IGEL – Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage
Gestern ging unter leistungsschutzrecht.info die Kampagnen-Website der Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage, kurz IGEL, online. Die von Till Kreutzer ins Leben gerufene Initiative wendet sich gegen ein einseitiges Leistungsschutzrecht, dass nach Kreutzers Aussage »Allen außer den Verlegern« schadet und im Fall von freien Journalisten sogar deren »Urheberrechte “überlagert”«.
Auf der IGEL-Website heißt es dazu:
IGEL wurde in erster Linie aufgrund der Erkenntnis initiiert, dass es für ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger weder eine Notwendigkeit noch eine Rechtfertigung gibt. Ein solches Recht wird einerseits nicht benötigt und hat andererseits – unabhängig von dessen Ausgestaltung – zwangsläufig sehr bedenkliche Auswirkungen auf die Interessen Dritter und das Gemeinwohl.
Weitere Informationen, Argumente und die Möglichkeit gegen ein solches Leistungsschutzrecht mitzustreiten, gibt es auf leistungsschutzrecht.info.
von Matthias Zellmer
Designkonzept: Die papierlose Zeitung
Die Designers Seon-Keun Park und Byung-Min Woo haben ein Konzept für die papierlose Zeitung entwickelt. Schick sieht sie ja aus, diese Glasscheibe mit Rahmen, die man abends in ihre Dockingstation stellt und die morgens dann die “Zeitung” unten raus lässt. Doch wird dieses Konzept irgendwas mit der Zukunft der Zeitung zu tun haben?
So wie ich es sehe, basiert es doch wieder auf dem alten Prinzip, dass man seine eine Redaktion erwählt hat, die die Nachrichten für einen zusammenstellt. Aber wird es nicht eher so sein, dass diese redaktionelle Leistung in der Zukunft von geeigneten Methoden erbracht wird, die wir selbst dahingehend beeinflussen und die aus vielen verschiedenen Quellen kommen? Aber vielleicht haben Seon-Keun Park und Byung-Min Woo in diesem Konzept auch nur ein einer althergebrachten Zeitung optisch gleicht, damit der Zeitungsbezug gut zu erkennen ist.
Was in jedem Fall fehlt, sind z.B. Hyperlinks, Kommentar- und Bewertungsmöglichkeiten, sowie das Verbreiten im meinem “Stream” (Twitter, Facebook, Friendfeed, …). Somit denke ich, dass wir hier eher ein mögliches Nischenprodukt sehen und nicht die Zukunft der Zeitung.
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Gefunden bei Peter Glaser in der Glaserei.
von Matthias Zellmer
Hashtags als Rückkanal für Print?
Auf macx.de wurde kürzlich eine simple, aber interessante Idee im Bezug auf den Rückkanal auf dem Web zu bestimmten Print-Artikeln gepostet. Wenn jeder Artikel einen eigenen uniquen Hashtag hätte, dann könnte sich im Social Web immer mit diesem auf den Artikel bezogen werden.
Idealerweise würde dieser Hashtag auch noch die URL-ID eines zugehörigen URL-Verkürzungsdienstes sein. D.h. wenn sich die Verlage auf eine Art normierten, webgerechten Identifizierer für jeden Artikel einigen könnten, dann könnte man damit einen Rückkanal etablieren, den es auf Verlagsseite nur noch zu monitoren gelten würde.
Ein interessanter Ansatz, wie ich finde. Doch auch er erfordert ein weiteres Umdenken in der Verlagsbranche. Angesichts der Sichtweise, die diese jedoch noch kürzlich in ihrer Hamburger Erklärung an den Tag gelegt hat, bin ich diesbezüglich eher skeptisch. Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.
von Matthias Zellmer
CeBit zeigt Zukunft der Berichterstattung
Vielleicht kommt das ja jetzt einem kleinen Outing nahe, aber ich war noch niemals auf der CeBIT. Was wohl auch noch nie weniger schlimm war, wie in diesem Jahr. Warum? Der Citizen-Journalism macht es möglich. Von der CeBIT wird nämlich nicht nur von den klassischen Medien berichtet, sondern es wird auch direkt auf der gebloggt und getwittert, es werden Bilder bei Flickr und Twitpic hochgeladen, Video bei Youtube eingestellt und Live vom Handy gestreamt. Eine solche, auf so breiter Basis stattfindende Berichterstattung hat es auch auf so einer Innovationsmesse wie CeBIT nicht gegeben.
