Der Elektrische Reporter über die Digitale Identität


Mario Sixtus hat als Elektrischer Reporter vor etwas mehr als einem Jahr den Sprung von der Web-TV-Sendung zur TV-TV-Sendung im ZDF geschafft. Meiner Ansicht nach, auch völlig zu Recht. Und auch wenn sich die inhaltliche Ausrichtung leicht, aber durchaus essentiell verschoben hat, ist Sixtus seinem Stil weitestgehend Treu geblieben. Der ZDF-Elektrische-Reporter erklärte nun vor allem dem Fernseh-Publikum das Web und machte nicht mehr Fernsehen für die Web-Gemeinde. Das Niveau wurde massenkompatibler. Dies ist kein Vorwurf, nur eine Beobachtung.

Und nichtsdestotrotz schaue ich mir den Elektrischen Reporter noch fast genauso regelmäßig an, wie früher. Denn es ist immer noch das Beste, was es im deutschsprachigen Raum an Bewegtbild-Journalismus mit dem Themenschwerpunkt Web gibt. Besonders interessant fand ich dann auch die neuste, oben eingebundene Folge mit dem Titel Digitale Identität: Das Ich im Netz.

Fast schon philosophisch wird darin beleuchtet, was das Kommunizieren, Vernetzen und sich selbst Präsentieren im Netz mit uns macht bzw. noch machen könnte. Schärfen wir unser eigenes Persönlichkeitsprofil oder werden wir gar zur eigenen Marke? Werden wir angreifbar, da wir in den Online-Profilen inhaltlich reduzierte, möglichst “auf den Punkt” gebrachte und für Andere frei interpretierbare Informationen von uns hinterlassen? Wird das Web auch unsere ganz normale, lebensdauerabhängige Persönlichkeitsveränderung widerspiegeln können? Macht uns das Social Web vielleicht sogar als lebendiger Mensch authentischer? Dies und mehr macht der Elektrische Reporter zum Thema. Ohne dabei all zu viele Antworten vorgeben zu wollen. Sehr inspirierend … wie ich finde.

schließen