Hilfe! Das sind doch nicht meine Farben!

stiefkind-Logo

Liebe Kunden, wusstet ihr eigentlich, dass ihr euren digitalen Gestaltern immer wieder mal die Augen verdreht? Nein? Doch. Nämlich dann wenn sie unter Kollegen von eurer Unwissenheit sprechen. Dann erzählen sie Geschichten wie diese von der Website Kunden aus der Hölle:

Kunde: „Bitte benutzen Sie das in unserem Styleguide angegebene Blau. Im Moment ist es falsch.“
Ich: „Das ist der korrekte Farbwert. Die Darstellung hängt mitunter auch von Ihrem Monitor ab.“
Kunde: „Ändern Sie es!“
Ich (keine Veränderung vorgenommen): „Ist geändert!“
Kunde: „Geht doch! So ist es perfekt. Von meinem iPhone gesendet.“

Ich finde es immer etwas grenzwertig, so etwas zu belächeln. In den meisten Bereichen des Lebens, ist jeder von uns absoluter Laie!

Um beim Beispiel oben zu bleiben: So ein Styleguide definiert u.a. Farbwerte; wenn er gut ist, Farbwerte für den Druck, z.B. von Visitenkarten oder Broschüren, sowie für die Bildschirm-Darstellung. Warum das? Weil es sich bei Papier und Monitor um zwei grundlegend unterschiedlich beleuchtete Darstellungsmedien handelt. Während der Bildschirm selbst von innen heraus leuchtet, ist das Papier auf die äußere Lichtverhältnisse angewiesen, um die Farben auf unsere Netzhaut zu bringen.

In der Foto-Collage ganz oben, habe ich die Visitenkarte von unserem “Logo-Sponsor” Stiefkind Apfelsaft, bei zwei unterschiedlichen Lichtverhältnissen fotografiert; die linke Seite bei etwas weniger äußerem Licht, was das Rot etwas dunkler erscheinen lässt. Als ich dann etwas mehr ins Licht gegangen bin, habe ich ein Foto machen können, bei dem das Logo in einem helleren Rot erstrahlt. Jedoch entspricht keiner der beiden Farbwerte, dem, der im Stiefkind-Styleguide stehen dürfte.

Auf verschiedenen Bildschirmen, z.B. auf dem Monitor des Laptops oder dem des iPhones, sieht das Logo auch unterschiedlich farbintensiv aus, weshalb das Beispiel oben für Experten auch so witzig ist. Das hängt aber nicht nur von der Außenbeleuchtung ab, sondern auch von der Farbqualität und den Farbeinstellungen des jeweiligen Bildschirms; und davon, dass so ein Bildschirm aus sich heraus leuchtet. Im Gegensatz zu einer Visitenkarte, die wird nur äußerlich beleuchtet. Nachts sind alle Katzen grau … außer die aus dem Internet.

Man kann ich das auch daher herleiten, dass Monitor-Farben nach dem Prinzip der “Additiven Farbmischung” und die Druck-Farben nach dem der “Subtraktiven Farbmischung” funktionieren. Bei erstem ergeben alle Farben zusammen Weiß, während bei zweitem Schwarz herauskommt. Man erinnere sich nur an seinen Farbkasten in der Schule…

Fazit: Dass die gleichen Farben auf Bildschirmen und auf Drucksachen meist nicht gleich aussehen, liegt an der Tatsache, dass Bildschirme ihr eigenes Licht mitbringen und Drucksachen zum Gesehen werden “fremdes” Licht brauchen.

So, liebe Kunden, nun dürfte diesbezüglich kein Designer mehr über sie schmunzeln, sondern eher ihr über ihn, da er scheinbar nicht in er Lage war, euch so etwas Simples zu erklären.

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