Kunstvolles Stop-Motion-Video: The Joy of Books
Ich habe mir überlegt, in 2012 wieder etwas mehr Kunst und Kultur ins Netzlogbuch zu bringen. Das Netz ist ja schließlich voll davon. Heute fange ich darum mit einem absolut genialen Stop-Motion-Video an: The Joy of Books. Unfassbar, wie fleißig die Macher des Videos waren …
von Matthias Zellmer
PaperC ist Start-up des Jahres 2009
Die Dokumentenplattform für Fachbücher paperC ist von einer Jury im Auftrag von deutsche-startups.de zum Start-up des Jahres 2009 gekürt worden.
Das Konzept ist eigentlich recht einfach. Alle derzeit über 1400 Fachbücher im paperC-Portfolio, kann man als registrierter User komplett kostenlos lesen. Will man mehr, wie etwas ausdrucken, als PDF-Dokument abspeichern oder online mit Notizen und Markierungen versehen, greift das Freemium-Geschäftsmodell der Leipziger paperC-Gründer. Man kann sich dann die betreffende Seite oder Seiten für jeweils 10 Cent pro Seite kaufen und kann dann das zuvor Beschriebene damit tun.
Man meint erst gar nicht, dass so ein Modell funktionieren kann. Aber wie an der Vielzahl der zur Verfügung stehenden Fachbücher zu sehen ist, sind wohl auch die Verlage mit den über paperC zu generierenden Umsätzen zufrieden. Und in Anbetracht des allgemeinen Mangels an funktionierenden Web-Geschäftsmodellen, die der Verlagsbranche zur Verfügung stehen, sollten sich die Verlage mal genau überlegen, zu welchem Mehrwert ihre Produkte über das schlichte Im-Web-Dargestellt-Werden, noch gut sind. Zudem ist paperC auch wieder ein gutes Beispiel, dass die etablierten Medienpakete, wie CDs, Zeitungen und in diesem Fall Bücher, den Nutzern oftmals zu groß sind.
von Matthias Zellmer
Das Medium ist die Botschaft
Andreas Göldi hat gestern auf netzwertig.com mal wieder mal die guten alten Thesen des 1980 verstorbenen Medientheoretikers Marshall McLuhan herausgekramt und sie im Lichte des Internets betrachtet. Herausgekommen ist ein sehr lesenswerter Beitrag, in dem er zum Beispiel ganz richtig schreibt:
Eine von McLuhans Kernthesen ist im knackigen Satz “Das Medium ist die Botschaft” zusammengefasst. Damit drückte McLuhan aus, dass die essentiellen Eigenschaften eines Mediums erheblich bestimmen, wie es von den Konsumenten wahrgenommen wird und damit auch, welche Inhalte darin funktionieren.
In der Folge beschreibt Göldi u.a. auch wie der Buchdruck die revolutionäre Zeit der Aufklärung vielleicht erst richtig möglich gemacht hat. Oder auch wie sich das Musik hören von den Zeiten als Schallplatten das Nummer-Eins-Musik-Medium bis zum heutigen iPod-Zeitalter verändert hat.
Schlussendlich schreibt Göldi ganz richtig:
Medienunternehmen müssen lernen, die verschiedenen Charakteristiken unterschiedlicher Internet-basierter Medien (und davon gibt es immer mehr) zu nutzen und ihre Angebote dort zu fördern, wo Inhalte Priorität vor Interaktion haben.
Dazu gehört meiner Meinung auch, dass man in diesen revolutionären Zeiten der vernetzten und interaktiven Medien auch die etablierten Geschäftsmodell in Frage stellen muss. Dazu werden wohl noch einige alte Zöpfe abgeschnitten werden (müssen).
Aber jetzt schnell rüber zu Andreas Göldis Artikel Das Medium ist auch die kommerzielle Botschaft. Lesebefehl!
von Matthias Zellmer
Gaga.net – Gemeinsam Korrekturlesen
Mancher mag sich sicher sein, dass man schon ein wenig gaga sein muss, um an einem Projekt wie gaga.net mitzuarbeiten. Gaga.net ist ein Projekt, dass Menschen zum freiwilligen Korrekturlesen auffordert … und dies frei von finanzieller Entlohnung. Auf gaga.net ist das Konzept folgendermaßen beschrieben:
Wir zerteilen ein Buch in einzelne Seiten und geben die Einzelseiten zum Korrekturlesen an jeden, der Lust zum Mitmachen hat. Jeder neue Mitarbeiter verringert die Zeit, bis ein Buch endgültig korrigiert ist. Das Projekt GaGa ist Zulieferer für das Projekt Gutenberg-DE. Bei Gutenberg-DE lesen täglich 30.000 Besucher. Falls jeder hundertste Leser nur einmal am Tag bereit ist, eine Textseite aus unserem Angebot zu korrigieren, können wir jeden Tag ein Buch von 300 Seiten erstellen.
