CeBit zeigt Zukunft der Berichterstattung
Vielleicht kommt das ja jetzt einem kleinen Outing nahe, aber ich war noch niemals auf der CeBIT. Was wohl auch noch nie weniger schlimm war, wie in diesem Jahr. Warum? Der Citizen-Journalism macht es möglich. Von der CeBIT wird nämlich nicht nur von den klassischen Medien berichtet, sondern es wird auch direkt auf der gebloggt und getwittert, es werden Bilder bei Flickr und Twitpic hochgeladen, Video bei Youtube eingestellt und Live vom Handy gestreamt. Eine solche, auf so breiter Basis stattfindende Berichterstattung hat es auch auf so einer Innovationsmesse wie CeBIT nicht gegeben.
Doch was das Allerbeste ist, es gibt nun auch einen direkten Kanal von Leuten wie mir, die nicht auf der CeBIT sind und Leuten, die dort vor Ort sind. Dies ist eine echte Bereicherung und, wie ich finde, ein kleiner Vorgeschmack auf die Zukunft der Berichterstattung.
von Matthias Zellmer
Wozu Twittern? Wozu Social Networking?
Nachdem ich in den vergangenen Wochen immer wieder nach dem Sinn von Twitter und dem “ganzen Kram” gefragt wurde und ich immer wieder versucht habe, zu erklären, warum ich Twitter bzw. das Microblogging im Allgemeinen bzw. das Social Networking noch Allgemeiner für eine gelungene Sache halte, möchte ich nun auch noch auf einen Beitrag zum Thema hinweisen, der es vielleicht etwas exemplarischer und damit nachvollziehbarer beschreibt: Mikroblogging und soziale Bewegungen auf blog.mensch.coop.
Bitte jetzt nicht falsch verstehen, ich möchte hier niemanden zum Twittern bekehren. Doch ich habe in der letzten Zeit festgestellt, dass diesbezüglich gerade auf den Menschen in unserer Branche ein erhöhter Druck zu lasten scheint, die sich nicht reflexartig auf alle Trends und Hypes aufspringen. Und gerade der rationelleren Klientel helfen ein paar aussagekräftige Beispiele vielleicht, um den ganzen Trubel zumindest etwas besser nachvollziehen zu können.
von Matthias Zellmer
Politik im Web ist nicht gleich Wahlkampf im Web
Der erste Wahlkampf des Jahres 2009 ist überstanden. Die Hessen haben weiterhin ihren Roland Koch als Regierungschef und mit TSG einen Ministerpräsidenten der Herzen. Das ist der erste Teil meines Fazits zur Hessenwahl.
Der zweite Teil ist, dass der Wahlkampf das Web entdeckt hat. Und das Web den ZDF Infokanal. Während gestern Abend in ARD und ZDF die übliche Chose mit Zahlen, Analysen und Elefanten in Runden ablief, wurde im ZDF Infokanal unter dem Stichwort Wahl im Web live über die Reaktionen im Web diskutiert. Moderiert von einem … wie immer sehr eloquenten … Markus Kavka, wurden dort fast schon fast so selbstverständlich Begriffe wie Twitter, Facebook und Chat verwendet, wie auf den anderen Programmen die Worte Hochrechnung oder Sitzverteilung. Experten wie Karl-Rudolf Korte und vor allem Dr. Christoph Bieber haben uns dort sehr fundiert erklärt, dass Wahlkampf im Web nun nicht mehr wegzudenken sein wird.
Da stimme ich den Experten durchaus zu. Aber es wäre all zu schade, wenn die Politiker das Web nur als ein weiteres zu bestückendes Medium für ihren Wahlkampf sehen würden. Denn das Web liefert durch die Möglichkeit des direkten oder indirekten Rückkanals die Möglichkeit der relativ ungefilterten Kommunikation mit den Menschen.
Und eine weitere Tatsache halte ich auch für sehr wichtig. Kein deutscher Politiker hat einen eigenen TV- oder Radio-Sender und auch keine eigene Zeitung oder Zeitschrift. Jedoch einer Website, ein Profil bei Xing, Facebook oder Twitter kann sich jeder Politiker zulegen … und das nicht nur die so genannten Großen. Auch jeder Parlamentsabgeordnete, Bürgermeister oder Kandidat kann sich im Web präsentieren und im Web kommunizieren. Das bietet die Chance, die Politik wieder mehr in der Mitte der Gesellschaft zu verwurzeln – sie zu erden. Dies ist eine Chance für unsere Gesellschaft, die weit über einen Wahlkampf hinausgeht. Die dazu notwendige Kompetenz im Bezug auf die vernetzten Medien wird gerade bei der Politiker-Generation der TSGs aufgebaut und hoffentlich in wenigen Jahren schon zum selbstverständlichen politischen Alltag gehören. Auch jenseits des jeweils anstehenden Wahlkampfs.
von Matthias Zellmer
Robert Basic denkt weiter

Es ist vollbracht und alle, die in irgendeiner Form etwas mehr mit dem Netz zu tun haben, sprechen darüber: Robert Basic, deutsche Blogger-Ikone und Mensch, hat sein Blog erfolgreich versteigert. Ja, erfolgreich … wie ich meine. Denn im Prinzip stand Robert Basic vor einer Win-Win-Situation.
