Monatsarchiv für Januar 2010

Usability: Gestaltgesetze der Wahrnehmung

Bei der Gestaltung von Informationsangeboten im Web entscheiden oft Nuancen darüber, ob der gewünschte Informationsfluss zum Nutzer funktioniert und damit das Ziel einer Webseite erreicht wurde. Gerade der fast schon klassische Spalten-Aufbau von Websites bietet hierbei einige Fallstricke. Da beziehen sich oftmals Inhaltselemente aufeinander, die so ungeschickt platziert sind, dass der Nutzer diesen Bezug gar nicht wahrnimmt. Auch zerreißen Werbeelemente, die ja unbedingt im sichtbaren Bereich einer Webseite zu platzieren sind, den Informationsfluss oder das grundlegende Gestaltungsmuster einer Website funktioniert auf einigen ihrer Seiten und auf anderen nicht.

Einen guten Orientierungspunkt für Web-Gestalter, die solche Fallstricke vermeiden wollen, soweit ihnen das die Projektumstände das möglich machen, sind die Gestaltgesetze der Wahrnehmung. Auf Webmasterpro.de gibt es dazu eine interessante Artikelsammlung, in der unter anderem solche Gesetze wie das Gesetz der Nähe, Gesetz der Ähnlichkeit oder Gesetz der Geschlossenheit.

Gesetze der Nähe, der Ähnlichkeit und der Geschlossenheit

Schon die Berücksichtigung dieser drei Gestaltungsrichtlinien kann im Alltag schon sehr helfen, Informationsangebote so zu strukturieren, dass zusammengehörende Elemente auch als zusammengehörig wahrgenommen werden. Oft hilft es auch, sich in seinem Bürostuhl einfach mal zurückzulehnen und das “Bild”, dass die gestaltete Webseite abgibt zu betrachten und dabei möglichst nicht auf die konkreten Inhalte zu achten. Gibt es störende Elemente zwischen den zusammengehörigen Elementen? Nimmt man so zu große oder zu kleine Weißräume zwischen den Elementen wahr? Wie wirkt sich das Dummy-Element des Werbebanners auf die Wahrnehmung der restlichen Inhalte aus?

Achtet man nun noch auf etwas auf eine gute Typologie, bringt genug Mut zu Weißräumen auf und wählt das passende Bildmaterial aus, so sind viele der grundlegenden Fallstricke bei der Gestaltung von Informationsangeboten im Web schon weitestgehend umschifft. Wenn man jetzt noch mit etwas gesundem Menschenverstand an das jeweilige Screendesign herangeht, sollte die Gestaltung einer brauchbaren Website kein Hexenwerk mehr sein.

Coworking in Stuttgart nimmt Gestalt an

Seit Anbeginn begleite ich das Coworking-Projekt in Stuttgart mit sehr viel Wohlwollen und freue mich daran, dass es wächst, gedeiht und immer mehr Gestalt annimmt. Die Leute um den Initiator Harald Amelung sind derzeit nicht nur fleißig dabei für ihr Projekt zu trommeln und Business-Pläne zu schreiben, sondern auch aktiv auf der Suche nach einem geeigneten Ort für einen solchen Coworking-Space.

Und da das Projekt seit Anfang an für jedermann und jederfrau offen stand, sind nun auch alle in Stuttgart an Coworking Interessierten dazu eingeladen, ein potentielles Objekt selbst einmal in Augenschein zu nehmen. Dazu hat die Initiative am kommenden Mittwoch, den 13.01.2010, um 16:30 Uhr in das ehemalige Möbelhaus von Möbel-Beck in der Hauptstätter Straße 111 eingeladen. Treffpunkt ist im Hinterhof.

Im Ankündigungsbeitrag auf der Projekt-Website coworking-stuttgart.de heißt es erläuternd zu dem Objekt:

Auf dem Gelände von ehemals Möbel-Beck in der Hauptstätter Str. 111 soll ein neues Kreativzentrum mit Räumen für Musiker, Künstler & Co. entstehen und hier hätten auch wir die Möglichkeit, mit unserem Coworkingspace einzuziehen. Es handelt sich wie gesagt um ein ehemaliges Möbelhaus, die Raumgestaltung ist offen und kann flexibel nach unseren Bedürfnissen angepasst werden und die Räume sind hoch, bieten also Raum zur Entfaltung ;) Die Lage ist zentrumsnah und das Objekt ist per Auto gut zu erreichen, ebenso wie per ÖPNV (Haltestellen Marienplatz oder Österreichischer Platz bzw. Bushaltestellen in der Nähe), Parkplätze sind im Hof kostenlos verfügbar. Im gesamten Objekt sollen noch weitere Kreative ihren Platz finden, eine Cafeteria ist geplant und Platz für Veranstaltungen soll es auch geben.

