Relaunch bahn.de
Lange erwartet, ist sie endlich da: Die überarbeitete Website der Bahn. Am Wochenende, also im Gleichklang mit dem jährlichen Fahrplan-Wechsel und der obligatorischen Preiserhöhung, hat die Bahn ihre Website relauncht.
Auch wenn Achim Schaffrinna vom Design Tagebuch nach seinem ersten Besuch einen guten Eindruck hat, finde ich, dass wir da mal wieder einen typischen Relaunch wie aus dem letzen Jahrhundert vorgesetzt bekommen haben.
Gut, man setzt jetzt AJAX ein und etwas besser zu bedienen ist die Website immerhin doch. Aber im Großen und Ganzen muss ich eher Christian Menschel recht geben. Wirklich gestaltet wirkt die Website nicht. Sie wirkt zusammengestückelt. Wie ein typischer Kompromiss bei dem die Marketing-Abteilung zu viel Mitspracherecht hatte.
Warum muss ich mich eigentlich bei einer Site wie der der Bahn, bei der wohl die große Mehrheit der Nutzer vor allem eins will, Verbindungen suchen und ggf. daraufhin ein Ticket kaufen, so übergebührlich von netten Damen angrinsen lassen? Auf der Startseite von bahn.de sollte meiner Meinung nach mitten drauf ein großzügiges Abfrage-Formular sein. Dann sollte drumherum noch genug Platz für weiterführende Teaser sein.
Ein kleiner Trost hingegen ist, dass man auf den Unterseiten immer an der gleichen Stelle die Symbole für die vier zentralen Abfrage findet und somit immer schnell eine Suchanfrage stellen kann. Auch wenn bis auf die Hauptnavigationspunkte die Formularfelder, wie die meisten Elemente der Website, zu klein dimensioniert sind. Ebenso zu klein wie die Formularfelder ist allgemeine Text-Schrift. Und wenn man den Text über die im Kopfbereich angebotene Funktion vergrößert, dann geht die Bahn wohl davon aus, dass meine Augen sich nach dem nächsten Klick auf wundersame Weise verbessert haben. Denn dann hat man wieder die Original-Schriftgröße vor Augen.
Mein Fazit nach den ersten Minuten auf bahn.de: Die Website wurde verbessert, aber sie wirkt gerade im Bezug auf die User Experience alles andere als bewusst gestaltet. Für ein Unternehmen, welches am liebsten seinen gesamten Ticket-Verkauf vom Schalter an den Bahnhöfen weg haben möchte, hätte ich mir mehr Know-How in Sachen User-Interface-Gestaltung erwartet.
von Matthias Zellmer


Kommentare
Knut schrieb am 15.12.2008 um 15:45 Uhr
Erinnert mich irgendwie an die Webseite meiner Sparkasse.
stadtstreischä schrieb am 16.12.2008 um 00:32 Uhr
Du meinst wohl eher die Schufa
;)
Knallhart recherchiert hat’s mal wieder die Titanic
Axel schrieb am 19.12.2008 um 09:11 Uhr
Die UI Gestaltung ist in diesem Falle zweitrangig. Seit dem Relaunch bricht nahezu jede Anfrage mit einem Fehler ab. Die alte Seite war mäßig zu bedienen, aber sie hat funktioniert. Ich habe seit dem kein Ticket mehr online kaufen können. Benutzerfreundlichkeit ist, wenn ich nach zwei Minuten ein Ticket ausdrucken kann. Alles andere ist bullshit.
Matthias Zellmer schrieb am 19.12.2008 um 11:05 Uhr
@Axel Danke für deinen … leider für dich nicht sehr positiven … Erfahrungsbericht. Natürlich muss eine Website, die nicht nur informativen Charakter hat, in erster Linie erst einmal funktionieren. Und wenn über sie auch etwas verkauft wird, dann muss sie sogar sicher funktionieren.