Online-Petition “Buy IT Fair”

Die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen bei der Herstellung von Hardware sind ja schon länger Thema in der IT-Welt und auch in den Nachrichten. Nun wurde diesbezüglich eine Online-Petition mit dem Titel “Buy IT Fair” gestartet, die die öffentliche Hand … und hier vor allem die Hochschulen … dazu bewegen soll, ihre Marktmacht beim Kauf von Hardware dazu zu verwenden, die Arbeitsbedingungen für die Arbeiter und Arbeiterinnen in den betroffenen Betrieben positiv zu beeinflussen.

Die Presseerklärung zum Start der Petition gibt es als Word-Dokument zu runterladen.

Anti-Obama-Effekt bei Ursula von der Leyen

Anfang des Jahres war ich auf mehreren Veranstaltungen, deren Titel sinngemäß irgendwas wie “Von Obama lernen, heißt siegen lernen” enthielten. Da wurde von wirklich führenden Politikern und anderen Menschen, die am aktuellen Wahlkampf nicht gerade unbeteiligt sind, lange und breit erläutert, was Obama richtig gemacht hat, als er das “Netz” hinter sich gebracht hat. Doch scheinbar sind die Erkenntnisse der ganzen Analysen und Diskussionen für den deutschen Wahlkampf unbrauchbar gewesen oder dabei ist irgendwo irgendwas gewaltig schief gelaufen.

Die damals als eher unpolitisch bezeichnete Internet-Community (es gibt sie in Wirklichkeit gar nicht) ist meiner Ansicht nach deutlich politischer geworden, als man es wohl angenommen hatte. Ich denke mal, einfach aus dem Grund, weil das Web einfach nicht als Paralleluniversum angesehen werden kann. Es ist ein Bestandteil der Gesellschaft, und wenn nun mal Wahlkampf ist, dann politisiert dies dann nun mal auch das Web.

Doch konnte keine etablierte Partei diesen Schub nutzen. Im Gegenteil, es ging sogar mit der Piratenpartei eine neue Partei an den Start, die viele Sympathien im Web abgrast und die alten Parteien werden eher negativ besprochen. Und hier hat sich sogar ein Anti-Yes-we-can herauskristallisiert: Zensursula.

Inzwischen würde ich sogar sagen, dass sich bei Ursula von der Leyen ein gewisser Anti-Obama-Effekt aufgetan hat. Ihre Äußerungen werden zum Beispiel bei Youtube, Twitter und in einschlägigen Blogs dokumentiert und auseinander genommen. So wurde etwa der Clip oben auf einer CDU-Wahlkampfveranstaltung von einem Besucher aufgezeichnet und bei Youtube eingestellt. Auf Netzpolitik wird seit gestern Nachmittag darüber diskutiert und innerhalb nicht mal eines Tages sind bisher über 250 Kommentare und Trackbacks dazu zusammengekommen. Die vielen Trackbacks zeigen, dass das Thema ins Web multipliziert wird. Es gibt inzwischen hunderte Tweets bei Twitter zu dem Video und die Kritik ist durchweg negativ.

Ich denke mal, dass das politische Web bisher nicht soweit in der Gesellschaft angekommen ist, dass die aktuellen Entwicklungen einen großen Schaden für das Abschneiden der CDU bei der Bundestagswahl 2009 bringen wird. Es wird ab Herbst eine Schwarz-Gelbe Bundesregierung geben. Denn solche Themen wie die Netzsperren sind nur Randnotizen im aktuellen Wahlkampf. Aber ich glaube, dass da trotzdem viel Schaden für die Zukunft angerichtet worden ist. Denn das Informationszeitalter ist da und die Politik muss sich auf viele platzende Blasen einstellen. Es wäre schön, wenn sie uns dabei nicht nur mit Lösungen fürs Industriezeitalter kommen werden.

“Von Laien regiert” – Spreeblick startet Online-Protest-Aktion

vonlaienregiert

Unter dem Motto “Von Laien regiert” hat Spreeblick eine Protest-Aktion gegen das Gesetz zur Sperrung von Websites gestartet. Die eher symbolische Teilnahme an der Aktion ist ganz einfach: Auf der Webseite spreeblick.com/protest-gegen-internetsperren seine Position, Wohnort oder Arbeitsplatz auf der großen Karte suchen und dort mittels Klick ein Pin mit Name und gerne auch einer URL bzw. einer kleinen Stellungnahme hinterlassen.

schließen