Wii Browser – Linksammler für die Wii
Erst einmal habe ich meine Zeit an einer Wii verplempern dürfen. Und so schnell mir klar war, dass die ganzen Kommentatoren recht haben, die der Wii bescheinigten, dass es sich um ein interessantes Spielekonsolen-Konzept handelt, so schnell war mir auch das Potential als Sofa-Surf-Station klar. Nur, dass es wegen der eingeschränkten Texteingabe-Möglichkeiten z.B. nicht so einfach ist, die einzelnen Websites aufzurufen. Hier setzt der so genannte Wii Browser an.
Der Wii Browser ist ein Linksammler für die Wii. D.h. man sammelt an einem Gerät mit geeigneteren Texteingabe-Möglichkeiten wie etwa einem PC auf wiibrowser.com die Links zu seinen persönlichen Lieblingswebsites und kann dann ganz einfach mit dem Wii-Controller die Sites ansteuern.
Was das Ganze interessant macht, ist, dass man statt Nutzerkennung auszuwählen eine ID zugeteilt bekommt. Dies generiert man, indem man eine Passwort für seine eigene Wii-Browser-Seite angibt. Die ID muss man sich merken, sonst kommt man nicht mehr auf seine persönliche Sammlung und das Passwort ist immer mit anzugeben, wenn man einen Link hinzufügt oder an der Sammlung was ändert. Von Seiten der Wii-Browser-Macher wird dieses Konzept als besonders toll angepriesen wird, da man sich nicht anmelden muss, beinhaltet aber trotzdem, dass ich mir eine Kennung, hier die ID und ein Passwort merken muss. Ich weiß nicht, was dadurch gewonnen wurde?
Alles in Allem könnte das Konzept kleine Dienste für die Wii anzubieten schon zukunftsweisend sein. Genauso, wie dies für mobile Endgeräte, den internet-fähigen Fernseher oder soziale Netzwerke o.ä. zu tun.
Via agenturblog.de
von Matthias Zellmer
Haptik für den Musikdownload
Schon länger diskutieren wir hier bei seitenblick über das was verloren geht, wenn man Musik nur online kauft (oder auch nicht) und dann runterlädt: die Haptik. Das ist für Menschen, die noch mit Schallplatten und dem dünnpapierigen Disc-Center-Katalog sozialisiert wurden, eine schwere Bürde. Das sehen die Leute bei der schweizer 234 AG wohl ähnlich und haben zusammen mit Sony BMG den musicbon ersonnen.
Der musicbon ist eine Art Prepaid-Karte für Musik. Man kann sie derzeit wohl nur beim Saturn kaufen … bzw. es versuchen … und darauf findet man dann einen Code, der wenn er auf musicbon.de eingegeben wird, zum Download der Musik berechtigt. Zusätzlich kann man die mittels musicbon gekaufte Musik auch über einen persönlichen Bereich auf der Website streamen.
Die Idee mit der Karte finde ich erst einmal ganz gut. So kann man seine alte Visitenkartenbox als modernes Gegenstück zum CD- oder Plattenregal verwenden. Leider haben Künstler dann noch weniger Platz, um auch auf dem Gebiet des Artworks kreativ zu werden. Was man aber auch als Herausforderung ansehen kann. Bin bzw. wäre mal gespannt, was die Die Ärzte sich diesbezüglich einfallen lassen bzw. lassen würden.
Ein absolut richtige Überlegung ist es, dass sich die Leute die per musicbon gekaufte Musik streamen lassen können. Wenn man dann auf seinem musicbon-Bereich auch noch die gerippten MP3s von seinen CDs und Pod- wie Vidcasts hochladen kann, dann könnte da eine runde Sache draus werden. Eine erschwingliche mobile Datenflatrate vorausgesetzt. Dann bräuchte ich auf meinem Musik-Handy keine Mega-Speicherkarte mehr, sondern könnte mir die Lieder einfach direkt online von meinem musicbon-Bereich anhören. Allerdings möchte ich, wenn ich auf solch eine Lösung setze, nicht von mehreren Websites streamen müssen. Dann baue ich mir doch lieber zuhause ein Media-Center auf und streame von dort … gerne auch Videos.
von Matthias Zellmer
DMMK Stuttgart

Letzte Woche war mir die Teilnahme am Deutschen Multimedia Kongress in Stuttgart vergönnt. Leider konnte ich erst am zweiten Tag des Kongresses teilnehmen und habe damit den einen oder anderen, laut Augenzeugenberichten interessanten Beitrag verpasst. Insbesondere die Keynote von Tom Klinkowstein, „Shut up and listen: Design thinking/Design listening” soll recht eindrucksvoll gewesen sein.
