Radio-Podcasts … dafür zahle ich gerne Gebühren

Ein Blick ins TV-Programm der öffentlich-rechtlichen Sender macht einen nur allzuoft sprachlos. Und ihre so genannten Hit- und Jungen-Wellen empfinde ich auch immer wieder als ziemlich weich gespült. Doch gibt es gerade im öffentlich-rechtlichen Radio etwas, für dass es sich meiner Ansicht nach wirklich lohnt, regelmäßig seine Gebühren an die GEZ abzudrücken: Radio-Podcasts.
Darunter verstehe ich im Web als Podcast abonnierbare Sendungen diverser ARD-Radio-Sender, die ich eher im Info- und Kulturbereich ansiedeln würde. Natürlich kann man dieses Sendungen auch live im Radio hören, und dann bei manchen sogar via Telefon und Mail direkt teilhaben. Doch dann ist man wieder in einem altbekannten Schema gefangen. Das Bereitstellen von inhaltsorientierten Radio-Sendungen zum zeit-souveränem Nachhören, gehört darum auch fast schon ganz selbstverständlich zum Angebot vieler Sender.
Inzwischen habe ich eine ganze Reihe hörenswerter Radio-Podcasts für mich entdeckt. Meine aktuellen Favoriten sind Der Tag auf hr2 und Fragen an den Autor auf SR2.
Bei Der Tag handelt es sich um eine montags bis freitags um 18 Uhr auf hr2 ausgestrahlte Sendung, die sich immer eine Stunde lang einem aktuellem Thema annimmt. Ich finde die Themenauswahl zumeist sehr gelungen und schätze die wirklich gut informierten und kritischen Moderatoren sehr. Sie lassen sich in aller Regeln, gerade in Gesprächen mit Politikern und Experten, nicht mit irgendwelchen Standard- oder ausweichenden Antworten und Statements abspeisen. Zudem wird bei Der Tag das aktuelle Thema ungewöhnlich ganzheitlich betrachtet.
Ähnlich kompetent kommt die SR2-Sendung Fragen an den Autor daher. Hier wird jeden Sonntag morgen um 11 Uhr ein Autor eingeladen und eine Stunde lang wird über sein Buch diskutiert. Die hier diskutieren sind nicht nur der Autor und der Moderator, sondern auch die Hörer werden regelmäßig live zugeschaltet oder können Fragen per Mail einsenden. Die Vorauswahl der Anrufer ist mir dabei als besonders gut aufgefallen, denn die Anmerkungen und Fragen der Hörer sind zumeist sehr fundiert.
Interessantes gibt es auch immer wieder bei SWR1 – Der Abend. Die von montags bis freitags ausgestrahlte Sendung erstreckt sich im Radio von 20:15 bis 22 Uhr. Im Podcast sind dann die Musik und die nicht sendungsspezifischen Bestandteile herausgeschnitten, wie Nachrichten, Wetter und Verkehr.
Neben solchen längeren Sendungen, gibt es immer häufiger Sendungen oder Themenschwerpunkte bei denen man auch einige einzelne Beiträge im Abonnement gibt. Hier kann ich vor allem das Podcast-Angebot von dradio empfehlen.
Die bisher empfohlenen Sendungen sind zumeist sehr informationslastig und eher ernst. Ich muss aber zugeben, dass einer meiner Lieblingspodcasts Frühstück bei Stefanie, die Radio-Comedy von NDR2 ist. Und auch hier zeigt sich ein weiterer großer Vorteil der Radio-Podcasts. Die Sender der ARD sind Regionalsender und dadurch könnte ich zum Beispiel Frühstück bei Stefanie hier in Süddeutschland gar nicht hören. Außer natürlich im Web-Radio, aber das ist natürlich auch wieder nur durch das Internet möglich geworden.
von Matthias Zellmer
Interview zu Winnenden, Twitter und den Reaktionen der Medien
Die letzten Tage waren sehr turbulent. Ich bin ständig zwischen Fassungslosigkeit über eine unsagbar schreckliche Tragödie und dem Grübeln über die Reaktion der Medien auf diesen Amoklauf in unserer Nachbarschaft hin und her gerissen worden. Um das alles auch ein wenig zu verarbeiten, habe ich vergangenen Donnerstag einen Beitrag geschrieben, der zeigen sollte, warum auch ich als eigentlich Unbeteiligter auch persönlich von den Ereignissen in Winnenden betroffen war.
