Gelesen und empfohlen

8 Schritte auf dem Weg zu einem besseren Internet
Martin Weigert erläutert auf netzwertig.com die seiner Meinung nach acht grundlegenden Schritte für ein besseres Internet. Neben den viel diskutierten Punkten wie Netzneutralität und bessere Zahlungsverfahren, listet er u.a. auch die Globalisierung der Lizenzvergaben auf. Ein guter Punkt, der meiner Meinung nach nur ein Fingerzeig in Richtung globale Spielregeln fürs Leben und Wirtschaften im und mit dem Internet sein kann.
Social Media Marketing & Recht – Dos and Donts beim Werben im Social Web – Web 2.0, Social Media & Recht
Der Web2.0-Rechtsanwalt Carsten Ulbricht hat sich mal genauer angesehen, was beim Werben und Vermarkten im Social Web von rechtlicher Seite aus zu beachten ist. Und das Ganze macht er gewohnt kompetent und für juristische Laien gut verstehbar.
38 rhetorische Kunstgriffe
Einen wirklich erhellenden Artikel über die schon 1830 entstandenen rhetorische Kunstgriffe des Philosophen Schopenhauer finden sich auf KoopTech. Besonders gelungen finde ich die kurzen und wirklich gut zu verstehenden Beispiele zu den einzelnen Kunstgriffen. Vor allem zeigen diese Beispiel, wie aktuell Schopenhauers Rhetorik-Tipps auch heute noch sind.
Die neuen Intellektuellen –> Blogger
Norman Schräpel hat im Blog wildes-denken.de dessen Namen alle Ehre gemacht und wild darüber nachgedacht, ob die intellektuelle Elite einer postmodernen Gesellschaft sich aus Blogger-Kreisen generiert bzw. generieren wird. Aber vielleicht wird andersrum ein Schuh daraus: Menschen mit ausgeprägten intellektuellen Fähigkeiten sollten noch stärker die Möglichkeiten des Bloggens nutzen, um notwendige gesellschaftliche Diskurse anzustoßen und zu begleiten.
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Das Bild oben entstammt übrigens einem Flickr-Foto von stylianosm.
von Matthias Zellmer
Bericht zur MFG-Veranstaltung “Twitter in der Unternehmenskommunikation”
Am Dienstag Abend fand im Literaturhaus in Stuttgart die gut besuchte MFG-Veranstaltung Twitter in der Unternehmenskommunikation statt. Um es vorweg zu nehmen, der von Bernhard Jodeleit moderierte Infoabend, hat mir richtig gut gefallen. Die Referenten waren gut ausgesucht und zeigten ein gutes Spektrum dessen, wozu Twitter in der Kommunikation von Unternehmen gut sein kann.
Als erster Referent sprach Joachim Schröder von der Sparkasse Pforzheim Calw, der ersten twitternden Sparkasse überhaupt. Die Maßnahmen im Bereich Social Media der Sparkasse stecken, trotz dieser Vorreiterrolle bei den Sparkassen, noch ziemlich in den Kinderschuhen. Doch haben sie bei der Sparkasse Pforzheim Calw schon eine wichtige Lektion gelernt. Sie fanden über die Twittersuche einen Tweet, in dem sich jemand beschwerte, dass die Sparkasse Pforzheim Calw an ihren Geldautomaten keine Kreditkarten von ING-DiBa akzeptieren würden. Daraufhin setzten sie sich mit dem Twitterer in Verbindung und lösten das Problem.
Daran zeigt sich, dass der wirklich interessante Anwendungsfall von Twitter für Unternehmen die Kommunikation ist. Dies unterstrich auch noch mal der nächste Referenz Uwe Knaus von der Daimler. Es ist via Twitter … natürlich aber auch über Facebook und andere Social Media Kanäle … möglich in den direkten Dialog mit den Kunden zu treten. Zumindest wenn ein Unternehmen den Begriff PR inzwischen auch in Richtung Public Reaction interpretiert. Knaus berichtete auch, dass als sie sich im Unternehmen dazu entschieden haben, Social Media Marketing zu betreiben, sie es auch richtig machen wollten. Dazu gehört, wie auch der vierte Referent Stephan Sigloch von Netformic später in seinem Vortrag betonte, eine Social Media Strategie. Zu dieser Strategie bei Daimler gehört, dass sie mit @Daimler einen Twitter-Account für die Kommunikation und den Dialog haben, der in aller Regel auch denen zurückfolgt, die ihnen folgen, und einen mit @Daimler_News einen reinen Meldungen-Account haben. Interessant an letzterem ist, dass dort nicht nur News von Daimler, sondern auch im Netz veröffentlichte Artikel, Meldung und so weiter getwittert werden. Diese Fremdinhalte werden natürlich vorher redaktionell gefiltert. Dies macht auch deutlich, dass Social Media Marketing nicht ohne den Willen zu haben ist, dass Mitarbeiter dafür die Zeit zur Verfügung gestellt bekommen.
