Wie man heute ein Webprojekt aufzieht
Gerade habe ich voller Begeisterung auf tweal.net die Beschreibung “Infos zum Projekt: tweal – ein Microdeal Twitter Mashup” gelesen. Da hat sich Sven Wiesner, der Mann hinter tweal.net, hingesetzt und einfach mal beschrieben, wie er das Projekt an den Start bekommen hat. Und zwar ohne großartige Programmierkenntnisse und im Kern nur auf Basis von WordPress und Twitter und deren Erweiterungen und Plugins, die sowieso irgendwo im Web rumliegen.
Schaut es euch an und saugt den Spirit des dort Beschriebenen in euch auf. Denn dann wisst ihr wieder ein Stück mehr von dem, was man euch unter den Schlagworten Web2.0 oder Social Web tagtäglich um die Ohren haut. Respekt Sven!
von Matthias Zellmer
Microblogging Konferenz – ein kurzer Rückblick
Freitag und Samstag fand in Hamburg die erste Microblogging Konferenz (MBC09) auf europäischem Boden statt. Gekommen sind neben zahlreichen Twitter-Nutzern auch ein paar deutsche Web-Promis und einige journalistisch wirkenden Menschen, darunter auch ein Team der Tagesschau bzw. des Nachtmagazins. Und ich hab mich auch auf den langen Weg in den schönen Norden unseres Landes gemacht.
Die Konferenz wurde dankenswerterweise von ein paar Sponsoren finanziell unterstütz. Darum will ich mich auch gar nicht groß darüber beschweren, dass am ersten Tag der Redeanteil der Sponsoren-Vertreter reichlich hoch war. Das hat mir die Möglichkeit gegeben, hinter den Kulissen ein paar sehr aufschlussreiche Gespräche zu führen.
Die Organisatoren haben mit der MBC09 versucht, eine Mischung aus klassischer Konferenz und Barcamp hinzubekommen. Das ist ihnen aber meiner Meinung nach erst am zweiten Tag so richtig gelungen. Was rückblickend durchaus in Ordnung war, obwohl eigentlich eine stärkere Vermischung der klassischen Konferenz- und der Barcamp-Elemente angedacht war. So war ich am Freitag auf der Microblogging-Konferenz und am Samstag auf dem Microblogging-Barcamp.
In meiner Wahrnehmung lag der thematische Schwerpunkt am Freitag eindeutig auf der Monetarisierung des Phänomens Microblogging und seiner Nutzung im Unternehmenskontext. Samstag kam dann zudem eine deutlich soziokulturelle Note auf. Da ging es nun etwa auch um die Vernetzung von Musikern oder die Möglichkeiten, die sich nun zum Beispiel durch Twitter auch für die Politik auftun.
Auch sehr interessant fand ich die letzte Session, in der dann in kleinen Diskussionsgruppen die Frage diskutiert wurde, was würde “meine” Mutter nach einem halben Jahr wertschätzender Twitter-Nutzung zu dem Dienst sagen? Wie würde sie Twitter nutzen?
Abschließend kann ich sagen, dass ich zufrieden und mit einem Kopf voller Erkenntnisse und Ideen aus Hamburg zurückgekommen bin. Mir wurde zudem noch mal deutlich gemacht, wie Neu und Unentdeckt das ganze Feld des Microbloggings eigentlich noch ist. Und doch bin ich überzeugt, dass Microblogging einmal eine weitere Säule unserer elektronischen Kommunikation wie die Telefonie und dem E-Mailen werden wird.
Nachtrag: Das Bild oben wurde übrigens von Nicole Simon aufgenommen.
von Matthias Zellmer
Social Networking 2.0

Neulich habe ich hier im Netzlogbuch beschrieben, dass es ein Erfolgsrezept solcher Microblogging-Dienste wie Twitter ist, dass sie sich im Prinzip im ganzen Web bedienen können, um ihren Funktionsumfang zu erweitern.
Die dadurch gewonnen Leistungsfähigkeit reicht meiner Ansicht nach durchaus an die von solchen Social Networks wie Facebook heran. Genauer betrachtet übertreffen sie sie im Funktionsumfang sogar.
Und rein psychologisch betrachtet, hat ein Dienst wie Twitter sogar den Vorteil gegenüber dem durch jedermanns selbstgestrickte Applikationen erweiterbarem Facebook, dass Twitter erst einmal nur als in seiner Bedienung und in seinen Möglichkeiten einfacher Dienst wahrgenommen wird. D.h. während man bei Facebook immer das Gefühl hat, nicht alle Möglichkeiten voll auszuschöpfen, gibt einem Twitter eher das Gefühl von “Alles kann, nichts muss”.
