Wie man heute ein Webprojekt aufzieht
Gerade habe ich voller Begeisterung auf tweal.net die Beschreibung “Infos zum Projekt: tweal – ein Microdeal Twitter Mashup” gelesen. Da hat sich Sven Wiesner, der Mann hinter tweal.net, hingesetzt und einfach mal beschrieben, wie er das Projekt an den Start bekommen hat. Und zwar ohne großartige Programmierkenntnisse und im Kern nur auf Basis von WordPress und Twitter und deren Erweiterungen und Plugins, die sowieso irgendwo im Web rumliegen.
Schaut es euch an und saugt den Spirit des dort Beschriebenen in euch auf. Denn dann wisst ihr wieder ein Stück mehr von dem, was man euch unter den Schlagworten Web2.0 oder Social Web tagtäglich um die Ohren haut. Respekt Sven!
von Matthias Zellmer
wunschlikör – personalisierte Spirituosen
Nach solchen Leckereien wie etwa Müsli, Kaffee, Tee oder Schokolade, gibt es bei Wunschlikör nun also auch Spirituosen zum selber kombinieren.
Betreiber von Wunschlikör ist die LikörFactory, die sich bisher nur auf das Personalisieren der Etikette von alkoholischen Getränken spezialisiert hatten.
Der Bestellvorgang ist recht gut umgesetzt. Zuerst wählt man die Flaschengröße aus … wobei ich die Idee mit der Partybox à la Kleiner Feigling ganz nett finde … dann kann man bis zu fünf Likör-Aromen zusammenmischen und dann auch sein eigenes Etikett gestalten. Alles recht einfach und intuitiv zu bedienen.
Interessant finde ich, dass man seinen Wunschlikör auch direkt in Arzberg beim Hersteller abholen kann. Und jetzt, da die fünfte Jahreszeit angefangen hat, finde ich die Wunschlikör-Idee doch ganz anregend. Auch als einer, der keinen Alkohol trinkt.
von Matthias Zellmer
Android als Netbook-Betriebssystem
Einige Unternehmen wie etwa Intel und Microsoft wollen den Netbook-Markt deckeln, indem sie Obergrenzen für alles mögliche einführen. Zum Beispiel will Microsoft, dass Netbook-Festplatten nicht größer als 16GB (SSD) oder 160GB (HDD) sein und nicht mehr als 1GB Arbeitsspeicher aufweisen dürfen. So soll gesteuert werden, dass die Verkäufe von “normalen” Notebooks nicht noch weiter abrutschen. Dies ist ein verständliches Ansinnen, das durch die doch eher geringe Akzeptanz von Linux als Netbook-Betriebssystem und dem (leider) immer noch nicht vorhandenem Apple-Netbook durchaus erfolgsversprechend erscheint.
Wenn da nicht mit Googles Android ein anderer Kandidat auf dem Markt der möglichen Netbook-Betriebssysteme aufgetaucht wäre. Aber warum eigentlich nicht? Statt einem veralteten oder abgespeckten neuen Betriebssystem, ist es doch auch durchaus denkbar, für den Netbook-Markt ein für mobile Endgeräte gedachtes System auszubauen, welches obendrein auch noch Open-Source ist.
Auch wenn Google vielleicht selbst noch gar nicht auf die Idee gekommen sein könnte … was ich mir irgendwie kaum vorstellen kann, was die Leutchen von Venturebeat da auf die Beine gestellt haben, dürfte Google gut und gerade Microsoft weniger gut gefallen. Es zeigt aber in jedem Fall, dass wenn man künstliche Beschränkungen einführen will, man schon über ein wirkliches und auch nachhaltiges Monopol verfügen sollte. Vielleicht hat Microsoft im Bezug auf die Beschränkungen für den Netbook-Markt vergessen, dass es inzwischen andere Spielkameraden im Bereich der Global Player gibt. Oder sie wollen es noch mal versuchen, wie in den guten alten Zeiten …
von Matthias Zellmer
Dr. Web: Zukunft der Printmedien
Ich habe mir den Artikel Zukunft der Printmedien im Magazin von drweb.de durchgelesen und wollte eigentlich nur einen Kommentar dazu verfassen, bin dann aber ziemlich ins Schreiben gekommen.
Dieter Petereit macht sich in seinem Artikel Gedanken darüber, warum die Printmedien allem Anschein nach auf dem absteigende Ast sind und welche Ansätze es gibt, wieder … um bei der Metapher zu bleiben … auf einen grünen Ast zu kommen. Besagten grünen Ast sehen viele wohl im Web.
