Visionärer Rückblick: Peter Kruse über die revolutionäre Kraft des Internets

Das Video von Peter Kruses Vortrag auf der re:publica 2010 mit dem Titel “Whats Next – Wie die Netzwerke Wirtschaft und Gesellschaft revolutionieren” ist jetzt ziemlich genau 2 Jahre alt. Und darin liegt ein guter Teil der Faszination, die dieser Vortrag heute auf mich ausübt. Denn im Prinzip sagte Peter Kruse darin unbewusst den Niedergang von Schlecker und die Re-politisierung vieler Menschen voraus. Letzteres zeigt sich im derzeitigen Erfolg der Piraten. Aber er zeigt auch auf, warum das so ist, indem er auf die unterschiedlichen Wertewelten von so genannten Digital Visitors auf der einen Seite und Digital Residents auf der anderen Seite aufzeigt, und damit darlegt, warum es dieses offensichtliche Nicht-Verstehen dieser beiden Fraktionen gibt. Aber seht selbst …

Gobale Internet-Bevölkerung hat sich in den letzten 5 Jahren verdoppelt

Auf Pingdom.com bin ich auf eine interessante Zahl, mitsamt zugehörigem Artikel, gestoßen: 2,27 Milliarden Menschen nutzten in 2011 das Internet. D.h. auch, dass sich die Zahl der Internet-Bevölkerung in den vergangenen fünf Jahren in etwa verdoppelt hat. Die Zahlen stammen von internetworldstats.com.

Interessant ist auch die von Pingdom stammende Infografik oben. Sie zeigt, dass sich z.B. in Nordamerika im Bezug auf die Internet-Nutzer-Zahlen gar nicht so viel getan hat. Aber gerade in Afrika und im Mittleren Osten sind diese Zahlen prozentual deutlich stärker gestiegen. Und von den reinen Zahlen her, sind in Asien am meisten Menschen hinzugekommen. Was allerdings damit zu tun hat, dass dort auch zahlenmäßig die meisten Menschen leben. Und doch leben inzwischen gut die Hälfte aller Internet-Nutzer in Asien. Spannend finde ich dabei, zu beobachten, ob sich das auch in den Inhalten und Angeboten niederschlagen wird?

Zunächst einmal hätte ich den im Impuls zu sagen, dass dies wegen der Sprachbarrieren nicht der Fall sein wird. Doch was wäre, wenn die Übersetzungsalgorithmen immer besser werden? Was sie ja auch wirklich tun … oder? Wird dann unser Blick auf die Welt immer überregionaler werden? Irgendwie kommt mir dabei der Spruch »Think global, act local« in den Sinn. Denn wir sind vom Grundprinzip eher regionale Wesen, haben mit dem Internet aber ein hochgradig globales Werkzeug an die Hand bekommen. Das wird … das muss doch etwas mit uns machen? Noch mehr als es Flugzeug und Telefon schon getan haben. Glaskugel … wo bist du?

Initiative “Pro Netzneutralität” gegründet

Eine der absolut grundlegenden Ideen bei der Schöpfung des Internets, war, dass alle daran beteiligten Knotenrechner völlig neutral alle Datenpakete zu ihrem Zielpunkt weiterleiten. Damit sollte seine Ausfallsicherheit z.B. bei einem Atomschlag gewährleistet werden. Diese so genannte Netzneutralität ist heute noch eine der Grundpfeiler des Internets. Meine durch das Internet geschickten Daten haben die gleiche Wertigkeit, wie die von Barack Obama oder die von McDonalds. Demokratie wie sie im Buche steht.

Laut dem Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages definiert sich Netzneutralität folgendermaßen:

Der Begriff Netzneutralität bezeichnet die neutrale Übermittlung von Daten im Internet, das bedeutet eine gleichberechtigte Übertragung aller Datenpakete unabhängig davon, woher diese stammen, welchen Inhalt sie haben oder welche Anwendungen die Pakete generiert haben.

Inzwischen wird das Internet jedoch so stark benutzt und beansprucht, dass es für die Betreiber der Netze durchaus eine Verdienstquelle sein kann, wenn sie Datenpakete gegen Gebühr bevorzugt und damit schneller durchleiten. Dies widerspricht jedoch grundlegend dem Paradigma der Netzneutralität und somit den demokratischen Grundstrukturen des Internets.

Darum gibt es auch zahlreiche Stimmen, bis hin zum US-Präsidenten Obama, die sich für die Netzneutralität einsetzen. Aus einigen dieser Stimmen ist nun auch die Initiative “Pro Netzneutralität” geworden.

Bei Pro Netzneutralität kann man jetzt seine Stimme für eine Erklärung zur Netzneutralität abgeben und damit einen zähl- und vorzeigbaren Beitrag zu diesem wichtigen Thema leisten.

via netzwertig.com

Augmented Reality – einfach erklärt

“Erweiterte Realität”, wie die Augmented Reality eingedeutscht genannt wird, war schon mehrfach Thema im Netzlogbuch, nun haben sich kürzlich auch endlich meine Lieblingserklärer von der Common Craft Show dem Thema angenommen.

