Web-Interface-Regel: Lass sie es vor Ort tun

Aus der Historie des World Wide Webs ist es gar nicht so selbstverständlich, dass man User etwas genau dort erledigen lässt, wo es vom Kontext her sinnvoll ist. Doch mit dem Selbstverständnis, das mit dem Web2.0 Einzug hielt, ist dies jedoch immer üblicher geworden. Aber machen wir es mal an einem konkreten Beispiel fest.
Will man bei Twitter seine Mail-Adresse ändern, möchte Twitter, dass man dies mit der Eingabe seiner Mail-Adresse bestätigt. Dazu muss man in den Settings-Bereich bei seinem Twitter-Account gehen. Ausschnittsweise sieht das dann so aus:

Um nun die Mail-Adresse zu ändern, klickt man in das entsprechende Feld. Daraufhin öffnet sich direkt darunter das Feld, das die bestätigende Eingabe des Passworts einfordert:

Nach der Änderung der Mail-Adresse und der Eingabe des Passworts, können dann die geänderten Einstellungen gespeichert werden.
Diese Vorgehensweise hat Vorteile gegenüber anderen Lösungen. So weiß der Nutzer immer, was gerade Sache ist. Denn will er zum Beispiel seine Zeitzone oder seine eingetragene Website ändern, verlangt Twitter dazu nicht die Eingabe des Passworts. Auch könnte Twitter sich die Mail-Adressen-Änderung in einem weiteren Schritt bestätigen lassen. Hat der Nutzer aber gerade sein Passwort nicht zur Hand, so muss er den Vorgang abbrechen. Kein großes Drama, aber die sind nur all zu oft nicht nötig, um einen Nutzer zu vergraulen. Und wenn man nicht Twitter ist, und keine so exponierte Stellung unter seinen Wettbewerbern hat, sind es oft gerade diese Kleinigkeiten, die die Nutzerzufriedenheit und somit seine Treue festigen.
von Matthias Zellmer
Computerunterstützes Leben
Pranav Mistry ist es wichtig, dass Computertechnologien dem Menschen dienen. Er möchte, dass sie uns im alltäglichen Leben immer und überall zur Verfügung stehen. Jedoch sollen wir uns dabei nicht an den Input- und Output-Möglichkeiten der Computer bzw. der Geräte orientieren, sondern sie sich an uns. In seinem TED-Vortrag zeigt er auf wirklich beeindruckende Weise, welche Erfolge er durch seine Forschungsarbeiten am MIT schon erziehen konnte.
Mich hat der Vortag von Pranav Mistry wirklich sehr beeindruckt. Vor allem hat mich beeindruckt, dass als ihn der Moderator am Ende fragt, mit welchen Konzerne er wegen seiner Arbeiten schon in Verbindung steht, er recht schnell über den Kern der Frage hinweg gegangen ist und gleich aufzeigt, dass seine Arbeiten auch für Menschen mit Behinderungen von Bedeutung sind. Schlussendlich machte Mistry deutlich, dass er will, dass seine Arbeiten möglichst zum Nutzen für alle Menschen eingesetzt werden und dass er sie auch als Open Source verbreiten will!
Mehr zu Pranav Mistry und zu seiner Sixth Sense Technologie gibt auf pranavmistry.com und dort auf der zugehörigen Projektseite.
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Gefunden bei den blogpiloten.de
von Matthias Zellmer
CrunchPad gescheitert
Im Juli 2008 schrieb Michael Arrington von TechCrunch einen Beitrag, in dem er sich einen Tablet-Computer wünscht, der sich per TouchScreen bedienen lässt und der vornehmlich zum Surfen im Web dienen soll. Seit diesem Beitrag haben wir mehr oder weniger vollständig die Entwicklung des CrunchPads verfolgt.
Im gleichen Beitrag rief Arrington die Entwicklergemeinde und Firmen auf, sich bei ihm zu melden, wenn Interesse daran bestünde, an der Umsetzung eines solchen Geräts mitzuarbeiten. Wichtig waren Arrington von Anfang an ein günstiger Anschaffungspreis (anfangs 200$, später 300$) und dass das Gerät so weit wie irgend möglich Open-Source ist.
