Axel Springer gegen Kostenlos-Internet
Gerade lese ich bei horizont.net, dass Mathias Döpfner, der Vorstandsvorsitzende von Axel Springer, sich mal wieder über die “Kostenlos-Kultur” des Internets ausgelassen hat. Er kündigte in der FAZ an:
Sämtliche Inhalte auf Smartphones werden wir auf Dauer gegen Gebühr anbieten.
Dazu kann ich mal wieder nur sagen: Der Journalismus ist tot … es lebe der Journalismus. Und zwar der wahre, wirklich und nicht nur bei der DPA abgeschriebene. Es sind nämlich eigentlich die mediengebundenen Geschäftsmodelle, die tot sind.
Die Verlagsblase ist offensichtlich nicht geplatzt, wie etwas die US-Immobilienblase, sondern ihr entweicht nach und nach die Luft. Und dies geschieht so langsam, dass noch genug Kraft bleibt, um die Ellenbogen auszufahren. Dabei müssten wirklich neue, medienneutrale und auf Inhalt, Mehrwert und Relevanz ausgerichtete Geschäftsmodelle her … und nicht nur wieder ein weiteres mediengebundendes (nämlich ans iPhone). Das ist doch im Prinzip wieder nur die alte Denke.
— Update —
Ich sehe gerade, dass sich Thomas Knüwer auf Indiskretion Ehrensache auch dem Thema angenommen hat: Der Verlegerdukatenhoffnungsesel Iphone
von Matthias Zellmer
Hashtags als Rückkanal für Print?
Auf macx.de wurde kürzlich eine simple, aber interessante Idee im Bezug auf den Rückkanal auf dem Web zu bestimmten Print-Artikeln gepostet. Wenn jeder Artikel einen eigenen uniquen Hashtag hätte, dann könnte sich im Social Web immer mit diesem auf den Artikel bezogen werden.
Idealerweise würde dieser Hashtag auch noch die URL-ID eines zugehörigen URL-Verkürzungsdienstes sein. D.h. wenn sich die Verlage auf eine Art normierten, webgerechten Identifizierer für jeden Artikel einigen könnten, dann könnte man damit einen Rückkanal etablieren, den es auf Verlagsseite nur noch zu monitoren gelten würde.
Ein interessanter Ansatz, wie ich finde. Doch auch er erfordert ein weiteres Umdenken in der Verlagsbranche. Angesichts der Sichtweise, die diese jedoch noch kürzlich in ihrer Hamburger Erklärung an den Tag gelegt hat, bin ich diesbezüglich eher skeptisch. Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.
von Matthias Zellmer
GALORE lebt
Man muss im Magazindschungel schon genauer hinsehen, um innovative und interessante Konzepte zu entdecken. Das Interview-Magazin “Galore” war sichlich eines davon. Leider musste es, laut Chefredakteur Sascha Krüger, aufgrund von “wirtschaftlichen Erwägungen” und der “gegenwärtigen Marktsituation” im Juni eingestellt werden. Ich muss sagen, daß mich während des Lesens dieser Meldung das ungute Gefühl beschlichen hatte, vielleicht doch ein paar Mal zu oft am Bahnhofskiosk vorbeigehetzt zu sein ohne mir ein Exemplar zu kaufen.
Statt jedoch bei spielender Kapelle mit immerhin 905 Interviews in den Tiefen des Gutenberggrabens zu verschwinden, hat man sich entschieden das Magazin im guten alten Internet weiterzubetreiben und darüber hinaus auch einen Großteil der vergangenen Interviews in einem Archiv zugänglich zu machen. Kostenlos.
Wenn unser hypeverseuchtes Magazindickicht schon kein sonniges Plätzchen für Ideen wie GALORE bieten kann so bin ich mir doch sicher, daß sie im Netz gute Chancen haben um zu wachsen und zu gedeihen. Ich würde es mir wünschen und werde mit Sicherheit öfters mal vorbeischauen. Versprochen.
Nerdcore hat sich auch direkt ein paar zwiegesprächliche Perlen herausgepickt.
von Artur Richter
Trendpiraten zum Thema: Medienkrise
Trendpiraten – Episode 03 from Trendpiraten on Vimeo.
Es gibt eine neue Folge des Trendpiraten-TVs … die Dritte. Diesmal nehmen sich Joyce, Eggbert und Eila dem Thema Medienkrise an. Dazu gibt es noch eine recht umfangreiche Link-Liste zum Thema.
Interessant finde ich übrigens, dass die Trendpiraten mit ihrer kleinen Web-Sendung im Prinzip zu jener Medienkrise beitragen, über die sie in dieser Folge berichten. Die Folge kann nämlich jeder hier (!) kostenlos betrachten, bei sich auf der Website einbinden und anders als wir, die wir hier keine Werbung eingebunden haben, auch noch daran Fremd-Mitverdienen. Dabei ist die Produktion der einzelnen Trendpritaten-TV-Folgen bestimmt nicht gerade kostengünstig und schon gar nicht so kostenfrei, wie das Betrachten des jeweiligen Videos. Also: Quo vadis, Medien?
von Matthias Zellmer
Dnews – Neues Online-News-Portal
Das erfolgreich niederländische Online-News-Portal nu.nl hat einen deutschen Ableger bekommen: Dnews.de.
In einem Medienhandbuch.de-Interview beantwortet die Dnews-Chefredakteurin Antje Winter die Frage nach den konzeptionellen Besonderheiten des neuen News-Portals folgendermaßen:
Dnews richtet sich an die Leser, die sich einen schnellen Überblick über die aktuelle Nachrichtenlage verschaffen möchten. Im Nachrichtenteil gibt es bei uns keine Hintergründe und Analysen sondern kurze Nachrichten, die in einem schlanken Layout pro Thema übersichtlich untereinander präsentiert werden. Diese Präsentation und Herangehensweise ist neu und unterscheidet uns von allen anderen herkömmlichen deutschen Nachrichtenseiten.
Zusätzlich zu den Nachrichtenmeldungen kommentieren Autoren in wöchentlichen Kolumnen Themen aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Sport, Entertainment, Internet und Umwelt.
Mit der gerade mal 360 Pixel breiten Inhaltsspalte … Gesamtbreite 650 Pixel … da passt noch gut Werbung daneben und seiner auch mit dem Handy (Test via Opera Mini) wirklich gut les- und benutzbaren Oberfläche erscheint mir Dnews vor allem auf den mobilen Nutzer abzuzielen … Stichwort: iPhone bzw. Netbooks. Mit meiner 1600er Auflösung hier an meinem Arbeitsplatz-Monitor sieht die Seite allerdings etwas verloren aus. Aber mit ein paar mal Strg++ ist die Site auch auf einem so großen Bildschirm gut erfassbar.
Auch wenn die Farbgebung die Bezeichnung bunt wirklich verdient hat, gefällt mir die Site irgendwie gut. Die schmale Darstellung macht es notwendig, die Navigation vertikal anzuordnen, was aber bei Dnews gut funktioniert. Auch die Kürze der Artikel macht sich beim am Bildschirm lesen ganz gut.
Auch nett, die Online-TV-Zeitung dnewsfernsehen.de …
von Matthias Zellmer




















