Green Car … die Zukunft des Mobilen

Vor ein paar Tagen wurde ich von Henning Schürig via Facebook zum Vortrag “Green Car – Die Zukunft des Autos” ins Stuttgarter Theaterhaus eingeladen. Und weil ich mich sowieso gerade wieder etwas mehr mit politischen Themen auseinandersetze und wir ja auch keinen Fernseher mehr haben, der uns von dem Besuch einer solchen Abendveranstaltung abhalten könnte, bin ich mit meiner Freundin dieser Einladung gefolgt.
Der Vortrag wurde von dem bekannten Grünen-Politiker Fritz Kuhn gehalten. Vorweg möchte ich sagen, dass er mir recht gut gefallen hat. Er war deutlich weniger Wahlkampf-Getöse als ich still in mir befürchtet hatte. Fritz Kuhn hat seine Standpunkte zum Thema recht kompetent und ganzheitlich betrachtet vorgetragen.
Ich versuche, die eineinhalb Stunden mal möglichst knapp zusammenzufassen:
Kuhn sagt sinngemäß, dass die Grünen aus ihrer Tradition heraus das Thema Auto oftmals zu sehr durch die selbst-ideologische Brille betrachtet haben. Heute weiß er, dass das Auto auch ein kulturelles Objekt ist, welches vielen Menschen auch ein “Freiheitsversprechen” gibt; besonders Jugendlichen und Menschen, die im ländlichen Raum leben. Zudem ist es ein Produkt, von dem viel Lebensunterhalte abhängen. Gerade hier im Neckar-Raum rund um Stuttgart.
Doch bleibt das Auto auch die Quelle vieler Probleme wie beispielsweise der CO2-Emissionen oder der immerhin noch gut 5000 Verkehrstoten im Jahr. Außerdem wird es derzeit gerade in besagten Neckar-Raum, aber auch an anderen Orten wie z.B. in Bayern zum wirtschaftlichen Struktur-Problem. Was vor allem an der verfehlten Produkt-Politik von Firmen wie Mercedes oder BMW liegt. Diese bauen nämlich zu große Autos … Kuhn sprach von einem “Big Car Problem”. Die Nachfrage nach großen Autos ist in der normalen Bevölkerung nahezu weggefallen. Diese werden aktuell hauptsächlich als Dienstwagen gekauft. Kuhn nannte hier die folgenden Zahlen: 85% der in Deutschland verkauften Mittel- und Oberklasse-Wagen sind Dienstwagen und werden mit ca. 6 Milliarden Euro im Jahr steuerlich subventioniert.
Nach diesen vorab Informationen ging es im Kern von Kuhns Vortrag dann um Lösungen. Er skizzierte das Green Car – nicht als wirkliches Produkt, sondern eher als ein Konzept für Mobilität. Denn die Aufgabe der Politik kann es nicht sein, selbst Innovationen zu liefern. Viel mehr soll sie den Rahmen für solche Innovationen stecken. Das Green Car in Kuhns Sinn kann also als ein Mobilitätskonzept bezeichnet werden, das auf mehreren Faktoren aufsetzt:
- Elektro-Autos: Sie haben einfach einen höheren Wirkungsgrad (Kuhn: E-Auto ca. 80% und Verbrennungsmotor-Auto ca. 20%).
- Car Sharing: Lieber selbst kleine E-Autos besitzen und nur im Bedarfsfall den Kombi für die Zeit der Urlaubsreise oder den Einkauf im Baumarkt holen.
- ÖPNV: Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs mit einer verbesserten Logistik.
- Mobilitätskarte: Mit der Einführung einer solchen Karte sollte es möglich sein, einen Mobilitätsmix aus bedarfgerechten Fortbewegungsmitteln zu nutzen. Lange Stecken mit der Bahn, vor Ort dann mit einem Auto oder Rad weiter. Alles einfach mit einer Karte zugänglich.
- Tempolimit: Laut Kuhn ein schwieriges, weil emotionales Thema. Aber es fördert den stauarmen Verkehrsfluss, lässt Verbrauch und Unfallzahlen sinken und ermöglicht den Bau von leichteren Autos, die weniger Sicherheitstechnik benötigen.
- Steuerpolitik: Abbau von Steuerprivilegien, klare CO2-Grenzwerte und -Zielen setzen und Anreize zur Entwicklung von neuen Innovationen im Bereich Fahrzeugbau schaffen.
- IT: Vermeidung von Verkehr durch Verlagerung der Kommunikation ins und via Internet. (Ja, auch wir Web-Leute gehören zum Green-Car-Konzept!)
Dem Punkt Elektro-Auto hat Kuhn noch mal extra etwas Zeit gewidmet (trotz seiner Aussage, dass die Politik selbst keine Innovationen liefern kann). Der Strom für diese E-Autos muss natürlich aus erneuerbaren Energiequellen stammen. Auch, weil die Verwendung von Atomstrom den angesprochenen Wirkungsgrad wieder ziemlich verschlechtern würde.
Kuhn hatte noch eine interessante Vision zu diesem Thema: Wenn wir alle intelligente Stromzähler in unseren Häusern hätten, die mit einem variablen Strompreis arbeiten könnten, dann könnten wir die Windkraft-Anlagen, statt sie wie heute bei Überauslastung der Stromnetz-Kapazität abzuschalten, einfach dazu nutzen, billigeren Strom anzubieten. Die Batterien der E-Autos in unseren Garagen könnten damit dann aufgeladen werden, wenn diese Überkapazität gerade zur Verfügung steht. So würde ein übers Land verteilten Stromspeicher generiert.