Auf diesen Beitrag wurde man auch beim Hessischen Rundfunk aufmerksam. Mischa Ehrhardt vom Informationsradio hr-info schickte mir darum auch eine Interview-Anfrage, da er sich gerne mit mir über meine “medialen Erfahrungen in dieser Woche” unterhalten wollte. Raus kam am Ende ein Telefoninterview, das gestern morgen in der hr-info Mediensendung Medien und Computer gesendet wurde.
Eigentlich wollte ich es nach dem Beitrag vom vergangenen Donnerstag mit dem Thema Winnenden eigentlich bewenden lassen. Doch da ich hr-info aus meiner Zeit in Gießen noch sehr gut in Erinnerung habe und ihre journalistische Arbeit schätze, habe ich mich dann noch bereit erklärt, dort noch einmal etwas dazu zu sagen. In Nachhinein bin ich auch froh, dass ich es getan habe und dass am Interview nicht essentiell herum geschnitten wurde.
Seit heute Morgen gibt es die ganze Sendung auch noch mal zum Nachhören als Podcast und hier als Mitschnitt mit meinem Interview als MP3.
Nachtrag: Wie meine Freundin Natali, die ja auch eine zentrale Rolle bei der im Interview angesprochenen Thematik spielte, den Tag und seine Folgen erlebt hat, hat sie nun auch in einem Blog-Eintrag veröffentlicht: Der Amoklauf von Winnenden, Twitter, die Presse & eine Tontaube.
von Matthias Zellmer
BR über Twitter
Bei Gerrit van Aaken auf praegnanz.de habe ich den Link zu einem als Podcast bezeichneten Mitschnitt einer Folge der BR5-Sendung Das MedienMagazin entdeckt. In dieser Sendefolge (MP3, 16,2 MB) geht es zu Beginn vier Minuten lang um Twitter.
Auch hier wird, gerade vom Moderator, davon ausgegangen, dass alles was an Information im Web veröffentlicht wird, scheinbar einen journalistischen Mehrwert haben muss. Aber der Beitrag an sich ist dann recht interessant. Auch wenn einige journalistische wertvolle Postulat meiner Meinung nach nicht ganz korrekt sind. So ist meiner Ansicht nach Twitter nicht erst durch die Ereignisse in Mumbai “zum ernst zu nehmenden Medium” geworden. Es sei hier z.B. an einen Herrn Namens Obama erinnert. Doch gerade in den Statements von Nicole Simon, einer der Top-Twittererinnen Deutschlands, ist durchaus gut auf den Punkt gebracht, was dieses Twitter eigentlich ist.
von Matthias Zellmer
Dr. Web: Zukunft der Printmedien
Ich habe mir den Artikel Zukunft der Printmedien im Magazin von drweb.de durchgelesen und wollte eigentlich nur einen Kommentar dazu verfassen, bin dann aber ziemlich ins Schreiben gekommen.
Dieter Petereit macht sich in seinem Artikel Gedanken darüber, warum die Printmedien allem Anschein nach auf dem absteigende Ast sind und welche Ansätze es gibt, wieder … um bei der Metapher zu bleiben … auf einen grünen Ast zu kommen. Besagten grünen Ast sehen viele wohl im Web.
Als Informationsarchitekt in einer Web-Agentur, zu deren Kunden viele Unternehmen aus den so genannten klassischen Medien Print, TV und Radio gehören, habe ich viel und oft direkten Kontakt zu Vertretern dieser Medien. Und ich denke, eines der grundlegenden Probleme, welches die in diesen Branchen arbeitenden Menschen haben, ist dass sie das Web nicht als eigenes Medium ansehen.
