Monatsarchiv für September 2010

Twitter Relaunch

Darauf warte ich ja schon lange: Twitter hat sich einem grundlegendem Relaunch unterzogen. Die alte Site wurde ja immer mehr um- und zugebaut. Alles wirkte eher provisorisch. Nun wirkt das Twitter-Design nicht mehr gewachsen, sondern bewusst gestaltet.

Auch das Bedienkonzept wirkt nun zeitgemäß. Interagiert man auf der eigentlichen Seite, werden lediglich die Inhalte ausgewechselt und nur bei einem Klick auf einen Navigationspunkt in der neuen Statusleiste am oberen Rand der Site, bringt einen via Reload zu einer neuen Seitenansicht. Nettes Detail am Rande: Nach einem Wechsel von der Ansicht mit Eingabefenster zu einer anderen Ansicht und zurück, bleibt der Tweet erhalten, denn man zu schreiben begonnen, aber noch nicht abgeschickt hat.

Auch die Suche hat Twitter ein bisschen aufgemotzt. Nun ist es u.a. auch möglich die Treffer nach geogetaggte Tweets zu filtern. Dazu bekommt man zudem Tipps, welchen Leuten man zu dem gesuchten Thema evtl. folgen könnte.

Nach dem ersten Eindruck, gefällt mir das neue Twitter recht gut. Vor allem das “Reiterkonzept” als Inhaltsnavigation ist gut gelungen. Auch scheint mir die Follower-Verwaltung nun besser möglich zu sein. Ich freue mich jedenfalls darauf, dass neue Twitter in den nächsten Tagen ein bisschen zu erkunden …

28. September 2010
von Matthias Zellmer
Profilbild von Matthias Zellmer

Mister Wong stellt sich neu auf

In seinem offiziellen Blog, hat der deutsche Social-Bookmarking-Anbieter Mister Wong grundlegende Änderungen angekündigt.

D.h. zum einen steht uns wohl ein umfangreicher Relaunch bevor. Zum anderen hat Mister Wong eine Art Link-Prüf-Redaktion aufgebaut. Dabei geht es aber nicht … oder maximal am Rande … darum, Spam- oder sonstige unerwünschten Links auszuschließen (dafür dass z.B. SEO-Links bei Suchmaschinen keine Wirkung haben, hat Mister Wong schon vor Jahren mit der generellen Link-Kennzeichnung “nofollow” gesorgt), es geht viel mehr darum, empfehlenswerte Webseiten “von Hand” zu prüfen und sie dann auch wieder für Suchmaschinen sichtbar zu machen. Mister Wong spricht hierbei von “Trusted Links” und weißt sogleich darauf hin, dass Anträge hierfür können nicht eingereicht werden können.

Ich frag mich nur, was das Geschäftsmodell hinter den “Trusted Links” ist? Denn irgendwie muss diese Redaktion ja finanziert werden.

Usability? Adressänderung bei der Bahn

Im April bin ich umgezogen. Natürlich habe ich dabei auch einen Nachsendeantrag bei der Post gestellt und mich dann darum bemüht allen Firmen und Organisationen mit denen ich in einem Vertragsverhältnis stehe, meine neue Adresse mitzuteilen. Soweit so gut.

Kürzlich bekomme ich mein neue Bahn-Card zugeschickt. Auf dem Brief-Umschlag klebte über dem Adressfeld der mir inzwischen hinreichend bekannte gelbe Nachsende-Aufkleber der Post. “Ah!” Dachte ich mir, “Da hab ich wohl vergessen, der Bahn meine neue Adresse mitzuteilen.” Also ging ich auf bahn.de und loggte mich ein. Klickte mich dann durch zu “Persönliche Daten ändern”. Verdutzt stellte ich dann fest, dass mich dort schon meine aktuellen Adressdaten erwarteten. Schulterzuckend meldetet ich mich ab und dachte mir, dass das bei der Bahn dann wohl nicht nicht registriert wurde.

Ein paar Tage später kam dann die zur Bahn-Card gehörende Rechnung. Wieder mit dem gelben Aufkleber drauf. Als ich mich darüber wunderte, meinte meine Freundin, dass sie sich auch darüber gewundert hätte … wir hatten damals die Bahn-Card am gleichen Tag erworben und bekommen darum auch immer unsere neuen Bahn-Cards in etwas zur selben Zeit zugesendet … und dann jetzt auch mal auf der Bahn-Seite etwas recherchiert hätte.

