Poken – das On-/Offline-Visitenkarten-Tierchen

poken

Auf der re:publica habe ich ja mein persönliches Poken bekommen. Einen kleinen Panda. Die kleinen Tierchen sind aber nur die Hülle und das im wahrsten Sinne des Wortes. Der Kern eines Pokens ist der USB-Stick mit dem Konnektor. Dieser kommt zum Einsatz, wenn sich zwei Poken treffen … also aneinander gehalten werden. Im Normalfall leuchtet das Teil dann drei Mal grün auf und die IDs der Pokens sind damit ausgetauscht.

Alles weitere findet Online statt. Verbindet man seinen Poken nämlich via USB-Schnittstelle mit seinem Rechner und ruft dann die Website doyoupoken.com auf, dann wird die eigentliche Arbeit gemacht. Profile pflegen und austauschen. Leider ist steckt die Site noch etwas in den Kinderschuhen, aber das Potential ist durchaus erkennbar.

Ich halte die Poken-Idee für durchaus ausbaubar. Darüber seine Daten auszutauschen geht denkbar einfach und macht zudem deutlich mehr Spaß als das langweilige Visitenkarten-Herausgekrame. Ich habe bisher deutlich mehr positive Reaktionen auf mein Poken bekommen, als bei den sonstigen Geek-Kram, denn ich ab und an mal anschleppe bzw. im Bekanntenkreis zum Hype erkläre.

Die netten Dingerchen bekommt man übrigens unter missionpoken.de. Nur so als Tipp … ich habe nämlich erst knapp über 50 Kontakte und das kann ja so nicht bleiben ;-)

23. April 2009
von Matthias Zellmer
Profilbild von Matthias Zellmer

Twitter-Regelwerke

notwitterrules

Es gibt in den letzten Monaten verstärkt Anzeichen, dass Twitter sich zu etablieren beginnt. Eines der untrüglichsten Anzeichen ist, dass uns immer mehr Leute sagen wollen, wie man zu twittern habe. Es gibt inzwischen dutzende Listen, die alle möglichen Do’s and Don’ts für uns bereithalten. Am schlimmsten sind die, die ihre Regeln für allgemein gültig erklären, ohne sie in einen bestimmten Kontext zu setzen.

Ich verzichte hier auf die Verlinkung zu solchen Twitter-Regel-Seiten und möchte euch die Regel 1-7 von Friedrich von aptgetupdate.de ans Herz legen:

Twitter ist dein Kommunikationskanal. Mach was du willst und lass dir auch von keinem A- oder B- oder C-Blogger/Twitterer vorschreiben, wie du zu twittern hast. Auch nicht von mir oder sonst wem.

PR2.0 = Public Reaction

rauschen-hinzufuegen

Im immer sozialer werdenden Web reden die Nutzer auf immer mehr öffentlichen Kanälen. Nimmt man alle Äußerungen aller Nutzer zusammen, dann entsteht ein digitaler Lärm, in dessen Rauschen auch die beste Marketing-Maßnahme schlichtweg untergeht. Das Web ist eben kein klassischer Broadcasting-Kanal, bei dem einer sendet und viele lauschen.

Diese Tatsache ist nun auch bei vielen Marketeers angekommen und das Akronym PR hat im Zusammenhang mit dem Social Web eine weitere Bedeutung erhalten: Public Reaction statt Public Relation.

Ein Beispiel: Am Samstag habe ich via Live-Stream die Webciety auf der CeBIT verfolgt. Dabei habe ich, wie einige andere auch, mehrfach meine Meinung zu dem auf dem Podium gesagten per Twitter kundgetan.

Neben anderem, wurde auch Helpedia auf dem Webciety-Podium vorgestellt. Ein Webdienst mit dessen Hilfe jeder mit seinem Hobby, seiner individuelle Fähigkeit, seiner Kreativität oder einem persönlichen Anlass Spenden für eine guten Sache generieren kann.

