Wikivoyage – wirklich freie Reiseinformationen

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Die Wikipedia kennen wahrscheinlich die meisten, die sich hin und wieder im Internet informieren. Es gibt aber noch viele weitere Wikis, deren Autoren sich das gemeinschaftliche Sammeln und allen Zur-Verfügung-Stellen von Informationen zur Aufgabe gemacht haben. Dazu gehört das Wikivoyage-Projekt.

Auf der Wikivoyage-Über-uns-Seite ist dazu Folgendes zu lesen:

Wikivoyage, der freie, aktuelle und zuverlässige Reiseführer.

Dieses Projekt hat das Fernziel eines vollständigen und aktuellen weltweiten Reiseführers, dessen Beiträge von Wikivoyagern aus allen Ecken und Enden des Globus stammen.

Wikivoyage möchte dem Bedürfnis Reisender nachkommen, aktuelle Informationen möglichst schnell zu erhalten, was durch Bücher mit ihren naturgemäß langen Produktionszyklen nur schwer zu erreichen ist.

Interessant ist, dass Wikivoyage ein so genanntes Fork-Projekt von Wikitravel ist, deren Rechte an der Domain wikitravel.org an eine US-amerikanische Werbefirma verkauft wurden. Um eventuellen Tendenzen kommerziellen Interessen der neuen Wikitravel-Domain-Rechteinhaber entgegen zu wirken, wurde Wikivoyage von Wikitravel abgespaltet und zudem der in Halle an der Saale ansässige Verein Wikivoyage e.V. gegründet.

Vorbildhaft ist, dass man sich bei Wikivoyage eine unabhängige, transparente und demokratische Organisationsstruktur auf die Fahnen geschrieben hat, um dort zusammengetragenes Wissen auch wirklich dauerhaft allen Menschen zur Verfügung zu stellen. Mit Wikivoyage und den vielen anderen freien Wiki-Projekten, führen uns die Menschen, die an solchen Projekten mitarbeiten und bewusst keinen kommerziellen Vorteil aus ihrem Wissen ziehen wollen, vielleicht gerade in ein neues Zeitalter der Aufklärung. Es würde uns allen gut tun.

Kommentare

Hansm schrieb am 21.10.2009 um 22:20 Uhr

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Vielen Dank für diesen Artikel. Die wesentlichen Punkte hast du gut getroffen und in leicht verständlicher Form dargestellt.

Auch knapp drei Jahre nach dem Fork kann man dem Eigner der Domain wikitravel.org nicht vorwerfen, dass eine kommerzielle Einflussnahme auf die Inhalte sichtbar sei, aber es bleibt einfach das mulmige Gefühl, dass sich jederzeit alles von heute auf morgen radikal ändern kann. Mit Sicherheit kann man inzwischen allerdings feststellen, dass die dortigen System-Administratoren kommerziellen Interessen unterliegen, d.h. technische Weiterentwicklungen finden nur dann statt, wenn es gar nicht anders geht. Alles andere wäre zu teuer.

Dass Wikivoyage den Nerv, wenigstens der deutschsprachigen, Community getroffen hat, zeigt sich an der regen Tätigkeit der Autoren. Im Vergleich zum immer noch existierenden deutschsprachigen Zweig von Wikitravel ist die Anzahl der Artikel mit fast 10.000 bei Wikivoyage knapp doppelt so hoch. Die gleiche Tendenz zeigt sich auch in der Anzahl der aktiven Autoren und deren Beiträge.

Ironischerweise muss man gleichzeitig feststellen, dass Beiträge bei Wikitravel/de immer noch höher von den Suchmaschinen bewertet werden als die von Wikivoyage. Wem es also in erster Linie auf eine möglichst große Leserschaft ankommt, wird bei Wikitravel schreiben. Wem die dauerhaft freie Verfügbarkeit wichtiger ist, wird sich für Wikivoyage entscheiden.

Und zum Schluss noch eine kleine Anmerkung zum Wikivoyage e.V.: Der Verein ist seit über zwei Jahren als gemeinnützig anerkannt.

Matthias Zellmer schrieb am 22.10.2009 um 10:18 Uhr

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@Hansm: Vielen lieben Dank für deinen wirklich interessanten und ausführlichen Kommentar.

Flominator schrieb am 23.10.2009 um 11:38 Uhr

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Ein ähnliches Projekt existiert mit dem Europäischen Reiseführer.auch in Wikibooks, einem Schwesterprojekt der Wikipedia.

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