Leseempfehlung: Von der Unfähigkeit zu lernen

untergang

Danke, lieber Marcel Weiss, für deinen Blog-Beitrag Von der Unfähigkeit zu lernen. An alle Anderen: Unbedingt lesen … und daraus lernen!

Meine persönlichen Highlights aus dem Beitrag:

Die Entscheider in jedem Wirtschaftszweig, dessen Geschäftsmodelle direkt vom Internet betroffen sind, weigern sich seit Jahren, zu lernen, zu verstehen, zu überleben.

Es passt nicht in’s eigene Weltbild, deswegen kann und darf es nicht wahr sein.

Dass das Gleiche ebenfalls in der Printindustrie/Journalismusbranche der Fall ist, ist nach wie vor nur schwer nachzuvollziehen. Die Branche, deren Aufgabe es ist, die Welt zu verstehen und verständlich zu machen, versteht die eigene Situation nicht einmal ansatzweise.

Stattdessen: Ignoranz, Arroganz und ein Vertrauen auf die eigenen Lobbyverbände und als letzte Notlösung die Regierung, die notfalls eingreifen soll. Nur reicht eben nicht einmal das. Was Einigen langsam klar werden dürfte.

Markt bedeutet eben nicht nur unverschämt hohe Renditen sondern auch Untergang, wenn man sich nicht an Veränderungen der Umwelt anpassen kann oder will.

Den Rest gibt es auf netzwertig.com. Sorry, dass ich hier keine journalistisch wertvolle Eigenleistung vollbracht habe, aber der Artikel bringt es eben wunderbar auf den Punkt.

Die Zeit zeigt, wo das Geld hin ist

Ich bin ja immer mal wieder einer dieser bösen Blogger, der gerne mal ein paar kritische Worte über Journalisten verliert. Aber von Schubladendenke und Sippenhaft halte ich nix und das hat auch seinen guten Grund. Wir brauchen nämlich Menschen wie Kerstin Kohlenberg und Wolfgang Uchatius. Nie gehört? Die Beiden sind Redakteure bei Zeit-Online und haben einen wirklich hervorragenden Artikel über die Gründe, wie es zur aktuellen Finanzkrise kommen konnte geschrieben.

Übrigens schade, dass ich für den Artikel nicht nachträglich was zahlen kann. Ich klick dann jetzt eben mal ein paar Werbebanner auf der Seite an und nehme mir vor Die Zeit mal wieder am Kiosk zu kaufen.

Update: Hab gerade nach Werbebannern auf Zeit Online geschaut und keine gefunden. Wow!

Via basicthinking.de

tabbloid – PDF-Zeitung aus RSS-Feeds

Auf thenextweb.com hat Paul Vereijken gestern Hewlett-Packards tabbloid vorgestellt. Dies ist ein simple aufgemachter Web-Dienst, der einem aus seinen liebsten RSS-Feeds zu regelmäßigen, von einem selbst definierbaren Zeitpunkten ein PDF generiert.

Gleichzeitig stellt Paul die Frage, ob es sich dabei um einen sinnvollen oder nutzlosen Dienst handelt. Für mich keine Frage: Es ist im Grundprinzip her ein sehr nützlicher Dienst. Zum Beispiel für Berufspendler, die mit Bus/Bahn zur Arbeit fahren. Einfach die RSS-Feeds der Website oder der Rubriken von Tageszeitungen, die einen besonders interessieren, abonnieren und morgens bevor man zu Bus oder Bahn geht ausdrucken. Dann hat man seine personalisierte Tageszeitung. Jetzt müsste der Drucker nur noch eine eigene E-Mail-Adresse haben, denn das PDF wird nach seiner Generierung an ein anzugebende E-Mail-Adresse geschickt. Wäre schon schick … morgens einfach die personalisiert Tageszeitung aus dem Drucker holen. Gibt es sowas? Drucker, die auch Mails empfangen können?

Dr. Web: Zukunft der Printmedien

Ich habe mir den Artikel Zukunft der Printmedien im Magazin von drweb.de durchgelesen und wollte eigentlich nur einen Kommentar dazu verfassen, bin dann aber ziemlich ins Schreiben gekommen.

Dieter Petereit macht sich in seinem Artikel Gedanken darüber, warum die Printmedien allem Anschein nach auf dem absteigende Ast sind und welche Ansätze es gibt, wieder … um bei der Metapher zu bleiben … auf einen grünen Ast zu kommen. Besagten grünen Ast sehen viele wohl im Web.