Auch sind Microblogging-Dienste ein Netz aus Knotenpunkten … den Followern. Während bei “klassischen” sozialen Netzwerken die Kontakte/Freunde erst einmal eine Liste an Personen sind, die dann erst in zweiter Linie zu einem Netzwerk werden. Das ermöglicht eine ganz andere Herangehensweise an das Netzwerk. Bei Twitter & Co. folgt man gerne erst einmal jemanden und wird dann vielleicht besser mit einander bekannt. Bei Facebook und Co. sucht bzw. braucht man in der Regel erst mal nach einem Grund oder Aufhänger warum man jemanden in seine Liste aufnimmt … sich und der anderen Person gegenüber. Somit ist Twitter das bessere Networking-Tool.
Dies alles und noch ein paar kleinere Faktoren machen Microblogging in meinen Augen zu einer besonderen, speziellen Art der Social Networks, wenn man so will zum Social Network 2.0.
von Matthias Zellmer
twtpoll – kleine Social-Media-Umfragen
Ich bin mir nicht sicher, ob es sich bei twtpoll schon um einen möglichen Baustein einer Social-Media-Monitoring-Maßnahme handelt, aber ich finde es auch ohne diesen Kontext ganz nett, dass man mittels dieses Web-Dienstes mal schnell eine Umfrage in einen Social-Media-Stream werfen kann. Die Ergebnisse sind sicher nicht repräsentativ, aber das erwarte ich von einem solchen Dienst auch nicht.
Witzigerweise kommt die aktuell beliebteste twtpoll gerade von einem Stuttgarter: Sonntagsfrage in Twitterwelt. Was würdest du wählen, wenn heute Bundestagswahlen wären?
von Matthias Zellmer
Twitter, sein Universum und der ganze Rest

Twitter kann nicht viel. 140 Zeichen, klickbare Verlinkungen, Folgen und Gefolgt werden, Persönliche Nachrichten, besondere Nachrichten als Favorit merken und das war es im Großen und Ganzen schon. Gut, eine Kleinigkeit mit dem Namen Twitter-API kommt noch hinzu. Und damit hat Twitter eine Tür für alle Entwickler dieser Welt geöffnet, um Twitter mit allen sinnigen und unsinnigen Erweiterungen zu versehen. Selbst wir haben mit Twompare mal einen Twitter-Dienst an den Start gebracht.
Neben vielen Diensten, die eine konkrete Erweiterung zu Twitter sind, gibt es auch solche, die meiner Ansicht nach nur durch eine Schnittstelle zu Twitter überhaupt erst Erfolg hatten bzw. bekannt wurden. Beispiele dafür sind Brightkite, 12seconds oder blip.fm.
Einige Dienste nehmen sich aber konkret Dingen an, die in Twitter grundsätzlich fehlen. Mit Twitpic etwa kann man Bilder veröffentlichen und auch URL-Verkürzungsdienste wie TinyURL oder Bit.ly sind inzwischen zentraler Bestandteil von nicht nur bei der Nutzung von Twitter, sondern auch von anderen Microblogging-Diensten wie etwa identi.ca. Sie helfen ungemein dabei, dass man seine Nachrichten überhaupt auf lediglich 140 Zeichen zusammenbekommt.
Einige Dienste beschäftigen sich aber auch schlicht mit den Social-Networking-Fähigkeiten von Twitter. So zeigt uns zum Beispiel Grader, wer die besten Twitterer sind und Favotter zeigt uns, wessen Tweets die Beliebtesten sind.
Eine Fülle von weiteren Twitter-Tools sind im Twitter Fan Wiki aufgelistet. Dort finden sich aber auch Tools, die die Nutzung von Twitter am Desktop oder unterwegs vom Handy aus komfortabler machen.
von Matthias Zellmer
Tweme – Lauffeuer bei Twitter
Es passiert in schöner Unregelmäßigkeit, dass über Twitter ein kleines Lauffeuer hinwegfegt. Plötzlich scheinen alle sich nur noch mit einem Thema zu beschäftigen. Wie zum Beispiel am vergangenen Wochenende. Da fingen die beiden Twitterer Dirk und David an, bekannte Filmtitel in einen Kontext mit Twitter zu setzen und dahinter jeweils den Hashtag #movietwitter zu notieren.
Innerhalb weniger Minuten griffen zahlreiche andere Twitterer die Idee auf und nach kaum zwei Stunden war #movietwitter in der weltweiten Rangliste der Twitter-Tags auf Platz 1. Diese Rangliste nennt sich Trending topics und ist auf der Twitter-Suchseite zu finden. Dazu braucht es schon ein paar hunderte Tweets in wenigen Stunden.
