Monatsarchiv für Februar 2009
Montagsmaler: Ilya Ilyas Kazakov

Künstler: Ilya Ilyas Kazakov
Titel: kukushonok
Infos: Homepage, Flickr
Current location: Moscow, Russia.
(hier gefunden)
Statement zum ersten Eindruck
… got attitude!!
von Katrin Schneider
WE-Musik: Guru Josh Projekt
Interpret: Guru Josh Projekt
Stück: Infinity 2008
Infos: Wikipedia
Warum nur?
Das Original von 1990 fand ich eigentlich auch schon ganz cool … konnte das allerdings damals als Punk-Rock-Fan nicht einfach so zugeben.
von Matthias Zellmer
Qualitätssicherung im Social Web

Der Fall “Wilhelm” zu Guttenberg hat uns gezeigt, dass es recht einfach ist mit den Vehikeln des Social Webs Informationen zu verbreiten, die nicht wahr sind. Doch welche Relevanz hat eine so genannte falsche Information, wenn man dem Verbreiter nicht glaubt? Kaum eine.
Aber eine Unglaubwürdigkeit muss man sich scheinbar hart erarbeiten. Schuld daran ist wohl auch unsere über Jahre antrainierte Mediengläubigkeit. “Das steht doch da Schwarz auf weiß geschrieben” ist zu einem Qualitätssiegel geworden, dass im Social Web nun auch offensichtlich nicht gilt. Man muss den Informationen im Web kritischer gegenüberstehen, als man dies vielleicht gewohnt ist.
von Matthias Zellmer
Open Source Alternative zu Google Analytics
Das Bauchgefühl sagt: “Keine wichtigen Daten an Google liefern!”. Die Praxis zeigt dann aber, dass es Google in aller Regel einfach drauf hat und gut durchdachte und gut funktionierende Dienste anbietet. Ein Dienst auf den das Beschriebene besonders gut zutrifft, ist Google Analytics. Google Analytics analysiert die Zugriffen auf Websites und ist obendrein … wen wundert es noch bei Google …kostenlos.
Doch wie schon bei Google Maps mit Openstreetmap gibt es auch für Google Analytics eine Open Source Alternative: Piwik. Und wenn man sich die Demo-Seite so anschaut, dann sieht das schon wirklich sehr schick aus. Es wirkt auch ziemlich flott, was daran liegen kann, dass es dezentral auf dem eigene Webserver eingesetzt wird. Da es recht performant laufen soll, dürfte es bei Websites mit durchschnittlichem Traffic auch nicht zu besonderen Geschwindigkeitseinschränkungen kommen.
Was zudem gefällt, sind die weiteren Features von Piwik wie zum Beispiel die Erweiterbarkeit durch Plugins, die durch die offen API von jedem geschrieben und zur Erweiterung des Funktionsumfangs zur Verfügung gestellt werden können.
Piwik scheint mir eine wirkliche Alternative zu Google Analytics zu sein, auch wenn es noch beta ist und den oftmals eher puristisch eingestellten Web-Admins vielleicht etwas zu verspielt daherkommen könnte. Aber in irgendeinen der sauren Äpfel muss man ja meistens beißen und die Nutzung eines Google-Dienstes ist für viel Leute meist einer von den sauersten Äpfeln …
von Matthias Zellmer
Die moderne Gesellschaft und die Privatheit
In China ist es ein Zeichen der Wertschätzung, wenn man etwas kopiert. Und genau so soll es nun auch verstanden werden, dass ich jetzt einfach einen kompletten Text eines anderen Menschen hier reinkopiere. Es handelt sich um das Editorial der diesjährigen Februar-Ausgabe des Magazins für professionelle Informationstechnik iX von Christian Heller … im Web auch als plomlompom bekannt.
Nach der Privatheit
Das Ende des Privaten naht. Schuld ist die unaufhaltsam wachsende globale Informationsmaschinerie. Droht so auch das Ende der Freiheit? Nicht unbedingt.
