Funktioniert CoWorking nur in der Stadt?
Gerade habe ich einen sehr interessanten Artikel gelesen, in dem sich Steffen Greschner auf xpolitics.de mit dem Thema CoWorking auf dem Land auseinandersetzt.
Zunächst hörte sich das für mich wie ein Widerspruch an. CoWorking-Space kenne ich nur aus großen Städten und ihr Geschäftsmodell schien mir auch nur dort zu greifen.
Doch Steffen Greschner hat in seinem Artikel einige interessante Aspekte aufgeworfen, wonach es gerade im Zuge der Homeofficierung unserer Arbeitswelt, besonders im ländlichen Raum viel Sinn machen würde, solche CoWorking-Spaces zu haben.
Ein mögliches Szenario könnte folgendes sein: Ein Mitarbeiter einer Internet-Firma lebt mit seiner Familie vor den Toren einer großen Stadt. Jeden Tag muss er in die Stadt reinpendeln. Was sowohl für das Familienleben und den Geldbeutel, wie auch für die Umwelt negativ ist. Als Alternative zum täglichen Reinpendeln, hat sich hier das Homeoffice durchaus etabliert. Doch sind die Arbeitsbedingungen zuhause auch nicht immer optimal. Zum einen fehlt es oft an solchen Dingen wie einer Flipchart, einem Kopierer etc., aber auch die Wahrscheinlichkeit von seinem Privatleben von der Arbeit abgelenkt zu werden, ist recht hoch. Da wäre doch so eine Arbeitsplatz im Ort, mit der passenden Infrastruktur und Arbeitsatomsphäre eine interessante Alternative.
Nur wie sieht es mit dem Geschäftsmodell für ein solchen CoWorking-Space auf dem Land aus? Keine Ahnung, ob sich das für ein privatwirtschaftliches Unternehmen lohnen würde? Aber warum nicht für kleine Städte oder Gemeinden? Die sind doch immer auf der Suche nach Standortvorteilen…
Laut Steffen Greschner sind sie da in der Schweiz schon etwas weiter … aber das und mehr, empfehle ich direkt in seinem Artikel zu lesen.
von Matthias Zellmer
Jason Fried übers Arbeiten in seiner Agentur 37signals
Jason Fried ist Mitgründer der US-Web-Agentur 37signals und gehört mit Sicherheit zu den schillerndsten Persönlichkeiten in unserer Branche. Das dem auch wirklich so ist, hat er mal wieder unter Beweis gestellt, indem er in einem Interview mit dem US-Magazin Inc. darüber berichtete, wie er seinen Arbeitsalltag gestaltet. Er hasst und meidet Meetings, arbeitet nur dann in seinem Büro, wenn er es für sinnvoll erachtet, kommuniziert viel und gerne, vor allem über die Website von 37signals und findet, dass fast alles Störungen im Arbeitsablauf auch noch etwas hätten warten können.
Wer sich nicht das ganze Interview durchlesen will und es etwas kürzer mag: Auf Fischmarkt hat Martin Recke neulich zentrale Aussagen aus dem Interview zusammengestellt. Wem selbst das Interview zu kurz ist, es gibt auch ein Buch von den 37signal-Gründern namens Rework.
Aber auch für die, die es absolut auf den Punkt gebracht bevorzugen, ist das Buch interessant, denn auf der Rückseite steht folgendes:

Könnte man sich glatt ausdrucken und an die Wand hängen, oder?!
von Matthias Zellmer
Deutsches Social Media Prisma
An dieser von ethority-Team erstellten Grafik des ersten Social Media Prisma für den deutschen Markt kann ich mich kaum satt sehen. Ein gute Arbeit, wie ich finde … auch wenn ich z.B. bei den Lifestreams lifestream.fm vermisse.
Gefunden auf dem MAGIX Blog.
von Matthias Zellmer
Das Medium ist die Botschaft
Andreas Göldi hat gestern auf netzwertig.com mal wieder mal die guten alten Thesen des 1980 verstorbenen Medientheoretikers Marshall McLuhan herausgekramt und sie im Lichte des Internets betrachtet. Herausgekommen ist ein sehr lesenswerter Beitrag, in dem er zum Beispiel ganz richtig schreibt:
Eine von McLuhans Kernthesen ist im knackigen Satz “Das Medium ist die Botschaft” zusammengefasst. Damit drückte McLuhan aus, dass die essentiellen Eigenschaften eines Mediums erheblich bestimmen, wie es von den Konsumenten wahrgenommen wird und damit auch, welche Inhalte darin funktionieren.