Als Informationsarchitekt in einer Web-Agentur, zu deren Kunden viele Unternehmen aus den so genannten klassischen Medien Print, TV und Radio gehören, habe ich viel und oft direkten Kontakt zu Vertretern dieser Medien. Und ich denke, eines der grundlegenden Probleme, welches die in diesen Branchen arbeitenden Menschen haben, ist dass sie das Web nicht als eigenes Medium ansehen.

Es gibt aber auch einfach zu vieles, was im Web an das jeweils eigene (klassische) Medium erinnert. Und sooft man es auch wiederholt: Web ist nicht gleich Print, Web ist nicht gleich TV und Web ist auch nicht gleich Radio … aber der analytische “Schritt zurück” bei der Betrachtung des Mediums Web gelingt den wenigsten. Und solange dies nicht der Fall ist, gelingt es auch nicht, zu erkennen, dass es einen weiteren grundlegenden Unterschied gibt: Web ist kein Broadcasting-Medium (mehr). Hier können Alle senden und empfangen. Doch die einen sind scheinbar nur das Senden gewohnt und müssen sich mühsam auch auf das Empfangen einlassen.

Doch was tun? Ich denke, dass Experten auch im Web Geld verdienen können. Wer gute Inhalte produziert und sich von seinem angestammten Medium und den dort gelernten medienspezifischen Zwängen Mechanismen löst, kann seine Premium-Inhalte auch im Web zu Geld machen. Doch hier gilt es jeweils zu Analysieren, welche Inhalte sind Premium-Inhalte im Websinne. Und wann und wie lange und in welcher Darbietungsform sind sie dies.

Vielleicht fehlt es im Web auch noch einem geeigneten und allgemein akzeptierten Bezahlsystem. Im eCommerce kennt man das Micropayment. Das meiner Meinung nach einzige etablierte und einigermaßen funktionierende Micropayment-System ist Werbung. Ein System, dass seinen Weg sehr schnell aus den klassischen Medien ins Web gefunden hat. Aber da im Web auch immer ein direkter Rückkanal möglich ist, wäre es doch sinnvoll … und sicher auch möglich, ein System zu etablieren, mit dem der Inhaltskonsument Kleinstbeträge komfortabel bezahlen könnte, auch solche unter 1 Cent. Kleinvieh macht ja bekanntlich auch Mist. Vielleicht brauchen die klassischen Medien generell einfach mehr eCommerce-Beratung …

Hauptberuf StyleSpion

Kai Müller, auch bekannt als der StyleSpion bzw. Betreiber des gleichnamigen Weblogs hat gestern verkündet, dass er ab 1. Dezember Stylespion.de hauptberuflich betreiben wird.

Da der Kai erstens ein sympatischer Mensch ist und seine Artikel von mir gerne gelesen und vor allem angesehen werden, wünsche ich ihm viel Glück bei seinem Vorhaben. Es zeigt sich, dass man … wenn man es drauf hat … doch vom Bloggen leben kann. Oder es zumindest versuchen kann …

Außerdem freut es mich, dass Kai das Vorhaben “Vom Bloggen leben” mit von ihm selbst geschaffenem Qualitätscontent versucht. Ich habe nämlich so das Gefühl, dass die Masse derer, die vom Bloggen leben können, dies vor allem mit PR-Geschreibsel und Quick’n'Dirty-Copy’n'Paste-Beiträgen tun. Weshalb auch einige Journalisten u. a. recht herablassend auf Blogger herabschauen und die Blogosphäre von einigen Menschen in der Krise gesehen wird. Aber das ist nun auch wieder ein Thema für sich …

Also Kai: Viel Glück bei deinem Vorhaben und vor allem … Durchhaltevermögen. Ich finde es gut, was du da vorhast …

Obama siegt und Claus Kleber lernt Twitter kennen

Da ich ja ein politisch sehr interessierter Mensch bin und mich auch schon fast persönlich beleidigt fühlte, von der US-Politik der vergangenen Jahre, erfasste mich gestern das US-Wahl-Fieber.

So bin ich auch gestern extra ein wenig früher zu Bett gegangen und habe mir meinen Wecker auf 4 Uhr gestellt. Die Uhrzeit war nicht zufällig gewählt. Ich hatte recherchiert und abgewägt. 3:58 wurde ich wach und ging an den Rechner. Das Web, Zattoo und Twitter haben mich dann die entscheidenden Momente live miterleben lassen.

