re:publica 2009 – ein Zwischenbericht

rp09

Wir leben in spannenden Zeiten. Das Internet revolutioniert unser zusammenleben, -arbeiten und -wirken, unsere Kommunikation und unser gemeinsames Brabbeln und Schnabbeln. Die Wirtschaft ächzt und knarrt an allen Ecke und Enden und die Verunsicherung in der Gesellschaft ist groß, gerade im Bezug auf die Absicherung und Minimierung unserer Lebensrisiken. Und alles dies ist Thema auf der großen Netzkultur-Konferenz re:publica 2009, die zur Zeit in Berlin stattfindet.

Doch auch wieder nicht. Denn während Menschen wie Peter Glaser uns dort mit seinem philosophischen Vortrag über Internet und Ethik sehr zum Nachdenken anregt bzw. anregen will oder Tina Guenther in ihrem wissenschaftlich Vortrag zum Digitalen Ich zur … meiner Ansicht nach richtigen … Erkenntnis gelangt, dass es DIE Herausforderung des Informationszeitalters schlechthin sein wird, Vertrauen zu generieren bzw. zu erhalten … und zwar auch in jeder Beziehung zwischen digital verbundenen Personen. Ob dies nun natürliche oder juristische Personen sind oder ob sie kurzzeitig oder permanent sind, spielt dabei übrigens keine Rolle. Und während auf der Podiumsdiskussion auch Mitarbeiter der Bundesregierung sinngemäß offen sagen, ‘Bitte sprecht mit uns, wir wollen von euch lernen’, währenddessen sitzend auf der re:publica aber auch Menschen, die ich wohl getrost als unsere Vorzeige-Web-Prominenz bezeichnen kann, unmotiviert und unvorbereitet auf zahlreichen Podien und beweihräuchern sich selbst. Bevor sie dann kurz darauf in den Gängen und rund um die Veranstaltungsorte von ihren Web-Jüngern belagert bzw. von eifrigen Pressevertretern interviewt werden.

Wie sich sicher erkennen lässt, ist am Morgen des dritten und letzten re:publica-Tages bei mir etwas Ernüchterung eingetreten, die wohl auch meiner großen Vorfreude und den großen Vorschusslorbeeren für diese Konferenz geschuldet sind. Und dass es dauerhaft extreme Probleme mit dem WLAN, also der Anbindung ans Internet gibt, trägt sicher auch zur Ernüchterung bei. Aber es gibt ja nun noch einen weiteren Tag, der sehr viele interessante Angeboten mit sich bringt. Und außerdem habe ich ja auch schon viele sehr nette Menschen getroffen und auch wirklich schon sehr interessante Gespräche geführt. Leider gefühlt etwas weniger, als ich es zum Beispiel von barcamps gewohnt bin.

PR2.0 = Public Reaction

rauschen-hinzufuegen

Im immer sozialer werdenden Web reden die Nutzer auf immer mehr öffentlichen Kanälen. Nimmt man alle Äußerungen aller Nutzer zusammen, dann entsteht ein digitaler Lärm, in dessen Rauschen auch die beste Marketing-Maßnahme schlichtweg untergeht. Das Web ist eben kein klassischer Broadcasting-Kanal, bei dem einer sendet und viele lauschen.

Diese Tatsache ist nun auch bei vielen Marketeers angekommen und das Akronym PR hat im Zusammenhang mit dem Social Web eine weitere Bedeutung erhalten: Public Reaction statt Public Relation.

Ein Beispiel: Am Samstag habe ich via Live-Stream die Webciety auf der CeBIT verfolgt. Dabei habe ich, wie einige andere auch, mehrfach meine Meinung zu dem auf dem Podium gesagten per Twitter kundgetan.

Neben anderem, wurde auch Helpedia auf dem Webciety-Podium vorgestellt. Ein Webdienst mit dessen Hilfe jeder mit seinem Hobby, seiner individuelle Fähigkeit, seiner Kreativität oder einem persönlichen Anlass Spenden für eine guten Sache generieren kann.