Sie hatte herausgefunden, dass man bei der Bahn seine Adressänderung zweimal angeben muss, wenn man im Besitz einer Bahn-Card ist! Welche Logik steckt denn dahinter? Wer kommt denn auf die Idee, dass Bahn und Bahn-Card in diesem Zusammenhang nicht zusammengehörend zu betrachten sind? Ich jedenfalls nicht!

Dies ist für mich eindeutig ein Usability-GAU. Es kann von keinem User erwartet werden, dass er nachdem er eine Adressänderung vorgenommen hat, er an anderer Stelle der Website nochmal seine Adresse ändern muss. Vor allem nicht, wenn ein Produkt (wie die Bahn-Card) so ausschließlich mit einem Dienstleister (wie der Bahn) verbunden ist.

Wer aber denkt, das wäre schon alles, der irrt. Das nächste Logik-Desaster wartet, wenn man dann auf die Idee gekommen ist, dass man unter den Punkt “Meine BahnCard und bahn.bonus” seine Adresse für die Bahn-Card-Zusendung ändern kann. Hier muss man nämlich erst einmal eine persönliche PIN anfordern, um in den Bereich Zugang zu erlangen, in dem das Ändern irgendwelcher Daten möglich ist. Die PIN wird natürlich an die alte Adresse geschickt…

Mobilität ist das Geschäft der Bahn, aber es soll wohl bitte bloß niemand auf die Idee kommen, dass es einem an einem anderen Ort (den man vielleicht sogar durch eine Bahn-Reise kennengelernt hat) besser gefällt … denn dass Menschen Umziehen, ist wohl im Konzept der Bahn nicht vorgesehen.

Falk zeigt Preview ihres neuen Mobilitätsportals

Auch wenn es nur eine Preview ist, man also nur einen kleinen Teil der späteren Funktionen wirklich produktiv nutzen kann, so vermittelt diese Preview des neuen Falk-Mobilitätsportals schon sehr gut, was dessen Grundidee ist: So viel Karte wie möglich und die interaktive Einbindung von lokalisierbaren Inhalten.

Als die kleine seitenblick-Delegation noch im letzten Jahr mit der Vision von einer Falk-Website in der Tasche, die hauptsächlich aus einer Karte im Hintergrund besteht, auf der dann die zum jeweiligen Kartenausschnitt gehörenden Infos angezeigt werden, zum Pitch aufgebrochen ist, waren wir uns selbst noch nicht ganz klar darüber, ob dieser Ansatz vielleicht nicht zu radikal ist. Die Befürchtung war aber unbegründet, bei Falk hatte man im Prinzip schon auf einen solchen innovativen Vorschlag gewartet.

Seitdem arbeiten Mitarbeiter von Falk und die seitenblick-Crew unter Hochdruck an der Umsetzung der Vision. Und es ist einfach ein tolles Gefühl, wenn man dann mal “was zum Anfassen” und zeigen hat … wie jetzt wir auf preview.falk.de :-)

Weitere Infos gibt es auf falk.de.

Barcamp Stuttgart 3 – Rückblick

Am vergangenen Wochenende fand zum dritten Mal nach 2008 und 2009 das Stuttgarter Barcamp statt. Gut 200 in irgendeiner Form am Web Interessierte kamen für zwei Tage zusammen und haben sich über die unterschiedlichsten Themen ausgetauscht.

Auch in diesem Jahr gab es wieder eine bunte Vielfalt an Themen. So besuchte ich z.B. eine Diskussionssession mit dem Thema “Mobile Webanwendungen“. Hier raus habe ich den Eindruck mitgenommen, dass progressive Web-Entwickler inzwischen ganz selbstverständlich auch an die mobilen Darstellungskanäle denken (müssen). Die Verzahnung von klassichem (stationärem) Web und mobilen Anwendungen hat in den letzten Monaten extrem an Fahrt aufgenommen.

Wie ich dazu stehen soll, dass sich immer mehr Barcamp-Sessions darum drehen, wie man an Geld herankommt, weiß ich noch nicht. Zum einen ist es sicherlich notwendig, ein Einkommen zu generieren. Aber die, die dies mit guter (ehrlicher) Arbeit tun, sind mir dann schlussendlich deutlich sympathischer.

Mein Fazit fällt trotzdem deutlich positiv aus. Es wird mir wohl niemals gelingen können, von einem Barcamp nach Hause zu fahren, ohne eine Sack voller neuer Erkenntnisse und Ideen. Und ohne ganz viele liebe, aufgeschlossene und spannende Menschen getroffen zu haben.

Vielen Dank auch noch mal an die Sponsoren und vor allem an das Orga-Team!

15. September 2010
von Matthias Zellmer
Profilbild von Matthias Zellmer

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