Ambient Communication

“Wann soll ich das denn auch noch machen? Ich muss doch schließlich auch mal was arbeiten.” oder “Arbeitest du auch mal was?”. Dies sind zwei beispielhafte Aussagen, wie ich sie immer wieder zu hören bekomme. Vor allem in Situationen, in denen ich anderen Menschen irgendwas aus dem Bereich Social Media erläutere und von der Art wie man … wie ich … social-media-basiert kommuniziert bzw. kommuniziere.

Dann fühle ich mich immer erst einmal etwas missverstanden und zum Teil auch unterschwellig als “faul” abgestempelt. Darum war ich auch etwas erleichtert, als ich gehört habe, dass es zum Beispiel Thomas Knüwer (Journalist, Blogger, Unternehmensberater) auch nicht anders ergeht. In seinem Vortrag auf der Tagung Web 2.0 in der politischen Bildung hat er für diese Art der Nebenher-Kommunikation den Begriff Ambient Communication verwendet. Mir war dieser Ausdruck bis dahin unbekannt, aber ich habe mich sofort in ihm wiedergefunden.

So ist es für mich völlig normal, dass ich “nebenbei” zum Beispiel twittere oder skype. Einen flüchtigen Gedanken mal schnell bei Twitter zu posten, ist für mich eine Unterbrechung wie beim Skizzieren eines Website-Gerüstes mal schnell den Bleistift anzuspitzen. Nachzuschauen, ob jemand bei Facebook auf eine meiner auch automatisch dorthin geposteten Tweets reagiert hat, ist für mich wie zwischendurch etwas zu trinken. Diese und andere Aktivitäten im Social Web gehören zum Ambiente meines Alltags.

Knüwer hat in seinem Vortrag die Ambient Communication mit der Musikrichtung der Ambient Musik verglichen und damit noch eine wichtige Eigenschaft angedeutet. Sie stört nicht und sie passiert eher beiläufig. Während zum Beispiel beim Formulieren einer E-Mail oder beim Telefonieren zielgerichtete Konzentration ziemlich wichtig ist, spielt diese bei der Ambient Communication eine deutlich untergeordnete Rolle.

Aber wozu ist die Ambient Communication überhaupt gut? Da gibt es sicher unzählige Gründe. Einer der wichtigsten ist, dass sie das eigene “Netzwerk” lebendig bzw. “am Köcheln” hält. Social Networking ist ein stetiges Geben und Nehmen und es ist dabei wichtig Beziehungen aufzubauen. Es müssen keine Beziehungen mit starken Bindungen sein. Da kann es schon reichen, wenn man ein Profilbild sympathisch findet oder weiß, dass jemand hin und wieder mal was Interessantes oder Lustiges twittert. Schon ist man schneller bereit, dieser Person zum Beispiel auch mal einen Tipp bei einem geäußerten Problem zu geben oder ihr eine kurze Nachricht zukommen zu lassen, wenn man merkt, dass deren Website gerade “down” ist.

Vor allem Menschen, die bei der alltäglichen Arbeit keine Bürogemeinschaft um sich haben, haben sich mir gegenüber schon mehrfach positiv darüber geäußert, dass sie auf diese Weise nicht in so sehr an ihrem Schreibtisch vereinsamen und es ihnen ein wenig den für ein soziales Wesen wie den Menschen offensichtlich wichtigen Büroklatsch ersetzt.

Zudem erlebe ich es als sehr positiv, dass ich manchmal einen Gedanken, der ansonsten länger als ihm eigentlich zusteht, in meinem Kopf querdenkt bzw. festsitzt, einfach mal auf Twitter raus lassen kann. Natürlich könnte ich ihn auch den Kollegen erzählen. Aber oftmals störe ich sie dann bei ihrer Arbeit und reiße sie im ungünstigen Fall aus ihrer Konzentration heraus. Somit fördert die Ambient Communication ein konzentrierteres Arbeitsumfeld … so blöd sich das jetzt vielleicht auch anhören mag.

