Was ist eigentlich eine Filterblase?

Filterblase

Wer sich ein wenig mit dem kulturellen Wandel auseinandersetzt, den das soziale Web so mit sich bringt, könnte schon mal über den Begriff Filterblase gestolpert sein. Oft wird auch von Filterbubble gesprochen.

Meiner Ansicht nach, handelt es sich bei Filterblasen um ein Phänomen des Web2.0-Zeitalters, über das man sich als Nutzer u.a. von Suchmaschinen und sozialen Netzwerken unbedingt bewusst sein sollte. Denn diese Blasen haben das Potential, den eigenen Blick auf die Welt massiv mitzuprägen.

Wenn man über einen Begriff etwas erfahren möchte, hilft meist schon ein Blick in die Wikipedia:

Die Filterblase (englisch filter bubble) oder Informationsblase (englisch informational bubble) ist ein Begriff, der vom Internetaktivisten Eli Pariser in seinem gleichnamigen Buch geprägt wurde. Er beschreibt damit das Phänomen, dass Webseiten bestimmte Algorithmen verwenden, um gewissermaßen „vorauszusehen“ welche Informationen der Benutzer gerne sehen würde, basierend auf den verfügbaren Informationen über den Benutzer – beispielsweise Standort des Benutzers, Suchhistory (englisch search history oder web history), Klickverhalten.

Das heißt also, dass Google und Co. uns zu den Inhalten führen, die zu dem passen, was deren Algorithmen über uns wissen. In dem zugehörigen Wikipedia-Artikel wird dafür anhand des Beispiels von BP aufgezeigt, dass die entsprechende Google-Suche uns entweder über den Aktienkurs von BP oder über ihre Umweltsünden informiert. Je nachdem, wie wir uns zuvor im Netz verhalten haben.

Es ist aber nicht nur so, dass die großen Internet-Konzerne uns in Blasen einschließen. Wir tun dies zum Teil auch selbst. Vor allem indem wir bei Twitter nur den Leuten folgen, deren Ansichten wir teilen. Wir über unseren RSS-Reader nur Blogs abonnieren, deren Themen sowieso mit unseren Vorlieben harmonieren.

Sind Filterblasen also schlecht?

Nicht unbedingt. Sie können einem auch Zeit sparen, weil sie einen schneller zu für einen selbst relevanten Themen führen. Man muss dabei eben immer auch darauf achten, dass die eigene Filterblase nicht zu eng wird und man auch immer mal wieder über den Tellerrand hinaus schaut.

Antje Schrupp, die sich viel mit dem Thema Filterbubbles auseinandersetzt, sieht beim Social Networking auch kaum die Gefahr, dass man sich zu sehr in einer solchen Blase einschließt. Sie begründet diese Annahme mit den “schwachen Kontakten”, die man in sozialen Netzwerken eigentlich auch immer hat. Das sind dann Freunde von Freunden oder auch Arbeitskollegen, die jenseits der gemeinsamen Arbeit, gänzlich andere Interessen haben wie man selbst. Es sind bestimmte Sympathien, wie z.B. die für einen Fußballverein, die uns einen Bekannten nicht entfollowen lässt, der sich für eine politische Partei engagiert, deren Programm man selbst so gar nicht gut heißen kann.

Bleibt man selbst grundsätzlich aufgeschlossen, sind die Probleme absolut handhabbar, die Filterblasen im Social-Networking-Bereich mit sich bringen. Im Bereich der Suchmaschinen hilft es, sich der vorgefilterten Suchergebnisse durchaus bewusst zu sein. Ich selbst greife in dem Fall, dass ich lieber ungefilterte Suchergebnisse bekommen möchte, darauf zurück, einen alternativen Browser zu nutzen. In meinem Fall, als Firefox-Nutzer, ist das der Google Chrome. Ich melde mich mit ihm nirgends an und lösche Verlauf, Cache und Cookies regelmäßig. Somit ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich bei einer Suche mit diesem Browser in eine Filterblase gerate, einigermaßen gering. Abgesehen von meiner deutschen IP-Adresse. Aber da gibt es ja auch Möglichkeiten, wie man diese verschleiern kann. Aber dazu ein andermal mehr…

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