Das Web ist eine Rennbahn

Das Web ist eine Rennbahn

Kürzlich kam mir der Gedanke, dass mich das Web bzw. seine Entwicklung ein wenig an eine Autorennbahn erinnert. Ein gewagter Vergleich, ich weiß. Und ich meine damit noch nicht mal die Geschwindigkeit. Es erinnert mich an eine Rennbahn als Weihnachtsgeschenk.

Phase 1.0: “Oh! Es ist eine Rennbahn! Toll! Danke!” Vorsichtig probierst du sie aus. Hast viele Schwierigkeiten und oft hakt es auch noch ein wenig. Aber die Erwachsenen stehen daneben und zeigen dir wie es geht … sie sind die Profis. Auch wenn sie vielleicht gerade mal ein paar Augenblicke mehr Erfahrung haben als du. Einige andere mit einer Rennbahn beschenkte schwingen sich auch zu den Profis auf und werden selbsternannter Experte. Aber du spielst und staunst nur … und lässt dir zeigen wie es geht und worauf du zu achten hast. Es soll ja nichts kaputt gehen.

Phase 2.0: Die Erwachsenen lassen dich immer mehr mit der Rennbahn alleine. Du gewöhnst dich daran, du findest immer mehr gefallen daran … du nimmst sie in Besitz. Zaghaft beginnst du sie selbst ein wenig umzubauen. Du nimmst sie auseinander und baust sie so zusammen, wie du es haben möchtest. Du besorgst dir neue, bessere Bauteile und fängst sogar an, dich mit anderen zu treffen, um gemeinsam Rennen zu fahren. Du tauschst mit deinen Freunden Autos und Bauteile aus, ihr baut zusammen eine bessere Bahn.

Phase 3.0: Diese Phase steht nun an. Was wird sie bringen. Du und deine Freunde werden lernen, mit den ganzen neuen Erkenntnissen besser umzugehen. Ihr werdet ganz individuelle Bahnen bauen und diese aus der Gemeinschaft heraus, auf richtig professionelle Weise …

Okay, okay, … das war jetzt ein wenig rum philosophiert und einige Metaphern hinken mächtig. Aber ich bin schon der Ansicht, dass wir es beim Web gerade mit einer Art auseinandergebauter Rennbahn zu tun haben. Jetzt haben wir uns das ganze Web in kleine Teile zerlegt und neue Teile hinzugeholt. Jetzt gilt es diese Teile individuell optimiert oder auch massentauglich wieder zusammenzuführen.

Es bleibt spannend …

werkenntwen hat ein Problem

Wer kennt wen?

Laut einem Bericht im kostenpflichtigen iBuisness-Portal, hat mein Lieblingsfreizeitnetzwerk werkenntwen.de zwar inzwischen seine Reichweite über die Millionen-Nutzer-Grenze hieven können. Aber die durchschnittliche monatliche Verweildauer pro Nutzer ging hingegen von 180 Minuten auf 168 Minuten zurück.

Ein Indiz, dass werkenntwen.de … wie sicher auch andere soziale Netzwerke … auf Dauer mehr bieten muss, als die üblichen Vernetzungs- und Kommunikationsmöglichkeiten. Eine deutliche Herausforderung an die Macher solcher Portale. Was kann man den Nutzern neben Gruppen, Blogs und Nabelschau noch bieten? Ist hier der Facebook-Ansatz vielleicht auch auf andere Netzwerke portierbar. Also dass die Nutzer sich gegenseitig mit der Nutzung der zu Hauf vorhandenen facebook-internen Widgets beschäftigen. Doch die wenigsten Netzwerke werden es (sich) leisten können, wie Facebook eine eigene API zu entwickeln. Eine Chance für das Googles OpenSocial-Projekt? Zumal nun mit Yahoo! der nächste Web-Riese sich anschickt, OpenSocial zu unterstützen.

Es kann also nicht schaden, wenn sich die Macher von sozialen Netzwerken mal mit solchen Themen wie Mikro-Applikationen bzw. Widgets im Allgemeinen und OpenSocial im Speziellen auseinander setzen.

Computer-Pionier Weizenbaum gestorben

Computer-Pionier Weizenbaum gestorben

Es ist in unserer noch jungen Branche noch etwas ungewohnt, wenn Computer-Pioniere und so genannte Branchen-Gurus von uns gehen. Darum hat mich die Meldung von Joseph Weizenbaums Tod auch auf eine ungewohnte Art betroffen gemacht.

Weizenbaum, der sich selbst in seinem Buch Kurs auf den Eisberg als Dissidenten und Ketzer der Informatik bezeichnete, dürfte den meisten Informatik-Studenten und -Absolventen ein Begriff sein.

Mehr zu Weizenbaum findet man u.a. auf Wikipedia und in einem interessanten Interview von 2006 bei Telepolis.