In den letzen eineinhalb Jahren wurde aus der ersten Idee ein Gerät, dessen Hardware und User-Interface sich laut Arrington wirklich sehen lassen konnten und das ersten Test-Nutzer wirklich Freude zu bereiten schien. Für den 20.November war die Einführung des CrunchPads geplant, die Massenproduktion sollte 2010 beginnen.
Eine Vielzahl von Kooperationspartner wie zum Beispiel Intel unterstützen das Projekt, um einen günstigen Anschaffungspreis zu ermöglichen und dem TechCrunch-Team den Vertrieb des CrunchPads so einfach wie möglich zu machen.
Am 17.November wurde dann das vorläufige Ende des CrunchPads besiegelt: Die Partner-Firma Fusion Garage, die schließlich die Hardware-Entwicklung übernommen hatte, benachrichtigte TechCrunch, dass die Anteilseigner der Firma beschlossen hätten, das Gerät ohne weitere Beteiligung von TechCrunch vertreiben zu wollen.
Aber sowohl das geistige Eigentum am CrunchPad, wie auch die Marke CrunchPad gehören TechCrunch. Doch dies reicht scheinbar rechtlich nicht aus, um das Gerät seitens TechCrunch mit einem anderen Partner weiter produzieren zu dürfen. Ebenso wenig gestattet es die rechtliche Lage wohl (zum Glück) Fusion Garage, das CrunchPad ohne Einwilligung von TechCrunch weiter zu produzieren.
In seinem Beitrag zum Scheitern des CrunchPads bringt Arrington immer wieder seine Enttäuschung und Trauer darüber zum Ausdruck, dass ein Projekt, für das sich so viele unterschiedliche Partner ohne Profitgedanken eingebracht und begeistert haben, an den (ich nehme doch einmal stark an monetären) Bestrebungen der Anteilseigner von Fusion Garage scheitert.
Und das sehe ich ganz genauso wie er!
von Katrin Schneider
Mockingbird – Online-Wireframe-Tool
Vor zwei Tagen wurde das kostenfreie Online-Wireframe-Tool Mockingbird gelauncht. Ich hab es heute Morgen ein wenig getestet und muss sagen, dass ich echt schwer beeindruckt bin.
Mockingbird selbst spricht von “Wireframes on the fly”, und genau das macht dieses Tool. Und das sehr überzeugend. Manchmal wundert man sich schon, was so eine Web-Applikation inzwischen alles kann. Drag’n'Drop, Tastaturkürzel wie Strg+C und Strg+V, Elemente aneinander ausrichten und vieles mehr, verleiht dem Nutzer hier ein echte Desktop-Feeling.
Auf die Schnelle habe ich mal den oberen Teil dieses Blog nachgebaut, die man natürlich per URL verbreiten oder per iframe anbinden kann:
Mockingbird stellt die zentralen UI-Elemente einer Website zur Verfügung und lässt den Nutzer mehrere Seiten pro Projekt anlegen. Diese können dann auch untereinander verlinkt werden. Dazu zieht man die Page aus der Box oben links auf den Link. Fertig. Das Ergebnis kann man sich dann im Preview-Modus (siehe oben) ansehen. Weiterhin lassen sich einzelne Elemente gruppieren und in der Größe anpassen. Leider kann man bei Text-Elementen nur die Schriftgröße anpassen und keine Auszeichnungen wie fett oder kursiv vornehmen. Auch wäre es nett, wenn man in einem Text auch mal einen Link setzen könnte. Kann ja noch kommen.
Kleines Detail noch am Rande. Vor ein paar Tagen habe ich auf dem Blog uxzentrisch an einer Diskussion über Anmelde- und Registrierungselemente teilgenommen. Interessanterweise ermöglicht Mockingbird das Anmelden bzw. Registrierungen genau in der dort von mir vorgeschlagenen Art und Weise. Dort bekommt man erst einmal nur ein Formular und wenn die eingegebene Mail-Adresse unbekannt ist, wird das Anmeldemodul um ein Feld zu Passwortbestätigung erweitert und somit zur Registrierung. Sehr innovativ, wie ich finde.