UXcamp – Klassentreffen der Informationsarchitekten

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Morgen geht es für mich mal wieder nach Berlin, wo am Samstag und Sonntag das UXcamp stattfindet. UX steht dabei für User Experience. Dieses von mir etwas lax als “Klassentreffen der Informationsarchitekten” betitelte Themen-Barcamp wird sich außer mit den Fragen der Informationsarchitektur (IA) auch mit den anderen Feldern der User Experience beschäftige und … genau so wichtig … eine sicher hervorragende Networking-Plattform für in diesem Feld tätige Menschen bieten. Denn immerhin haben sich für die beiden Tag jeweils 300 Leute angemeldet.

Ich freu mich auf jeden Fall schon sehr und bin extrem gespannt. Denn ich erwarte, dass ich mit einen Kopf randvoll mit neuen Erkenntnissen, Gesichtern und Ideen zurückkommen werde. In jedem Fall werde ich berichten …

Heute: pl0gbar in Stuttgart … mit Poken

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Heute um 19 Uhr findet mal wieder die Stuttgarter Variante des Web2.0-Stammtischs pl0gbar statt und hiermit sind natürlich alle Leser des Netzlogbuchs herzlich eingeladen dort vorbeizuschauen.

Dieses Mal haben wir uns im Lichtblick in der Reinsburgstraße verabredet und Steffen von missionpoken hat auch versprochen, dass er ein paar Poken mitbringen wird. Falls jemand noch keinen hat oder noch welche braucht …

Also dann: Bis heute Abend im Lichblick ;-)

Kreative Visitenkarten

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Im Poken-Rausch habe ich mich gerade kürzlich noch ein wenig herablassend über die gute alte Visitenkarte geäußert. Dies geschah natürlich bevor Peer Wandiger seine beeindruckende Sammlung von kreativen Visitenkarten auf Selbständig im Netz veröffentlicht hatte. Nun will ich auch unbedingt sowas haben, wie zum Beispiel die Lego-Figur von Charlotte Simonsen, die Visitenkarte mit Aufreiss-Mechanismus von jungeschachtel oder am Allerbesten: die Visitenkarte, aus der nach einer Weile ein kleines Pflänzchen sprießt.

Welche Visitenkarte gefällt euch am besten? Auf Selbständig im Netz gibt es noch 33 weitere zu bewundern …

Wo bekommt man Poken her?

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“Und wo bekommt man jetzt so ein Teil her?” … diese Frage habe ich nun schon öfters gehört, wenn ich jemandem meinen kleinen Poken mit der süßen Panda-Kappe unter die Nase gehalten habe. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten … je nachdem was man will.

Soweit ich es mitbekommen habe, gibt es innerhalb Deutschlands derzeit zwei Online-Shops, die die vier Poken “Panda”, “Alien”, “Voodoo” oder “Biene” anbieten. Das sind:

Die beiden Shops bieten die Poken jeweils zum Preis von knapp unter 15 € zzgl. 2 € Versandkosten an. Vorteil Mission Poken, dort kann man auch einen 12erPack Poken bestellen und spart dann gegenüber der Einzelbestellung gut 11 €. Ist also interessant, falls man gleich mehrere Pokens bestellen möchte.

Möchte man ein Poken mit in Deutschland nicht erhältlichen Kappen wie etwa “Scream” “Piggy”, “Geisha” oder “Fox” muss man diese derzeit leider (noch) im Ausland kaufen … in der Schweiz oder in Holland. Die meisten verschiedenen Poken gibt es, soweit ich das überschauen kann, bei gadgetfabriek.nl.

Noch eine Anmerkung von mir: Ich bekomme keine Provision und bin auch sonst in keiner Weise begünstigt, wenn ihr da irgendwo einen Poken kauft. Ich bin einfach nur Fan von dieser Art der Kontaktdaten-Weitergabe und würde mich freuen, wenn mein Poken einfach etwas mehr “Futter” bekommen würde.

Update: Moritz von Get-A-Poken hat mich soeben darauf hingewiesen, dass es bei ihm in einer Sonderaktion derzeit auch die Poken mit den Kappen “Geisha”, “Elvis”, “Scream” und “Frankenstein” gibt.