So langsam wird es doch unheimlich, was das Web alles leistet. Gerade in einer Gesellschaft, die immer mehr Freizeit hat, weil immer mehr Maschinen und Methoden unsere Arbeit verrichten, finde ich es aber gut, wenn mehr Kultur-Arbeit geleistet wird.
von Matthias Zellmer
Buchtipp: “Das Ende der Schublade” von David Weinberger
Gestern habe ich ein Buch zu Ende gelesen, welche mich begeistert hat, wie kaum ein anderes zuvor! Die Rede ist von Das Ende der Schublade: Die Macht der neuen digitalen Unordnung.
Noch nie habe ich ein Sachbuch wie dieses gelesen … weder im Bezug auf den Inhalt noch auf den Schreibstil. Es macht einfach vom ersten bis zum letzten Satz Spaß dieses Buch über die Ordnung im Allgemeinen und die digitale Ordnung im Speziellen zu lesen. Und was Weinberger scheinbar so locker leicht auf noch nicht einmal 300 Seiten formuliert, ist schlichtweg die Beschreibung der digitalen Revolution. Darauf verweist auch völlig zu recht der Klappentext des Buches:
Ob wir spazieren gehen, einkaufen oder uns unterhalten – ständig teilen wir die Lebewesen und Dinge, die uns umgeben, ein in verschiedene Kategorien: Bäume und Blumen, Milchprodukte und Gemüse, sympathische Menschen und unsympathische. So schaffen wir Ordnung und finden uns in der Welt zurecht wie in einer Bibliothek – alles hat seinen Platz.
Diese Ordnung kommt ins Wanken, sagt David Weinberger. Unser Denken in festen Kategorien führt uns auf Dauer nicht weiter, wir müssen lernen, mit Chaos, Unordnung und Unschärfe umzugehen. Nur so lässt sich verstehen, warum Projekte wie Wikipedia funktionieren, warum YouTube, Flickr und iTunes so populär und erfolgreich sind.
Das ist nicht weniger als eine Revolution: Denn auf einmal verlieren Experten ihre Macht, soziale Netzwerke werden immer einflussreicher, Kunden und Bürger entscheiden selbst, weil sie am besten wissen, was sie wollen. Jeder besorgt sich genau die Informationen, die er braucht, und bringt sie in die Ordnung, die ihm am besten nützt.
Ein faszinierendes Panorama der digitalen Welt von einem der profiliertesten Internet-Vordenker.
Einfühlsam holt Weinberger den Leser bzw. die Leserin dort ab, wo sich alle auskennen: In einem Supermarkt. Daraufhin macht er einen Schritt zurück, um mit uns dann durch die Geschichte der Menschheit zu wandern. Dabei beleuchtet er mit einem unfassbar ganzheitlichen Weitblick unsere stetigen Bemühungen alles und jeden zu kategorisieren. Dies geschieht hauptsächlich um eine möglichst allgemein gültige Ordnung herzustellen. Doch am Ende ist es das ungeordnete digitale Chaos, welches dem Ideal bei all den Bemühungen in vielen tausend Jahren Menschheitsgeschichte am nähsten kommt. Am Ende wird klar: Ein globaler Umbruch ist im Gange und er wird etablierte gesellschaftliche Strukturen grundlegender verändern, als es jede noch so große Finanzkrise vermag.
Jeder Mensch, der in irgendeiner Weise beruflich mit dem Internet zu tun hat oder sich allgemein etwas vorbereiteter in die nächsten Jahre und Jahrzehnte gehen möchte, sollte dieses Buch gelesen haben. Ich werde es sicher nicht zum letzten Mal gelesen haben. Eigentlich möchte ich dieses Buch auswendig kennen.
von Matthias Zellmer




















