Lesetipp zur Vernetzung: “Wie wir zu Insekten werden”
Der Medienwissenschaftler Norbert Bolz hat in seine Artikel Wie wir zu Insekten werden auf Spiegel Online skizziert wohin die Reise unserer sich immer mehr vernetzenden Gesellschaft hingehen kann … und vielleicht wird. Er sieht das heutige Internet “als Soziallabor, elektronisches Rathaus und virtuelles Parlament” und “die Nationalstaaten in der Weltgesellschaft zunehmend an Einfluss verlieren”. Auch kommt er zum Schluss, dass “der Körper und seine Gegenwart [...] für das Funktionieren unserer Gesellschaft immer unwichtiger [werden]” und dass in Zukunft Erreichbarkeit mehr zählen wird als Anwesenheit. Darum sagt Bolz auch: “Was zählt ist Funktion, nicht Substanz.”
Sehr lesenswert, gerade vielleicht auch im Kontext mit einem Vortrag von Constantin zum Thema The Future of Technology in 10, 20, 30 Years and More, den ich im vergangenen Jahr auf dem Barcamp München gehört habe. Denn nimmt man diese beiden Thesen über die Zukunft der menschlichen Kommunikation und Vernetzung zusammen, dann ist es mehr als fraglich, ob wir in ein paar Jahren bzw. Jahrzehnten sowas wie Geräte überhaupt noch nutzen und vielleicht nur noch aus dem Museum kennen werden.
von Matthias Zellmer
Twitter-Regelwerke

Es gibt in den letzten Monaten verstärkt Anzeichen, dass Twitter sich zu etablieren beginnt. Eines der untrüglichsten Anzeichen ist, dass uns immer mehr Leute sagen wollen, wie man zu twittern habe. Es gibt inzwischen dutzende Listen, die alle möglichen Do’s and Don’ts für uns bereithalten. Am schlimmsten sind die, die ihre Regeln für allgemein gültig erklären, ohne sie in einen bestimmten Kontext zu setzen.
Ich verzichte hier auf die Verlinkung zu solchen Twitter-Regel-Seiten und möchte euch die Regel 1-7 von Friedrich von aptgetupdate.de ans Herz legen:
Twitter ist dein Kommunikationskanal. Mach was du willst und lass dir auch von keinem A- oder B- oder C-Blogger/Twitterer vorschreiben, wie du zu twittern hast. Auch nicht von mir oder sonst wem.
von Matthias Zellmer
PR2.0 = Public Reaction

Im immer sozialer werdenden Web reden die Nutzer auf immer mehr öffentlichen Kanälen. Nimmt man alle Äußerungen aller Nutzer zusammen, dann entsteht ein digitaler Lärm, in dessen Rauschen auch die beste Marketing-Maßnahme schlichtweg untergeht. Das Web ist eben kein klassischer Broadcasting-Kanal, bei dem einer sendet und viele lauschen.
Diese Tatsache ist nun auch bei vielen Marketeers angekommen und das Akronym PR hat im Zusammenhang mit dem Social Web eine weitere Bedeutung erhalten: Public Reaction statt Public Relation.
Ein Beispiel: Am Samstag habe ich via Live-Stream die Webciety auf der CeBIT verfolgt. Dabei habe ich, wie einige andere auch, mehrfach meine Meinung zu dem auf dem Podium gesagten per Twitter kundgetan.
Neben anderem, wurde auch Helpedia auf dem Webciety-Podium vorgestellt. Ein Webdienst mit dessen Hilfe jeder mit seinem Hobby, seiner individuelle Fähigkeit, seiner Kreativität oder einem persönlichen Anlass Spenden für eine guten Sache generieren kann.
Da stellte ich mir die Frage nach der Finanzierung von Helpedia:
Die Frage blieb allerdings unbeantwortet. Zumindest erst einmal, denn gestern Abend kam dann plötzlich via Twitter folgendes rein:
Siehe da, irgendjemand bei Helpedia hat sich die Mühe gemacht und nach den Reaktionen bei Twitter zu schauen und mir meine Frage zu beantworten. Denn hier dem dort geposteten Link fand ich die Antwort auf meine Frage. Das ist wirklich gute Public Reaction!
Und wenn das Unternehmen Glück hat, dann gerät es wie in diesem Fall auch noch an einen Multiplikator, der dann sogleich darüber bloggt. Aber so viel Glück ist im Social Web gar nicht notwendig, denn dort sind fast alle in irgendeiner Form Multiplikatoren, denn genau das unterscheidet das Social Web vom klassischen Web.
von Matthias Zellmer
CeBit zeigt Zukunft der Berichterstattung
Vielleicht kommt das ja jetzt einem kleinen Outing nahe, aber ich war noch niemals auf der CeBIT. Was wohl auch noch nie weniger schlimm war, wie in diesem Jahr. Warum? Der Citizen-Journalism macht es möglich. Von der CeBIT wird nämlich nicht nur von den klassischen Medien berichtet, sondern es wird auch direkt auf der gebloggt und getwittert, es werden Bilder bei Flickr und Twitpic hochgeladen, Video bei Youtube eingestellt und Live vom Handy gestreamt. Eine solche, auf so breiter Basis stattfindende Berichterstattung hat es auch auf so einer Innovationsmesse wie CeBIT nicht gegeben.
Doch was das Allerbeste ist, es gibt nun auch einen direkten Kanal von Leuten wie mir, die nicht auf der CeBIT sind und Leuten, die dort vor Ort sind. Dies ist eine echte Bereicherung und, wie ich finde, ein kleiner Vorgeschmack auf die Zukunft der Berichterstattung.
von Matthias Zellmer
Obama siegt und Claus Kleber lernt Twitter kennen

