Monatsarchiv für März 2009
Conversational Design Pattern

Design Pattern sind mustergültige Standard-Lösungen für wiederkehrende Entwurfsaufgaben bei der Gestaltung von Benutzeroberflächen wie zum Beispiel Webseiten. Ein einfaches Beispiel ist das Login zu einem zugangsbeschränkten Bereich … hier dem WordPress-Backend:

In diesem Beispiel für ein Design Pattern sind alles nötigen Elemente für einen solches Login vorhanden: Eine Nutzer-Kennung (oft Benutzername oder Mail-Adresse), das Passwort, die Option dich an seinem Rechner nicht immer wieder anmelden zu müssen, das Auslösen der Login-Aktion und zudem noch eine Möglichkeit, an das vergessene Passwort ranzukommen. So ist es beispielhaft und bildet die Grundstruktur für unzählige Login-Bereiche auf zahlreichen Websites, und damit ein Design Pattern. Wenn man sich … bewusst oder unbewusst … an solche etablierten Strukturen hält, dann erspart man sich oftmals einiges an konzeptioneller Arbeit und reduziert die Wahrscheinlichkeit etwas vergessen zu haben.
Wie es nun mal gelernte Praxis ist, haben diverse Experten einzelne Design Pattern immer wieder zu Design Pattern Kategorien eingeordnet. Eine recht neue Design Pattern Kategorie sind dabei die Conversational Design Pattern (CDP). In dieser Kategorie finden sich die Pattern der aktuellen Interaktions- und Kommunikationstools … quasi die Pattern2.0.
Zu diesen Conversational Design Pattern zählt der Grafik-Designer und Creative Director Markus Angermeier u.a. Schnell-Registrationen, Nutzer-Profile und -Galerien, sowie Listen seiner Kontakte und auch Gruppen auf Social Network Sites. Zudem gibt es auch die CDP Social Bookmarking oder den oben in der Artikel-Header-Grafik angedeutete “neuer Star” unter den CDPs Tweet this, der inzwischen nicht nur auf zahlreichen Weblogs … wie auch bei uns … zu finden ist sondern auch bei Xing oder Youtube. Das Tweet-it-CDP ist sehr simple und ein Paradebeispiel für die aktuellen Vorgänge im Web.
Conversational Design Pattern sollten also genauso zum arbeitsalltäglichen Repertoire eines jeden website-konzeptionell tätigen und -gestaltetet Menschen gehören. Leider ist das wohl noch nicht der Fall, denn es gibt noch nicht einmal einen Wikipedia-Artikel dazu. Leider …
von Matthias Zellmer
Web-Unterricht an englischen Grundschulen
Die englische Tageszeitung The Guardian berichtete gestern, dass im Zuge der Reformierung des Lehrplans zukünftig auch das Nutzen des Web (2.0) an der Grundschule vermittelt werden soll.
Schüler sollen nach der Grundschulzeit in der Lage sein, Blogs, Podcasts, Twitter und Wikipedia als Informationsquellen nutzen zu können. Außerdem sollen nicht mehr nur Handschrift (also Schreiben mit einem Stift in der Hand), sondern auch der Umgang mit der Tastatur gelehrt werden. Und parallel zur Rechtschreibung sollen Schüler beigebracht bekommen, wie man mit Software zur Rechtschreibprüfung umgeht.
Diese Ansätze stammen von Sir Jim Rose, der von Regierungsministern beauftragt wurde, den Lehrplan für Grundschulen zu überarbeiten. Offiziell werden seine Vorschläge erst nächsten Monat veröffentlich – und erst dann wird sich auch die englische Politik dazu äußern.
Das Vermitteln von Web- und Computer-Kenntnissen in der Grundschule ist ein Ansatz, der viele neue Möglichkeiten mit sich bringt. Beispielsweise würden sich die verfügbaren Lehrmittel vervielfachen.
Voraussetzung ist aber, dass die Lehrkräfte mit dem Web (2.0) vertraut sind und es selbst adäquat nutzen können. Man kann nichts vermitteln was man selbst nicht versteht und beherrscht. Ob die Lehrkräfte (gerade ältere) dieser Aufgabe heute schon gewachsen sind … ?
via uk.techcrunch.com, thenextweb.com
von Katrin Schneider
nambu – neuer Twitter-Client für den Mac