Von den beiden Workshops mit den Themen “Bewegtbilder im Netz” und “Marketinginstrument Online Communities” habe ich mich für ersteres Entschieden. Insbesondere die Vorträge zu den Themen “Mediacenter – Der Brückenschlag vom Arbeitszimmer auf die Couch” und Joost – P2P mit Erlösmodell” haben mich zu meiner Entscheidung bewogen. Im Vergleich zum ersten Tag fiel die Teilnehmeranzahl des Workshops mit einem gefühlten Verhältnis von 1/1 (Teilnehmer/Lektoren) recht bescheiden aus.
Nach einer guten Einführung von Herrn Tewinkel (ehemals BahnTV) in das Thema Bewegtbild begann der Workshop mit einer Präsentation von fischerAppelt, wo man nach dem Kauf von DaimlerChrysler tv.media nun das markenunterstützende Videoportal mercedes-benz.tv betreibt. Die von Scholz & Volkmer realisierte Website richtet sich an eine junge, internetaffine Zielgruppe. Die stimmig gestaltete Website wurde recht stark an Apples Interfacedesign angelehnt, insbesondere die Verwandschaft zu Apples Coverflow ist augenscheinlich. Die Bedienbarkeit ist dabei sehr gut, einzig eine einfache Bookmarkmöglichkeit fehlt, was der komplett in Flash realisierten Umsetzung geschuldet ist. Mercedes-benz.tv führt hier im Bereich Video in meinen Augen das fort, was die seligen Mercedes-Mixtapes als Audioangebot begonnen hatten. In meinen Augen ein cleveres Instrument, eine junge Zielgruppe an Mercedes-Benz heranzuführen. Auf der Einstiegsseite wird der Zuschauer übrigens TV typisch von einer Moderatorin (Tanja Bülter) begrüßt. Ich für meinen Teil kann mich mit Moderatoren auf Websites noch immer nicht so recht anfreuden, es wirkt auf gewisse Weise anachronistisch.
Um moderierte Videopräsentationen geht es auch bei targa.tv. Auf die Frage nach den Monetarisierungsmöglichkeiten von Bewegtbildern im Netz antwortet Herr Christian Gummig mit dem Begriffen “Transaktionsorientierte Medienformate”, einer eleganten Umschreibung für die schlichte Übertragung von TV-Shopping ins Internet. Ich gehöre hier sicher nicht zur richtigen Zielgruppe, allerdings denke ich, daß es schwierig werden dürfte, ein auf hochgradig asymmetrischer Informationsverteilung zwischen Käufer und Verkäufer basierendes Verkaufsprinzip vom TV ins Internet zu transferieren, wo Vergleichbarkeit und umfassende Informationsmöglichkeiten nur wenige Klicks entfernt liegen. Man wird sehen, offensichtlich wird für einen bekannten e-Commerce Betreiber bereits produziert…
Hendrik von Beust (Atkon) weist in seinem interessanten Vortrag “Evaluation und Erfolgsmessung” auf die Auswirkungen hin, welche die immer stärkere Verwendung von AJAX-Elementen und Videoclips im Hinblick auf die gemessenen PIs hat: Die Anzahl der Seitenaufrufe sinkt. Videoinhalte lassen Websitebesucher länger “unbeweglich” auf einer Seite verweilen, was gemessen auf die Gesamtdauer des Besuches zu geringeren Klickraten führt. Insbesondere bei Portalen mit großem Videoanteil kommt es zu einem paradoxen Effekt: Die Vermarktungsfähigkeit dieser Angebote sinkt, obwohl die Aufmerksamkeit, die der User auf einer Seite aufbringt um ein Vielfaches höher liegt als bei schnellem Klicken. Das Marktforschungsinstitut Nielsen ist daher dazu übergegangen, bei der Evaluation von Webgeboten die Verweildauer als zentrales Kriterium zugrunde zu legen. PIs werden lediglich ergänzend aufgeführt. Das Messen der Verweildauer ist jedoch schwieriger, als ein bloßes Erfassen der Seitenaufrufe (Wobei selbst hier je nach eingesetzter Software oft Unterschiede bis zu 30% auftreten). Vergessene Browserfenster oder-tabs können die tatsächliche Verweildauer, während der ein User einer Seite tatsächlich seine Aufmerksamkeit schenkt, verzerren. Hier verbirgt sich noch großes Verbesserungspotential.