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07. März 2008
von Matthias Zellmer
Profilbild von Matthias Zellmer

Wer kennt wen? kooperiert mit RTL

Wer kennt wen? kooperiert mit RTL

Ob ich das gut finden kann? Fühlt sich irgendwie nicht so an. Was ich meine? Die beliebte Social-Networking-Plattform Wer kennt wen? ist nun so erfolgreich, dass RTL sich daran in Form einer Kooperation beteiligt.

So informiert Wer kennt wen? seine Mitglieder seit heute:

Liebe wkw-Nutzer,

wie Ihr alle täglich miterlebt, wächst wer-kennt-wen immer schneller. Mittlerweile sind wir 1,5 Millionen Mitglieder. Vielen, vielen Dank dafür!

Um diesem Wachstum auch zukünftig gerecht zu werden und gleichzeitig kostenlos zu bleiben, haben wir uns entschieden, mit einem Partner zusammenzuarbeiten, den Ihr alle kennt: RTL interactive – das für die neuen Medien verantwortliche Tochterunternehmen der RTL-Gruppe.

Eines möchten wir direkt klarstellen: wkw bleibt weiterhin in unserer Hand, es ist unser Baby und das wird es auch bleiben. Wir entscheiden auch zukünftig mit unserem Team, was mit wkw passiert.

Damit bleibt Euch wkw durch die Zusammenarbeit genau so erhalten, wie es ist – es wird nur schneller und wir haben viel mehr Möglichkeiten, die Plattform in Eurem Sinne weiter zu entwickeln.

Für uns ist es selbstverständlich: Eure Daten bleiben bei uns. Sie werden NICHT an RTL oder Dritte weitergegeben und deshalb auch auf keinen Fall von RTL genutzt. Und daran, dass wkw für Euch kostenlos ist, wird sich auch in der Zukunft nichts ändern.

Wir freuen uns mit Euch auf die Weiterentwicklung von wer-kennt-wen.

Viele Grüße
Patrick & Fabian

Für mich hört sich das Alles etwas zu gut an. Was hat RTL von dem Deal? Wird es eine wkw-Show geben? Kann es sein, dass da gerade eine ziemlich gute Plattform seine Unschuld verliert? Ich fand es gerade sympathisch, dass da ein paar Leutchen aus Koblenz ihr Ding machten und dabei immer besser und auch beliebter wurden. Nun steckt ein mächtig großer Medienkonzern dahinter und wird das “Baby” schon schaukeln. Und die Gründer gleich mit …

Meine ersten Blogger-Treffen

Meine ersten Blogger-Treffen

Seit gut zwei Jahren blogge ich nun. Eine schöne Schreibtisch-Tätigkeit! Da muss man nicht viel rum laufen. Doch in den vergangenen beiden Tagen habe ich das Bloggen von einer ganz anderen Seite kennen lernen dürfen. Ich begab mich auf eine Reise.

Die Reise, es war eine eher kleine bescheidene Reise, sie führte mich Montag Nachmittag von Stuttgart nach Frankfurt am Main. Dort plante ich am gleichen Tag noch an einem Bloggertreffen, der pl0bgar Rhein-Main und am kommenden Tag auf die AUFSCHWUNG-Messe in den heiligen Hallen der IHK Frankfurt teilzunehmen.

Mit etwas zittrigen Knien betrat ich dann am Montag Abend die YOURS Australien Bar, um dort meine ersten echten Blogger zu treffen. Dazu muss ich sagen, dass ich auch schon andere Blogger getroffen habe, aber diese hier galt es von Blogger zu Blogger zu treffen. Ein für mich ganz neue Erfahrung.

Die sich später als sehr nett herausstellende Bedienung, sowas bin ich von Stuttgart nicht unbedingt gewöhnt, konnte mit meiner Frage nach dem „Bloggertreffen“ zwar nichts anfangen, schickte mich aber zum wohl einzigen reservierten Tisch des Abends. Und da traf ich dann welche: Blogger. Die Speisekarte brachte mich nach einer kurzen Begrüßungsrunde über die ersten Gesprächseinstiegshürden und dann wurde es ein netter und Alles in Allem sehr kurzweiliger Abend.

Nach einer kurzen Nacht bei Freunden, trat ich am kommenden Morgen den Gang zur AUFSCHWUNG-Messe an. Dank meiner Rest-Ortskenntnisse aus meiner Ausbildungszeit in Frankfurt, fand ich das gegenüber der Börse gelegene und sehr prunkvolle IHK-Gebäude sehr schnell.

Bei der Anmeldung gab es sogar eine bevorzugte Behandlung für Blogger, als der ich akkreditiert war. Akkreditiert war ich bisher noch nicht oft im Leben. Ich bekam auch ein Namensschild. Sogar mit einem eigenen, richtig geschriebenen Namen drauf. Ich ging sofort zur so genannten Blogger-Lounge. Dort versammelten sich zwar nach und nach immer mehr Blogger, aber der Begriff „Lounge“ konnte die mit ihm assoziierte Bedeutung nicht halten. Dafür entschädigten mich aber die vielen kleinen Gespräche und auch teilweise größeren Diskussionen des Tages. Und der leckere Freikaffee.