Interessant fand ich die Aussagen von Knaus, dass Twitter für Daimler kein “Nebenbeimedium” ist und dass es wichtig ist, dass auch hinter einem Twitter-Account eines solch großen Unternehmens für alle sichtbar sein muss, welche realen Personen dahinter stehen.
Als dritter Referent hat der Rechtanwalt Carsten Ulbricht von der Kanzlei Diem & Partner, der auch auf rechtzweinull.de interessantes und wichtiges zum Internetrecht bloggt, das Twittern von Unternehmen mal aus der rechtlichen Warte beleuchtet. Im Großen und Ganze bringt aber Twitter keine auffälligen Besonderheiten mit, die man als gewerbetreibender Website-Betreiber nicht sowieso schon zu beachten hat.
Wie schon erwähnt, referierte dann noch Stefan Sigloch und betonte noch mal die Relevanz von Twitter als Social Media Monitoring Tool. Denn Twitter ist weit mehr als ein neuer Kanal für die eigenen Pressemitteilungen. Es ist, wie am Beispiel mit dem unzufriedenen Sparkassen-Kunden zu sehen, ein hervorragendes Instrument, um etwas über das eigene Unternehmen und dessen Produkte herauszufinden.
In der abschließenden Diskussionsrunde wurde auch noch mal darauf hingewiesen, dass viele Unternehmer recht viel Vertrauen zu ihren twitternden Mitarbeitern aufbringen müssen und es auch mal aushalten müssen, wenn sie via Twitter etwas Negatives über sich erfahren. Doch noch schlimmer als dort etwas Unangenehmes zu lesen, ist, es einfach so stehen zu lassen und nicht darauf zu reagieren. Doch eindeutiger Tenor in der Runde war, dass man nicht per Rechtsanwalt auf die Meinungsäußerungen im Social Web reagieren sollte, sondern in den Dialog treten soll. Das kann aufwendig sein, aber es soll sich wohl lohnen.
Wer nun noch mehr Details zum Thema erfahren will, kann sich die komplette Veranstaltung noch mal als Audio-Mitschnitt anhören und dazu die jeweiligen Folien der Referenten ansehen.
von Matthias Zellmer
Video: Community-gerechte Online-PR
Online PR is all about Community from RealWire on Vimeo.
Online-PR – Lesson One: Lerne die Spielregeln der Web-Community und dann spiele trickreich und interessant mit … und fair!
von Matthias Zellmer
Das Marketing ist tot … es lebe das Marketing
Mit Werbung und Marketing kenne ich mich nicht aus. Das habe ich zumindest bisher jeder erzählt, die mich als Web-Menschen in eine solche Kategorie stecken wollte. Nachdem ich mir jedoch die Rede von Amir Kassaei (siehe das Video oben) auf dem DMMK am 9. Juni dieses Jahres in Berlin angesehen und gehört habe, muss ich diese Selbsteinschätzung vielleicht doch ein wenig revidieren. Vielleicht muss ich einer Person, die mich danach fragt, ob ich mich mit Werbung oder Marketing auskenne, von nun an antworten: Mit der Werbung bzw. dem Marketing, wie du sie bisher erleben musstest, kenne ich mich nicht aus, aber vielleicht kann ich dir was darüber erzählen, wie Werbung und Marketing im Zeitalter des vernetzten All-in-One-Mediums Internet laufen könnte.
Aber warum kenne ich mich plötzlich mit Werbung bzw. Marketing aus? Im Prinzip tue ich das nur, weil ich finde, dass Amir Kassaei recht hat, wenn er davon spricht, dass
das Internet [...] die komplette Branche auf den Kopf stellen [wird].