Nebenbei: Kuhn hat erzählt, dass an Tagen, an denen im Norden der Wind stark bläst und im Süden die Sonne ordentlich scheint, heute schon genug regenerativen Strom zur Verfügung steht, um unser Stromnetz zu 100% auszulasten.
Das Hybrid-Auto sieht Kuhn übrigens als Übergangstechnologie. Aber als eine wichtige. Denn diese lehrt die Autobauer gerade, wie sie immer bessere Batterien bauen können. Aber eins muss uns allen klar sein: die E-Autos werden noch sehr lange nicht die Reichweite von heutigen Autos mit Verbrennungsmotor haben. Hier müssen wir einfach Umdenken und neue Lösungen finden. So ist es zum Beispiel schwierig, mit einem E-Auto mal schnell an die Tankstelle zu fahren und in einer mit dem heutigen Tanken vergleichbaren Geschwindigkeit die Batterie wieder aufzuladen. Hier könnte eine Lösung sein, die Batterien an der Tankstelle auszutauschen.
Am Ende seines Vortrags erklärte uns Kuhn noch, dass man ihm in seiner frühen politischen Zeit von Seiten der Wirtschaftsvertreter bzw. Wirtschaftspolitiker immer gesagt hätte, dass Ökologie ein Luxus sei, den man sich gerne in ökonomisch günstigen Zeiten leisten könnte. Heute wird hingegen immer deutlicher, dass der ökonomische Erfolg die Ökologie als Basis hat.
Abschließend gab uns Kuhn noch eine kleinen Leitspruch mit auf den Weg, der mir sehr gut gefallen hat:
Das Alte ist der beste Feind des Neuen. Solang man mit dem Alten noch Geld verdienen kann, wird es das Neue zu verhindern versuchen …
von Matthias Zellmer
Nicht meckern: Sprit sparen
Mein Jeden-Morgen-mit-Aufwach-Sender SWR1 Baden-Württemberg hat heute morgen ein Sprit-Spar-Special gesendet. Fand ich gut, denn was man viel zu oft in den Medien mitbekommt, sind immer wiederkehrende Interviews mit Autofahrern, die gerade am Tanken sind und sich als vom Staat geschröpfter Kleiner-Mann ansehen. Das nervt. Und nur jammern wird auf Dauer (Überraschung, Überraschung!) nichts bringen. Oder wer glaubt, dass wir noch mal dauerhaft deutlich unter 1,50 EURO für einen Liter Sprit bezahlen werden?! Also:
- Stadtverkehr: Klimaanlage aus
- Ampel rot: Auto aus
- Motor & Co. gut pflegen
- Kein unnötiger Ballast
- Reifendruck erhöhen
- Auto wenn möglich stehen lassen
- Fenster zu auf Autobahn
- Früh hochschalten
- Vorausschauend fahren
- Nicht rasen
- Fahrgemeinschaften bilden
- Rush-hour vermeiden
Diese Tipps noch mal etwas ausführlicher gibt es auf der SWR1-Website. Und noch weitere Infos zum Thema kann man dort nachlesen, wie etwa Von Benzin auf Gas umrüsten.
von Matthias Zellmer
Zadby: Product Placement im Web
Zu den bekanntesten Beispielen für Product Placement zählen wohl die Filmautos unseres geliebten Geheimagenten James Bond. Wie viele Millionen von den Autoherstellern gezahlt werden, dafür dass Pierce Brosnan & Co. mit den neuesten BMWs und Aston Martins über die Leinwand brettern, will man sich gar nicht vorstellen… auf der anderen Seite gibt es wohl keine bessere Werbung um auf ein Produkt aufmerksam zu machen. Man denke auch an die Goldketten-tragenden US-Rapper, die in ihren Musikvideos mal kurz das neueste BlackBerry in Nahaufnahme aufblitzen lassen. Kurz: Product Placement ist ein stetig an Bedeutung gewinnendes Marketing-Instrument und nicht zu unterschätzen.
Vor gar nicht all zu langer Zeit wurde das Thema in Deutschland mit den Öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten in Verbindung gebracht, als es darum ging, was man unter Product Placement versteht bzw. wo dieses anfängt, denn wie jeder weiß gibt es sehr strenge Regeln was Werbung im Öffentlich-rechtlichen Fernsehen betrifft. Darf nun in der ARD-Vorabendserie die RAMA-Margarine auf dem Frühstückstisch zu sehen sein? Wie oft darf Andrea Kiewel bei Kerner über die Weight Watchers sprechen? Ein heikles Thema…
Natürlich spielt Product Placement auch im Web eine immer größere Rolle. Dem Gerücht nach sollen ja z.B. auch die sich viral verbreitenden YouTube-Video von Coca-Cola & Mentos nicht nur von Otto Normalusern ins Netz gestellt worden sein…
Jetzt geht es sogar schon soweit, dass es den Web 2.0-Dienst Zadby gibt, bei dem sich Firmen anmelden können um “Videoregisseure” für Product Placement-Videos zu finden. Natürlich zahlen die Firmen auch eine Vergütung, je nach dem wie oft das Video dann im Netz angesehen wurde. Interessante Sache – mal sehen ob sich so etwas durchsetzt.
von Simon Schmid
Ghostriding
Link: www.youtube.com
Da hätten wir um Haaresbreite einen Trend verpasst: Ghostriding. Was man dazu braucht? Nichts weiter als einen DeLorean und eine unbelebte Gasse. Sollte kein Problem darstellen.
Dank an unseren Trendscout Daphi.
P.S.: Okay, zur Not kann man auch erst einmal auf (neben) nem Zweier-Golf üben.
von Artur Richter
Mercedes-Benz Relaunch