Ich habe an diesem Tag viele Arten von Bloggern kennen lernen dürfen und vor allem eins schätzen gelernt: Hinter dem Label „Blogger“ kann sich viel verbergen, aber im Großen und Ganzen sind es alles sehr interessierte und aufgeschlossene Menschen, die ihr Interesse an der Welt um sie herum, gerne in der ihnen jeweils eigenen Art und Weise an die Welt zurückgeben wollten. Sie tun dies vielleicht nicht unbedingt nach den althergebrachten Standards der Journalisten-Gilde, aber sie tun dies mit viel Herz und auch Verstand. Ich möchte unbedingt mal wieder Blogger treffen. Gerne auch mal in Stuttgart und Umgebung.

Yahoo! kauft FoxyTunes

Yahoo! kauft FoxyTunes

Es macht auf mich einen höchst evolutionären Eindruck … pures Fressen und Gefressen werden: Der potentielle Übernahmekandidat Yahoo! hat nun FoxyTunes gekauft.

FoxyTunes ist mir vor allem als Firefox-Erweiterung bekannt, mit der man seine Musik über die Browser-Statusleiste steuern kann. Was für mich eine der unspannendsten Browser-Erweiterungen war, hat deren Entwicklern nun einen ordentlichen Batzen Geld eingebracht. Man spricht von rund 30 bis 40 Millionen US-Dollar … ist aber noch nicht bestätigt. Da sieht man es wieder, OpenSource kann sich doch lohnen.

Und kaum hat es heute Golem vermeldet, da ist auch schon das Yahoo!-Music-Logo ins FoxyTunes-Logo integriert. Das geht ja schnell!

08. Februar 2008
von Matthias Zellmer
Profilbild von Matthias Zellmer

Web Trend Map 2008 Beta

Die Information Architects Japan (iA) haben just eine Beta-Version ihren brandneuen Web Trend Map 2008 vorgestellt. Dahinter steckt die Idee, wichtige Online-Unternehmen im Tokioer Netzplan in bestimmten Stadtteilen abhängig von deren “echten” sozialen, kulturellen und topografischen Eigenschaften anzusiedeln. Die dadurch entstehenden Nachbarschaftsverhältnisse spiegeln auf interessante Weise die tatsächliche Web-Landschaft wieder. Natürlich gibt es eine ganze Reihe ähnlicher Visualisierungsansätze, allerdings basieren diese soweit ich weiß nie auf tatsächlich existierenden Städten. Wer sich nun auch noch in Tokyo auskennt, kann entweder die klickbare Online Version durchstöbern oder das frei erhältliche PDF herunterladen und mit der fröhlichen Sightseeing-Tour beginnen.

Die allererste Website

Erste Website

Das W3C zeigt auf seiner Website in der Rubrik History die Kopie der allerersten Website, wie sie damals von Tim Berners-Lee erstellt wurde. Tim Berners-Lee ist der Begründer des World Wide Webs und damit Schuld an meinem Job … und an vielem mehr …

Übrigens: Gut, dass es meine erste Website nicht mehr irgendwo gibt … ich sag nur “Augenkrebs”!

Reduktion aufs Maximum

SinnerSchrader hat im Rahmen der Neuentwicklung seines Corporate Designs natürlich auch die Website radikal überarbeitet. Was zunächst ins Auge fällt ist die neue Schriftmarke und das gänzlich neue Screendesign. Ist man mit dem Mauszeiger aktiv, erwacht der Hintergrund zu einer lebendigen, transzendenten Lichtwelt. Ruht der Mauszeiger, so fällt auch das Lichterspiel in einen ruhigen Schlaf.

Eine Navigation im herkömmlichen Sinne fehlt, stattdessen werden alle relevanten Informationen in den drei Spalten “Unternehmen”, “Referenzen” und “Jobs” dargestellt. Das wars. Bis auf wenige Ausnahmen verweisen fast alle Links auf externe Websites, die sich unterhalb des Seitenkopfes öffnen. “_Die Vision” verweist z.B. auf slideshare, während mich ein Klick auf einen der Jobs zu den üblichen Jobbörsen führt. Ich muss gestehen, dass ich zunächst durchaus etwas verwirrt war. Kommunikation, Integration und digitale Vernetzung wurden hier jedoch einmal wirklich wörtlich umgesetzt. Ich halte diesen Ansatz, für ausgesprochen mutig und konsequent.

via Fischmarkt

Mercedes-Benz Relaunch

Mercedes-Benz

Durch meine morgendliche Visite beim Designtagebuch bin ich auf den Relaunch des schwäbischen Automobilkonzerns Mercedes-Benz aufmerksam geworden. Neben dem edlen, eleganten Design sind mir besonders die 360°-Anischten der jeweilige Autos samt Interieur aufgefallen. Beteiligt am Relaunch waren die Agenturen Nolte + Lauth (Konzept), Scholz & Volkmer (Design und Content) sowie Jung von Matt/Next (Content).

Via: Designtagebuch

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