Allgemein macht Mockingbird auf mich schon einen sehr ausgereiften Eindruck und verblüfft durch sein ausgereifte Interface. Respekt!
von Matthias Zellmer
Text 2.0 – der Text, der mitdenkt und reagiert
In Kaiserslautern am Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz arbeiten sie am Text 2.0.
Dieser Text bekommt im Prinzip mit, dass und wie er gelesen wird. So werden etwa beim schlichten Lesen und ohne Steuerung mittels irgendwelcher Eingabegeräte fremdsprachige Wörter, auf denen das Auge etwas länger verweilt, übersetzt oder vorgelesen, um die Aussprache zu lernen. Auch ist es bei Text 2.0 möglich bei einem Text, der nur überflogen wird, automatisch nur die relevanten Schlüsselwörter des Textes darzustellen.
Die Entwickler sprechen auch von “augmented reading” … also vom “erweitertem Lesen”. Im Prinzip ist diese via Eyetracking realisierte Technologie eine logische Weiterentwicklung des Hypertext-Prinzips, welches die Grundlage für das World Wide Web ist. Robert Basic meinte via Twitter dazu:
Damit mag er durchaus recht haben. Ich nutzte heute schon regelmäßig die beim Firefox-Plugin Google Toolbar eingebaute Funktion, mir englische Wörter im per Mouseover übersetzen zu lassen. Und vor allem vermisse ich sie bei englischsprachigen Texten, die ich nicht im Browser lese.

Wer nun neugierig auf Text 2.0 geworden ist, dann auch text20.net mehr darüber erfahren.
von Matthias Zellmer
Mensch-Maschine
Dieser Wochenende findet in Berlin ja das UXcamp statt und Zellmi ist bereits auf dem Weg in den wilden Westen und sicher schon ganz aufgeregt. In diesem Zusammenhang ist mir vorhin ein schönes Video in die Finger geraten. Den ganzen Beitrag lesen »
von Artur Richter
Dropbox – komfortabel Daten via Web synchronisieren
Immer häufiger fiel mir in letzter Zeit beim Überfliegen der Tweets meiner Twitter-Friends der Begriff Dropbox ins Auge. Neugierig wie ich nun mal bin, bemühte ich am vergangenen Wochenende in einer stillen Stunde Google, mir bei der Klärung der Frage zu helfen:
Ganz kurz gesagt, ist es eine weitere Festplatte im Netz. Davon gibt es inzwischen einige. Aber bisher habe ich alle verschmäht, da ich im Bedarfsfall einfach einen passwortgeschützten Ordner auf meinem Webspace verwendet habe.
Nach ein paar Tagen im Einsatz habe ich den für mich entscheidenden Unterschied zu meiner bisherigen Lösung entdeckt: Die unglaublich komfortable Synchronisation der Daten.
Ich habe die Dropbox-Software auf meinem MacBook zuhause und meinem Windows-PC im Büro installiert … gibt es auch für Linux. Auf beiden Systemen erscheint danach ein neuer Ordner “My Dropbox”. Wie in jeden anderen Ordner kann ich dort Dateien aller Art hineinschieben und fertig. Diese Dateien kann ich danach sofort auch auf jedem anderen System abrufen, auf dem ich meine Dropbox eingerichtet habe. Zudem auch über ein Web-Interface im Browser. Einfacher geht es meiner Ansicht nach nicht.
Andere Features, wie der “Public”-Ordner, in dem ich Dateien ablegen kann, um sie dann über eine URL mit anderen auszutauschen oder die Möglichkeit über Dropbox digitale Fotoalben zu veröffentlichen, finde ich nett. Aber sie würden nicht ausreichen, um einen solchen Dienst bei mir zu etablieren.
Auf getdropbox.com gibt nicht nur die Dropbox-Software, sondern auch ein informatives Video bzw. eine Quick-Tour zu Dropbox, sowie das Login zum Web-Interface. Ist man Dropbox-Nutzer kann auch dauerhaft eingeloggt bleiben, um über die selbe Adresse auf seine in der Dropbox abgelegten Daten zuzugreifen.
Was ich mir jetzt noch wünschen würde, wäre, dass ich Dropbox auf meinem eigenen Server installieren könnte. Denn wirklich sensible Daten würde ich meiner Dropbox nicht so gerne anvertrauen.
Update: Ganz vergessen … die Nutzung von Dropbox ist kostenlos.
von Matthias Zellmer
Studie: Mobile muss es einfach sein

