Monatsarchiv für November 2010
Diaspora – Erste Eindrücke
Als Gegenentwurf zu Facebook oder gar als dessen “Killer”, hat das US-amerikanisch Startup Diaspora in diesem Sommer für reichlich Aufmerksamkeit gesorgt. Der Wunsch dem zentralisierten Facebook etwas entgegenzusetzen, ist so groß, dass die ursprünglich auf 10.000US-$ abzielende Spendenkampagne für die Entwicklung von Diaspora, schlussendlich mehr als 200.000US-$ einbrachte.
Seit dem 23. November 2010 ist Diaspora in der Alpha-Version verfügbar und die ersten unabhängigen Server laufen. Ein erster Eindruck macht klar, dass Diaspora bisher vor allem Grundlagenarbeit für die dezentrale Vernetzung geleistet hat. Dies spiegelt auch ein Dialog wieder, denn Sascha Lobo und Markus Angermeier kürzlich in Diaspora selbst geführt haben:

Für den für Facebook, aber auch Twitter typischen Austausch von Nachrichten und Bildern scheint es also in Ansätzen durchaus schon geeignet. Eine wesentlich darüber hinausgehende Funktionalität steht derzeit jedoch noch nicht im Fokus der Arbeiten der Diaspora-Gründer und soll auch explizit via sogenannter Add-Ons von einer freien Entwicklergemeinde beigesteuert werden.
Nun ist Diaspora in einer allerersten Version online und auch wenn es noch, wie nicht anders zu erwarten war, voller Fehler und von geringem Funktionsumfang ist, muss ich Markus Angermeier beipflichten, die freie Lizenz und die Selbsthostbarkeit bzw. freie Providerswahl, ist für das Social Networking im Allgemeine ein riesen Ding. Ich würde mich nicht wundern, wenn wir von Diaspora noch sehr viel hören würden.
von Matthias Zellmer
Netcycler – Ein Tauschservice für gebrauchte Gegenstände
Netcycler … dieses Online-Plattform bestätigt nun endlich mal ganz konsequent die Vorurteile gegenüber dem so genannten Kostenlos-Web. Hier ist das Verschenken, Tauschen und Dinge ohne Geldfluss einem anderen Besitzer zuführen Programm. Es sollte sich jedoch niemand erschrecken, in naher Zukunft wollen sie dort auch eine Kaufen und Verkaufen-Option anbieten.
Aber im Kern geht es den finnischen Machern von Netcycler darum, eine Alternative zu einem konsumorientierten Lebensstil zu bieten und darum haben sie sich der Nachhaltigkeit verschrieben. Ihr Angebot stellen sie übrigens in Kooperation mit dem NABU zur Verfügung.
von Matthias Zellmer
Rückblick aufs CollaborationCamp
Wie neulich angekündigt, war ich vergangenen Freitag und Samstag auf dem CollaborationCamp in Essen.
Das Thema war im weitesten Sinne das Zusammenarbeiten von Menschen. Auch wenn viele wohl erst einmal davon ausgegangen sind, dass ein solches Themen-Barcamp sich in erster Linie mit Tool, Software und Gadgets auseinandersetzen wird, waren es dann schlussendlich doch meist die menschlichen Belange, die die Schwerpunkte in den Sessions bildeten. Und wenn es um Software ging, dann in der Regel auf einer Nutzerebene. Ich hatte das Gefühl, dass die gängigen Tools, den meisten entweder einfach schon bekannt waren, oder einfach nicht so wichtig. Es war oftmals wichtiger über das Motivieren von Mitarbeitenden oder das Abbauen von irgendwelchen Nutzungsbarrieren zu sprechen.
Tools wie Etherpad oder WordPress waren bei diesem Barcamp auch Thema, aber nur als Mittel zum Zweck. Nämlich dem, das Besprochene festzuhalten. So gibt es ein Blog, das während des Camps von allen Anwesenden gefüllt wurde. Darin wurden die Sessions direkt oder zeitnah … nämlich vor dem Ende des Camps … dokumentiert.
Zu guter Letzt möchte ich mich unbedingt noch mal herzlichst bei Stefan Evertz und Guido Brombach bedanken. Die beiden haben das CollaborationCamp im wunderbaren Essener Unperfekthaus ersonnen, organisiert und mit Leben gefüllt. Und zwar richtig klasse! Danke …
von Matthias Zellmer
re:publica 2011
Im kommenden April findet in Berlin zum fünften Mal die re:publica statt. Bei der vom 13. bis 15. April 2011 im Friedrichstadtpalast stattfindenden Konferenz geht es wie immer um die aktuellen Trends und Hypes im und ums Internet.
Zudem ist es eines der angesagtesten Treffen des deutschsprachigen Web-Leute-Who-is-whos und eine wunderbare Gelegenheit mal die ganzen Leute zu Treffen, die man ansonsten vielleicht nur von Twitter, Facebook oder ihren Blogs her kennt … z.B. mich ;-)
Neuste Infos zur re:publica gibt es auf Twitter unter @republicaund die Tickets gibt es bei amiando.
von Matthias Zellmer
Facebooks Eierlegende Kommunikationsmilchsau
Facebook hat mal wieder Großes vor. Gestern kündigte der Facebook-Chef Mark Zuckerberg eine neue Zukunft für die soziale Kommunikation an. Facebook soll dafür um eine Art “Social Inbox” erweitert werden. In Zukunft soll der Kanal, über den man jemandem eine Nachricht schickt, nicht mehr von einem selbst, sondern von dem Nachrichtenmodul von Facebook entschieden werden. D.h. man selbst wählt nur noch den Empfänger aus und das System entscheidet dann, ob die Nachricht z.B. als E-Mail, SMS, Instant Messaging Meldung, oder was ihm auch immer als sinnvoll erscheint, verschickt wird.