Als Informationsarchitekt in einer Web-Agentur, zu deren Kunden viele Unternehmen aus den so genannten klassischen Medien Print, TV und Radio gehören, habe ich viel und oft direkten Kontakt zu Vertretern dieser Medien. Und ich denke, eines der grundlegenden Probleme, welches die in diesen Branchen arbeitenden Menschen haben, ist dass sie das Web nicht als eigenes Medium ansehen.
Es gibt aber auch einfach zu vieles, was im Web an das jeweils eigene (klassische) Medium erinnert. Und sooft man es auch wiederholt: Web ist nicht gleich Print, Web ist nicht gleich TV und Web ist auch nicht gleich Radio … aber der analytische “Schritt zurück” bei der Betrachtung des Mediums Web gelingt den wenigsten. Und solange dies nicht der Fall ist, gelingt es auch nicht, zu erkennen, dass es einen weiteren grundlegenden Unterschied gibt: Web ist kein Broadcasting-Medium (mehr). Hier können Alle senden und empfangen. Doch die einen sind scheinbar nur das Senden gewohnt und müssen sich mühsam auch auf das Empfangen einlassen.
Doch was tun? Ich denke, dass Experten auch im Web Geld verdienen können. Wer gute Inhalte produziert und sich von seinem angestammten Medium und den dort gelernten medienspezifischen Zwängen Mechanismen löst, kann seine Premium-Inhalte auch im Web zu Geld machen. Doch hier gilt es jeweils zu Analysieren, welche Inhalte sind Premium-Inhalte im Websinne. Und wann und wie lange und in welcher Darbietungsform sind sie dies.
Vielleicht fehlt es im Web auch noch einem geeigneten und allgemein akzeptierten Bezahlsystem. Im eCommerce kennt man das Micropayment. Das meiner Meinung nach einzige etablierte und einigermaßen funktionierende Micropayment-System ist Werbung. Ein System, dass seinen Weg sehr schnell aus den klassischen Medien ins Web gefunden hat. Aber da im Web auch immer ein direkter Rückkanal möglich ist, wäre es doch sinnvoll … und sicher auch möglich, ein System zu etablieren, mit dem der Inhaltskonsument Kleinstbeträge komfortabel bezahlen könnte, auch solche unter 1 Cent. Kleinvieh macht ja bekanntlich auch Mist. Vielleicht brauchen die klassischen Medien generell einfach mehr eCommerce-Beratung …
von Matthias Zellmer
Meine fairen Bio-Regungen
Wie neulich schon erwähnt läuft zurzeit die FaireWoche mit dem Thema Doppelt gut! Bio im Fairen Handel und dazu hat Karma Konsum einen Blog-Karneval ausgerufen:
Schreibt bitte, wie ihr ganz persönlich darüber denkt und wie ihr dem Fairtrade-Gedanken gegenüber eingestellt seid.
Na, dann tue ich das mal:
Manche schreiben es meinem Sternzeichen zu, ich bin ein großer Verfechter des Fairness-Gedankens. Ungerechtigkeiten können mich auf die Palme bringen, wie nichts anderes auf der Welt. Wer jetzt denkt, „Super, dass ist DER Mann fürs Thema FairTrade und so”, hat damit nur bedingt recht. Wenn einen etwas im Kern seines eigenen Wesens so sehr beschäftigen kann, dass es einer der ganz wenigen Auslöser für wütende Proteste und Anklagen ist, dann kann einen das auch richtig fertig machen. Darum gilt es in einem solchen Zusammenhang Strategien zu entwickeln, die es einem ermöglichen immer noch am Alltagsleben teilnehmen zu können. Mir hilft diesbezüglich ein Spruch eines Freundes, der in einer Kommune lebt:
Nur nicht dogmatisch werden!
Will heißen: Alles mit einem gesunden Mass. Seit mir das bewusst ist, kann ich mit gutem Gewissen in ein normales Restaurant gehen und dort zum Beispiel eine Portion Pasta mit Carbonara-Soße essen und anschließend einen Kaffee trinken. Auch wenn davon nichts fair gehandelt oder in Bio-Qualität ist. Es geht.
Wenn ich Lebensmittel einkaufe, achte ich schon deutlich stärker auf die zugehörigen Labels. Kaffee, Kakao und oft auch Schokolade (bin kein großer Schokoladenesser) für den privaten Konsum kaufe ich in aller Regel aus fairem Handel. Bei tierischen Produkten wie Milch und Fleisch kauf ich meist Bio. Bei pflanzlichen Produkten bin ich nicht so strickt. Da greife ich aber gerne auf regionale und saisonale Produkte zurück.
