Google TV vs. Fernsehen wie bisher

Neben Android 2.2 wurde gestern auf dem Developer Event Google I/O in SanFranciso auch Google TV vorgestellt. Google TV soll das Web auf den Fernseher bringen, d.h.: Blogs lesen, Social-Sertworking, Shopping,… direkt vom Fernseher aus. Und Video-Content aus dem Web, der jederzeit verfügbar ist (und in anderen Ländern auch einfach zugänglich, wie z.B. Fox.com oder Hulu.com in den USA), auf einem angemessenen Endgerät betrachten – dann, wenn man es möchte.

Vor allem der zweite Punkt hört sich wirklich interessant an. Zwar schaffen programmierbare Festplatten-Rekorder aktuell schon Abhilfe, wenn man einen Teil des TV-Programms sehen möchte – zum entsprechenden Zeitpunkt aber nicht vorm Fernseher sitzen kann. Wenn man nun aber etwas sehen möchte, was von den Sendeanstalten gerade nicht ausgestrahlt wird hilft einem diese Technik nicht weiter. Google TV dagegen kann diese Inhalte zur Verfügung stellen, da es unter anderem Kooperationen mit einer Reihe von PayPerView-Anbietern gibt und YouTube durchsuchbar sein wird.

Voraussetzung für ein gutes Web-Video-Erlebnis am Fernseher sind natürlich – und ganz unabhängig von Google TV – eine ausreichende (fette) Bandbreite und dass die Video-Inhalte im Web in einer ausreichend (fetten) Qualität zur Verfügung stehen.

Besonders interessant finde ich, dass Google TV zukünftig in bestimmten Fernseher-Modellen von Sony und Logitech direkt integriert sein wird. Für andere Modelle soll sich Google TV aber auch über die HDMI-Schnittstelle angebundene Settop-Boxen nachrüsten lassen. Google TV setzt als Betriebssystem Android ein und wird Chrome als Browser mitbringen. Damit können am Fernseh-Gerät auch Inhalte abgespielt werden, die im Flash-Format vorliegen. (Im Gegensatz zum schon 2006 vorgestellten Apple TV kann man mit Google TV auf das gesamte Web zugreifen – nicht nur auf Inhalte, die man via iTunes herunter lädt.)

Um dem User das neue Fernseh-Erlebnis möglichst einfach zu gestalten gibt es einen Start-Bildschirm, auf dem die favorisierten Inhalte abgelegt werden können und damit sehr schnell verfügbar sind. Zum Finden von Inhalten aus dem Web wurde eine “Bild im Bild”-Ansicht implementiert, über die man bei laufendem Programm parallel das Web durchsuchen kann.

Für mich stellt sich die Frage, wie Google TV bedient wird. Während der Präsentation auf der Bühne wurden Maus und Tastatur zur Steuerung von Google TV verwendet.  Es ist aber angekündigt, dass Android-Handys(!) als Fernbedienung genutzt werden können sollen. Besonders interessant könnte in diesem Zusammenhang die Steuerung bestimmter Funktionen über Sprache werden.

Wie für viele (alle?) Google-Produkte wird es eine API und ein SDK geben, so dass Entwickler eigene Applikationen und Bedien-Möglichkeiten für GoogleTV schaffen können. Es ist außerdem geplant, die Plattform als Open-Source öffneltich zugänglich zu machen.

via techcrunch.com (arbeitet schön den Konkurrenz-Kampf mit Apple heraus), googlewatchblog.de (enthält viele technische Details), heise.de und thenextweb.com

21. Mai 2010
von Katrin Schneider
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Kommentare

weipah schrieb am 21.05.2010 um 12:34 Uhr

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Ich würde mir eher eine App für Boxee wünschen, oder eine Integration von GoogleTV in die schon vorhandene PS3.

Ich brauche nicht noch ein Kästchen, das rumsteht :-( Schließlich habe ich erst den Sat-Receiver abgebaut.

MagicOfWord – Die Zitate und Sprüche Community » Blog Archive » Fernsehen ohne Grenzen. Der deutsche TV-Markt zwischen Qualität und Quote schrieb am 23.05.2010 um 18:37 Uhr

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