Klammert man mal die emotionale Seite aus, was für ihn sicherlich nicht einfach ist, was hatte er zu verlieren? Dass sich ein Käufer zu einem annehmbaren Preis für basicthinking finden würde, war mir absolut klar. Die Publicity würde auch stimmen, und war meiner Ansicht nach größer als ich es erwartet hatte. Nun kann Robert Basic sich mal richtig schütteln und sich mit neuem Elan in neue Projekte stürzen. Er wird auf Konferenzen und anderen Veranstaltungen weiterhin ein gefragter Mann sein, vielleicht mehr den je. Er muss nun nicht anfangen, die neuen Ideen und Vorstellungen, die er sicher hat, in ein etabliertes und damit auch ein festgelegtes Korsett zu zwängen. Er kann neu anfangen und das mit einem kleinen finanziellen Polster, sowie einem beachtlichen Standing in der Szene und auch ein Stück darüber hinaus.
Ich bin in jedem Fall mal gespannt, mit was Robert Basic uns in Zukunft erfreuen wird. Der aktuelle Clou wird sicher schwer zu toppen sein, aber wenn es einer schafft, dann Robert … ich wünsch dir was ;-)
von Matthias Zellmer
Microblogging vs RSS-Feeds

Oft höre ich gerade im Bezug auf den Microblogging-Dienst Twitter, dass es viele Leute stört, wenn dort irgendwelche Publisher hauptsächlich Links zu ihren Inhalten posten. Dies können einfache Blog-Einträge sein, wie auch wir es vom Netzlogbuch machen, aber auch zum Beispiel der Hinweis auf Artikel in den Online-Angeboten von Zeitungen und Zeitschriften sein. Ein aktuelles Beispiel sind diesbezüglich die jüngsten Aktivitäten von Spiegel Online.
Das Hauptargument der Kritiker gegen automatisierten Link-Postings ist, dass es exakt dafür RSS-Feeds gebe. Das stimmt. Jedoch habe ich für mich festgestellt, dass ich einige meiner abonnierten Feeds in aller Regel nicht wirklich lese. Dazu gehörte zum Beispiel der Feed von Heise.de. Da wird mir einfach pro Tag zu viel veröffentlicht.
Darum habe ich nun den Heise-Feed aus meinem RSS-Reader raus geworfen und folge nun den Updates von heiseonline auf Twitter. Der offensichtliche Nachteil dieser Methode, ich werde so manchen Tweet und damit so manche Meldung auf Heise.de schlichtweg verpassen, da ich ja nicht den ganzen Tag meinen Twitter-Stream verfolge. Tatsache ist aber, dass ich bei der RSS-Methode so gut wie alles verpasst habe, da ich, ob der schieren Masse, so gut wie immer alle Heise-Feeds ungelesen als gelesen markiert habe. Das heißt somit, dass ich nun unterm Strich mehr von den Heise-Meldungen mitbekomme als vorher.
Mit anderen Feed würde ich allerdings nicht so verfahren wollen. Dazu sind mir die Meldungen zu wichtig und die Gefahr etwas zu verpassen zu groß. Somit schätze ich nun bei allen Infoquellen, bei denen ich die Wahl zwischen Feed und Tweet habe, ab, welchen Dienst ich im Kern nutze. Bei manchen nutze ich sogar beides.
Somit stehen für mich RSS und Microblogging diesbezüglich in keiner Konkurrenz, sondern sind je nach Fall die Info-Methode meiner Wahl; sie ergänzen sich.
von Matthias Zellmer
Leseempfehlung: Von der Unfähigkeit zu lernen
Danke, lieber Marcel Weiss, für deinen Blog-Beitrag Von der Unfähigkeit zu lernen. An alle Anderen: Unbedingt lesen … und daraus lernen!
Meine persönlichen Highlights aus dem Beitrag:
Die Entscheider in jedem Wirtschaftszweig, dessen Geschäftsmodelle direkt vom Internet betroffen sind, weigern sich seit Jahren, zu lernen, zu verstehen, zu überleben.