Für Mac-nutzende Twitterer gibt es nun einen weiteren Desktop-Client: nambu. nambu basiert nicht, wie zum Beispiel die beliebten Clients twhirl oder Tweetdeck auf Adobes Laufzeitumgebung Air, sondern läuft direkt unter MacOS. Dafür dann aber leider auch nur unter MacOS. Und das es sich um ein richtiges Mac-Programm handelt, sieht man nambu sofort an. Die Optik und die Art und Weise, wie es benutzt werden möchte ist absolut Mac-typisch.
Auf den ersten Blick gefällt mir nambu ganz gut. Es bietet weitestgehend alle Features, die ich von anderen Desktop-Twitter-Clients gewohnt bin. Nur das Bestücken von angelegten Follower-Gruppen funktioniert noch nicht so richtig, da nambu mir nur einen kleinen Teil meiner Gefolgten zur Auswahl für eine Gruppe anbietet. Aber laut Website befindet sich nambu ja auch noch in der Beta-Phase und da möchte ich ihm solche Fehler noch verzeihen.
Wenn ich nambu übrigens als Twitter-Client bezeichnet habe, dann stimmt das nicht ganz. Es ist auch ein Client für andere Mircoblogging-Dienste wie etwa laconi.ca oder auch für den Lifestreaming-Dienst Friendfeed.
Etwas schade finde ich, dass es nambu nicht auch für Windows-Rechner gibt. Denn ich nutze auf der Arbeit Windows und möchte eigentlich nicht hier den einen Client und dort einen anderen benutzen. Dafür gibt es nambu auch im AppStore für das iPhone. Was mir nichts nutzt, da ich ja leider kein iPhone besitze …
von Matthias Zellmer
Dnews – Neues Online-News-Portal
Das erfolgreich niederländische Online-News-Portal nu.nl hat einen deutschen Ableger bekommen: Dnews.de.
In einem Medienhandbuch.de-Interview beantwortet die Dnews-Chefredakteurin Antje Winter die Frage nach den konzeptionellen Besonderheiten des neuen News-Portals folgendermaßen:
Dnews richtet sich an die Leser, die sich einen schnellen Überblick über die aktuelle Nachrichtenlage verschaffen möchten. Im Nachrichtenteil gibt es bei uns keine Hintergründe und Analysen sondern kurze Nachrichten, die in einem schlanken Layout pro Thema übersichtlich untereinander präsentiert werden. Diese Präsentation und Herangehensweise ist neu und unterscheidet uns von allen anderen herkömmlichen deutschen Nachrichtenseiten.
Zusätzlich zu den Nachrichtenmeldungen kommentieren Autoren in wöchentlichen Kolumnen Themen aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Sport, Entertainment, Internet und Umwelt.
Mit der gerade mal 360 Pixel breiten Inhaltsspalte … Gesamtbreite 650 Pixel … da passt noch gut Werbung daneben und seiner auch mit dem Handy (Test via Opera Mini) wirklich gut les- und benutzbaren Oberfläche erscheint mir Dnews vor allem auf den mobilen Nutzer abzuzielen … Stichwort: iPhone bzw. Netbooks. Mit meiner 1600er Auflösung hier an meinem Arbeitsplatz-Monitor sieht die Seite allerdings etwas verloren aus. Aber mit ein paar mal Strg++ ist die Site auch auf einem so großen Bildschirm gut erfassbar.
Auch wenn die Farbgebung die Bezeichnung bunt wirklich verdient hat, gefällt mir die Site irgendwie gut. Die schmale Darstellung macht es notwendig, die Navigation vertikal anzuordnen, was aber bei Dnews gut funktioniert. Auch die Kürze der Artikel macht sich beim am Bildschirm lesen ganz gut.
Auch nett, die Online-TV-Zeitung dnewsfernsehen.de …
von Matthias Zellmer
Twitter-Regelwerke

Es gibt in den letzten Monaten verstärkt Anzeichen, dass Twitter sich zu etablieren beginnt. Eines der untrüglichsten Anzeichen ist, dass uns immer mehr Leute sagen wollen, wie man zu twittern habe. Es gibt inzwischen dutzende Listen, die alle möglichen Do’s and Don’ts für uns bereithalten. Am schlimmsten sind die, die ihre Regeln für allgemein gültig erklären, ohne sie in einen bestimmten Kontext zu setzen.
Ich verzichte hier auf die Verlinkung zu solchen Twitter-Regel-Seiten und möchte euch die Regel 1-7 von Friedrich von aptgetupdate.de ans Herz legen:
Twitter ist dein Kommunikationskanal. Mach was du willst und lass dir auch von keinem A- oder B- oder C-Blogger/Twitterer vorschreiben, wie du zu twittern hast. Auch nicht von mir oder sonst wem.
von Matthias Zellmer



















