Open Source Alternative zu Google Analytics

piwik

Das Bauchgefühl sagt: “Keine wichtigen Daten an Google liefern!”. Die Praxis zeigt dann aber, dass es Google in aller Regel einfach drauf hat und gut durchdachte und gut funktionierende Dienste anbietet. Ein Dienst auf den das Beschriebene besonders gut zutrifft, ist Google Analytics. Google Analytics analysiert die Zugriffen auf Websites und ist obendrein … wen wundert es noch bei Google …kostenlos.

Doch wie schon bei Google Maps mit Openstreetmap gibt es auch für Google Analytics eine Open Source Alternative: Piwik. Und wenn man sich die Demo-Seite so anschaut, dann sieht das schon wirklich sehr schick aus. Es wirkt auch ziemlich flott, was daran liegen kann, dass es dezentral auf dem eigene Webserver eingesetzt wird. Da es recht performant laufen soll, dürfte es bei Websites mit durchschnittlichem Traffic auch nicht zu besonderen Geschwindigkeitseinschränkungen kommen.

Was zudem gefällt, sind die weiteren Features von Piwik wie zum Beispiel die Erweiterbarkeit durch Plugins, die durch die offen API von jedem geschrieben und zur Erweiterung des Funktionsumfangs zur Verfügung gestellt werden können.

Piwik scheint mir eine wirkliche Alternative zu Google Analytics zu sein, auch wenn es noch beta ist und den oftmals eher puristisch eingestellten Web-Admins vielleicht etwas zu verspielt daherkommen könnte. Aber in irgendeinen der sauren Äpfel muss man ja meistens beißen und die Nutzung eines Google-Dienstes ist für viel Leute meist einer von den sauersten Äpfeln …

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21 Kommentare

  1. baranek sagt:

    Ich weiß nicht ob ichs richtig kapiere, aber mein konkretes Problem ist: Man muss das selber hosten. Sprich auf dem Server installieren usw. das übersteigt schon wieder meine Kompetenzen. Dabei würde ich gerne GA verlassen, weil die IP-Speicherung IMHO überflüssig ist. Wenn also jemand einen Anbieter weiß, wo ich wie bei GA meine Code erzeugen, einbauen und gut ist, immer her damit.

  2. @baranek: Du scheinst das schon richtig zu kapieren. Und wie das oft bei solchen OpenSoucre-Sachen ist, wer die Kompetenz besitzt das selbst zu implementieren und zu konfigurieren, der ist fein raus. Die Anderen müssen dann wohl zu einem Dienstleister gehen und deren Geschäftsmodell ist dann sicher nicht mit dem von Google vergleichbar, d.h. konkret, man zahlt dafür …

  3. Maximilian Walter sagt:

    @baranek: Es gibt ja auch noch andere Statistik-Tools die ähnlich wie Google Analytics aufgebaut sind. Vielleicht hilft dir der Artikel ja weiter:
    http://www.gutestun.org/articles/6/17-google-analytics-alternativen

  4. marcuhlig sagt:

    “das bauchgefühl sagt: keine wichtigen daten an google liefern!”

    warum sagt das bauchgefuehl denn sowas? also meins sagt: ich erwarte von google, dass es mir die besten und relevantesten ergebnisse liefert und am besten auch die anwort auf die frage liefert wo denn mein schluessel mal wieder ist.

    ich weiss google muss auch irgendwie geld verdienen, weil sonst gibt es kein google, also schau ich mir eben auch die werbung auf google an, denke mir aber eigentlich: warum kann diese denn nicht noch viel zielgericheter sein, so dass sie fuer mich quasi zur information wird.

    da fordere ich ja nun wirklich ne ganze menge von google, nur wenn allo so denken wie du, dann wird es dazu leider nie kommen. denn wenn google bessere fuer uns liefern soll, dann braucht es eben auch daten. aber da scheinen wir deutsche uns nur zu gerne zu denken: “bitte nicht in meinem vorgarten”.

    daher mein aufruf: denkt doch mal bitte ernsthaft darueber nach, was soll google den so alles mit den gelieferten und ach so geheimen daten von uns anstellen ausser unser interneterlebnis zu verbessern?

  5. @marcuhlig: Mit dem Begriff Bauchgefühl wollte ich kurz und knapp eine spezielle auf Google bezogene Art von Skepsis benennen, die ich immer wieder mal in Gesprächen mitbekomme.

    Ich selbst bin Google-Sympathisant und sehe es im Prinzip so wie du … auch wenn das in diesem Beitrag vielleicht nicht so rüber kam.

  6. Ich benutze Piwik seit etwa Monatsanfang und habe diverse Kundensites bislang damit ausgestattet. Die meisten haben GA derzeit noch parallel mitlaufen.

    In Kürze werde ich dann mal die Auswertungen beider Systeme gegenüberstellen und sonstige Anmerkungen und Beobachtungen zu Protokoll geben.

    Bislang bin ich sehr zufrieden. Da ich selbst eigene Root-Server administriere, ist das Aufsetzen und Hosten natürlich kein Problem. Den Zugang habe ich nach wenigen Tagen auf SSL (also HTTPS) umgestellt und dafür entsprechend ein offizielles Zertifikat gekauft, damit Kunden nicht mit Warnungen konfrontiert werden – denn nach und nach verteile ich nun Kundenzugänge.

    Das ist auch noch so ein Vorteil, denn anders als bei GA braucht es keinen Google Account, meine Kunden müssen sich also nirgends komplett neu anmelden.

  7. @marcuhlig: Du willst vielleicht ein allwissendes Google. Ich nicht.

    Je dezentraler die erhobenen Daten liegen, desto besser ist das für den Surfer – Piwik ist da ein Schritt in die richtige Richtung.