Es gibt aber auch einfach zu vieles, was im Web an das jeweils eigene (klassische) Medium erinnert. Und sooft man es auch wiederholt: Web ist nicht gleich Print, Web ist nicht gleich TV und Web ist auch nicht gleich Radio … aber der analytische “Schritt zurück” bei der Betrachtung des Mediums Web gelingt den wenigsten. Und solange dies nicht der Fall ist, gelingt es auch nicht, zu erkennen, dass es einen weiteren grundlegenden Unterschied gibt: Web ist kein Broadcasting-Medium (mehr). Hier können Alle senden und empfangen. Doch die einen sind scheinbar nur das Senden gewohnt und müssen sich mühsam auch auf das Empfangen einlassen.
Doch was tun? Ich denke, dass Experten auch im Web Geld verdienen können. Wer gute Inhalte produziert und sich von seinem angestammten Medium und den dort gelernten medienspezifischen Zwängen Mechanismen löst, kann seine Premium-Inhalte auch im Web zu Geld machen. Doch hier gilt es jeweils zu Analysieren, welche Inhalte sind Premium-Inhalte im Websinne. Und wann und wie lange und in welcher Darbietungsform sind sie dies.
Vielleicht fehlt es im Web auch noch einem geeigneten und allgemein akzeptierten Bezahlsystem. Im eCommerce kennt man das Micropayment. Das meiner Meinung nach einzige etablierte und einigermaßen funktionierende Micropayment-System ist Werbung. Ein System, dass seinen Weg sehr schnell aus den klassischen Medien ins Web gefunden hat. Aber da im Web auch immer ein direkter Rückkanal möglich ist, wäre es doch sinnvoll … und sicher auch möglich, ein System zu etablieren, mit dem der Inhaltskonsument Kleinstbeträge komfortabel bezahlen könnte, auch solche unter 1 Cent. Kleinvieh macht ja bekanntlich auch Mist. Vielleicht brauchen die klassischen Medien generell einfach mehr eCommerce-Beratung …
von Matthias Zellmer
Nicht meckern: Sprit sparen
Mein Jeden-Morgen-mit-Aufwach-Sender SWR1 Baden-Württemberg hat heute morgen ein Sprit-Spar-Special gesendet. Fand ich gut, denn was man viel zu oft in den Medien mitbekommt, sind immer wiederkehrende Interviews mit Autofahrern, die gerade am Tanken sind und sich als vom Staat geschröpfter Kleiner-Mann ansehen. Das nervt. Und nur jammern wird auf Dauer (Überraschung, Überraschung!) nichts bringen. Oder wer glaubt, dass wir noch mal dauerhaft deutlich unter 1,50 EURO für einen Liter Sprit bezahlen werden?! Also:
- Stadtverkehr: Klimaanlage aus
- Ampel rot: Auto aus
- Motor & Co. gut pflegen
- Kein unnötiger Ballast
- Reifendruck erhöhen
- Auto wenn möglich stehen lassen
- Fenster zu auf Autobahn
- Früh hochschalten
- Vorausschauend fahren
- Nicht rasen
- Fahrgemeinschaften bilden
- Rush-hour vermeiden
Diese Tipps noch mal etwas ausführlicher gibt es auf der SWR1-Website. Und noch weitere Infos zum Thema kann man dort nachlesen, wie etwa Von Benzin auf Gas umrüsten.
von Matthias Zellmer
Podcast-Empfehlung: Interview mit bloggender Ärztin
Ich hatte es schon im Netzlogbuch-Twitter-Feed gepostet, der hier auch in der Sidebar unter By the way dargestellt wird, aber bevor es vielleicht untergeht, will ich es hier noch mal erwähnen. Vergangenen Dienstag habe ich einem sehr informativen, kurzweiligen und hörenswerten Podcast von Radio-G lauschen dürfen, in dem Michael Meinhardt die bloggende Ärztin Dr. Sarah Schons aus Düsseldorf interviewt hat.
Das Interview hatte das, was man z.B. bei TV-Sendungen wie Anne Will oder im gleichgeschalteten Quoten-Radio derzeit vergeblich sucht … wie etwa Tiefgang, Ehrlichkeit, Humor und Klartext. Und auch thematisch gingen die Beiden auf scheinbar Alles ein, was derzeit im Gebiet der Gesundheit Relevanz hat: Ernährung, Gesundheitssystem, Politik, Forschung & Lehre, Pharmaindustrie und vieles mehr …
Hab mich selten so über einen Podcast gefreut und möchte ihn jedem wärmstens an Herz legen … wirklich.
von Matthias Zellmer
Quoten, Klicks und Kohle

Erstmals seit Jahren ist der Durchschnitts-Fernsehkonsum in Deutschland gesunken – auf nunmehr 208 Minuten täglich. Ein Trendwende zeichnet sich ab. Denn zugleich wächst die Bedeutung des Internets: Schon heute surfen mehr als 60 Prozent der Bürger im Netz. Für junge Leute unter 30 ist mittlerweile der Computer das Medium der Wahl.
