Was ist ACTA?

Was ist eigentlich dieses ACTA?

Politwoops – Was Politiker lieber nicht getwittert hätten

In aller Offenheit… Die gläserne Gesellschaft, so lautete gestern Abend der Titel von Der Tag, einer Sendung, die jeden Wochentag um 18 Uhr auf hr2 ausgestrahlt wird. Darin ging es sehr viel um das Thema Transparenz, und hier vor allem über die Transparenz, die vor allem hochrangige Politiker ihrem Volk “schuldig” sind.

Hierzu passend bin ich gestern auch über eine Website namens Politwoops gestolpert. Dort werden Twitter-Nachichten veröffentlicht, die twitternde Politiker der im deutschen Bundestag vertretenden Parteien, erst veröffentlicht und dann wieder gelöscht haben. Eine interessante Idee. Oder ist das doch eher unmoralisch?

Der Alternativlos(e) Podcast

Griechenland, Wikileaks, Netzneutralität, Stuxnet, Revolution, Plagiate, Atomkraftwerke, Geld, Börse, Peak Oil, Staatstrojaner … dies sind einige der Themen, mit denen sich die bekannten Mitglieder des Choas Computer Clubs (CCC) Frank Rieger und Fefe in ihrem Podcast Alternativlos kompetent, kritisch und humorvoll beschäftigen. Und liefern damit eine besonders gelungene Art des Parallel-Journalismus, der inzwischen an allen Ecken und Enden des Internets zu finden ist … in Blogs, Podcast und in den Timelines der Social Networks.

Reinhören …

Initiative “Pro Netzneutralität” gegründet

Eine der absolut grundlegenden Ideen bei der Schöpfung des Internets, war, dass alle daran beteiligten Knotenrechner völlig neutral alle Datenpakete zu ihrem Zielpunkt weiterleiten. Damit sollte seine Ausfallsicherheit z.B. bei einem Atomschlag gewährleistet werden. Diese so genannte Netzneutralität ist heute noch eine der Grundpfeiler des Internets. Meine durch das Internet geschickten Daten haben die gleiche Wertigkeit, wie die von Barack Obama oder die von McDonalds. Demokratie wie sie im Buche steht.

Laut dem Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages definiert sich Netzneutralität folgendermaßen:

Der Begriff Netzneutralität bezeichnet die neutrale Übermittlung von Daten im Internet, das bedeutet eine gleichberechtigte Übertragung aller Datenpakete unabhängig davon, woher diese stammen, welchen Inhalt sie haben oder welche Anwendungen die Pakete generiert haben.

Inzwischen wird das Internet jedoch so stark benutzt und beansprucht, dass es für die Betreiber der Netze durchaus eine Verdienstquelle sein kann, wenn sie Datenpakete gegen Gebühr bevorzugt und damit schneller durchleiten. Dies widerspricht jedoch grundlegend dem Paradigma der Netzneutralität und somit den demokratischen Grundstrukturen des Internets.

Darum gibt es auch zahlreiche Stimmen, bis hin zum US-Präsidenten Obama, die sich für die Netzneutralität einsetzen. Aus einigen dieser Stimmen ist nun auch die Initiative “Pro Netzneutralität” geworden.

Bei Pro Netzneutralität kann man jetzt seine Stimme für eine Erklärung zur Netzneutralität abgeben und damit einen zähl- und vorzeigbaren Beitrag zu diesem wichtigen Thema leisten.

via netzwertig.com

Barrierefreiheit von Partei-Websites

barrierefrei

Auf homopoliticus.de haben sie den Artikel Parteien im Web: Barrieren für Behinderte von Heiko Kunert über seine Analyse der Zugänglichkeit der Bundestagswahl-Kampagnen-Seiten einiger Parteien veröffentlicht. Ein Auszug aus seinem Fazit:

Bis auf das Angebot der SPD hat jede Website größere und kleinere Probleme mit der Barrierefreiheit. Nur bei der SPD ist erkennbar, dass das Thema Barrierefreiheit bei der Entwicklung berücksichtigt wurde.

Aber fast interessanter, als die Güte der Partei-Websites im Bezug auf die Barrierefreiheit, finde ich die Erläuterungen von Heiko Kunert. Denn sie vermitteln ein ziemlich guten Eindruck, auf was man bei der Erstellung einer barrierearmen Website zu achten hat … und das gleich mal an konkreten Beispielen.