Poken – das On-/Offline-Visitenkarten-Tierchen

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Auf der re:publica habe ich ja mein persönliches Poken bekommen. Einen kleinen Panda. Die kleinen Tierchen sind aber nur die Hülle und das im wahrsten Sinne des Wortes. Der Kern eines Pokens ist der USB-Stick mit dem Konnektor. Dieser kommt zum Einsatz, wenn sich zwei Poken treffen … also aneinander gehalten werden. Im Normalfall leuchtet das Teil dann drei Mal grün auf und die IDs der Pokens sind damit ausgetauscht.

Alles weitere findet Online statt. Verbindet man seinen Poken nämlich via USB-Schnittstelle mit seinem Rechner und ruft dann die Website doyoupoken.com auf, dann wird die eigentliche Arbeit gemacht. Profile pflegen und austauschen. Leider ist steckt die Site noch etwas in den Kinderschuhen, aber das Potential ist durchaus erkennbar.

Ich halte die Poken-Idee für durchaus ausbaubar. Darüber seine Daten auszutauschen geht denkbar einfach und macht zudem deutlich mehr Spaß als das langweilige Visitenkarten-Herausgekrame. Ich habe bisher deutlich mehr positive Reaktionen auf mein Poken bekommen, als bei den sonstigen Geek-Kram, denn ich ab und an mal anschleppe bzw. im Bekanntenkreis zum Hype erkläre.

Die netten Dingerchen bekommt man übrigens unter missionpoken.de. Nur so als Tipp … ich habe nämlich erst knapp über 50 Kontakte und das kann ja so nicht bleiben ;-)

Twitter-Regelwerke

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Es gibt in den letzten Monaten verstärkt Anzeichen, dass Twitter sich zu etablieren beginnt. Eines der untrüglichsten Anzeichen ist, dass uns immer mehr Leute sagen wollen, wie man zu twittern habe. Es gibt inzwischen dutzende Listen, die alle möglichen Do’s and Don’ts für uns bereithalten. Am schlimmsten sind die, die ihre Regeln für allgemein gültig erklären, ohne sie in einen bestimmten Kontext zu setzen.

Ich verzichte hier auf die Verlinkung zu solchen Twitter-Regel-Seiten und möchte euch die Regel 1-7 von Friedrich von aptgetupdate.de ans Herz legen:

Twitter ist dein Kommunikationskanal. Mach was du willst und lass dir auch von keinem A- oder B- oder C-Blogger/Twitterer vorschreiben, wie du zu twittern hast. Auch nicht von mir oder sonst wem.

PR2.0 = Public Reaction

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Im immer sozialer werdenden Web reden die Nutzer auf immer mehr öffentlichen Kanälen. Nimmt man alle Äußerungen aller Nutzer zusammen, dann entsteht ein digitaler Lärm, in dessen Rauschen auch die beste Marketing-Maßnahme schlichtweg untergeht. Das Web ist eben kein klassischer Broadcasting-Kanal, bei dem einer sendet und viele lauschen.

Diese Tatsache ist nun auch bei vielen Marketeers angekommen und das Akronym PR hat im Zusammenhang mit dem Social Web eine weitere Bedeutung erhalten: Public Reaction statt Public Relation.

Ein Beispiel: Am Samstag habe ich via Live-Stream die Webciety auf der CeBIT verfolgt. Dabei habe ich, wie einige andere auch, mehrfach meine Meinung zu dem auf dem Podium gesagten per Twitter kundgetan.

Neben anderem, wurde auch Helpedia auf dem Webciety-Podium vorgestellt. Ein Webdienst mit dessen Hilfe jeder mit seinem Hobby, seiner individuelle Fähigkeit, seiner Kreativität oder einem persönlichen Anlass Spenden für eine guten Sache generieren kann.

