Reduktion aufs Maximum

SinnerSchrader hat im Rahmen der Neuentwicklung seines Corporate Designs natürlich auch die Website radikal überarbeitet. Was zunächst ins Auge fällt ist die neue Schriftmarke und das gänzlich neue Screendesign. Ist man mit dem Mauszeiger aktiv, erwacht der Hintergrund zu einer lebendigen, transzendenten Lichtwelt. Ruht der Mauszeiger, so fällt auch das Lichterspiel in einen ruhigen Schlaf.

Eine Navigation im herkömmlichen Sinne fehlt, stattdessen werden alle relevanten Informationen in den drei Spalten “Unternehmen”, “Referenzen” und “Jobs” dargestellt. Das wars. Bis auf wenige Ausnahmen verweisen fast alle Links auf externe Websites, die sich unterhalb des Seitenkopfes öffnen. “_Die Vision” verweist z.B. auf slideshare, während mich ein Klick auf einen der Jobs zu den üblichen Jobbörsen führt. Ich muss gestehen, dass ich zunächst durchaus etwas verwirrt war. Kommunikation, Integration und digitale Vernetzung wurden hier jedoch einmal wirklich wörtlich umgesetzt. Ich halte diesen Ansatz, für ausgesprochen mutig und konsequent.

via Fischmarkt

Navigieren im Raum

Seid Macromedia sein Flash-Plugin auf den Markt gebracht hat, haben sich Programmierer und Designer an dreidimensionalen Navigationssystemen versucht – mit mehr oder weniger großem Erfolg. Denn so viel Spaß es auch macht, in diesen “Orbs” zu navigieren spielen, auf die Dauer vermisst man dann doch den Komfort herkömmlicher Browserfunktionalitäten wie Bookmarks oder schlicht den Backbutton.

Wieden+Kennedy haben dagegen eine Navigationssystem umgesetzt, das seines Gleichen sucht. Flashbasiert, jedoch mit Permalinks und Unterstützung des browsereigenen Backbuttons. Hat man sich einmal vom Schock der überbordenden Startseite erholt (die Zeitleistenfunktionalität ist mir erst beim zweiten Hinschauen aufgefallen), macht es einen Heidenspass, sich durch Videoclips, Fotos und Kampagnen zu bewegen – nein – treiben zu lassen.

via designiskinky

Und für die Eiligen unter euch gibt´s noch ein Schmankerl direkt.

Mercedes-Benz Relaunch

Mercedes-Benz

Durch meine morgendliche Visite beim Designtagebuch bin ich auf den Relaunch des schwäbischen Automobilkonzerns Mercedes-Benz aufmerksam geworden. Neben dem edlen, eleganten Design sind mir besonders die 360°-Anischten der jeweilige Autos samt Interieur aufgefallen. Beteiligt am Relaunch waren die Agenturen Nolte + Lauth (Konzept), Scholz & Volkmer (Design und Content) sowie Jung von Matt/Next (Content).

Via: Designtagebuch

Website = User Interface

Logo der Website ui-patterns.com

Auch wenn es viele nicht glauben mögen, aber Websites sind in erster Linie User Interfaces, also grafische Benutzeroberflächen. Das ist es zumindest, was ihren großen Vorteil gegenüber vielen anderen Medien ausmacht. Erst so ist es möglich einen personalisierten Informationsaustausch zwischen dem Website-Nutzer und System zu ermöglichen.

Weiter ist es kein Geheimnis, dass die Anzahl der möglichen Interface-Elemente optisch zwar unendlich groß sein mag, aber logisch deutlich beschränkt ist. Da gibt es Formulare und Hyperlinks in den verschiedenen Ausprägungen, von Suchfeldern über Thumbnails bis zu den deutlich umstrittenen Tagclouds. Aber alles in allem sind die im Kern immer wieder verwendeten Elemente, in ihrer Anzahl durchaus zu überblicken. Darum ist es nicht gerade dumm, wenn man auch bei den Web Interfaces auf die in der Informatik lange bewährte Methode der Entwurfsmuster zurückgreift.

Und genau das macht die Website UI-patterns.com. Hier gibt es in einer Bibliothek für die gängigsten Interface-Elemente praktische Standard-Lösungen, die einem das Leben als Web-Entwickler durchaus erleichtern können.

Pizza finden

Auf der Suche nach einem Pizzaservice bin ich gerade über das Suchportal pizza.de gestolpert. Die Suche und Auswahl des Anbieters wird dem Besucher hier wirklich leicht gemacht und das Interface ist obendrein auch noch sauber, elegant und übersichtlich.