Doch was das Allerbeste ist, es gibt nun auch einen direkten Kanal von Leuten wie mir, die nicht auf der CeBIT sind und Leuten, die dort vor Ort sind. Dies ist eine echte Bereicherung und, wie ich finde, ein kleiner Vorgeschmack auf die Zukunft der Berichterstattung.
von Matthias Zellmer
Microblogging vs RSS-Feeds

Oft höre ich gerade im Bezug auf den Microblogging-Dienst Twitter, dass es viele Leute stört, wenn dort irgendwelche Publisher hauptsächlich Links zu ihren Inhalten posten. Dies können einfache Blog-Einträge sein, wie auch wir es vom Netzlogbuch machen, aber auch zum Beispiel der Hinweis auf Artikel in den Online-Angeboten von Zeitungen und Zeitschriften sein. Ein aktuelles Beispiel sind diesbezüglich die jüngsten Aktivitäten von Spiegel Online.
Das Hauptargument der Kritiker gegen automatisierten Link-Postings ist, dass es exakt dafür RSS-Feeds gebe. Das stimmt. Jedoch habe ich für mich festgestellt, dass ich einige meiner abonnierten Feeds in aller Regel nicht wirklich lese. Dazu gehörte zum Beispiel der Feed von Heise.de. Da wird mir einfach pro Tag zu viel veröffentlicht.
Darum habe ich nun den Heise-Feed aus meinem RSS-Reader raus geworfen und folge nun den Updates von heiseonline auf Twitter. Der offensichtliche Nachteil dieser Methode, ich werde so manchen Tweet und damit so manche Meldung auf Heise.de schlichtweg verpassen, da ich ja nicht den ganzen Tag meinen Twitter-Stream verfolge. Tatsache ist aber, dass ich bei der RSS-Methode so gut wie alles verpasst habe, da ich, ob der schieren Masse, so gut wie immer alle Heise-Feeds ungelesen als gelesen markiert habe. Das heißt somit, dass ich nun unterm Strich mehr von den Heise-Meldungen mitbekomme als vorher.
Mit anderen Feed würde ich allerdings nicht so verfahren wollen. Dazu sind mir die Meldungen zu wichtig und die Gefahr etwas zu verpassen zu groß. Somit schätze ich nun bei allen Infoquellen, bei denen ich die Wahl zwischen Feed und Tweet habe, ab, welchen Dienst ich im Kern nutze. Bei manchen nutze ich sogar beides.
Somit stehen für mich RSS und Microblogging diesbezüglich in keiner Konkurrenz, sondern sind je nach Fall die Info-Methode meiner Wahl; sie ergänzen sich.
von Matthias Zellmer
Leseempfehlung: Von der Unfähigkeit zu lernen
Danke, lieber Marcel Weiss, für deinen Blog-Beitrag Von der Unfähigkeit zu lernen. An alle Anderen: Unbedingt lesen … und daraus lernen!
Meine persönlichen Highlights aus dem Beitrag:
Die Entscheider in jedem Wirtschaftszweig, dessen Geschäftsmodelle direkt vom Internet betroffen sind, weigern sich seit Jahren, zu lernen, zu verstehen, zu überleben.
Es passt nicht in’s eigene Weltbild, deswegen kann und darf es nicht wahr sein.
Dass das Gleiche ebenfalls in der Printindustrie/Journalismusbranche der Fall ist, ist nach wie vor nur schwer nachzuvollziehen. Die Branche, deren Aufgabe es ist, die Welt zu verstehen und verständlich zu machen, versteht die eigene Situation nicht einmal ansatzweise.