Vortrag: Wie Netzwerke Wirtschaft und Gesellschaft revolutionieren

 

Jetzt bin ich endlich mal dazu gekommen, mir den Vortrag “Wie Netzwerke Wirtschaft und Gesellschaft revolutionieren” von Prof. Peter Kruse anzusehen und hören. Sehr interessant. Wer mag, kann sich auch gleich beim Betrachten des Videos, die Folien mit ansehen:

republica2010

Weitere interessante Videos mit Peter Kruse gibt es auch bei Youtube.

via re-publica.de

Gelesen und empfohlen

8 Schritte auf dem Weg zu einem besseren Internet

Martin Weigert erläutert auf netzwertig.com die seiner Meinung nach acht grundlegenden Schritte für ein besseres Internet. Neben den viel diskutierten Punkten wie Netzneutralität und bessere Zahlungsverfahren, listet er u.a. auch die Globalisierung der Lizenzvergaben auf. Ein guter Punkt, der meiner Meinung nach nur ein Fingerzeig in Richtung globale Spielregeln fürs Leben und Wirtschaften im und mit dem Internet sein kann.

Social Media Marketing & Recht – Dos and Donts beim Werben im Social Web – Web 2.0, Social Media & Recht

Der Web2.0-Rechtsanwalt Carsten Ulbricht hat sich mal genauer angesehen, was beim Werben und Vermarkten im Social Web von rechtlicher Seite aus zu beachten ist. Und das Ganze macht er gewohnt kompetent und für juristische Laien gut verstehbar.

38 rhetorische Kunstgriffe

Einen wirklich erhellenden Artikel über die schon 1830 entstandenen rhetorische Kunstgriffe des Philosophen Schopenhauer finden sich auf KoopTech. Besonders gelungen finde ich die kurzen und wirklich gut zu verstehenden Beispiele zu den einzelnen Kunstgriffen. Vor allem zeigen diese Beispiel, wie aktuell Schopenhauers Rhetorik-Tipps auch heute noch sind.

Die neuen Intellektuellen –> Blogger

Norman Schräpel hat im Blog wildes-denken.de dessen Namen alle Ehre gemacht und wild darüber nachgedacht, ob die intellektuelle Elite einer postmodernen Gesellschaft sich aus Blogger-Kreisen generiert bzw. generieren wird. Aber vielleicht wird andersrum ein Schuh daraus: Menschen mit ausgeprägten intellektuellen Fähigkeiten sollten noch stärker die Möglichkeiten des Bloggens nutzen, um notwendige gesellschaftliche Diskurse anzustoßen und zu begleiten.


Das Bild oben entstammt übrigens einem Flickr-Foto von stylianosm.

Das Internet ist dumm … und das ist auch gut so

Der Spiegel-Online-Autor Christian Stöcker erläutert in seinem Vortrag kompetent und gelassen, warum Netzneutralität wichtig und keine Sache ist, die vielleicht ein paar Nerds angehen sollte, sondern uns alle.

Auf Carta.info haben sie die sieben Kernthesen Stöckers aufgelistet:

  1. Das Internet ist dumm und das ist auch gut so.
  2. An vielem, was das Netz gefährlich macht, sind die Nutzer selbst schuld.
  3. Die Staaten dieser Welt werden sich nicht darüber einigen, wie das Netz sein sollte. Aber ein Minimalkonsens in Sachen Verbrechensbekämpfung lässt sich herstellen.
  4. Wir sollten aufhören, vermeintlichen Exhibitionismus anzuprangern, solange wir den Menschen ins Wohnzimmer starren. Wir brauchen eine neue Definition von Öffentlichkeit.
  5. Jugendschutz ist wichtig, aber nicht wichtiger als alles andere. Mit Providern als Zensor wäre das Ende des freien Netzes gekommen.
  6. Urheberrechte sind wichtig, aber nicht wichtiger als Bürgerrechte.
  7. Die Vorteile des freien Internets überwiegen seine Nachteile. Wer das Internet für überwiegend schädlich hält, muss ein Menschenfeind sein.

Das trifft es schon ganz gut. Wer noch mehr über dieses wichtige Thema erfahren möchte, sollte mal bei netzpolitik.org oder dem zugehörigen Wikipedia-Artikel vorbei schauen. Und sogar der US-Präsident Obama kennt sich damit aus und befürwortet ein freies und neutrales Netz:

TED: Tim Berners-Lee über das WWW und seine Zukunft

Vor 20 Jahren erfand Tim Berners-Lee das World Wide Web. In seinem nächsten Projekt möchte er ein Netz für offen zugängliche und verknüpfte Daten schaffen, das für Zahlen das erreichen könnte, was das Web für Wörter, Bilder und Videos geleistet hat: unsere Daten frei zur Verfügung zu stellen und die Art und Weise, wie wir sie verwenden und kombinieren, neu zu gestalten.

Ab Oktober Zahlen und ein- bzw. zweistellige .de-Domains

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Ab 23. Oktober soll es laut domain-recht.de möglich sein, ein- bzw. zweistellige .de-Domains sowie Domains nur mit Zahlen anzumelden. Dort ist zu lesen:

Auslöser dieser Änderung ist ein Urteil des Oberlandesgericht Frankfurt, in dem die DENIC im April 2008 verurteilt wurde, die Domain vw.de zuzulassen; eine hiergegen gerichtete Nichtzulassungsbeschwerde der DENIC vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe blieb nun erfolglos, so dass die Entscheidung aus Frankfurt rechtskräftig ist.

Jetzt wird es wohl einen einem Gold-Rausch alle Ehre machenden Ansturm auf diese vorher nicht zugelassenen .de-Domains geben. Wer jetzt diesbezüglich auch schon ein Kribbeln verspürt, sollte daran denken, dass die Durchsetzungswilligkeit des Markenrechts bei Markeninhabern nicht zu unterschätzen ist.

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