Bei Kleidung tue ich mir mit dem FairTrade-Gedanken noch etwas schwerer. Keine Ahnung warum. Ich habe mir aber jetzt mal den RSS-Feed des Grüne-Mode-Blogs abonniert. Vielleicht hilft es ja, auch diesbezüglich meine Wahrnehmung zu schärfen und nach und nach auf grünere Mode umzusteigen. Aber auch hier wird bei mir gelten:
Nur nicht dogmatisch werden!
von Matthias Zellmer
Facebook vs StudiVZ

Nachdem vergangene Woche, dass hauptsächlich iPhone die Blogosphäre in Atem gehalten hat, ist nun die Klage von Facebook gegen StudiVZ das Thema der Stunde. Hier der Versuch eines Überblicks:
Das soziale Netzwerk Facebook hat vor einem kalifornischen Gericht eine 116-seitigen Klageschrift gegen StudiVZ eingereicht, weil die deutsche Studenten-Plattform nach Meinung von Facebook eine Urheberrechtsverletzung des Look & Feel, der Features und der Dienste darstellt. Facebook will damit erreichen, dass sich StudiVZ künftig in Aussehen und Funktionsumfang deutlich von Facebook abhebt. Außerdem … und das erscheint mir dramatischer … wird StudiVZ vorgeworfen, sich ohne Erlaubnis auf Facebooks Computersystemen und Netzwerke zugegriffen zu haben, um sich unrechtmäßig Daten zu verschaffen.
Der Klage sind laut FTD Gespräche vorausgegangen, die zu keinem einvernehmlichen Ergebnis geführt haben. Die größten Unterschiede sind wohl noch die Farben und dass StudiVZ kein englischsprachiges Interface anbietet, ansonsten stellt StudiVZ laut Facebook einen identischen Klon dar:
Everything from the first public page to the sign-up page and the profile pages look
StudiVZ, the Facebook clone (and by clone, we mean exact duplicate)
StudiVZ will die Klage natürlich nicht so einfach hinnehmen. Marcus Riecke, CEO von StudiVZ, behauptet, dass Facebook StudiVZ nur deshalb verklagt, weil StudiVZ in Deutschland erfolgreicher ist und nennt Facebook “arrogant”. Riecke möchte, dass auch das Amtsgericht in Stuttgart sich mit dem Fall beschäftigt, um auch ein zuständiges deutsches Gericht einzuschalten.
Es wird spannend sein, die Entwicklungen rund um den Fall zu Beobachten. Zumal in der Branche und gerade im Web2Null an allen Ecken und Enden abgekupfert und abgeschaut wird. Wenn Facebook mit der Klage durchkommt, dann werden sich untereinander auch z.B. Google und Falk (wegen ihrer Karten-Anwendung), Friendfeed und Lifestream.fm, del.icio.us und Mister Wong, usw. verklagen können.
Via thenextweb.org, techcrunch.com (I), techcrunch.com (II), rp-online.de und heise.de
von Matthias Zellmer
Filmtipp: Weltmarktführer

Letzten Montag (14.07.) sah ich einen sehr interessanten Dokumentar-Film (2004) im ZDF – “Weltmarktführer – Die Geschichte des Tan Siekmann”. Der Film erzählt den Aufstieg der IT-Sicherheitsfirma Biodata GmbH, welche Siekmann 1984 von seinen Eltern übernahm, für den symbolischen Preis von damals 1,- DM. Nach dem Börsengang im Jahre 2000 feierte Biodata große Erfolge am Neuen Markt, ehe die Firma 2001 Insolvenz anmeldete.
Tan Siekmann galt als der deutsche Bill Gates und steht exemplarisch für den Aufstieg und den Fall der New Economy in Deutschland. Sehenswerter Film!
Quellen: Film-Homepage, Wikipedia, YAHOO!
von Simon Schmid
Das iPhone ist viel mehr als nur ein Telefon

In den Kommentaren zu meinem Netzlogbuch-Beitrag iPhone, iPhone, iPhone hat Zuckerbäckerin den aktuellen Hype um das iPhone 3G ein wenig mit den Worten relativieren wollen:
Herrgott, es ist ein Telephon!