Kurz erzählt: Es war gegen 4Uhr MEZ schon nicht mehr so richtig spannend, aber noch nicht entschieden, wer US-Präsident wird. Wieder eingepennt bin ich dann gegen 6:45Uhr, da war klar, Obama hat gewonnen, McCain hatte dies es in einer recht beeindruckenden Rede eingestanden und Obama hatte auch zu seinem Volk in spe gesprochen.

Aber eins ist in dieser Nacht noch passiert. Claus Kleber hat uns auf zdf.de und im ZDF infokanal mit jungen Menschen mit Laptops hinter die Kulissen blicken lassen. Das ging oftmals chaotisch zu, aber er hat in der Nacht wohl viel über das Social Web gelernt. Sinngemäß stellte er Fragen wie, “Was sagen sie bei Twitter dazu?” und mehrfach war Twitter auch der Ausgangspunkt für eine neu anstehende Informationswelle. Zusammen mit seinen gut 8-10 nächtlichen Begleitern hat er Websites abgesurft und sie zum Teil als “interessant” oder auch “hochgradig unseriös … aber spaßig” bezeichnet, wie z.B. iftheworldcouldvote.com.

Man hat richtig gemerkt, wie es dem alten Hasen Kleber Spaß gemacht hat, auf diese für ihn offensichtlich neue Art mit Menschen in Kontakt zu treten und auf Entwicklungen hingewiesen zu werden. Und ich finde es auch gut, dass er das Social Web als Medium differenziert betrachtet hat. Nicht schwarz, noch weiß … ein bisschen wie Obama.

Das Ende des Internets

Warum wundert es mich nicht, diese Nachricht auf einem Online-Portal für Journalisten vorzufinden?

Dem Mitmach-Netz schwinden die Mitarbeiter: Kostenlos für Wikipedia und Open Source-Projekte zu arbeiten, wird man sich schon bald nicht mehr leisten können, sagt US-Journalist Andrew Keen voraus.

Keimt da Hoffnung in der Journalie auf wenn Keen schreibt:

In Zeiten von Massenentlassungen dürfte die Bereitschaft zu kostenloser Arbeit, von der Web-Angebote wie Wikippedia, YouTube, MySpace und Flickr, aber auch Open Source-Projekte profitieren, deutlich sinken. Es wird eine kulturelle Veränderung in der Einstellung gegenüber dem ökonomischen Wert unserer Arbeit geben.

Ich finde es schon sehr interessant, wie da grundlegend unterschiedliche Web-Dienste in einen Topf geworfen werden. Mitarbeit an YouTube? An MySpace? Flickr? Bin ich dann auch ein Mitarbeiter einer Zeitung, wenn ich einen Leserbrief einsende?

Ist es nicht dann vielleicht auch so, dass die Massenentlassenen sich dann nur noch die kostenlosen Dienste leisten können? Heute finanzieren sich viele Dienste schon jetzt indirekt – durch Werbung . Man könnte nun auch prognostizieren, dass bei der Verknappung der Resource Geld die Bemühungen, derer die was zu verkaufen haben, steigen müssen, da ja die Konkurrenz um das wenige Geld nun noch mehr steigt. Da muss einfach mehr Werbung gemacht werden und die werbefinanzierten Web-Dienste werden boomen. Aber auch das ist, wie die Ausssagen von Keen, reine Spekulation.

Also liebe Keens dieser Welt, das Internet ist ein Faktum, das geschaffen ist. Es ist ein neues Medium, dass euch wohl allzuoft an klassische Medien erinnert. Aber das ist ein fieser Trick von ihm. Es ist anders, es ist vielschichtig, es kann darin direkt interagiert werden und es ist vor allem nicht mal annähernd am Ende.

Einsichten und Erkenntnisse vom Barcamp München

Wie schon am Montag angedeutet, möchte ich hier auch mal auf ein paar Einsichten und Erkenntnisse vom Barcamp München eingehen.

Session Netvibes und Widgets

Die Session Netvibes und Widgets ist etwas anders als von mir … und wohl auch von der Session-Anbieterin Magdalena … erwarte bzw. erhofft abgelaufen. Leider wurde kaum auf die Chancen und Möglichkeiten eingegangen, die Netvibes zum Beispiel zur Optimierung des eigenen Tagesablaufs offenbart. Es war leider auch kaum möglich etwas anderes zu diskutieren, als wie man damit sein eigenes Projekt/Start-up billig und ohne persönlichen Aufwand promoten kann. Schade.