Hier ein paar Beispiel für solche Tweets:
- Gottes Tweet und Fail Whales Beitrag #movietwitter
- Der rechte und linke Tweet des Teufels #movietwitter
- Der Tag, an dem Twitter still stand #movietwitter
- “being @john_malkovich” #movietwitter
In der Vergangenheit hat es schon weitere solche Wellen gegeben, die auch als Twemes bezeichnet werden. Tweme ist dabei eine Wortschöpfung aus Twitter und Meme. Folgende Twemes sind mir noch gut im Gedächtnis geblieben:
Kritisch bemerkt werden soll an dieser Stelle aber auch, dass diese Twemes durchaus auf geteilte Zustimmung treffen. Einige vergleichen sie gerne mit E-Mail-Spam. Was ein Stück weit verständlich ist, denn so ein Tweme kann die eigene Twitter-Timeline auch schon mal für Stunden in Beschlag nehmen. Da heißt es dann am Besten Geduld bewahren. Denn meist sind diese Twemes so schnell wie sie kamen auch wieder weg.
Der erste Tweet mit dem Hashtag #movietwitter lautete übrigens:
Das Schweigen der Wale #movietwitter
von Matthias Zellmer
Microblogging vs RSS-Feeds

Oft höre ich gerade im Bezug auf den Microblogging-Dienst Twitter, dass es viele Leute stört, wenn dort irgendwelche Publisher hauptsächlich Links zu ihren Inhalten posten. Dies können einfache Blog-Einträge sein, wie auch wir es vom Netzlogbuch machen, aber auch zum Beispiel der Hinweis auf Artikel in den Online-Angeboten von Zeitungen und Zeitschriften sein. Ein aktuelles Beispiel sind diesbezüglich die jüngsten Aktivitäten von Spiegel Online.
Das Hauptargument der Kritiker gegen automatisierten Link-Postings ist, dass es exakt dafür RSS-Feeds gebe. Das stimmt. Jedoch habe ich für mich festgestellt, dass ich einige meiner abonnierten Feeds in aller Regel nicht wirklich lese. Dazu gehörte zum Beispiel der Feed von Heise.de. Da wird mir einfach pro Tag zu viel veröffentlicht.
Darum habe ich nun den Heise-Feed aus meinem RSS-Reader raus geworfen und folge nun den Updates von heiseonline auf Twitter. Der offensichtliche Nachteil dieser Methode, ich werde so manchen Tweet und damit so manche Meldung auf Heise.de schlichtweg verpassen, da ich ja nicht den ganzen Tag meinen Twitter-Stream verfolge. Tatsache ist aber, dass ich bei der RSS-Methode so gut wie alles verpasst habe, da ich, ob der schieren Masse, so gut wie immer alle Heise-Feeds ungelesen als gelesen markiert habe. Das heißt somit, dass ich nun unterm Strich mehr von den Heise-Meldungen mitbekomme als vorher.
Mit anderen Feed würde ich allerdings nicht so verfahren wollen. Dazu sind mir die Meldungen zu wichtig und die Gefahr etwas zu verpassen zu groß. Somit schätze ich nun bei allen Infoquellen, bei denen ich die Wahl zwischen Feed und Tweet habe, ab, welchen Dienst ich im Kern nutze. Bei manchen nutze ich sogar beides.
Somit stehen für mich RSS und Microblogging diesbezüglich in keiner Konkurrenz, sondern sind je nach Fall die Info-Methode meiner Wahl; sie ergänzen sich.
von Matthias Zellmer
Microblogging – Short message networking

Da ich in gut zwei Wochen zur Microblogging-Konferenz MBC09 in die schöne Hansestadt Hamburg reisen werde, möchte ich mich in der Zwischenzeit gerne mit ein paar Aspekten rund um das Thema Microblogging beschäftigen. Doch für diejenigen, denen der Begriff so nichts oder nicht viel sagt, möchte ich mit ein paar einführenden Zeilen zum Thema starten.
Microblogging – die Wikipedia schreibt derzeit dazu folgendes:
Mikro-Blogging ist eine Form des Bloggens, bei der die Benutzer kurze, SMS-ähnliche Textnachrichten veröffentlichen können. Die Länge dieser Nachrichten beträgt meist weniger als 200 Zeichen. Die einzelnen Postings sind entweder privat oder öffentlich zugänglich und werden wie in einem Blog chronologisch dargestellt. Die Nachrichten können meist über verschiedene Kanäle wie SMS, E-Mail, Instant Messaging oder das Web erstellt und abonniert werden.