Da stellte ich mir die Frage nach der Finanzierung von Helpedia:

helpedia_frage

Die Frage blieb allerdings unbeantwortet. Zumindest erst einmal, denn gestern Abend kam dann plötzlich via Twitter folgendes rein:

helpedia_antwort

Siehe da, irgendjemand bei Helpedia hat sich die Mühe gemacht und nach den Reaktionen bei Twitter zu schauen und mir meine Frage zu beantworten. Denn hier dem dort geposteten Link fand ich die Antwort auf meine Frage. Das ist wirklich gute Public Reaction!

Und wenn das Unternehmen Glück hat, dann gerät es wie in diesem Fall auch noch an einen Multiplikator, der dann sogleich darüber bloggt. Aber so viel Glück ist im Social Web gar nicht notwendig, denn dort sind fast alle in irgendeiner Form Multiplikatoren, denn genau das unterscheidet das Social Web vom klassischen Web.

CeBit zeigt Zukunft der Berichterstattung

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Vielleicht kommt das ja jetzt einem kleinen Outing nahe, aber ich war noch niemals auf der CeBIT. Was wohl auch noch nie weniger schlimm war, wie in diesem Jahr. Warum? Der Citizen-Journalism macht es möglich. Von der CeBIT wird nämlich nicht nur von den klassischen Medien berichtet, sondern es wird auch direkt auf der gebloggt und getwittert, es werden Bilder bei Flickr und Twitpic hochgeladen, Video bei Youtube eingestellt und Live vom Handy gestreamt. Eine solche, auf so breiter Basis stattfindende Berichterstattung hat es auch auf so einer Innovationsmesse wie CeBIT nicht gegeben.

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Doch was das Allerbeste ist, es gibt nun auch einen direkten Kanal von Leuten wie mir, die nicht auf der CeBIT sind und Leuten, die dort vor Ort sind. Dies ist eine echte Bereicherung und, wie ich finde, ein kleiner Vorgeschmack auf die Zukunft der Berichterstattung.

Die charmante Kritik am IE6

Stuff and Nonsens im Firefox 3

Nachdem ich am Montag mit IE6 Death March auf eine Aktion hingewiesen habe, die fast schon gewalttätig daher kommt, hat uns der von mir sehr geschätzte Bigod auf eine deutlich charmantere Art der Kritik am veralteten Webbrowser Internet Explorer 6 hingewiesen.

Wie oben zu sehen handelt es sich bei Stuff and Nonsens um eine sehr schön gestaltete Website von Andy Clarke und seinen Leuten. Zumindest ist sie für die Nutzer von modernen Browsern sehr schön gestaltet. Wer jedoch mit einem veralteten Internet Explorer auf die Website geht, wird folgende Version zu sehen bekommen:

Stuff and Nonsens im Internet Explorer 6

Die Sprache der Optik ist eindeutig! Zudem kommt noch der folgende Hinweistext:

Hey old timer!
We’ve spotted that you are using an out-of-date version of Internet Explorer. It’s time to put on your parka and ride to a better browser such as Explorer 7, Firefox or Opera.

Ich finde, dass wir Web-Schaffenden uns ein Beispiel an dieser Website nehmen sollten und da wo es möglich ist nur noch monochrome Website für den IE6 anbieten sollten. Der Weg ist wegen seiner plakativen Art vielleicht sogar erfolgsversprechender, als alle noch so gut gemeinten Aktionen und Aufrufe. Man stelle sich mal vor, die IE6-Nutzer bekämen nach nur noch schwarz-weiße Websites zu sehen. Da würde wahrscheinlich sogar der Druck auf die Unternehmen steigen, die ihren Mitarbeitern bisher keinen modernen Browser verordnet haben.

CrunchPad – Techcrunchs Web Tablet nimmt Gestalt an

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Im vergangenen Juli haben wir darüber berichtet, dass das bekannte US-amerikanische Weblog Techcrunch Software-Entwickler dazu aufgerufen hat, mit ihnen einen günstigen Web-Tablet-Rechner zu entwickeln … den CrunchPad.

Zufälligerweise haben wir uns gerade neulich erst hier in der Agentur bei einer Tasse Kaffee wieder an diesen Plan erinnert und schon vermutet, dass er im Sande verlaufen wäre. Weit gefehlt, denn Techcrunch hat in dieser Woche den zweiten Prototypen des Web Tablet vorgestellt … den ersten gab es schon im vergangenen August.