Wer nun neugierig geworden ist, ob auf das alte Möbelhaus oder auch die Coworking-Initiative, sollte sich diesen Termin nicht entgehen lassen.

Interessante Schaugrafik mit Daten und Fakten zur Pornografie

The Numbers Behind Pornography
Source: Online Education

Die Grafik der Statistik-Guerilleros von Online Education zur Pornografie zeigt ein paar sehr interessante Sachverhalte zum Thema. Nicht nur, dass über ein Drittel aller Downloads im Netz als pornografisch eingeordnet werden. Sondern zum Beispiel auch, dass in dem als extrem religiös bekannten US-Bundesstaat Utah, pro Kopf am meisten Pornografie konsumiert wird. Und leider gehören die Begriffe “Sex” und “Porn” zu den Top-5-Suchbegriffen von US-amerikanischer Jugendlichen.

Die Schaugrafik zeigt meiner Ansicht nach nicht nur deutlich auf, dass wir es in unserer Gesellschaft nur all zu oft mit Scheinheiligkeit zu tun haben, vor allem aus der doch so heiligen Privatsphäre heraus. Es fehlt noch weitestgehend an grundlegendem, auf Erfahrung aufgebautem Wissen, wie wir mit der nach geschichtlichen Maßstäben noch neuen Internet-Technologie so umgehen, dass wir sie möglichst uneingeschränkt nutzen können, ohne dabei aber zum Beispiel all zu sehr der Pornografie zu verfallen.

Für mich ist der durch das Internet extrem vereinfachte Zugang zur Pornografie, ein gesellschaftliches Problem wie Alkohol oder Raserei auf der Autobahn. Auch im Bezug darauf hilft eine gesunde Einstellungen mehr als alle staatlichen Regeln und Gesetze. Damit will ich nicht sagen, dass es nicht auch klare, und im Bedarfsfall auch vor Gericht durchsetzbare Spielregeln gegen muss, so bin ich zum Beispiel auch für ein Tempolimit auf Autobahnen.

Es gibt auch für das Gebiet der Pornografie anwendbare, grundlegende Spielregeln, wie etwa hier zu Lande im Jugendschutz und international in den Menschenrechte. Doch was nutzt der deutsche Jugendschutz, der für pornografische Inhalte eine Altersfreigabe verlangt, bei einem weltweiten Netzwerk, bei dem gerade mal drei Prozent der Seiten das Alter der Konsumenten überprüfen? International sind die deutschen Jugendschutz-Gesetze zahnlose Tiger. Da ist es wichtig, den potenziellen Konsumenten durch Bildungsmaßnahmen die Reife zu zukommen zu lassen, die es ihnen möglich macht, das pornografische Material für sich richtig einzuordnen und einen gesunden Umgang damit zu lernen. Zudem sollte niemand bei der Produktion und durch die Verbreitung herab gewürdigt werden. Ist dies auf einer breiten Ebene erreicht, dann kann auch die Pornografie einen angemessenen Platz in der Gesellschaft finden.

Bis dahin ist aber noch ein weiter Weg, den wir aber nicht nur von den selbst erklärten Moralapostel vorgeben lassen dürfen … ich sage nur: Utah.

WE-Musik: HIM

Interpret: HIM
Stück: Join me
Infos: Offizielle Website, laut.de und Wikipedia

Warum nur?

Das gute Stück gefällt mir auch nach 10 Jahren immer noch ziemlich gut, da war es nämlich der Hit des Monats Januar in Deutschland. Zusammen mit Maschen-Draht-Zaun von Stefan Raab, aber das erspare ich euch hier lieber.

08. Januar 2010
von Matthias Zellmer
Profilbild von Matthias Zellmer

Umfrage: Würdest du für Twitter bezahlen?

Gestern Abend habe ich eine Umfrage gestartet, die ein kleines Meinungsbild einholen soll, ob die Leute inzwischen bereit wären, für die Nutzung von Twitter auch etwas zu zahlen:

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