In der Folge beschreibt Göldi u.a. auch wie der Buchdruck die revolutionäre Zeit der Aufklärung vielleicht erst richtig möglich gemacht hat. Oder auch wie sich das Musik hören von den Zeiten als Schallplatten das Nummer-Eins-Musik-Medium bis zum heutigen iPod-Zeitalter verändert hat.
Schlussendlich schreibt Göldi ganz richtig:
Medienunternehmen müssen lernen, die verschiedenen Charakteristiken unterschiedlicher Internet-basierter Medien (und davon gibt es immer mehr) zu nutzen und ihre Angebote dort zu fördern, wo Inhalte Priorität vor Interaktion haben.
Dazu gehört meiner Meinung auch, dass man in diesen revolutionären Zeiten der vernetzten und interaktiven Medien auch die etablierten Geschäftsmodell in Frage stellen muss. Dazu werden wohl noch einige alte Zöpfe abgeschnitten werden (müssen).
Aber jetzt schnell rüber zu Andreas Göldis Artikel Das Medium ist auch die kommerzielle Botschaft. Lesebefehl!
von Matthias Zellmer
Das Wochenende auf Robert Basiscs Buzzcamp
Robert Basic hat am vergangenen Wochenende zum Buzzcamp eingeladen und gut 30 Leute fanden sich dann auch in Bad Homburg ein, um gemeinsam nach dem Open Space Konzept an seiner Projekt-Idee Buzzriders zu arbeiten.
Buzzriders?
Die Grundidee von Buzzriders ist, Lokales ins Web bringen. Und da es unendlich viel Lokales gibt … jede und jeder erlebt doch immer irgendwo etwas, was für das eigene Umfeld interessant ist … müssen im Prinzip alle ran.
Auf Buzzriders soll jeder und jede Meldungen, Berichte und Infos veröffentlichen können und jeder und jede soll aus diesem Pool an Beiträgen wiederum einen eigenen News-Stream erzeugen und weiterführen können. Bis hin zur eigenen kleinen Web-TV-Nachrichten-Sendung.
Und damit zeigt sich, dass die Buzzriders natürlich die ganze Bandbreite an Medienformaten nutzen können, die das Web unterstützt: Text, Bilder, Video, Audio, usw. Und ganz wichtig sind dabei zum einen der lokale Bezug und zum anderen die Möglichkeit themenbezogen zu wirken. Ein Buzzrider kann seinen News-Stream für eine Stadt, einen Stadtteil, ein Dorf oder einen Straßenzug generieren und/oder auf ein Thema bezogen. Da Buzzriders kein Non-Profit-Projekt sein wird, soll es ein Modell geben, nachdem die einzelnen Buzzriders auch ein bisschen was an den von ihnen dort eingebrachten Leistungen mitverdienen können.
Das Camp
Da alle, die zum Buzzcamp kamen, mit einem sehr von einander differenzierenden Kenntnisstand nach Bad Homburg angereist sind, auch was die Vorstellung, wie eine solche Open Space Veranstaltung ablaufen könnte, wurde am Samstag sehr viel diskutiert … und das auch nicht immer zielführend. Für mich war das völlig in Ordnung, denn ich fand, dass so ein gute Klima für Ideen entstanden ist. Der Sonntag verlief dann … mit ein paar weniger Leuten … etwas strukturierter.
Alles in Allem bin ich jetzt mal gespannt, was Robert an Erkenntnisse aus dem Wochenende ziehen wird. Er wird es uns sicher bald mitteilen. Ich für meinen Teil finde seine Vorgehensweise, die komplette Entwicklung von Buzzriders zu öffnen und alle die wollen daran partizipieren zu lassen, sehr interessant. Es wird bis zum Launch bestimmt ein bisschen länger dauern als auf dem konventionellen Weg, aber ich hab so das Gefühl, dass dieser Weg aber auch das passendere Ergebnis liefern wird.
von Matthias Zellmer
Buchtipp: “Das Ende der Schublade” von David Weinberger
Gestern habe ich ein Buch zu Ende gelesen, welche mich begeistert hat, wie kaum ein anderes zuvor! Die Rede ist von Das Ende der Schublade: Die Macht der neuen digitalen Unordnung.
