Wer ist böse? Das Internet oder die Gesellschaft?
Wolfgang Kleinwächter beantwortet diese Frage in einem lesenswerten Telepolis-Artikel Websperren: Internetpolitik von Gestern eindeutig:
Es ist nicht das Internet, das “das Böse” in die Gesellschaft bringt, sondern es ist “das Böse in der Gesellschaft”, das sich nun auch den Weg ins Internet bahnt.
Aber nicht nur dieses Zitat, sondern den ganzen Artikel finde ich sehr lesenswert und ich war beim Durchlesen versucht fast jeden Satz zitieren zu wollen. Darum zumindest noch dies hier:
Die Informationsgesellschaft ist globaler, komplexer und viel differenzierter als es die Industriegesellschaft war und ist. Wird diese Komplexität ignoriert und verweigert man sich einer Modernisierung der Politik, richten gut gemeinte insulare Lösungen mehr Schaden an als Nutzen. Einfach sperren – d.h. “Augen zu”, wenn Böses auf dem Laptop erscheint – ist so innovativ wie die Einführung des “Index Librorum Prohibitorum” durch die katholische Kirche nach Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks.
Wolfgang Kleinwächter ist übrigens Professor für Internet Politik und Regulierung an der Universität Aarhus.
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PS: Das Bild habe ich übrigen auf Wikimedia gefunden und es stammt von Friedrich Böhringer.
von Matthias Zellmer