Diese Darstellung ist meiner Meinung nach sehr formal und beschreibt das Phänomen nur sehr unzureichend. Vielen werden aber schon einmal von dem verbreitetsten Microblogging-Dienst Twitter gehört haben. Neben dem es noch zahlreiche weitere Microblogging-Dienste wie zum Beispiel identi.ca oder Jaiku gibt.
Das Microblogging an sich ist auch so manchem web-affinen Menschen ähnlich schwer zu erläutern, wie zum Beispiel meiner Oma das Internet an sich zu erklären … und damit meine ich auch wirklich meine Oma. Denn wenn ich ihr bei einem leckeren Stück Kuchen am Küchentisch vom Internet erzähle, dann sehe ich schnell diesen ausdruckslosen Blick in ihren Augen und versuche in der Regel schnell auf eine anderes Thema überzuleiten. Und ähnlich geht es mir bei vielen Menschen mit Twitter und Co. Formal kann man das Microblogging sicher relativ gut erklären, aber in der Regel trifft man damit eher auf Unverständnis und den fast zwangsläufigen Satz “Und wofür braucht man das Ganze?”.
Dirk Baranek hat ein einer Interview-Reihe ein paar Stuttgarter Twitterern u.a. auch eine ähnliche Frage gestellt: “Wer braucht generell Twitter und wer nicht?”. Recht gut trifft es meiner Meinung nach die Antwort von Anne Catherine, die als Zuckerbäckerin bloggt und twittert:
Brauchen finde ich in diesem Zusammenhang ein etwas sperriges Wort. Twitter ist unheimlich vielfältig einsetzbar, privat wie professionell, und so “gebraucht” jeder twittert auf andere Weise. Privat gesehen: Wer viel unterwegs ist und sich Freunden & Bekannten unkompliziert mitteilen möchte, wer spontan Verabredungen treffen will, wer bestimmte Informationen sucht und schnell (sic!) auf ein großes Netzwerk von Personen zugreifen möchte – der braucht twitter.
Das es sich also beim Microblogging um mehr als einfach nur 140 Zeichen handelt, die man in einen Strom von anderen Nachrichten schiebt, dürften diese Worte schon andeuten. Was es jedoch obendrein noch bedeutet bzw. bedeuten kann, dass möchte ich in den kommenden Tagen anhand von weiteren Beiträgen hier im Netzlogbuch herausarbeiten. Auch um, dann gut vorbereitet nach Hamburg zu fahren …
von Matthias Zellmer
BR über Twitter
Bei Gerrit van Aaken auf praegnanz.de habe ich den Link zu einem als Podcast bezeichneten Mitschnitt einer Folge der BR5-Sendung Das MedienMagazin entdeckt. In dieser Sendefolge (MP3, 16,2 MB) geht es zu Beginn vier Minuten lang um Twitter.
Auch hier wird, gerade vom Moderator, davon ausgegangen, dass alles was an Information im Web veröffentlicht wird, scheinbar einen journalistischen Mehrwert haben muss. Aber der Beitrag an sich ist dann recht interessant. Auch wenn einige journalistische wertvolle Postulat meiner Meinung nach nicht ganz korrekt sind. So ist meiner Ansicht nach Twitter nicht erst durch die Ereignisse in Mumbai “zum ernst zu nehmenden Medium” geworden. Es sei hier z.B. an einen Herrn Namens Obama erinnert. Doch gerade in den Statements von Nicole Simon, einer der Top-Twittererinnen Deutschlands, ist durchaus gut auf den Punkt gebracht, was dieses Twitter eigentlich ist.
von Matthias Zellmer
Twitterer gruppieren sich
Es gibt viele Features, die sich Twitterer zu den von Twitter angebotenen hinzuwünschen. Dank einer API und einer recht aktiven Entwicklergemeinde gibt es immer mehr kleine Dienste rund um Twitter und einer davon ist Twittgroups.
Kürzlich habe ich mal … auch um den Dienst zu testen … eine Twittergruppe Stuttgart angelegt. In einer solchen Gruppe kann man dann diverse Links posten und bekommt eine Art “Yellow pages” für Twitterer, die sich für ein bestimmtes Thema interessieren.
Wie schon einleitend gesagt, es sind oft nur kleine Dienste, aber in ihrer Summe machen sie Twitter erst zu dem interessanten Überflieger Web-Dienst, der es nun mal ist.
von Matthias Zellmer