Da ich ja ein politisch sehr interessierter Mensch bin und mich auch schon fast persönlich beleidigt fühlte, von der US-Politik der vergangenen Jahre, erfasste mich gestern das US-Wahl-Fieber.
So bin ich auch gestern extra ein wenig früher zu Bett gegangen und habe mir meinen Wecker auf 4 Uhr gestellt. Die Uhrzeit war nicht zufällig gewählt. Ich hatte recherchiert und abgewägt. 3:58 wurde ich wach und ging an den Rechner. Das Web, Zattoo und Twitter haben mich dann die entscheidenden Momente live miterleben lassen.
Kurz erzählt: Es war gegen 4Uhr MEZ schon nicht mehr so richtig spannend, aber noch nicht entschieden, wer US-Präsident wird. Wieder eingepennt bin ich dann gegen 6:45Uhr, da war klar, Obama hat gewonnen, McCain hatte dies es in einer recht beeindruckenden Rede eingestanden und Obama hatte auch zu seinem Volk in spe gesprochen.
Aber eins ist in dieser Nacht noch passiert. Claus Kleber hat uns auf zdf.de und im ZDF infokanal mit jungen Menschen mit Laptops hinter die Kulissen blicken lassen. Das ging oftmals chaotisch zu, aber er hat in der Nacht wohl viel über das Social Web gelernt. Sinngemäß stellte er Fragen wie, “Was sagen sie bei Twitter dazu?” und mehrfach war Twitter auch der Ausgangspunkt für eine neu anstehende Informationswelle. Zusammen mit seinen gut 8-10 nächtlichen Begleitern hat er Websites abgesurft und sie zum Teil als “interessant” oder auch “hochgradig unseriös … aber spaßig” bezeichnet, wie z.B. iftheworldcouldvote.com.
Man hat richtig gemerkt, wie es dem alten Hasen Kleber Spaß gemacht hat, auf diese für ihn offensichtlich neue Art mit Menschen in Kontakt zu treten und auf Entwicklungen hingewiesen zu werden. Und ich finde es auch gut, dass er das Social Web als Medium differenziert betrachtet hat. Nicht schwarz, noch weiß … ein bisschen wie Obama.
von Matthias Zellmer
Europa flattert zusammen

Jetzt, wo das schöne Wetter rarer und die Dienste der Stuttgarter U-Bahnen mir zunehmend sympathischer werden, blicke ich notgedrungen immer häufiger auf obiges Plakatmotiv. Slogan: “Europa wächst zusammen”.
Die Bahn wirbt damit für die schnellen und (relativ) günstigen Verbindungen zwischen Stuttgart und Paris. Das alles finde ich ja auch wirklich prima.
Aber was will uns nur dieses Bildmotiv sagen?
Zwei Länder, zwei Richtungen?
Gegensätze stoßen sich ab?
Wider eure Windrichtung?
Zusammenwachsen sieht für mich irgendwie anders aus.
von nebenan
von Artur Richter
Webkare: ein japanischer Internet-Freund