Ich mache es kurz und schmerzlos: Die beiden heiß erwarteten Vorträge zu den Themen Mediacenter und Joost fanden schlicht nicht statt. Frau Vanessa Weihbrecht, Product Marketing Manager von Microsoft Deutschland war nicht erreichbar und erschien ohne Angabe von Gründen einfach nicht zur Konferenz. Wie schön es doch gewesen wäre, von Microsoft einmal positiv überrascht zu werden… Über den Joost-Vortrag wurde seitens DMMK übrigens kein Wort mehr verloren – sehr schade.
Und so fällt mein Fazit leider etwas zwiegespalten aus: Zwei sehr gute Vorträge, ein anachronistisches Vermarktungskonzept, bestätigte Vorurteile und zwei vakante Referatsthemen, deren Zeitfenster mit einer Tasse Kaffe und einem netten Gespräch gefüllt werden konnte. Auch nicht das Schlechteste.
von Artur Richter
Runden drehen
Simpel und dennoch sehr beeindruckend. Mit dieser Flashdemo kann man nach Lust und Laune ein paar Runden mit einem Ford Focus Rallyewagen drehen. Der Wagen wird komplett als 3D-Modell dargestellt und das Fahrverhalten ist für eine Flash-Engine ebenso außergewöhnlich wie die Kameraperspektive. Am besten mal ausprobieren, ein paar Drifts hinlegen und sich dann die weiteren Demos anschauen.
Umgesetzt wurden diese übrigens mit Papervision3D, einer Open Source 3D-Engine für Flash. Einige interessante Anwendungsbeispiele gibt es hier, hier und hier. Für die Eiligen unter uns gibt es das alles auch nett zusammengefaßt in einem kleinen Video.
Die zunehmende Präsenz von Webinhalten auf alternativen Geräten wie Spielkonsolen, PDA´s oder dem iPhone im Hinterkopf, fielen mir allein bei der Interfaceentwicklung eine ganze Reihe von Einsatzmöglichkeiten für die Papervision-Engine ein…
von Artur Richter
Microsoft Surface – eine wirklich neue Art der Computernutzung
Ich dachte ja, dass mich so schnell nichts mehr von Microsoft beeindrucken könnte, aber die Präsentation von Microsoft Surface hat’s geschafft.
Tipp: Einfach mal auf die Surface-Webseite gehen und die drei Filmchen ansehen. Wenn das wirklich so kommt, dann wird das eine echte Innovation. Und wenn Microsoft das wirklich in die Haushalte und in die Geschäfte (Restaurants, Shops, …) bekommt, dann werden da unzählige neuartige Applikationen zu entwickeln sein. Eine neue Chance?
von Matthias Zellmer
RSS Demokratie

“Democracy” heißt der Softwareplayer, mit dem man sich per RSS-Feeds sein eigenes Fernseh- oder Radioprogramm zusammenstellen kann. Wir haben ja bereits darauf gewartet.
Stelle Dir deine eigenen Kanäle zusammen. Schau Dir nicht einfach nur Internet-Videos an, mach deinen eigenen Video-RSS Kanal! Hast Du schon einen Kanal bzw. Video-Inhalte? Wir helfen ihn zu promoten!
There’s an opportunity to build a new, open mass medium of online television. We’re developing the Democracy internet TV platform so that watching internet video channels will be as easy as watching TV and broadcasting a channel will be open to everyone. Unlike traditional TV, everyone will have a voice.
Wir werden uns die Software bei Gelegenheit mal etwas genauer anschauen…
von Artur Richter
Schneller als Sony

Die Playstation ist noch nicht einmal auf dem Markt, da wird bereits fleißig an einem alternativen linuxbasierten Betriebssystem gewerkelt. Wie der Golem berichtet, wird der Heise-Verlag dem am 19. März 2007 erscheinenden Sonderheft der Zeitschrift die fertige Linux-Distribution sowie eine Installationsanleitung beilegen. Offensichtlich soll sogar der Fernsehempfang mit Hilfe eines externen TV-Tuners möglich sein. Das dies prinzipiell bereits funktioniert, kann man hier sehen.
Offensichtlich scheint Sony den Betrieb alternativer Software auf der kommenden Playstation-Generation nicht unterbinden zu wollen – ganz im Gegensatz zu Microsoft.
Der Kompiler, der notwendig ist um “hombrew”-Software auf der Xbox 1 lauffähig zu machen, wurde von Microsoft nie öffentlich zugänglich gemacht, was jegliche alternative Mediacenter-Software trotz des offenen Codes zur Illegalität verdammt hatte.
Ich bin bereits gespannt, welche Auswirkungen dieser Vorstoss auf den restlichen Mediacenter Bereich haben wird.
von Artur Richter