Das Bild stammt von Omaaar und wurde unter der public domain auf wikimedia.org veröffentlicht.

27. August 2009
von Matthias Zellmer
Profilbild von Matthias Zellmer

waswaehlstdu.de – KISS-Prinzip at it’s best

waswaehlstdu_de

Ich bin gerade ganz begeistert von der Website waswaehlstdu.de. Sie schafft es, das von mir hoch geschätzte KISS-PrinzipKeep it simple and stupid … perfekt anzuwenden. Großes Lob.

Auch wenn Einige inhaltlich zum Beispiel das Fehlen der Piratenpartei bemängeln werden, so spricht es doch für die konsequente Anwendung des KISS-Prinzips, wenn sich hier auf die im Bundestag vertretenen Fraktionen plus einem Feld für Sonstige beschränkt wird.

Anti-Obama-Effekt bei Ursula von der Leyen

Anfang des Jahres war ich auf mehreren Veranstaltungen, deren Titel sinngemäß irgendwas wie “Von Obama lernen, heißt siegen lernen” enthielten. Da wurde von wirklich führenden Politikern und anderen Menschen, die am aktuellen Wahlkampf nicht gerade unbeteiligt sind, lange und breit erläutert, was Obama richtig gemacht hat, als er das “Netz” hinter sich gebracht hat. Doch scheinbar sind die Erkenntnisse der ganzen Analysen und Diskussionen für den deutschen Wahlkampf unbrauchbar gewesen oder dabei ist irgendwo irgendwas gewaltig schief gelaufen.

Die damals als eher unpolitisch bezeichnete Internet-Community (es gibt sie in Wirklichkeit gar nicht) ist meiner Ansicht nach deutlich politischer geworden, als man es wohl angenommen hatte. Ich denke mal, einfach aus dem Grund, weil das Web einfach nicht als Paralleluniversum angesehen werden kann. Es ist ein Bestandteil der Gesellschaft, und wenn nun mal Wahlkampf ist, dann politisiert dies dann nun mal auch das Web.

Doch konnte keine etablierte Partei diesen Schub nutzen. Im Gegenteil, es ging sogar mit der Piratenpartei eine neue Partei an den Start, die viele Sympathien im Web abgrast und die alten Parteien werden eher negativ besprochen. Und hier hat sich sogar ein Anti-Yes-we-can herauskristallisiert: Zensursula.

Inzwischen würde ich sogar sagen, dass sich bei Ursula von der Leyen ein gewisser Anti-Obama-Effekt aufgetan hat. Ihre Äußerungen werden zum Beispiel bei Youtube, Twitter und in einschlägigen Blogs dokumentiert und auseinander genommen. So wurde etwa der Clip oben auf einer CDU-Wahlkampfveranstaltung von einem Besucher aufgezeichnet und bei Youtube eingestellt. Auf Netzpolitik wird seit gestern Nachmittag darüber diskutiert und innerhalb nicht mal eines Tages sind bisher über 250 Kommentare und Trackbacks dazu zusammengekommen. Die vielen Trackbacks zeigen, dass das Thema ins Web multipliziert wird. Es gibt inzwischen hunderte Tweets bei Twitter zu dem Video und die Kritik ist durchweg negativ.

Ich denke mal, dass das politische Web bisher nicht soweit in der Gesellschaft angekommen ist, dass die aktuellen Entwicklungen einen großen Schaden für das Abschneiden der CDU bei der Bundestagswahl 2009 bringen wird. Es wird ab Herbst eine Schwarz-Gelbe Bundesregierung geben. Denn solche Themen wie die Netzsperren sind nur Randnotizen im aktuellen Wahlkampf. Aber ich glaube, dass da trotzdem viel Schaden für die Zukunft angerichtet worden ist. Denn das Informationszeitalter ist da und die Politik muss sich auf viele platzende Blasen einstellen. Es wäre schön, wenn sie uns dabei nicht nur mit Lösungen fürs Industriezeitalter kommen werden.

Wer ist böse? Das Internet oder die Gesellschaft?

schafe

Wolfgang Kleinwächter beantwortet diese Frage in einem lesenswerten Telepolis-Artikel Websperren: Internetpolitik von Gestern eindeutig:

Es ist nicht das Internet, das “das Böse” in die Gesellschaft bringt, sondern es ist “das Böse in der Gesellschaft”, das sich nun auch den Weg ins Internet bahnt.