Nach Google (mit Wave) will nun auch Facebook die Art und Weise, wie wir mit einander kommunizieren revolutionieren. Dies aber nicht auf Google Art, mit dem stetigen Angebot der Offenheit (Google Wave ist u.a. auch ein Protokoll), sondern auf Facebook Art. Was immer auch bedeutet, Facebook sammelt unsere Daten gerne und weiß wohl auch damit umzugehen. Was Datenschützer in aller Regel die Haare zu Berge stehen lässt.
Wer mehr über Facebooks neue Social Inbox lesen möchte … für besonders lesenswert erachte ich diese beiden Beiträge:
- See the Messages that Matter von Joel Seligstein, Offizieller Facebook-Blog
- Die Mailbox für Alles: Facebook will mehr als nur ein banaler E-Mail-Client sein von Matthias Schwenk, Carta.info
Und wer nun schnell auf seinem Facebook-Account gehen möchte, um die neue Social Inbox auszuprobieren, kann sich entspannen: Die Einführung wird sich wohl über Monate erstrecken.
von Matthias Zellmer
wunderlist – Wunderbarer Aufgabenmanager
Für Mac und Windows gibt es jetzt mit der wunderlist eine weitere Software zum Verwalten der eigenen ToDos. Die kostenfreie Software richtet sich explizit auch an die Freunde von David Allens Selbstmanagement-Methode Getting Things Done (GTD).
Nach einer Online-Registrierung auf der Website der 6wunderkinder, so nennt sich das Berliner Startup, dass hinter dem Taskmanager steckt, kann man seine Aufgaben mit dem Server der 6wunderkinder synchronisieren. Der Ansatz dahinter ist eine Datenhaltung in der Cloud, so dass es einem möglich ist, die wunderlist auf verschiedenen Rechnern zu nutzen. An Smartphone Apps wird zudem auch gearbeitet.
Der Ansatz und die Aufmachung der wunderlist gefällt mir gut. Auch wenn es gerade bei der Nutzung noch ein paar Ecken und Kanten gibt. So habe ich etwas länger gebraucht, bis ich z.B. bei einem eingestellten ToDo, nachträglich sein Zu-Erledigen-Datum eintragen konnte (auf den Task doppelklicken und dann auf die kleine Uhr links klicken). Mir fehlt derzeit zudem noch die Möglichkeit, dass ich meine Tasks auch im Browser einsehen und verwalten kann, denn nicht an jedem Rechner an dem ich ab und arbeite, kann bzw. will ich extra eine Software installieren.
Alles in allem ist die wunderlist eine Software mit Potenzial, die aber eindeutig noch in einer Beta-Phase steckt.
von Matthias Zellmer
Tweets des Monats: Oktober 2010
Die Tweets des Monats Oktober kommen ein bisschen später, da irgendein Twitter-Bug mich fast den kompletten Oktober von Twitter ausgeschlossen hat. Ich konnte nur selber twittern und direkte Antworten lesen. Aber zum Glück geht Twitter jetzt wieder und somit konnte ich jetzt den Monat Oktober aufarbeiten:
Platz 5
Platz 4
Platz 3
Platz 2
Platz 1
von Matthias Zellmer
Coolendar – Wenn Twitter ein Kalender wäre
Es würde mich schon sehr wundern, wenn die Macher des Coolendars keine Twitter-Nutzer sind. Denn das Konzept enthält einiges, was wir von Twitter kennen, wie etwas die #Hashtags und die Kennzeichnung von anderen beteiligten Personen mittels eines @ vor dem Namen. Auch greift Coolendar das Prinzip der Einfachheit auf, indem es z.B. versucht, nur eine simple Listendarstellung anzubieten, die überflüssige geschätzte Dauer eines Termins wegzulassen (wenn die wichtig ist, kann sie ja in die Terminbeschreibung wandern) oder die Termineingabe besonders einfach zu gestalten. Ein interessantes Konzept …
via web2null.de
von Matthias Zellmer
3D-Video zeigt Vision der Augmented (Hyper)Reality
Dieses Video von Keiichi Matsuda ist im Rahmen der Masterarbeit im Studienfach Architektur entstanden. Es zeigt eine Vision des mittels Augmented Reality “erweiterter” Alltagslebens … in 3D.
Dazu schreibt er:
The architecture of the contemporary city is no longer simply about the physical space of buildings and landscape, more and more it is about the synthetic spaces created by the digital information that we collect, consume and organise; an immersive interface may become as much part of the world we inhabit as the buildings around us.
Augmented Reality (AR) is an emerging technology defined by its ability to overlay physical space with information. It is part of a paradigm shift that succeeds Virtual Reality; instead of disembodied occupation of virtual worlds, the physical and virtual are seen together as a contiguous, layered and dynamic whole. It may lead to a world where media is indistinguishable from ‘reality’. The spatial organisation of data has important implications for architecture, as we re-evaluate the city as an immersive human-computer interface.
von Matthias Zellmer