Ein paar Eck-Daten zum CrunchPad Prototyp:

  • Intel Atom Prozessor
  • 1 GB Ram
  • 4GB SSD Flash Drive
  • 12″ Touchscreen
  • Auflösung 1024×768 (Verhältnis: 4:3

Die Software-Basis liefert Ubuntu, doch der Nutzer bekommt eigentlich nur die Browseroberfläche auf Basis WebKit-Engine zu sehen. Damit ist dann auch schon klar, wozu das CrunchPad gedacht ist: Zum Surfen und Kommunizieren im Web. Von den geplanten $200 haben sich die Macher leider schon verabschiedet und es läuft wohl auf einen Anschaffungspreis von circa $300 hinaus. Ein Preissegment, in dem es schon die ersten Netbooks gibt, die dann vielleicht doch noch ein bisschen mehr können.

Robert Basic denkt weiter

robertbasic

Es ist vollbracht und alle, die in irgendeiner Form etwas mehr mit dem Netz zu tun haben, sprechen darüber: Robert Basic, deutsche Blogger-Ikone und Mensch, hat sein Blog erfolgreich versteigert. Ja, erfolgreich … wie ich meine. Denn im Prinzip stand Robert Basic vor einer Win-Win-Situation.

Klammert man mal die emotionale Seite aus, was für ihn sicherlich nicht einfach ist, was hatte er zu verlieren? Dass sich ein Käufer zu einem annehmbaren Preis für basicthinking finden würde, war mir absolut klar. Die Publicity würde auch stimmen, und war meiner Ansicht nach größer als ich es erwartet hatte. Nun kann Robert Basic sich mal richtig schütteln und sich mit neuem Elan in neue Projekte stürzen. Er wird auf Konferenzen und anderen Veranstaltungen weiterhin ein gefragter Mann sein, vielleicht mehr den je. Er muss nun nicht anfangen, die neuen Ideen und Vorstellungen, die er sicher hat, in ein etabliertes und damit auch ein festgelegtes Korsett zu zwängen. Er kann neu anfangen und das mit einem kleinen finanziellen Polster, sowie einem beachtlichen Standing in der Szene und auch ein Stück darüber hinaus.

Ich bin in jedem Fall mal gespannt, mit was Robert Basic uns in Zukunft erfreuen wird. Der aktuelle Clou wird sicher schwer zu toppen sein, aber wenn es einer schafft, dann Robert … ich wünsch dir was ;-)

Microblogging vs RSS-Feeds

twitter_rss

Oft höre ich gerade im Bezug auf den Microblogging-Dienst Twitter, dass es viele Leute stört, wenn dort irgendwelche Publisher hauptsächlich Links zu ihren Inhalten posten. Dies können einfache Blog-Einträge sein, wie auch wir es vom Netzlogbuch machen, aber auch zum Beispiel der Hinweis auf Artikel in den Online-Angeboten von Zeitungen und Zeitschriften sein. Ein aktuelles Beispiel sind diesbezüglich die jüngsten Aktivitäten von Spiegel Online.

Das Hauptargument der Kritiker gegen automatisierten Link-Postings ist, dass es exakt dafür RSS-Feeds gebe. Das stimmt. Jedoch habe ich für mich festgestellt, dass ich einige meiner abonnierten Feeds in aller Regel nicht wirklich lese. Dazu gehörte zum Beispiel der Feed von Heise.de. Da wird mir einfach pro Tag zu viel veröffentlicht.

Darum habe ich nun den Heise-Feed aus meinem RSS-Reader raus geworfen und folge nun den Updates von heiseonline auf Twitter. Der offensichtliche Nachteil dieser Methode, ich werde so manchen Tweet und damit so manche Meldung auf Heise.de schlichtweg verpassen, da ich ja nicht den ganzen Tag meinen Twitter-Stream verfolge. Tatsache ist aber, dass ich bei der RSS-Methode so gut wie alles verpasst habe, da ich, ob der schieren Masse, so gut wie immer alle Heise-Feeds ungelesen als gelesen markiert habe. Das heißt somit, dass ich nun unterm Strich mehr von den Heise-Meldungen mitbekomme als vorher.