Aber nicht nur dieses Zitat, sondern den ganzen Artikel finde ich sehr lesenswert und ich war beim Durchlesen versucht fast jeden Satz zitieren zu wollen. Darum zumindest noch dies hier:

Die Informationsgesellschaft ist globaler, komplexer und viel differenzierter als es die Industriegesellschaft war und ist. Wird diese Komplexität ignoriert und verweigert man sich einer Modernisierung der Politik, richten gut gemeinte insulare Lösungen mehr Schaden an als Nutzen. Einfach sperren – d.h. “Augen zu”, wenn Böses auf dem Laptop erscheint – ist so innovativ wie die Einführung des “Index Librorum Prohibitorum” durch die katholische Kirche nach Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks.

Wolfgang Kleinwächter ist übrigens Professor für Internet Politik und Regulierung an der Universität Aarhus.


PS: Das Bild habe ich übrigen auf Wikimedia gefunden und es stammt von Friedrich Böhringer.

17. August 2009
von Matthias Zellmer
Profilbild von Matthias Zellmer

Digital Deutschland gegen Sperren im Internet

zensursula

Im ganzen digitalen Deutschland gab es in der vergangenen Woche eigentlich nur ein Thema, die Petition Internet – Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten von Franziska Heine.

Sie ist eine Reaktion auf die Gesetzesinitiative der Bundesregierung, die lobenswerter Weise etwas gegen Kinderpornografie im Internet tun möchte. Doch tut sie dies sehr laienhaft und das Mittel ihrer Wahl, die Sperrung von Seiten mit kinderpornografischen Inhalten mittels Sperrlisten, ist nicht nur ungeeignet, sondern öffnet auch Tür und Tor für einen nicht mehr kontrollierbaren Missbrauch der noch zu schaffenden technischen Möglichkeiten.

Warum das so ist, darüber haben sich Blogger und Journalisten in den vergangenen Tagen die Finger wund geschrieben. Stellvertretend dafür möchte ich die besonders gelungenen Beiträge Warum es um Zensur geht von Jens Scholz und Offener Brief zum Muttertag von Markus Jünemann auf dem Blog Wir sind das Volk sowie den Leitartikel Zensur hilft keinem Kind von Patrick Beuth auf FR-Online.de erwähnen.

Wer mehr darüber lesen möchte, kann auch immer wieder mal in der Twitter-Suche nach dem Begriff “Zensursula” suchen. Dort werden stündlich neue Artikel und Beitrag zu diesem Themenkomplex verlinkt …

Web-Unterricht an englischen Grundschulen

theguardian

Die englische Tageszeitung The Guardian berichtete gestern, dass im Zuge der Reformierung des Lehrplans zukünftig auch das Nutzen des Web (2.0) an der Grundschule vermittelt werden soll.
Schüler sollen nach der Grundschulzeit in der Lage sein, Blogs, Podcasts, Twitter und Wikipedia als Informationsquellen nutzen zu können. Außerdem sollen nicht mehr nur Handschrift (also Schreiben mit einem Stift in der Hand), sondern auch der Umgang mit der Tastatur gelehrt werden. Und parallel zur Rechtschreibung sollen Schüler beigebracht bekommen, wie man mit Software zur Rechtschreibprüfung umgeht.

Diese Ansätze stammen von Sir Jim Rose, der von Regierungsministern beauftragt wurde, den Lehrplan für Grundschulen zu überarbeiten. Offiziell werden seine Vorschläge erst nächsten Monat veröffentlich – und erst dann wird sich auch die englische Politik dazu äußern.

Das Vermitteln von Web- und Computer-Kenntnissen in der Grundschule ist ein Ansatz, der viele neue Möglichkeiten mit sich bringt. Beispielsweise würden sich die verfügbaren Lehrmittel vervielfachen.
Voraussetzung ist aber, dass die Lehrkräfte mit dem Web (2.0) vertraut sind und es selbst adäquat nutzen können. Man kann nichts vermitteln was man selbst nicht versteht und beherrscht. Ob die Lehrkräfte (gerade ältere) dieser Aufgabe heute schon gewachsen sind … ?

via uk.techcrunch.com, thenextweb.com

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