Da stellte ich mir die Frage nach der Finanzierung von Helpedia:

helpedia_frage

Die Frage blieb allerdings unbeantwortet. Zumindest erst einmal, denn gestern Abend kam dann plötzlich via Twitter folgendes rein:

helpedia_antwort

Siehe da, irgendjemand bei Helpedia hat sich die Mühe gemacht und nach den Reaktionen bei Twitter zu schauen und mir meine Frage zu beantworten. Denn hier dem dort geposteten Link fand ich die Antwort auf meine Frage. Das ist wirklich gute Public Reaction!

Und wenn das Unternehmen Glück hat, dann gerät es wie in diesem Fall auch noch an einen Multiplikator, der dann sogleich darüber bloggt. Aber so viel Glück ist im Social Web gar nicht notwendig, denn dort sind fast alle in irgendeiner Form Multiplikatoren, denn genau das unterscheidet das Social Web vom klassischen Web.

Heute Web2Null-Stammtisch pl0gbar in Stuttgart

pl0gbar11

Nun schon zum elften Mal kommen heute Abend um 19 Uhr Freunde des World Wide Webs zur Stuttgarter pl0gbar zusammen. Diesmal im Hüftengold in der Olgastraße 44.

Alle Interessierten sind eingeladen vorbei zu kommen. Gerne auch ganz spontan. Auch wer beim Thema Web vielleicht mehr Fragezeichen als Ausrufezeichen in seinem Kopf vorfindet, ist herzlich eingeladen. In entspannterer Atmosphäre als auf einer pl0gbar lassen sich erstere kaum in zweitere wandeln.

Wir sehen uns …

Politik im Web ist nicht gleich Wahlkampf im Web

wahlinhessen

Der erste Wahlkampf des Jahres 2009 ist überstanden. Die Hessen haben weiterhin ihren Roland Koch als Regierungschef und mit TSG einen Ministerpräsidenten der Herzen. Das ist der erste Teil meines Fazits zur Hessenwahl.

Der zweite Teil ist, dass der Wahlkampf das Web entdeckt hat. Und das Web den ZDF Infokanal. Während gestern Abend in ARD und ZDF die übliche Chose mit Zahlen, Analysen und Elefanten in Runden ablief, wurde im ZDF Infokanal unter dem Stichwort Wahl im Web live über die Reaktionen im Web diskutiert. Moderiert von einem … wie immer sehr eloquenten … Markus Kavka, wurden dort fast schon fast so selbstverständlich Begriffe wie Twitter, Facebook und Chat verwendet, wie auf den anderen Programmen die Worte Hochrechnung oder Sitzverteilung. Experten wie Karl-Rudolf Korte und vor allem Dr. Christoph Bieber haben uns dort sehr fundiert erklärt, dass Wahlkampf im Web nun nicht mehr wegzudenken sein wird.

Da stimme ich den Experten durchaus zu. Aber es wäre all zu schade, wenn die Politiker das Web nur als ein weiteres zu bestückendes Medium für ihren Wahlkampf sehen würden. Denn das Web liefert durch die Möglichkeit des direkten oder indirekten Rückkanals die Möglichkeit der relativ ungefilterten Kommunikation mit den Menschen.

Und eine weitere Tatsache halte ich auch für sehr wichtig. Kein deutscher Politiker hat einen eigenen TV- oder Radio-Sender und auch keine eigene Zeitung oder Zeitschrift. Jedoch einer Website, ein Profil bei Xing, Facebook oder Twitter kann sich jeder Politiker zulegen … und das nicht nur die so genannten Großen. Auch jeder Parlamentsabgeordnete, Bürgermeister oder Kandidat kann sich im Web präsentieren und im Web kommunizieren. Das bietet die Chance, die Politik wieder mehr in der Mitte der Gesellschaft zu verwurzeln – sie zu erden. Dies ist eine Chance für unsere Gesellschaft, die weit über einen Wahlkampf hinausgeht. Die dazu notwendige Kompetenz im Bezug auf die vernetzten Medien wird gerade bei der Politiker-Generation der TSGs aufgebaut und hoffentlich in wenigen Jahren schon zum selbstverständlichen politischen Alltag gehören. Auch jenseits des jeweils anstehenden Wahlkampfs.

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