Man klickt sich über eine große Kartenansicht durch die Postleitzahlgebiete und bekommt direkt eine Liste aller verfügbaren Pizzerien mit Online-Bestellmöglichkeit. Die Pizzerien können bewertet werden und sich ihrerseits an einem Internet-Bestellsystem beteiligen. Hat man sich für einen Lieferservice entschieden, landet man auf dessen Bestellseite, wo man sich über ein pizza.de Login-Feld anmelden kann.

So einfach kanns sein.

Produktleiste auf Apple-Website

Produktleiste auf Apple-Website

Da ich mich derzeit auf der Suche nach einem Notebook befinde, habe ich mich am Wochenende auch ein wenig auf der Apple-Website rum getrieben.

Abgesehen von dem einem oder anderem Produkt, hat es mir die Art und Weise total angetan, wie Apple seine Produkte mittels einer Leiste präsentiert. Dort kann man nämlich einfach und schnell mittels Schieberegler durch die unterschiedlichsten Produktgruppen navigieren. Tolle Sache … denn wie oft haben wir hier schon zusammengesessen und überlegt, wie man z.B. die Produkte einer Maschinenbaufirma ansprechend präsentieren kann. Apple zeigt mal wieder wie es gehen kann. Vielleicht kauf ich ihnen nun auch was ab …

World Usability Day 2007

World Usability Day 2007

In 14 deutschen Städten findet am 08. November der diesjährige World Usability Day oder Tag der Benutzungsfreundlichkeit statt.

Ich werde wie auch im vergangenen Jahr wieder hier in Stuttgart dabei sein. Im letzten Jahr haben einige Vorträge und vor allem die Ausstellung mich nicht so recht überzeugt. Aber wenigstens scheinen die Veranstalter aus dem vergangenen Jahr gelernt zu haben und die Vorträge in solche für Fachleute und solche für Laien unterteilt.

Positiv hatten sich im vergangenen Jahr vor allem eine Gruppe von Informationsdesign-Studis der Hochschule der Medien Stuttgart (HdM) hervorgetan. Sie haben praktisch live am Stand die Website der VHS Stuttgart analysiert und ein neues Layout entwickelt; mit dem Schwerpunkt auf der Usability. Als Basis nutzten dazu sie eine Art Usability-Checkliste, die sie in einer Lehrveranstaltung erarbeitet haben. Das Highlight war dabei, dass sie die entwickelten Zwischenergebnisse direkt per Eyetracking-Video-Analyse mit Gästen getestet haben und die Ergebnisse direkt in die weiteren Überlegungen eingebaut haben. Wie ein Besuch der VHS-Website zeigt, haben sich die VHS-Leute wohl nicht an die Verbesserungsvorschläge gehalten.

Getty Images: Catalyst Search

Im Rahmen des Relaunchs von Getty Images wurde neben der grafischen Überarbeitung auch ein mir bisher verborgenes Feature implementiert: Catalyst Search.

Ein einzelner Suchbegriff bildet die Basis für eine automatisch generierte Liste von relevanten Begriffen/Tags, mit denen man per Drag&Drop das Suchergebnis einschränken bzw. unerwünschte Begriffe ausklammern kann. Das Interface ist farblich sicher nicht jedermanns Sache, Übersichtlichkeit und Bedienbarkeit sind jedoch tadellos.

Für meine Begriffe mehr als nur ein intuitiv zu bedienendes Spielzeug.

Vista-style Toolbar mit CSS

Vista-style Toolbar mit CSS

Sollte Microsoft mit Vista einen neuen Design-Trend gesetzt haben? Wenn ja, dann könnte sich für Web-Entwickler, die sich mit diesem Trend beschäftigen wollen bzw. sollen, ein Blick auf den Itookia-Blog-Beitrag “How to create VISTA style toolbar with CSS” lohnen.

Dort wird sehr anschaulich beschrieben, wie mittels CSS eine Toolbar im Vista-Style umgesetzt werden kann.

DMMK Stuttgart

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Letzte Woche war mir die Teilnahme am Deutschen Multimedia Kongress in Stuttgart vergönnt. Leider konnte ich erst am zweiten Tag des Kongresses teilnehmen und habe damit den einen oder anderen, laut Augenzeugenberichten interessanten Beitrag verpasst. Insbesondere die Keynote von Tom Klinkowstein, „Shut up and listen: Design thinking/Design listening” soll recht eindrucksvoll gewesen sein.

Von den beiden Workshops mit den Themen “Bewegtbilder im Netz” und “Marketinginstrument Online Communities” habe ich mich für ersteres Entschieden. Insbesondere die Vorträge zu den Themen “Mediacenter – Der Brückenschlag vom Arbeitszimmer auf die Couch” und Joost – P2P mit Erlösmodell” haben mich zu meiner Entscheidung bewogen. Im Vergleich zum ersten Tag fiel die Teilnehmeranzahl des Workshops mit einem gefühlten Verhältnis von 1/1 (Teilnehmer/Lektoren) recht bescheiden aus.