Eine Studie von IBM bestätigt wohl, was ich immer dann auch bemerke, wenn ich mit meinem Handy irgendwelche Internet-Dienste wie E-Mail oder das Web nutze: Dann muss es schlichtweg einfach funktionieren.
Zum einen weil es immer noch recht kostenintensiv ist, wenn man derzeit mobil ins Netz geht … was sich hoffentlich bald ändert … und zum anderen, weil es trotz iPhone und Co. noch kaum ganzheitlich überzeugende und alltagstaugliche Eingabemöglichkeit gibt, wenn man z.B. auf dem Heimweg in der S-Bahn mal schnell eine Mail schreiben möchte oder ein Bestellung in einem Online-Shop tätigen möchte.
Laut Digital:next gibt es jedoch noch ein weiteres Problem im Bezug auf mobile Endgeräte:
Ein großes Problem bei der Bereitstellung von Inhalten ist vor allem aber die Vielzahl an Betriebssystemen und unterschiedlichen Endgeräten, weil die Nutzer eine möglichst einfache Anwendung der Inhalte wünschen. Daher sollten künftig nicht mehr die Anforderungen des Geräts, sondern die Anforderungen des anzubietenden Dienstes im Mittelpunkt der Soft- und Hardware-Entwicklung stehen. Die wichtigsten Kriterien für die mobilen Märkte der Zukunft seien aber vor allem ein günstiger Zugang mit einem günstigen Endgerät.
Allgemein muss man aber sagen, dass das Web weiter von der recht eingleisigen Ausrichtung auf die Ein-und Ausgabe am Rechner mit Tastatur und Monitor weg kommen sollte bzw. muss. Hier hilft schon mal die strikte Einhaltung des Paradigmas von der Trennung von Layout, Verhalten und Inhalten. So können mobile Dienste auf den Inhalten aufsetzen und nicht nur angepasste Layouts anbieten, sondern auch eine angepasste Nutzungslogik. Insgesamt ist dies vor allem eine Herausforderung an die Menschen, die Informationssysteme konzipieren und entwickeln.
von Matthias Zellmer
PicLens evolutioniert die Bildersuche
Eigentlich bin ich kein großer Freund von polierten, spiegelnden Oberflächen, so langsam hat man sich nun wirklich daran satt gesehen. Aber okay okay, dies hier ist eine Ausnahme. Mir ist bisher kein Firefox-Plugin untergekommen, das mich derart beeindruckt hat. PicLens generiert aus Bildarchiven wie Flickr, Photobucket, Picasa oder einer beliebigen anderen Website dreidimensionale Bildwände die nicht nur nett anzusehen sind, sondern sich auch flüssig und einfach navigieren lassen – vorausgesetzt der Rechner verfügt über die angemessene 3D-Leistung. Dann macht es aber richtig Spaß, durch Unmengen von Bildern zu fliegen.
Wenn man nun noch die Möglichkeit bekäme sich über dieses Interface schnell und einfach Bilder zu merken und eigene Lightboxen zu erstellen wäre ich noch ein Stückchen glücklicher. Trotz spiegelnder Oberflächen.
via basicthinking und vor Ewigkeiten auf dem D:BUG Blog
von Artur Richter
handlungsreisen.de: Literatur-Map

Heute morgen in der S-Bahn zur Arbeit hab ich mir mal wieder die Zeit mit dem neusten Beitrag des elektrischen Reporters verkürzt. Diesmal präsentiert uns Mario Sixtus in seinem Videoblog ein Interview mit Jens Nommel. Dieser spricht über sein Online-Projekt handlungsreisen.de. Eine astreine Google-Maps-Mashup-Anwendung, die Bücher mit den Orten ihrer Handlung verknüpft. Beides … Video-Beitrag und Karten-Anwendung: Sehr sehenswert!!!
von Matthias Zellmer