Es greift zu kurz, Privatsphäre nur als Kernraum der Freiheit zu sehen. Hier halte sich soziale Kontrolle zurück, hier könne man sich unbeschränkt verwirklichen, hier könne Unangepasstheit zum politischen Stachel heranwachsen. Das unterschätzt die hemmende, potenziell erstickende Isolation des Privaten. Unter ihrer Decke vollziehen sich zum Beispiel häusliche Gewalt und Kindererziehung zu repressiven Werten. Ebenso kann Privatheit ein Verlies sein, in das eine intolerante Gesellschaft Andersartiges sperrt, und zugleich ein Ventil, damit sie nicht toleranter werden muss. Der Befreiungsweg der Homosexuellen etwa führte folglich nicht über Datenschutzkampagnen, sondern über Massen-Outing.
Betrachten wir die Gründe zum Abstreifen der Privatheit im Internet: Je mehr ich das Netz von mir wissen lasse, umso besser kann es meine Wünsche ablesen und mir Kommunikations- und Tauschpartner vermitteln. Das Netz formt Werte, die durchs Teilen nicht ab-, sondern zunehmen. Diese Grundidee hinter Begriffen wie „Open Source“ oder „Creative Commons“ überträgt das Social Web auf persönliche Informationen: Je mehr ich mich dem Netz öffne, desto mehr Wege habe ich, mich zu entfalten.
Das Netz ist nämlich keine Öffentlichkeit, die gleichschaltet, sondern eine, die Vielfalt fördert. Noch obskurste Interessen finden Raum für Austausch, Bestätigung, Verstärkung. Die Vielfalt der Anschlussmöglichkeiten wächst, je mehr Menschen ihre Andersartigkeit nach außen tragen. Niemand muss sein Wesen mehr durch den Flaschenhals der Anpassung zwängen, um Rückhalt in Geselligkeit zu finden. So braut sich eine Sturmflut offener, schamloser Anormalität zusammen. Bald wird sie die Gesellschaft in Zugzwang bringen zu bersten – oder dehnbarer, toleranter zu werden.
Ein anderer Punkt: Vielleicht archivieren bald alle ihre Stimmungen, Meinungen und Handlungen öffentlich. So würde sich die Wechselhaftigkeit, Inkohärenz und Kontextabhängigkeit menschlicher Wesen offenbaren. Begriffe wie „Normalität“, „Identität“ oder „Persönlichkeitskern“ verlören damit ihre Gewalt über uns. Je ausgiebiger wir das Chaos unseres Seins dokumentieren, desto schwieriger wird es, uns darauf festzunageln. Je mehr Daten über uns im öffentlichen Umlauf sind, desto weniger können wir mit ihnen erpresst werden.
Abschließend eine Warnung: Freiheit lässt sich in einer Informationsgesellschaft eher durch Offenheit als durch Privatheit voranbringen. Orwells „1984“ schilderte eine absolut unfreie Gesellschaft ohne Privatheit, aber auch ohne Offenheit: Der Informationsfluss war einseitig. Freiheit ohne Privatheit lässt sich nur dort denken, wo alle alles über alle wissen. Nun: Privatheit schwindet. Also gilt es, ein gesundes Misstrauen gegenüber jeder Art von Informationsmonopolismus zu entwickeln.
Im Zuge des von Christian Beschriebenen ist es nun besonders wichtig, dass in der heutigen Zeit nicht nur jede/r beim Überqueren einer Straße auf sich aufpasst … was wir unserem Nachwuchs gerne schon im Vorschulalter beibringen … sondern auch bei seinen Aktivitäten im Web. Und genau so wenig, wie wir uns wegen der allgegenwärtigen Gefahren nicht mehr auf die Straße trauen sollten, sollten wir uns nicht vom Web fernhalten oder übertrieben vorsichtig werden, sondern aktiv lernen, uns dort gekonnt und selbstbewusst zu bewegen.
In diesem Kontext ist oft die Rede von persönlichem Reputationsmanagement. Ein Begriff, der sich schon wieder ziemlich wichtig anhört und gut und gerne in jedes Hype-Lexikon passen könnte. So dramatisch ist es aber nicht. Ein paar einfache Grundregeln, wie man auf seinen Ruf achten und doch im Web unterwegs sein kann, finden sich auf Netzwertig: 8 Tipps, um sein Image im Social Web zu schützen.
Also: Bitte nicht den Kopf in den Sand stecken! Es wäre schade drum …
von Matthias Zellmer


