Da stellte ich mir die Frage nach der Finanzierung von Helpedia:

helpedia_frage

Die Frage blieb allerdings unbeantwortet. Zumindest erst einmal, denn gestern Abend kam dann plötzlich via Twitter folgendes rein:

helpedia_antwort

Siehe da, irgendjemand bei Helpedia hat sich die Mühe gemacht und nach den Reaktionen bei Twitter zu schauen und mir meine Frage zu beantworten. Denn hier dem dort geposteten Link fand ich die Antwort auf meine Frage. Das ist wirklich gute Public Reaction!

Und wenn das Unternehmen Glück hat, dann gerät es wie in diesem Fall auch noch an einen Multiplikator, der dann sogleich darüber bloggt. Aber so viel Glück ist im Social Web gar nicht notwendig, denn dort sind fast alle in irgendeiner Form Multiplikatoren, denn genau das unterscheidet das Social Web vom klassischen Web.

Heute Web2Null-Stammtisch pl0gbar in Stuttgart

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Nun schon zum elften Mal kommen heute Abend um 19 Uhr Freunde des World Wide Webs zur Stuttgarter pl0gbar zusammen. Diesmal im Hüftengold in der Olgastraße 44.

Alle Interessierten sind eingeladen vorbei zu kommen. Gerne auch ganz spontan. Auch wer beim Thema Web vielleicht mehr Fragezeichen als Ausrufezeichen in seinem Kopf vorfindet, ist herzlich eingeladen. In entspannterer Atmosphäre als auf einer pl0gbar lassen sich erstere kaum in zweitere wandeln.

Wir sehen uns …

Politik im Web ist nicht gleich Wahlkampf im Web

wahlinhessen

Der erste Wahlkampf des Jahres 2009 ist überstanden. Die Hessen haben weiterhin ihren Roland Koch als Regierungschef und mit TSG einen Ministerpräsidenten der Herzen. Das ist der erste Teil meines Fazits zur Hessenwahl.

Der zweite Teil ist, dass der Wahlkampf das Web entdeckt hat. Und das Web den ZDF Infokanal. Während gestern Abend in ARD und ZDF die übliche Chose mit Zahlen, Analysen und Elefanten in Runden ablief, wurde im ZDF Infokanal unter dem Stichwort Wahl im Web live über die Reaktionen im Web diskutiert. Moderiert von einem … wie immer sehr eloquenten … Markus Kavka, wurden dort fast schon fast so selbstverständlich Begriffe wie Twitter, Facebook und Chat verwendet, wie auf den anderen Programmen die Worte Hochrechnung oder Sitzverteilung. Experten wie Karl-Rudolf Korte und vor allem Dr. Christoph Bieber haben uns dort sehr fundiert erklärt, dass Wahlkampf im Web nun nicht mehr wegzudenken sein wird.

Da stimme ich den Experten durchaus zu. Aber es wäre all zu schade, wenn die Politiker das Web nur als ein weiteres zu bestückendes Medium für ihren Wahlkampf sehen würden. Denn das Web liefert durch die Möglichkeit des direkten oder indirekten Rückkanals die Möglichkeit der relativ ungefilterten Kommunikation mit den Menschen.

Und eine weitere Tatsache halte ich auch für sehr wichtig. Kein deutscher Politiker hat einen eigenen TV- oder Radio-Sender und auch keine eigene Zeitung oder Zeitschrift. Jedoch einer Website, ein Profil bei Xing, Facebook oder Twitter kann sich jeder Politiker zulegen … und das nicht nur die so genannten Großen. Auch jeder Parlamentsabgeordnete, Bürgermeister oder Kandidat kann sich im Web präsentieren und im Web kommunizieren. Das bietet die Chance, die Politik wieder mehr in der Mitte der Gesellschaft zu verwurzeln – sie zu erden. Dies ist eine Chance für unsere Gesellschaft, die weit über einen Wahlkampf hinausgeht. Die dazu notwendige Kompetenz im Bezug auf die vernetzten Medien wird gerade bei der Politiker-Generation der TSGs aufgebaut und hoffentlich in wenigen Jahren schon zum selbstverständlichen politischen Alltag gehören. Auch jenseits des jeweils anstehenden Wahlkampfs.

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