Monatsarchiv für Januar 2010
Lese-Empfehlungen der KW3

In dieser Woche habe ich endlich mal wieder ein bisschen Zeit gefunden, um meinen RSS-Reader etwas nachhaltiger abzuarbeiten. Heißt, dass ich mir auch für das Lesen etwas umfangreichere Beiträge und Artikel mal wieder etwas Zeit hatte. Darum möchte ich heute hier ein paar ausgewählte Beiträge empfehlen:
#1 Das Drama der Relevanz, oder: Warum Offline-Kriterien nicht auf Online-Enzyklopädien angewandt werden sollten
- In diesem Gastbeitrag auf Digiom beleuchtet Regine Heidorn anschaulich die Problematik der Relevanz-Kriterien für Wikipedia-Einträge. Ein gerade für die deutschsprachige Wikipedia wirklich brisantes Thema.
#2 Angst vor Google – Gedanken zu einer Debatte
- Auf KoopTech hat sich Thomas Wanhoff mal die Mühe gemacht, ein paar Thesen aus dem ZeitOnline-Artikel Im Google-Wahn von Susanne Gaschke kritisch zu beleuchten.
#3 Agenda 2010 für digitale Bürgerrechte
- Seit 1990 beschäftigt sich die Electronic Frontier Foundation (EFF) mit der Wahrung der den Bürgerrechten im Cyberspace und hat im Zuge dessen einen Ausblick auf die Entwicklung der digitalen Bürgerrechte für das laufende Jahr vorgenommen.
# 4 Kapitalismus 3.0: Jahrzehnt des kreativen Kapitalismus
- Nicht nur ein Jahr, sondern gleich ein ganzes Jahrzehnt versucht der selbst ernannte Zukunftsforscher Matthias Horx in die Zukunft zu sehen … und Carl Batisweiler berichtet darüber auf wallstreet:online
# 5 Die ganz große Bühne
- In dem Beitrag auf agenturblog.de beschäftigt sich Oliver Wagner nicht mit der Politik oder dem Theater, sondern mit der sehr starken Inhaltsdarstellungsform … nicht nur für Blogs.
von Matthias Zellmer
typekit – kurz angeschaut
Mit der CSS-Regel @font-face kann man mit dem Internet Explorer schon seit langem alternative Schriftarten verlinken. Inzwischen unterstützten fast alle der neuen Browser diese Regel, wodurch man im Web bald nicht mehr auf die Standartschriftarten oder Flash-/Bilderlösungen angewiesen sein wird. Das Problem dahinter ist nur, dass die meisten Lizenzen für Schriftarten die direkte Verlinkung im Web nicht erlauben, da man die Schriftarten leicht klauen kann.
Genau hier kommt typekit ins Spiel. typekit bietet mehrere (JavaScript-)Sicherheitsmaßnahmen, womit Web-Lizenzen möglich sind. Je nach gewähltem bzw. gekauftem Paket kann man unter unterschiedlich vielen Schriftarten die passende auswählen und mittels typekit oder CSS auf die Webseite anwenden.
Das Ganze funktioniert sehr schnell und einfach, der größte Nachteil an der Sache ist allerdings, dass @font-face nur mit dem IE und den neusten der anderen Browsern funktioniert. Die älteren (und noch weit verbreiteten) Versionen von Mozilla & Co bekommen nur eine Fallback-Schriftart zu sehen. Auch ist man auf vorgegebene Schriftarten beschränkt und kann keine Eigenen verwenden. Von daher ist typekit eine gute Lösung in der Zukunft aber mit der momentanen Browserkompatibilität noch nicht zu empfehlen.
von Christopher Frühwirth
ffffl*ckr Bilderwand
Dass es auf flickr durchaus ein paar (viele) Perlen zu entdecken gibt ist allein aufgrund der schieren Menge von Bildern unausweichlich. Aber wie zum Teufel soll man in diesem Wust die guten Sachen finden? Oder anders gefragt: wie soll ich die Sachen finden, die MIR persönlich gefallen?