YiGG Spekulieren

Die deutschsprachige Social-News-Community YiGG will ihr Angebot demnächst um eine spielerische Variante erweitern, mit News und Meldungen umzugehen. Die Idee ist es, über Folgen von aktuellen Ereignissen zu spekulieren. Das Ganze wird angereichert um eine nicht-monetäre Bewertungs- und Belohnungskomponente. Könnte ein großer Spaß werden.

User Experience Design

Sehr interessant fand ich die Session zum Thema “User Experience Design” (UX-Design). Elizabeth, eine Neuseeländerin, die lange in Amerika gearbeitet hat, hat uns aufgezeigt, dass Deutschland in Sachen UX noch recht unerschlossen ist. Gerade in den Köpfen der Entscheider ist UX noch nicht angekommen. Die verdauen gerade noch die Begriffe Barrierefreiheit und Usability.

Technologie – Quo Vadis?

Dies war die Session, die ihre Teilnehmer in einem besonderen Maß beeindruckt hat. Constantin hat uns behutsam auf dem möglichen Weg mitgenommen, den die Technologie vor allem in den Feldern Nano- und Bio-Technologie, sowie IT und KI nehmen könnte . Erst einmal skizzierte er allgemein den bisherigen Weg von technologischen Entwicklungen und zeigte davon abgeleitete Gesetzmäßigkeiten. Schlussendlich hörten sich Dinge, die in jeden guten oder schlechten Science-Fiction-Roman passen, völlig logisch an. Ich bin echt mal gespannt, ob sich mein Bewusstsein und meine Erinnerungen irgendwann mal von meinem Körper lösen lassen, um in irgendeiner Form körperlos weiterzuexistieren.
Nachtrag: Constantin hat auf seinem Blog über das Barcamp und seine Session geschrieben.

So, das soll es für den Augenblick gewesen sein. Natürlich habe ich noch mehr Erkenntnisse mitgenommen. Gerade aus den vielen Gesprächen. Dazu später mehr …

Lernziel erreicht – Hospitantin glücklich

Ich habe was gelernt – das kann man mit Fug und Recht behaupten. Ich – wenn ich mich kurz vorstellen darf – bin Volontärin der Stuttgarter Zeitung online und momentan Ein-Wochen-Hospitantin bei seitenblick und Infodesigner – und das hat hier wenig mit Kaffeekochen und Kopieren zu tun.

Und da ich am Montag in der Redaktion bestimmt gefragt werde: “Hasch’ was g’lernt?”, hier die Aha-Effekte der vergangenen Woche:

  1. Informatiker sind nicht zwangsläufig Nerds und Agenturler müssen keine schnöseligen Juppies sein
  2. Twittern ist die Raucherterasse der Zukunft – hier werden die wirklich wichtigen News verbreitet
  3. eine gute Navigation bedeutet nicht: “Alles vorne druff”
  4. Usability fängt im Kleinen an: schon Zwischenüberschriften und Textblocks können die Bleiwüste wässern und in eine nutzerfreundliche Oase verwandeln – diese Erkenntnis aus dem an Aha-Effekten reichen Usability-Intensivseminar werde ich mir gewiss hinter die Ohren schreiben

Ich könnte meine Aha-Liste noch bis Punkt 834 fortführen – über luxuriöse Kaffeemaschinen oder den Schütteleffekt von diversen Fahrgeschäften auf dem Cannstatter Wasen – allerdings habe ich hier noch was gelernt, womit Journalisten so ab und zu ihre Probleme haben: Beim Bloggen gilt “Fasse dich kurz!”. Also beende ich diesen Eintrag – mit einem dicken Dankeschön an seitenblicker und Infodesigner!

t3n-Blog der Woche: Netzlogbuch

Wir freuen uns gerade über die Auszeichnung Blog der Woche des renommierten Open-Source- & Web-Magazins t3n. Man schreibt dort über unser Weblog:

Mitarbeiter einer Agentur sammeln im Netzlogbuch Interessantes, Witziges und Nützliches rund ums Internet

Mitarbeiter einer Agentur sammeln im Netzlogbuch Interessantes, Witziges und Nützliches rund ums Internet.

Ja, das stimmt! Danke liebe t3n-Redakteure … wir fühlen uns geschmeichelt und auch gebauchpinselt!

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