Noch nie habe ich ein Sachbuch wie dieses gelesen … weder im Bezug auf den Inhalt noch auf den Schreibstil. Es macht einfach vom ersten bis zum letzten Satz Spaß dieses Buch über die Ordnung im Allgemeinen und die digitale Ordnung im Speziellen zu lesen. Und was Weinberger scheinbar so locker leicht auf noch nicht einmal 300 Seiten formuliert, ist schlichtweg die Beschreibung der digitalen Revolution. Darauf verweist auch völlig zu recht der Klappentext des Buches:
Ob wir spazieren gehen, einkaufen oder uns unterhalten – ständig teilen wir die Lebewesen und Dinge, die uns umgeben, ein in verschiedene Kategorien: Bäume und Blumen, Milchprodukte und Gemüse, sympathische Menschen und unsympathische. So schaffen wir Ordnung und finden uns in der Welt zurecht wie in einer Bibliothek – alles hat seinen Platz.
Diese Ordnung kommt ins Wanken, sagt David Weinberger. Unser Denken in festen Kategorien führt uns auf Dauer nicht weiter, wir müssen lernen, mit Chaos, Unordnung und Unschärfe umzugehen. Nur so lässt sich verstehen, warum Projekte wie Wikipedia funktionieren, warum YouTube, Flickr und iTunes so populär und erfolgreich sind.
Das ist nicht weniger als eine Revolution: Denn auf einmal verlieren Experten ihre Macht, soziale Netzwerke werden immer einflussreicher, Kunden und Bürger entscheiden selbst, weil sie am besten wissen, was sie wollen. Jeder besorgt sich genau die Informationen, die er braucht, und bringt sie in die Ordnung, die ihm am besten nützt.
Ein faszinierendes Panorama der digitalen Welt von einem der profiliertesten Internet-Vordenker.
Einfühlsam holt Weinberger den Leser bzw. die Leserin dort ab, wo sich alle auskennen: In einem Supermarkt. Daraufhin macht er einen Schritt zurück, um mit uns dann durch die Geschichte der Menschheit zu wandern. Dabei beleuchtet er mit einem unfassbar ganzheitlichen Weitblick unsere stetigen Bemühungen alles und jeden zu kategorisieren. Dies geschieht hauptsächlich um eine möglichst allgemein gültige Ordnung herzustellen. Doch am Ende ist es das ungeordnete digitale Chaos, welches dem Ideal bei all den Bemühungen in vielen tausend Jahren Menschheitsgeschichte am nähsten kommt. Am Ende wird klar: Ein globaler Umbruch ist im Gange und er wird etablierte gesellschaftliche Strukturen grundlegender verändern, als es jede noch so große Finanzkrise vermag.
Jeder Mensch, der in irgendeiner Weise beruflich mit dem Internet zu tun hat oder sich allgemein etwas vorbereiteter in die nächsten Jahre und Jahrzehnte gehen möchte, sollte dieses Buch gelesen haben. Ich werde es sicher nicht zum letzten Mal gelesen haben. Eigentlich möchte ich dieses Buch auswendig kennen.
von Matthias Zellmer
Qualitätssicherung im Social Web

Der Fall “Wilhelm” zu Guttenberg hat uns gezeigt, dass es recht einfach ist mit den Vehikeln des Social Webs Informationen zu verbreiten, die nicht wahr sind. Doch welche Relevanz hat eine so genannte falsche Information, wenn man dem Verbreiter nicht glaubt? Kaum eine.
Aber eine Unglaubwürdigkeit muss man sich scheinbar hart erarbeiten. Schuld daran ist wohl auch unsere über Jahre antrainierte Mediengläubigkeit. “Das steht doch da Schwarz auf weiß geschrieben” ist zu einem Qualitätssiegel geworden, dass im Social Web nun auch offensichtlich nicht gilt. Man muss den Informationen im Web kritischer gegenüberstehen, als man dies vielleicht gewohnt ist.
von Matthias Zellmer
Web2.0 – Die Konsolidierung läuft

Gerade habe ich per Mail bestätigt bekommen, was ich gestern schon irgendwo auf irgendeiner Website gelesen habe: Der deutsche Lifestreaming-Dienst Lifestream.fm übernimmt den deutschen Lifestreaming-Dienst Freundenews. An anderer Stelle wachsen Blogs zusammen oder bekommen neue Betreiber, um sie professioneller aufzustellen und so weiter und so fort.