Mit anderen Feed würde ich allerdings nicht so verfahren wollen. Dazu sind mir die Meldungen zu wichtig und die Gefahr etwas zu verpassen zu groß. Somit schätze ich nun bei allen Infoquellen, bei denen ich die Wahl zwischen Feed und Tweet habe, ab, welchen Dienst ich im Kern nutze. Bei manchen nutze ich sogar beides.

Somit stehen für mich RSS und Microblogging diesbezüglich in keiner Konkurrenz, sondern sind je nach Fall die Info-Methode meiner Wahl; sie ergänzen sich.

Lifestöckchen

Ich hätte vielleicht nicht mit dieser Stöckchen-Sache anfangen sollen. Jan, dem ich einst ein Stöckchen zugeworfen habe, hat mir jetzt wiederum eins angetragen. Und da es schon irgendwie Spaß macht, hier also meine Punkte zum Lifestyle-Stöckchen:

clothes: jeans & t-shirt … nicht: kapuzenpullis

furniture: ikea & holz … nicht: schwarz

sweets: gummizeugs & brezelchen … nicht: lakritze

city: gießen & london … nicht: münchen

drink: tee & bionade … nicht: alkohol

music: punk-rock & elektronische musik … nicht: hamburger schule

tv: lindenstraße & sportschau … nicht: tatort

movie: mozart und der wal & happy-go-lucky … nicht: pulp fiction

workout: fußball & joggen … nicht: schwimmen

So, dass war es auch schon mit meinem Lifestöckchen. Das liegt nun hier rum und kann gerne aufgenommen werden …

01. Dezember 2008
von Matthias Zellmer
Profilbild von Matthias Zellmer

Hauptberuf StyleSpion

Kai Müller, auch bekannt als der StyleSpion bzw. Betreiber des gleichnamigen Weblogs hat gestern verkündet, dass er ab 1. Dezember Stylespion.de hauptberuflich betreiben wird.

Da der Kai erstens ein sympatischer Mensch ist und seine Artikel von mir gerne gelesen und vor allem angesehen werden, wünsche ich ihm viel Glück bei seinem Vorhaben. Es zeigt sich, dass man … wenn man es drauf hat … doch vom Bloggen leben kann. Oder es zumindest versuchen kann …

Außerdem freut es mich, dass Kai das Vorhaben “Vom Bloggen leben” mit von ihm selbst geschaffenem Qualitätscontent versucht. Ich habe nämlich so das Gefühl, dass die Masse derer, die vom Bloggen leben können, dies vor allem mit PR-Geschreibsel und Quick’n'Dirty-Copy’n'Paste-Beiträgen tun. Weshalb auch einige Journalisten u. a. recht herablassend auf Blogger herabschauen und die Blogosphäre von einigen Menschen in der Krise gesehen wird. Aber das ist nun auch wieder ein Thema für sich …

Also Kai: Viel Glück bei deinem Vorhaben und vor allem … Durchhaltevermögen. Ich finde es gut, was du da vorhast …

Unverblümte Fakten über mich

Der gute Dentaku hat mir ein so genanntes Stöckchen zugeworfen und mich damit gebeten acht zufällige, dafür aber ungeschminkte Fakten über mich zu berichten. Here we go:

  • Ich mag Gummibärchen und ähnliches Gummizeugs, aber keine Lakritze.
  • Ich mag keine alkoholischen Getränke, aber extrem künstlich aussehende Limonaden.
  • Ich mag die Lindenstraße und die Gilmore Girls, schau aber nicht die Simpsons und auch keinen Tatort
  • Ich mag Fußball … aktiv wie passiv, aber keine Vereinsmeierei.
  • Ich mag Bücher, aber keine Krimis und Liebesromane.
  • Ich mag schwarzen Tee (mit Milch, ohne Zucker), aber keinen Earl Grey.
  • Ich mag Diskussionen … auch hitzige, aber keine oberflächlichen und niveaulosen Meinungsäußerungen.
  • Ich mag Wald, aber keinen Nadelwald.

So, nun habe ich meine blogosphärische Pflicht erfüllt und möchte das Stöckchen weitergeben an:

Viel Spaß damit …

19. November 2008
von Matthias Zellmer
Profilbild von Matthias Zellmer

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