Durch meine morgendliche Visite beim Designtagebuch bin ich auf den Relaunch des schwäbischen Automobilkonzerns Mercedes-Benz aufmerksam geworden. Neben dem edlen, eleganten Design sind mir besonders die 360°-Anischten der jeweilige Autos samt Interieur aufgefallen. Beteiligt am Relaunch waren die Agenturen Nolte + Lauth (Konzept), Scholz & Volkmer (Design und Content) sowie Jung von Matt/Next (Content).
Via: Designtagebuch
von Simon Schmid
Klang und Farbe
Mercedes Benz startet anlässlich der Einführung seiner neuen C-Klasse eine wunderbar atmosphärische Flashsite. Behutsam und interaktiv lassen sich Besonderheiten der neuen Fahrzeugklasse audiovisuell erfahren, ohne der großen Produktprotze zum Opfer zu fallen. Ganz weit oben.
Via whywerock
von Artur Richter
Eine Kamera, in der Kamera, in der Kamera drin
![]()
Das hier kommt einer virtuellen Stadtrundfahrt schon recht nahe.
Ruhig mal ins Video klicken und das Köpfchen drehen…
Via Basic Thinking
von Artur Richter
Flubber 2.0

Jetzt kommt die Rettung für alle verdreckten Tastaturen, Handys, Fernbedienungen uvm.
Der CyberClean sieht aus wie die “Slimies” aus den 80ern, ist aber offenbar ein nützliches Putzutensil und mit 4.99 € auch noch einigermaßen erschwinglich.
Bin gespannt auf eure Erfahrungsberichte…
Gefunden in: “Video”, 06/2007, S. 102
Außerdem in twinsbyte.de
von Artur Richter
BMW mit personalisierbarer Startseite
Ob es jetzt klug ist oder nicht, kann ich nicht sagen. Aber BMW hat nun a là iGoogle, Netvibes und Co. eine personalisierbare Startseite. Dort kann man nach eigenem Geschmack Module flexibel zu einer persönlichen Startseite zusammenstellen.
Ähnliche Ansätze finden sich auch bei XING. Jedoch für die XING-spezifische Inhalte.
Ich persönlich wundere mich ein wenig, dass BMW sowas macht, aber für Websites, die einen Serviceanspruch haben, sollte generell über eine solche Lösung nachgedacht werden.
von Matthias Zellmer
Beat ‘em Up
BMW startet eine Anzeigenkampagne:

Audi antwortet:

Der ferne Osten hat auch etwas zu sagen:

Worauf hin der CEO von Bentley ebenfalls eine Anzeige schaltet:

…
von Artur Richter




