IGEL – Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage

Gestern ging unter leistungsschutzrecht.info die Kampagnen-Website der Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage, kurz IGEL, online. Die von Till Kreutzer ins Leben gerufene Initiative wendet sich gegen ein einseitiges Leistungsschutzrecht, dass nach Kreutzers Aussage »Allen außer den Verlegern« schadet und im Fall von freien Journalisten sogar deren »Urheberrechte “überlagert”«.

Auf der IGEL-Website heißt es dazu:

IGEL wurde in erster Linie aufgrund der Erkenntnis initiiert, dass es für ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger weder eine Notwendigkeit noch eine Rechtfertigung gibt. Ein solches Recht wird einerseits nicht benötigt und hat andererseits – unabhängig von dessen Ausgestaltung – zwangsläufig sehr bedenkliche Auswirkungen auf die Interessen Dritter und das Gemeinwohl.

Weitere Informationen, Argumente und die Möglichkeit gegen ein solches Leistungsschutzrecht mitzustreiten, gibt es auf leistungsschutzrecht.info.

Designkonzept: Die papierlose Zeitung

Die Designers Seon-Keun Park und Byung-Min Woo haben ein Konzept für die papierlose Zeitung entwickelt. Schick sieht sie ja aus, diese Glasscheibe mit Rahmen, die man abends in ihre Dockingstation stellt und die morgens dann die “Zeitung” unten raus lässt. Doch wird dieses Konzept irgendwas mit der Zukunft der Zeitung zu tun haben?

So wie ich es sehe, basiert es doch wieder auf dem alten Prinzip, dass man seine eine Redaktion erwählt hat, die die Nachrichten für einen zusammenstellt. Aber wird es nicht eher so sein, dass diese redaktionelle Leistung in der Zukunft von geeigneten Methoden erbracht wird, die wir selbst dahingehend beeinflussen und die aus vielen verschiedenen Quellen kommen? Aber vielleicht haben Seon-Keun Park und Byung-Min Woo in diesem Konzept auch nur ein einer althergebrachten Zeitung optisch gleicht, damit der Zeitungsbezug gut zu erkennen ist.

Was in jedem Fall fehlt, sind z.B. Hyperlinks, Kommentar- und Bewertungsmöglichkeiten, sowie das Verbreiten im meinem “Stream” (Twitter, Facebook, Friendfeed, …). Somit denke ich, dass wir hier eher ein mögliches Nischenprodukt sehen und nicht die Zukunft der Zeitung.


Gefunden bei Peter Glaser in der Glaserei.

01. September 2009
von Matthias Zellmer
Profilbild von Matthias Zellmer

Hashtags als Rückkanal für Print?

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Auf macx.de wurde kürzlich eine simple, aber interessante Idee im Bezug auf den Rückkanal auf dem Web zu bestimmten Print-Artikeln gepostet. Wenn jeder Artikel einen eigenen uniquen Hashtag hätte, dann könnte sich im Social Web immer mit diesem auf den Artikel bezogen werden.

Idealerweise würde dieser Hashtag auch noch die URL-ID eines zugehörigen URL-Verkürzungsdienstes sein. D.h. wenn sich die Verlage auf eine Art normierten, webgerechten Identifizierer für jeden Artikel einigen könnten, dann könnte man damit einen Rückkanal etablieren, den es auf Verlagsseite nur noch zu monitoren gelten würde.

Ein interessanter Ansatz, wie ich finde. Doch auch er erfordert ein weiteres Umdenken in der Verlagsbranche. Angesichts der Sichtweise, die diese jedoch noch kürzlich in ihrer Hamburger Erklärung an den Tag gelegt hat, bin ich diesbezüglich eher skeptisch. Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.

CeBit zeigt Zukunft der Berichterstattung

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Vielleicht kommt das ja jetzt einem kleinen Outing nahe, aber ich war noch niemals auf der CeBIT. Was wohl auch noch nie weniger schlimm war, wie in diesem Jahr. Warum? Der Citizen-Journalism macht es möglich. Von der CeBIT wird nämlich nicht nur von den klassischen Medien berichtet, sondern es wird auch direkt auf der gebloggt und getwittert, es werden Bilder bei Flickr und Twitpic hochgeladen, Video bei Youtube eingestellt und Live vom Handy gestreamt. Eine solche, auf so breiter Basis stattfindende Berichterstattung hat es auch auf so einer Innovationsmesse wie CeBIT nicht gegeben.

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Doch was das Allerbeste ist, es gibt nun auch einen direkten Kanal von Leuten wie mir, die nicht auf der CeBIT sind und Leuten, die dort vor Ort sind. Dies ist eine echte Bereicherung und, wie ich finde, ein kleiner Vorgeschmack auf die Zukunft der Berichterstattung.

Microblogging vs RSS-Feeds

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Oft höre ich gerade im Bezug auf den Microblogging-Dienst Twitter, dass es viele Leute stört, wenn dort irgendwelche Publisher hauptsächlich Links zu ihren Inhalten posten. Dies können einfache Blog-Einträge sein, wie auch wir es vom Netzlogbuch machen, aber auch zum Beispiel der Hinweis auf Artikel in den Online-Angeboten von Zeitungen und Zeitschriften sein. Ein aktuelles Beispiel sind diesbezüglich die jüngsten Aktivitäten von Spiegel Online.

Das Hauptargument der Kritiker gegen automatisierten Link-Postings ist, dass es exakt dafür RSS-Feeds gebe. Das stimmt. Jedoch habe ich für mich festgestellt, dass ich einige meiner abonnierten Feeds in aller Regel nicht wirklich lese. Dazu gehörte zum Beispiel der Feed von Heise.de. Da wird mir einfach pro Tag zu viel veröffentlicht.

Darum habe ich nun den Heise-Feed aus meinem RSS-Reader raus geworfen und folge nun den Updates von heiseonline auf Twitter. Der offensichtliche Nachteil dieser Methode, ich werde so manchen Tweet und damit so manche Meldung auf Heise.de schlichtweg verpassen, da ich ja nicht den ganzen Tag meinen Twitter-Stream verfolge. Tatsache ist aber, dass ich bei der RSS-Methode so gut wie alles verpasst habe, da ich, ob der schieren Masse, so gut wie immer alle Heise-Feeds ungelesen als gelesen markiert habe. Das heißt somit, dass ich nun unterm Strich mehr von den Heise-Meldungen mitbekomme als vorher.

Mit anderen Feed würde ich allerdings nicht so verfahren wollen. Dazu sind mir die Meldungen zu wichtig und die Gefahr etwas zu verpassen zu groß. Somit schätze ich nun bei allen Infoquellen, bei denen ich die Wahl zwischen Feed und Tweet habe, ab, welchen Dienst ich im Kern nutze. Bei manchen nutze ich sogar beides.

Somit stehen für mich RSS und Microblogging diesbezüglich in keiner Konkurrenz, sondern sind je nach Fall die Info-Methode meiner Wahl; sie ergänzen sich.

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