr Leistung bekommen. Schließlich bedeutet das nicht, dass alle übrigen auf der Strecke bleiben. Eher profitieren sie noch von den Geldern, die (hoffentlich) in die Infrastruktur. Zumindest wäre das so die Wunschvorstellung ;)
Franz Neumeier schrieb am 17.12.2008 um 15:18 Uhr
Kern des Problems ist aus meiner Sicht, dass die Grundidee und die große Stärke des Internet auf der Strecke bleiben würde: Wer Geld hat, bestimmt dann, welcher Content die ganze Bandbreite bekommt. Umkehrschluß: Wer kein/wenig Geld hat, kommt kaum mehr durch. Und damit wären wir dort, wo wir vor dem Internet waren: Medienkonzerne bestimmen exklusiv, wer was wann wo hört und sieht (und was eben nicht). Wenn ich dann dieses Blog hier nur noch mit langen Wartezeiten lesen kann, weil SAT1 Online die ganze Bandbreite für eine Schwachsinn-sucht-Seinesgleichen-Show beansprucht (weil bezahlt), betrifft das Problem alle.
Aber zugegebermassen ist das eine sehr schwarz-weiße Darstellung; das Thema ist deutlich komplexer. Auch, weil natürlich nicht nur die Verfügbarkeit von Bandbreite über die Erreichbarkeit von Nischen-Content entscheidet, sondern beispielsweise auch ein Quasi-Such-/Information-Monopol von Google.