    Was soll google den so alles mit den gelieferten und ach so geheimen daten von uns anstellen? Lies bei Gelegenheit man “1984″, dort sind einige Anregungen enthalten.

  8. @Alexander Langer: Ich habe gleich mal deinen RSS-Feed unter alexander-langer.de abonniert. Auch in der Hoffnung, dass du dann dort auch mal deine Beobachtungen zu Piwik kundtust.

  9. @Stefan Waidele: Ein allwissendes Google? Hmmm … allwissend ist ein mächtiges Wort, dass im Bezug auf Google nicht zutreffend ist. Ein riesen Pool Ozean an Informationen sind noch kein Wissen. Dazu fehlt der “Kitt des Impliziten”. Soll heißen: Um aus einem Haufen an Informationen Wissen zu machen müssen wir einen impliziten Kontext der Informationen des Haufens haben.

    Zum Thema “1984″ lies mal den letzten Absatz des aktuellen iX-Editorials.

  10. @matthias:
    Ich hab deinen Feed auch in meinem *räusper* Google Reader ;)
    Denke, dass ich so bis / um die Monatswende vergleichen werde. Dann habe ich rund 4 Wochen Vergleichsdaten diverser Sites mit mehreren hundert tausend PIs.

  11. @Alexander Langer: Mal ehrlich, der Google Reader ist auch wirklich gut. Ich habe vorher regelmäßig meinen Reader gewechselt und war ständig auf der Suche nach einem, der alle Features hat, die ich suchte. Der Google Reader hatte sie als einziger alle.

  12. @Matthias Zellmer:
    Ehe ich zum Google Reader kam, habe ich jahrelang BlogBridge genutzt. Das Nervige war, dass man eben nicht so recht zwischen Rechnern synchronisieren konnte (Abos ja, aber nicht was man schon gelesen hatte) – ein Problem, dass sich mit einer Websoft natürlich nicht stellt.

    Schöner Nebeneffekt war denn auch, dass ich in Stockholm gemerkt habe, dass die Jungs bei Google ihrem Reader ein ordentliches Mobile Outfit verpasst haben. Jedenfalls kann man den Reader aufm iPhone doch recht komfortabel bedienen. Das ist genau das Richtige für langweilige Sessions in Wartezimmern, Hotels, Drittelpausen beim Hockey, …

  13. @Alexander Langer: Da frag ich mich doch sogleich: Wann wird es eine Nicht-Google-Kopie des Google Readers geben? Bzw. ist das vielleicht sogar ein Trend … Google Produkte zu Kopien, um sie zu entgooglen?

  14. Habe bei mir auch einmal Piwik installiert, bislang macht es einen guten Eindruck. Habe parallel aber auch noch Google Analytics laufen. Kleinere Abweichungen sind schon zu erkennen…

    Wer noch eine kleine Installationsanleitung benötigt:
    http://www.blogrammierer.de/installation-von-piwik-schritt-fur-schritt-anleitung/

  15. Flominator sagt:

    So langsam häufen sich die Berichte über Piwik. Ich glaube, ich muss das nun doch einmal austesten.

    … und ja, es gibt auch schon OSS-”Alternativen” zum Google-Reader. Ein Beispiel ist FeedOnFeeds.

  16. @Matthias Zellmer:
    Ob das ein Trend ist, kann ich nicht sagen. Klar ist aber, dass erfolgreiche Produkte immer Nachahmer finden. Der Datenschutzaspekt spielt natürlich auch so eine Rolle.

    Ich wäre selbst derzeit nicht auf die Idee gekommen eine GA Alternative einzusetzen. Ist ja auch so schön bequem alles unter einer Oberfläche in meinem Google Account zu haben (auch wenn ich mich an dessen neues Layout noch gewöhnen muss).

    Aber aktuell stehe ich mit einem Kundenprojekt vor dem Abschluss, bei dem Datensicherheit ernst genommen wird. Überall wo ein User persönliche Daten eingeben kann (selbst im Kontaktformular) erfolgt eine SSL Verschlüsselung. Als Zertifikat wird auch “was besseres” zum Einsatz kommen. Diese Policy nun dadurch zu untergraben, dass man alles mögliche an Daten Google in den Rachen stopft würde schlichtweg nicht passen.

    So kam ich auf die Idee mir Piwik mal in der Praxis anzuschauen und die Idee war auch irgendwie charming.

    Jeder der nicht GA einsetzen will hat wohl seine Gründe. Das sorgt auch für die Motivation eine Alternative zu entwickeln und warum soll man sich dabei nicht an den erfolgreichen Platzhirschen orientieren, die ihre Aufgabe gut machen?

  17. Die weiteren Alternativen zu Google Analytics:

    ***** omniture
    **** webtrends
    ** woopra
    ** urchin
    ** piwik
    ** awstats
    ** quantcast
    * mint
    * statcounter

  18. sebastian sagt:

    hab grad durch zufall deinen eintrag hier entdeckt als ich nach einer alternative zu google gesucht hab. piwik sieht echt klasse aus und ich werd es jetzt mal installieren.

    nachdem ich jahrelang webalizer genutzt hatte und den eigentlich immer total ungenau fand, hab ich dann mal zu google gewechselt. aber ich bin auch nicht glücklich damit meine besucherdaten an google zu verschenken. hab zwar auch google adsense auf meinem blog, aber das lohnt sich auch nicht und wir wohl auch bald wieder verschwinden.

    ich hatte diese liste hier auch mal gefunden:
    http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_web_analytics_software

    da stehen noch mehr freie analyseprogramme und ich find jawstats.com macht auch einen klasse eindruck.
    mal schauen für was ich mich am ende entscheide.