Ist es wirklich nur ein Telefon? Ich würde es eher als Mobile Internet Device (MID) sehen. Und dass das iPhone gerade für das mobile Web einiges verändert, ist zu sehen, wenn man sich mal die Nutzungsdaten ansieht:
- mobil Nachrichten lesen: iPhone-Nutzer 80%, andere 32%
- mobile E-Mail: iPhone 70%, andere 26%
- mobile TV/Video: iPhone 32%, andere 15%
- Social Networking/Bloggen: iPhone 42%, andere 10%
Das iPhone ist also ein mächtiger Antreiber des mobilen Webs. Und wenn man mal bedenkt, dass es weltweit fast dreimal mehr Handys gibt als Computer, dann wird die Tragweite dessen, was das iPhone da einläutet schon viel klarer …
von Matthias Zellmer
Floka! – Flohmarkt via Map
Das Erste was einem auffällt, wenn man die neue Flohmarkt-Plattform Floka! im Browser aufgerufen hat: Karte … überall Karte. Aber warum auch nicht? Wenn man schon einen Flohmarkt im Web aufziehen will, dessen Hauptzugang zu den Artikeln der über Karten sein soll, warum soll man dann diese Karte irgendwie beschneiden und in kleine mit dünnen Linien umrandete Kästen packen? Finde ich gut … finde ich konsequent!
Zwei Fragen tauchen aber spontan auf, wenn man Floka! betrachtet: Wie wird die Site aussehen, wenn erst mal 20.000 oder mehr Artikel eingestellt sind? Hier finde ich, dass Xing mit ihrer Kartenansicht der Kontakte einen guten Weg gefunden hat. Je mehr man rauszoomt, desto mehr Kontakte werden zu einem bezifferten Punkt zusammengefasst. Mir scheint der Ansatz bei Floka! ein ähnlicher zu sein, aber die Zahl auf dem Symbol macht den kleinen, aber feinen Unterschied.
Weiter frage ich mich … und das ist noch viel entscheidender … wer sucht nach einem Flohmarkt-Artikel über eine Karte? Bzw. welche Artikel müssen in diesem Flohmarkt eingestellt werden, dass es Sinn macht einen Kartenzugang zu wählen? Hier sind es wohl eher die Selbstabholer-Artikel wie ein Küchentisch und nicht z.B. die Druckerpatrone sein.
Bin mal gespannt, wie sich Floka! entwickelt, ich wünsch den Jungs aus meiner Studienstadt Gießen auf jeden Fall, dass Floka! rockt …
von Matthias Zellmer
Social Media Optimization – wichtig wie SEO?

Habe gerade endlich mal den Artikel über Social Media Optimization (SMO) auf zweinull.cc gelesen, den ich schon seit einiger Zeit in meinem Google Reader markiert habe. Ich bin echt froh, dass ich jetzt einen Namen für das Phänomen kenne, dass ich schon länger irgendwie teils unterbewusst und teils bewusst wahrgenommen habe.
Laut Martin Weigert von zweinull.cc soll
Mit Social Media Optimization [...] erreicht werden, dass im Netz über einen gesprochen wird.
und
Ein Onlineanbieter, der seine Seite für soziale Medien optimieren möchte, will diese nämlich nicht nur möglichst viral gestalten, sondern auch erfahren, welche Auswirkungen seine Maßnahmen haben.
Heißt also, dass es nicht mehr reicht, die Struktur einer Website suchmaschinenoptimiert (SEO) zu gestalten und so ‘nen Kram, sondern, dass man auch bloggen, eine Facebook-Präsenz, RSS-Feeds anbieten und ein Widget für Netvibes liefern muss, um im Web noch wahrgenommen zu werden. Aber zudem muss man auch alle diese Maßnahmen ständig überprüfen und weiter am Köcheln halten. SMO ist nicht so leicht zu haben, wie SEO. Aber wer es richtig macht, hat alle Chancen sich von seinen Wettbewerbern abzusetzen.
SMO bedeutet aber auch für viele, die im Web in irgendeiner Form Erfolg haben wollen, dass sie loslassen können müssen. Das man Alles unter seinem Portal subsumieren und damit kontrollieren kann, die Zeiten sind vorbei. Nun gilt es sich zu öffnen, loszulassen. Ob das jeder kann? Und will? Und zudem gibt es im Bezug auf SMO noch eine grundlegende Erkenntnis, die auch René Seifert von Holtzbrinck eLab postuliert:
Ehrlich währt am Längsten
von Matthias Zellmer