Stattdessen: Ignoranz, Arroganz und ein Vertrauen auf die eigenen Lobbyverbände und als letzte Notlösung die Regierung, die notfalls eingreifen soll. Nur reicht eben nicht einmal das. Was Einigen langsam klar werden dürfte.
Markt bedeutet eben nicht nur unverschämt hohe Renditen sondern auch Untergang, wenn man sich nicht an Veränderungen der Umwelt anpassen kann oder will.
Den Rest gibt es auf netzwertig.com. Sorry, dass ich hier keine journalistisch wertvolle Eigenleistung vollbracht habe, aber der Artikel bringt es eben wunderbar auf den Punkt.
von Matthias Zellmer
tabbloid – PDF-Zeitung aus RSS-Feeds
Auf thenextweb.com hat Paul Vereijken gestern Hewlett-Packards tabbloid vorgestellt. Dies ist ein simple aufgemachter Web-Dienst, der einem aus seinen liebsten RSS-Feeds zu regelmäßigen, von einem selbst definierbaren Zeitpunkten ein PDF generiert.
Gleichzeitig stellt Paul die Frage, ob es sich dabei um einen sinnvollen oder nutzlosen Dienst handelt. Für mich keine Frage: Es ist im Grundprinzip her ein sehr nützlicher Dienst. Zum Beispiel für Berufspendler, die mit Bus/Bahn zur Arbeit fahren. Einfach die RSS-Feeds der Website oder der Rubriken von Tageszeitungen, die einen besonders interessieren, abonnieren und morgens bevor man zu Bus oder Bahn geht ausdrucken. Dann hat man seine personalisierte Tageszeitung. Jetzt müsste der Drucker nur noch eine eigene E-Mail-Adresse haben, denn das PDF wird nach seiner Generierung an ein anzugebende E-Mail-Adresse geschickt. Wäre schon schick … morgens einfach die personalisiert Tageszeitung aus dem Drucker holen. Gibt es sowas? Drucker, die auch Mails empfangen können?
von Matthias Zellmer
Dr. Web: Zukunft der Printmedien
Ich habe mir den Artikel Zukunft der Printmedien im Magazin von drweb.de durchgelesen und wollte eigentlich nur einen Kommentar dazu verfassen, bin dann aber ziemlich ins Schreiben gekommen.
Dieter Petereit macht sich in seinem Artikel Gedanken darüber, warum die Printmedien allem Anschein nach auf dem absteigende Ast sind und welche Ansätze es gibt, wieder … um bei der Metapher zu bleiben … auf einen grünen Ast zu kommen. Besagten grünen Ast sehen viele wohl im Web.
Als Informationsarchitekt in einer Web-Agentur, zu deren Kunden viele Unternehmen aus den so genannten klassischen Medien Print, TV und Radio gehören, habe ich viel und oft direkten Kontakt zu Vertretern dieser Medien. Und ich denke, eines der grundlegenden Probleme, welches die in diesen Branchen arbeitenden Menschen haben, ist dass sie das Web nicht als eigenes Medium ansehen.
Es gibt aber auch einfach zu vieles, was im Web an das jeweils eigene (klassische) Medium erinnert. Und sooft man es auch wiederholt: Web ist nicht gleich Print, Web ist nicht gleich TV und Web ist auch nicht gleich Radio … aber der analytische “Schritt zurück” bei der Betrachtung des Mediums Web gelingt den wenigsten. Und solange dies nicht der Fall ist, gelingt es auch nicht, zu erkennen, dass es einen weiteren grundlegenden Unterschied gibt: Web ist kein Broadcasting-Medium (mehr). Hier können Alle senden und empfangen. Doch die einen sind scheinbar nur das Senden gewohnt und müssen sich mühsam auch auf das Empfangen einlassen.
Doch was tun? Ich denke, dass Experten auch im Web Geld verdienen können. Wer gute Inhalte produziert und sich von seinem angestammten Medium und den dort gelernten medienspezifischen Zwängen Mechanismen löst, kann seine Premium-Inhalte auch im Web zu Geld machen. Doch hier gilt es jeweils zu Analysieren, welche Inhalte sind Premium-Inhalte im Websinne. Und wann und wie lange und in welcher Darbietungsform sind sie dies.