Kassaei spricht bei seinem sehenswerten Vortrag von einem fundamentalen Paradigmenwechsel durch das Internet. Die Werbung der Zukunft muss den Kunden Orientierung geben, statt sie wie bisher mit Informationen, Produkten, Marken und Versprechen zu überladen. Er ist der Meinung, dass die Awareness tot sei und dass die Relevanz an seine Stelle treten muss. Die Menschen würden inzwischen Werbung “riechen”. Was nichts anderes bedeutet, als dass sie gelernt haben, damit intuitiv umzugehen. Dazu gehört auch, dass sie Werbung auch schlichtweg “ausschalten” können, real via Fernbedienung, Toilettengang oder Ad-Blocker oder auch geistig, nach dem Prinzip “da rein, da wieder raus”. Aber Werbung, die den Menschen relevant vorkommt, wird wahrgenommen. Das kann eine Relevanz durch Nutzen oder Mehrwert sein. Mich erinnert das irgendwie an “unseren” Begriff der User Experience.
Das die Marketing-Blase, von der Kassaei spricht, irgendwann platzen wird, liegt seiner Meinung nach auch daran, dass durch das Internet die kompletten Mechanismen der Werbe-Branche grundlegend gefährdet sind. Sie sind nämlich all zu oft Medium-orientiert. Aber das Internet führt alle Medien nicht nur zusammen, sondern fügt diesen auch noch Rückkanäle hinzu und lässt somit nur noch Spielraum für offene und ehrliche Kommunikation … und Kommunikation findet nun mal zwischen Menschen statt. Kassaei sagt dazu:
Die Menschen sind das Trägermedium schlechthin!
Übrigens bin ich auf das Video dieser Rede via Fischmarkt aufmerksam geworden, dem Blog der Werber Interaktiven von SinnerSchrader. Die es im Kontext des Rücktritts von Kassaei vom Job des Sprechers des Art Directors Club für Deutschland e.V. (ADC) in ihren Blog-Beitrag eingebettet hatten. Scheint wohl so, dass seine Meinung vielleicht doch als zu kontrovers angesehen wird. Aber vielleicht habe ich ja doch keine Ahnung von Werbung und Marketing.
von Matthias Zellmer
Das Medium ist die Botschaft
Andreas Göldi hat gestern auf netzwertig.com mal wieder mal die guten alten Thesen des 1980 verstorbenen Medientheoretikers Marshall McLuhan herausgekramt und sie im Lichte des Internets betrachtet. Herausgekommen ist ein sehr lesenswerter Beitrag, in dem er zum Beispiel ganz richtig schreibt:
Eine von McLuhans Kernthesen ist im knackigen Satz “Das Medium ist die Botschaft” zusammengefasst. Damit drückte McLuhan aus, dass die essentiellen Eigenschaften eines Mediums erheblich bestimmen, wie es von den Konsumenten wahrgenommen wird und damit auch, welche Inhalte darin funktionieren.
In der Folge beschreibt Göldi u.a. auch wie der Buchdruck die revolutionäre Zeit der Aufklärung vielleicht erst richtig möglich gemacht hat. Oder auch wie sich das Musik hören von den Zeiten als Schallplatten das Nummer-Eins-Musik-Medium bis zum heutigen iPod-Zeitalter verändert hat.
Schlussendlich schreibt Göldi ganz richtig:
Medienunternehmen müssen lernen, die verschiedenen Charakteristiken unterschiedlicher Internet-basierter Medien (und davon gibt es immer mehr) zu nutzen und ihre Angebote dort zu fördern, wo Inhalte Priorität vor Interaktion haben.
Dazu gehört meiner Meinung auch, dass man in diesen revolutionären Zeiten der vernetzten und interaktiven Medien auch die etablierten Geschäftsmodell in Frage stellen muss. Dazu werden wohl noch einige alte Zöpfe abgeschnitten werden (müssen).
Aber jetzt schnell rüber zu Andreas Göldis Artikel Das Medium ist auch die kommerzielle Botschaft. Lesebefehl!
von Matthias Zellmer


