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Nach einer guten Einführung von Herrn Tewinkel (ehemals BahnTV) in das Thema Bewegtbild begann der Workshop mit einer Präsentation von fischerAppelt, wo man nach dem Kauf von DaimlerChrysler tv.media nun das markenunterstützende Videoportal mercedes-benz.tv betreibt. Die von Scholz & Volkmer realisierte Website richtet sich an eine junge, internetaffine Zielgruppe. Die stimmig gestaltete Website wurde recht stark an Apples Interfacedesign angelehnt, insbesondere die Verwandschaft zu Apples Coverflow ist augenscheinlich. Die Bedienbarkeit ist dabei sehr gut, einzig eine einfache Bookmarkmöglichkeit fehlt, was der komplett in Flash realisierten Umsetzung geschuldet ist. Mercedes-benz.tv führt hier im Bereich Video in meinen Augen das fort, was die seligen Mercedes-Mixtapes als Audioangebot begonnen hatten. In meinen Augen ein cleveres Instrument, eine junge Zielgruppe an Mercedes-Benz heranzuführen. Auf der Einstiegsseite wird der Zuschauer übrigens TV typisch von einer Moderatorin (Tanja Bülter) begrüßt. Ich für meinen Teil kann mich mit Moderatoren auf Websites noch immer nicht so recht anfreuden, es wirkt auf gewisse Weise anachronistisch.

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Um moderierte Videopräsentationen geht es auch bei targa.tv. Auf die Frage nach den Monetarisierungsmöglichkeiten von Bewegtbildern im Netz antwortet Herr Christian Gummig mit dem Begriffen “Transaktionsorientierte Medienformate”, einer eleganten Umschreibung für die schlichte Übertragung von TV-Shopping ins Internet. Ich gehöre hier sicher nicht zur richtigen Zielgruppe, allerdings denke ich, daß es schwierig werden dürfte, ein auf hochgradig asymmetrischer Informationsverteilung zwischen Käufer und Verkäufer basierendes Verkaufsprinzip vom TV ins Internet zu transferieren, wo Vergleichbarkeit und umfassende Informationsmöglichkeiten nur wenige Klicks entfernt liegen. Man wird sehen, offensichtlich wird für einen bekannten e-Commerce Betreiber bereits produziert…

Hendrik von Beust (Atkon) weist in seinem interessanten Vortrag “Evaluation und Erfolgsmessung” auf die Auswirkungen hin, welche die immer stärkere Verwendung von AJAX-Elementen und Videoclips im Hinblick auf die gemessenen PIs hat: Die Anzahl der Seitenaufrufe sinkt. Videoinhalte lassen Websitebesucher länger “unbeweglich” auf einer Seite verweilen, was gemessen auf die Gesamtdauer des Besuches zu geringeren Klickraten führt. Insbesondere bei Portalen mit großem Videoanteil kommt es zu einem paradoxen Effekt: Die Vermarktungsfähigkeit dieser Angebote sinkt, obwohl die Aufmerksamkeit, die der User auf einer Seite aufbringt um ein Vielfaches höher liegt als bei schnellem Klicken. Das Marktforschungsinstitut Nielsen ist daher dazu übergegangen, bei der Evaluation von Webgeboten die Verweildauer als zentrales Kriterium zugrunde zu legen. PIs werden lediglich ergänzend aufgeführt. Das Messen der Verweildauer ist jedoch schwieriger, als ein bloßes Erfassen der Seitenaufrufe (Wobei selbst hier je nach eingesetzter Software oft Unterschiede bis zu 30% auftreten). Vergessene Browserfenster oder-tabs können die tatsächliche Verweildauer, während der ein User einer Seite tatsächlich seine Aufmerksamkeit schenkt, verzerren. Hier verbirgt sich noch großes Verbesserungspotential.

Ich mache es kurz und schmerzlos: Die beiden heiß erwarteten Vorträge zu den Themen Mediacenter und Joost fanden schlicht nicht statt. Frau Vanessa Weihbrecht, Product Marketing Manager von Microsoft Deutschland war nicht erreichbar und erschien ohne Angabe von Gründen einfach nicht zur Konferenz. Wie schön es doch gewesen wäre, von Microsoft einmal positiv überrascht zu werden… Über den Joost-Vortrag wurde seitens DMMK übrigens kein Wort mehr verloren – sehr schade.

Und so fällt mein Fazit leider etwas zwiegespalten aus: Zwei sehr gute Vorträge, ein anachronistisches Vermarktungskonzept, bestätigte Vorurteile und zwei vakante Referatsthemen, deren Zeitfenster mit einer Tasse Kaffe und einem netten Gespräch gefüllt werden konnte. Auch nicht das Schlechteste.

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