Vielleicht fehlt es im Web auch noch einem geeigneten und allgemein akzeptierten Bezahlsystem. Im eCommerce kennt man das Micropayment. Das meiner Meinung nach einzige etablierte und einigermaßen funktionierende Micropayment-System ist Werbung. Ein System, dass seinen Weg sehr schnell aus den klassischen Medien ins Web gefunden hat. Aber da im Web auch immer ein direkter Rückkanal möglich ist, wäre es doch sinnvoll … und sicher auch möglich, ein System zu etablieren, mit dem der Inhaltskonsument Kleinstbeträge komfortabel bezahlen könnte, auch solche unter 1 Cent. Kleinvieh macht ja bekanntlich auch Mist. Vielleicht brauchen die klassischen Medien generell einfach mehr eCommerce-Beratung …
von Matthias Zellmer
Obama siegt und Claus Kleber lernt Twitter kennen

Da ich ja ein politisch sehr interessierter Mensch bin und mich auch schon fast persönlich beleidigt fühlte, von der US-Politik der vergangenen Jahre, erfasste mich gestern das US-Wahl-Fieber.
So bin ich auch gestern extra ein wenig früher zu Bett gegangen und habe mir meinen Wecker auf 4 Uhr gestellt. Die Uhrzeit war nicht zufällig gewählt. Ich hatte recherchiert und abgewägt. 3:58 wurde ich wach und ging an den Rechner. Das Web, Zattoo und Twitter haben mich dann die entscheidenden Momente live miterleben lassen.
Kurz erzählt: Es war gegen 4Uhr MEZ schon nicht mehr so richtig spannend, aber noch nicht entschieden, wer US-Präsident wird. Wieder eingepennt bin ich dann gegen 6:45Uhr, da war klar, Obama hat gewonnen, McCain hatte dies es in einer recht beeindruckenden Rede eingestanden und Obama hatte auch zu seinem Volk in spe gesprochen.
Aber eins ist in dieser Nacht noch passiert. Claus Kleber hat uns auf zdf.de und im ZDF infokanal mit jungen Menschen mit Laptops hinter die Kulissen blicken lassen. Das ging oftmals chaotisch zu, aber er hat in der Nacht wohl viel über das Social Web gelernt. Sinngemäß stellte er Fragen wie, “Was sagen sie bei Twitter dazu?” und mehrfach war Twitter auch der Ausgangspunkt für eine neu anstehende Informationswelle. Zusammen mit seinen gut 8-10 nächtlichen Begleitern hat er Websites abgesurft und sie zum Teil als “interessant” oder auch “hochgradig unseriös … aber spaßig” bezeichnet, wie z.B. iftheworldcouldvote.com.
Man hat richtig gemerkt, wie es dem alten Hasen Kleber Spaß gemacht hat, auf diese für ihn offensichtlich neue Art mit Menschen in Kontakt zu treten und auf Entwicklungen hingewiesen zu werden. Und ich finde es auch gut, dass er das Social Web als Medium differenziert betrachtet hat. Nicht schwarz, noch weiß … ein bisschen wie Obama.
von Matthias Zellmer
Von Zeit zu Zeit
Mit Von Zeit zu Zeit hat die Stuttgarter Zeitung zusammen mit dem Stadtarchiv Stuttgart und … uns *smile* … ein neues Webprojekt gestartet.
Von Zeit zu Zeit soll die Geschichte der Stadt Stuttgart aus Sicht seiner Bewohner und Bewohnerinnen zeigen. Dabei sind alle Stuttgarter und Stuttgarterinnen aufgefordert mit ihren Bildern und Geschichten aktiv daran teilzunehmen. Richtig echter User Generated Content also …
Derzeit kommen
Unser Part war die konzeptionelle und technische Unterstützung des Projekts und vor allem die Entwicklung des Screendesigns.
Eigenwerbung … Ende
von Matthias Zellmer