Es passt nicht in’s eigene Weltbild, deswegen kann und darf es nicht wahr sein.
Dass das Gleiche ebenfalls in der Printindustrie/Journalismusbranche der Fall ist, ist nach wie vor nur schwer nachzuvollziehen. Die Branche, deren Aufgabe es ist, die Welt zu verstehen und verständlich zu machen, versteht die eigene Situation nicht einmal ansatzweise.
Stattdessen: Ignoranz, Arroganz und ein Vertrauen auf die eigenen Lobbyverbände und als letzte Notlösung die Regierung, die notfalls eingreifen soll. Nur reicht eben nicht einmal das. Was Einigen langsam klar werden dürfte.
Markt bedeutet eben nicht nur unverschämt hohe Renditen sondern auch Untergang, wenn man sich nicht an Veränderungen der Umwelt anpassen kann oder will.
Den Rest gibt es auf netzwertig.com. Sorry, dass ich hier keine journalistisch wertvolle Eigenleistung vollbracht habe, aber der Artikel bringt es eben wunderbar auf den Punkt.
von Matthias Zellmer
Die Zeit zeigt, wo das Geld hin ist
Ich bin ja immer mal wieder einer dieser bösen Blogger, der gerne mal ein paar kritische Worte über Journalisten verliert. Aber von Schubladendenke und Sippenhaft halte ich nix und das hat auch seinen guten Grund. Wir brauchen nämlich Menschen wie Kerstin Kohlenberg und Wolfgang Uchatius. Nie gehört? Die Beiden sind Redakteure bei Zeit-Online und haben einen wirklich hervorragenden Artikel über die Gründe, wie es zur aktuellen Finanzkrise kommen konnte geschrieben.
Übrigens schade, dass ich für den Artikel nicht nachträglich was zahlen kann. Ich klick dann jetzt eben mal ein paar Werbebanner auf der Seite an und nehme mir vor Die Zeit mal wieder am Kiosk zu kaufen.
Update: Hab gerade nach Werbebannern auf Zeit Online geschaut und keine gefunden. Wow!
Via basicthinking.de
von Matthias Zellmer
tabbloid – PDF-Zeitung aus RSS-Feeds
Auf thenextweb.com hat Paul Vereijken gestern Hewlett-Packards tabbloid vorgestellt. Dies ist ein simple aufgemachter Web-Dienst, der einem aus seinen liebsten RSS-Feeds zu regelmäßigen, von einem selbst definierbaren Zeitpunkten ein PDF generiert.
Gleichzeitig stellt Paul die Frage, ob es sich dabei um einen sinnvollen oder nutzlosen Dienst handelt. Für mich keine Frage: Es ist im Grundprinzip her ein sehr nützlicher Dienst. Zum Beispiel für Berufspendler, die mit Bus/Bahn zur Arbeit fahren. Einfach die RSS-Feeds der Website oder der Rubriken von Tageszeitungen, die einen besonders interessieren, abonnieren und morgens bevor man zu Bus oder Bahn geht ausdrucken. Dann hat man seine personalisierte Tageszeitung. Jetzt müsste der Drucker nur noch eine eigene E-Mail-Adresse haben, denn das PDF wird nach seiner Generierung an ein anzugebende E-Mail-Adresse geschickt. Wäre schon schick … morgens einfach die personalisiert Tageszeitung aus dem Drucker holen. Gibt es sowas? Drucker, die auch Mails empfangen können?
von Matthias Zellmer
Video der zweiten Twitterlesung
Nachdem ich die welterste Twitterlesung noch live per Videostream hab verfolgen können, musste ich bei der zweiten auf eine Video aus der Konserve zurückgreifen. Trotzdem sehenswert …
von Matthias Zellmer
Die erste Folge vom Elektrischen Reporter im ZDFinfokanal
Das von mir sehr geschätzte Web-TV-Format “Elektrischer Reporter” kommt ins TV. Damit das vom Medium her kein all zu krasser Rückschritt ist, erstmal nur in den ZDFinfokanal. Heute um 19:35 … sowas nennt man dann Sendzeit bzw. Sendeplatz und man braucht sowas bei broadcastingbasierten Audio- oder Video-Streams … also heute um 19:35 wird die erste Folge des Elektrischen Reporters ausgestrahlt. Und wenn ihr sie euch nicht jetzt … oder irgendwann sonst … auf elektrischerreporter.de oder hier
Elektrischer Reporter – Microblogging: Leben in 140 Zeichen
angesehen hat, dann erfahrt ihr darin, was dieses Microblogging eigentlich ist.
von Matthias Zellmer