Flickr versteckt unter dem Punkt “Entdecken” zwar ein paar Möglichkeiten, intuitiv sind die aber nicht gerade, gut aussehen tun sie auch nicht und auf meinen Geschmack abgestimmt sind sie schonmal gar nicht.
ffffl*ckr bietet hier eine interessante Alternative: Abhängig von den eigenen Favs, stellt ffffl*ckr eine übersichtliche Fotowand ohne überflüssigen textuellen Schnickschnack zusammen. Man kann sich die Fotos direkt aus der Bilderwand vergrößert anzeigen lassen oder zur jeweiligen flickr Seite springen. Durch einen Klick auf eines der Fotos wird die Wand nach unten hin mit Bildern ergänzt, die der Fotograf des geklickten Bildes seinerseits favorisiert hat. Der Dienst folgt also der altbewährten Annahme: Wenn mir Fotos gefallen, die Karl-Heinz geschossen hat, besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass mir auch Fotos gefallen, die Karl-Heinz gut findet. ffffl*ckr drückt das etwas unsperriger aus:
Use it to find the photography you like using the simple idea that people whose work you like, probably like stuff you’ll like.
Das klappt nicht immer, aber doch erstaunlich oft. Ich muss an dieser Stelle allerdings zugeben, dass mir die Bildauswahl die mir per default, (ohne sich anzumelden) angeboten wurde, besser gefallen hat, als die auf meinen persönlichen Favoriten basierende. Das mag an der geringen Anzahl meiner Favs liegen oder an meinem unausgegorenen Geschmack, whatever. Ich werde jedenfalls erst einmal ohne Login weiter browsen, fleißiger favorisieren als bisher und irgendwann später einen neuen Login-Versuch wagen…
Die Gestaltung des Interfaces kann übrigens ebenfalls gefallen, deshalb bin ich auch über siteinspire drauf gekommen.
von Artur Richter
Newsportal zum Thema Gemeingüter
Das Newsportal Gemeingüter hat es sich zur Aufgabe gemacht, über das gleichnamige Thema zu informieren:
Gemeingüter (commons) sind der gedank-
liche Rahmen für eine Gesellschaft, die, jenseits von Markt und Staat, Entfaltungs-
möglichkeiten für den Einzelnen und bessere Lebensbedingungen für alle bietet. Dieses Portal führt, kurz kommentiert, aktuelle gesellschaftliche Debatten über Gemeingüter zusammen. Egal, ob der Begriff darin genutzt wird oder nicht.Gemeingüter haben das Potential einer großen Erzählung für ein lebendiges 21. Jahrhundert!
Und wie bei diesem Themenkomplex nicht anders zu erwarten, können die Besucher der Site auch gleichzeitig als Autoren mitwirken und sind sogar dazu aufgerufen:
Jede/r kann mitmachen. Je mehr Medien, Themenfelder und geographische Räume wir abdecken, umso deutlicher wird sich die Vielfalt und Fülle der Gemeingüter hier spiegeln. Werden Sie Autorin/Autor des Gemeingüter-Nachrichtenportals!
Wer sich nicht so richtig vorstellen kann, was es mit dieser Gemeingüter-Sache auf sich und das Ganze mit Robin Hood zu tun hat, sei dieses kleine Video empfohlen:
Via KoopTech
von Matthias Zellmer
Für Twitter bezahlen? Einige würden es tun.
Vor ein paar Tagen habe ich eine nicht repräsentative Umfrage Würdest du für Twitter bezahlen? gestartet. Immerhin 141 Menschen haben bisher daran teilgenommen:

61 Prozent der abstimmenden Personen schließen es demnach aus, dass sie für Twitter bezahlen würden. Nur zwei Prozent wollten sich diesbezüglich nicht festlegen und immerhin 27 Prozent sind bereit für die Nutzung des Dienstes zu zahlen.
Spenden für Twitter, wie es bei Wikipedia zum Beispiel regelmäßig gemacht wird, würden demnach neun Prozent und in etwa der gleiche Prozentsatz würde sogar regelmäßig für die Nutzung des Dienstes zahlen. Mit 13 Prozent hat die Zahlvarianten am meisten Stimmen erhalten, die bei Anmeldung einen einmaligen Obolus entrichten würden. Ein Freemium-Modell wollen nur wenige und pro Tweet etwas zahlen wollten die wenigsten.
Bewusst hatte ich damals zudem die Variante der Werbefinanzierung nicht mit aufgeführt. Als ich die Umfrage gestartet habe, hätte ich mit weniger Stimmen für die Zahlvarianten gerechnet. Ich nehme aber mal an, dass zum einen Twitter für viele inzwischen einen wichtigen Stellenwert in ihrem digitalen Dasein einnimmt. Zum anderen wird es auch immer üblicher, zum Beispiel für iPhone-Apps und die damit verbundenen Dienste, zu zahlen.
von Matthias Zellmer




