Aus den USA kam zudem unlängst der neue Trend der Vertical Networks zu uns. Dabei werden kleinere, thematisch ähnliche Websites wie Blogs und andere in der Regel private Sites, die für sich alleine gerade im Bezug auf die Selbst-Vermarktung kaum Know-How und auch kaum ein Standing haben, aber hervorragend den so genannten Long Tail bedienen, zentral vernetzt und auch vermarktet.
Und nicht zuletzt hat oder wird auch Google einige seiner Dienste wie Google Notebook oder Google Lifely schießen. Alles weißt also daraufhin, dass wir schon Mitten drin sind in der Konsolidierungsphase des damit wohl Ex-Hypes Web2.0. Doch ist es einigermaßen tröstlich, dass es diesmal trotz der schlechten Vorzeichen (Finanzkrise) nicht den ganz großen Knall zu geben scheint.
Man hat in der Branche zum einen dazugelernt, aber zum anderen ist es auch von Vorteil, dass viele Projekte, auch einige von denen, die jetzt einfach sang- und klanglos verschwinden, nicht künstlich mit massenhaft Venture-Kapital aufgepumpt wurden und auch nur die allerwenigsten Projekte gleich mal an die Börse gegangen sind.
Immer wieder wird ja derzeit nach dem Next Big Thing im Web gefragt. Meiner Ansicht nach muss man auch die Konsolidierung auf die Liste der Kandidaten setzen. Wie unsexy das auch sein mag …
von Matthias Zellmer
Wie man heute ein Webprojekt aufzieht
Gerade habe ich voller Begeisterung auf tweal.net die Beschreibung “Infos zum Projekt: tweal – ein Microdeal Twitter Mashup” gelesen. Da hat sich Sven Wiesner, der Mann hinter tweal.net, hingesetzt und einfach mal beschrieben, wie er das Projekt an den Start bekommen hat. Und zwar ohne großartige Programmierkenntnisse und im Kern nur auf Basis von WordPress und Twitter und deren Erweiterungen und Plugins, die sowieso irgendwo im Web rumliegen.
Schaut es euch an und saugt den Spirit des dort Beschriebenen in euch auf. Denn dann wisst ihr wieder ein Stück mehr von dem, was man euch unter den Schlagworten Web2.0 oder Social Web tagtäglich um die Ohren haut. Respekt Sven!
von Matthias Zellmer
Leseempfehlung: Von der Unfähigkeit zu lernen
Danke, lieber Marcel Weiss, für deinen Blog-Beitrag Von der Unfähigkeit zu lernen. An alle Anderen: Unbedingt lesen … und daraus lernen!
Meine persönlichen Highlights aus dem Beitrag:
Die Entscheider in jedem Wirtschaftszweig, dessen Geschäftsmodelle direkt vom Internet betroffen sind, weigern sich seit Jahren, zu lernen, zu verstehen, zu überleben.
Es passt nicht in’s eigene Weltbild, deswegen kann und darf es nicht wahr sein.
Dass das Gleiche ebenfalls in der Printindustrie/Journalismusbranche der Fall ist, ist nach wie vor nur schwer nachzuvollziehen. Die Branche, deren Aufgabe es ist, die Welt zu verstehen und verständlich zu machen, versteht die eigene Situation nicht einmal ansatzweise.
Stattdessen: Ignoranz, Arroganz und ein Vertrauen auf die eigenen Lobbyverbände und als letzte Notlösung die Regierung, die notfalls eingreifen soll. Nur reicht eben nicht einmal das. Was Einigen langsam klar werden dürfte.
Markt bedeutet eben nicht nur unverschämt hohe Renditen sondern auch Untergang, wenn man sich nicht an Veränderungen der Umwelt anpassen kann oder will.
Den Rest gibt es auf netzwertig.com. Sorry, dass ich hier keine journalistisch wertvolle Eigenleistung vollbracht habe, aber der Artikel bringt es eben wunderbar auf den Punkt.
von Matthias Zellmer