Gerade bin ich über etwas gestolpert, was mich doch ein wenig irritiert hat: In Japan gibt es mit Webkare ein soziales Netzwerk für Mädchen und junge Frauen, in dem man sich einen virtuellen Freund zulegen kann. Man muss sogar. Während des Registrierungsvorgangs wählt die Neu-Nutzerin aus einem von vier männlichen Comic-Jungs.
Dieser “Junge” “kommuniziert” dann immer wieder in kurzen Flash-Sequenzen mit der Nutzerin. Wann der virtuelle Freund Kontakt aufnimmt, wird vom System gesteuert. Laut TechCrunch sind diese Sequenzen so gestreut, dass die “Beziehung” sich kontinuierlich entwickelt.
Sinn der Sache ist wohl, durch bestimmte Aktionen das “Herz” des virtuellen Freundes zu gewinnen. Die übrigen Features des Netzwerks sollen allerdings nicht sehr umfassend sein.
Interessant sind die User-Zahlen: 52% der Nutzerinnen sind 20 – 29 Jahre, 18% sind in den Dreißigern. Welcher Altersgruppe entspringen dann die übrigen 30%? Noch interessanter wären aber Angaben über die Zeit, die die Nutzerinnen auf dem Netzwerk verbringen. Schafft es ein virtueller Freund, die Nutzerinnen länger auf der Website zu halten als echte, menschliche Netzwerk-Mitglieder?
In Japan ist Webkare ein Renner. Ob ein solches Konzept auch hierzulande erfolgreich sein könnte?
via techcrunch.com
von Katrin Schneider
Mehrwert durch Twitter?
Seit heute bin ich Mitglied in der XING-Gruppe “Web 2.0 im Unternehmen“. Unmittelbar nach Eintritt in die Gruppe, sah ich auf der Gruppen-Startseite einen Hinweis auf den Forumsthread zum Thema Twitter. Darin lass ich die Frage von Matthias Höfer:
Twitter … *grübel* mir hat sich der Nutzen sprich Mehrwert dieses neuen Hypes noch nicht erschlossen!?
Natürlich musste ich antworten:
Twitter liefert einen Mehrwert, wenn man es richtig nutzt. Im beruflichen Kontext bedeutet die, dass man schnell, oftmals sehr schnell, auf wichtige Ereignisse aufmerksam gemacht wird … und auch aufmerksam machen kann. Auch bekommt man meist sehr schnell antworten auf bestimmte Fragestellungen. Und so weiter und so fort.
Doch zentral ist die kritische Masse an aktiven Followern. Auch kann man bei Twitter nicht nur konsumieren, man muss mitmachen. Twitter bekommt erst einen Mehrwert, wenn man es nutzt. Mal ausprobieren ist in diesem Fall kein Nutzen und liefert auch keinen.
Mein Kommunikationsverhalten und die Art wie ich Informationen konsumiere, ist durch Twitter deutlich verändert worden. Ich bekomme viel mehr mit. Natürlich nicht nur solches mit einem direkten beruflichen Mehrwert. Aber meiner Meinung nach liegt hinter dem Tellerrand sowieso viel mehr nützliches Zeugs, als man gemeinhin vermuten mag.
von Matthias Zellmer
Simple-fax nicht mehr simple und auch nicht mehr kostenlos
Im August des vergangenen Jahres hab ich hier im Netzlogbuch von simple-fax.de berichtet. Der damals sehr einfache und kostenlose Dienst ist nun erstens nicht mehr kostenlos und zweitens muss man sich zu dessen Nutzung registrieren. Wodurch ich ihn auch nicht mehr als “simple” bezeichnen würde.
Nichtsdestotrotz ist es immer noch ganz praktisch dass es einen solchen Dienst gibt. Wer hat heute noch ein Fax zuhause? Im Büro ja, aber zuhause? Wenn man dann doch mal in die Verlegenheit kommt, ein Fax versenden zu müssen, dann ist so ein Web-Dienst doch ganz praktisch. Und mit 7 Cent ins deutsche Festnetz durchaus angemessen bepreist. Nur warum muss man sich dazu registrieren?
von Matthias Zellmer
Liebes Adobe…
Auf dearadobe.com kann man, ganz im Sinne der Punkte 19 und 20 des Cluetrain Manifests, ein paar direkte Worte an den Softwareriesen richten. So etwas nenne ich mal hervorragende Kundenkommunikation. Schade nur, daß nicht Adobe sondern mal wieder andere auf die Idee kommen mussten…
via swissmiss
von Artur Richter