Gestern Abend lief im SWR-Fernsehen eine sehr interessante Sendung mit dem Titel “Quoten, Klicks und Kohle – Der Kampf um die Zuschauer”, welche sich genau mit dieser Situation befasste. Die etablierten Medien wie zum Beispiel das Fernsehen verlagern ihre Inhalte mehr und mehr ins Web, wo mittlerweile ein riesiger Wettbewerbsdruck entstanden ist. Will man sich von der Masse abheben, müssen immer neue Verbreitungswege für Bilder, Töne und Texte gegangen werden. Auch die Themen Öffentlich-rechtliche Sender vs. “Bezahl”-Inhalte im Web und die Veränderung des Journalismus durch die digitale Medienrevolution werden angerissen – aber seht selbst:
Download der Sendung (MP4-Format)
via SWR
von Simon Schmid
Vorschlag: Öffentlich-rechtliche Internet-Anstalt

Es gibt mal wieder Diskussionen über die Aktivitäten der öffentlich-rechtlichen Rundfunk-Anstalten im Netz. Nun soll es ARD und ZDF weitgehend untersagt werden Textbeiträge im Internet zu veröffentlichen.
Schon lange ermüdet mich diese Diskussion. Aber besonders nervt mich, dass die privaten Wettbewerber von ARD und ZDF so dermaßen offensichtlich die Anstrengungen der öffentlich rechtlichen Konkurrenz nur mit dem Augenmerk torpedieren, um die eigenen Inhalte leichter ans Volk zu bringen. Da wird Chancengleichheit eingefordert und auf eine ursprüngliche Ausrichtung hingewiesen, die in den Zeiten des Internets keine ausschließliche Relevanz mehr haben kann.
Vielleicht sollte einfach eine öffentlich-rechtliche Internet-Anstalt gegründet werden. Dann können Kritiker der Internet-Aktivitäten von ARD und ZDF wenigstens nicht mehr mit dieser schwachen Argumentation daher kommen. Aber auch dies würde nur das Problem verlagern. RTL, Bild und Co. sollten aber in jedem Fall nicht vergessen, dass es im Internet (noch?) etwas aufgeklärter zu geht. Vielleicht nicht in der breiten Masse, aber alleine solchen Beispiele wie etwas bildblog zeigen, dass dem so ist.
Also liebe Kritiker der öffentlich-rechtlichen Aktivitäten im Netz, schaut drauf, dass eure Inhalte qualitativ gut und interessant sind, dann braucht ihr auch nicht solche Pseudo-Spielchen zu veranstalten.
von Matthias Zellmer
Web2.0 pur: TwittyTunes
Immer häufiger bekomme ich den Eindruck, dass man Web2.0 irgendwie nicht so richtig erklären kann. Ich versuche es aber einfach immer wieder mal. Diesmal anhand von TwittyTunes.
Dies ist ein Plugin u.a. für den Firefox-Browser, welches zum einen auf dem Mikro-Blogging-Dienst Twitter und zum anderen auf dem weiteren Browser-Plugin FoxyTunes aufsetzt. Mit FoxyTunes kann man seinen Musikplayer (z.B. Winamp, VLC media player, …) über die Browser-Statuszeile steuern. Soweit die notwendige Vorgeschichte.
Nun ist es mit TwittyTunes mittels des berühmten Mausklicks möglich, Titel und Interpret eines gerade via FoxyTunes abgespielten Liedes … ob per Webradio oder aus der eigenen Sammlung auf dem Rechner … direkt via Twitter zu posten. Es wird sogar noch ein Link generiert, der den geneigten Twitter-Feed-Leser zu der zugehörigen Seite des Interpreten von FoxyTunes Planet bringt. Auf dieser findet man dann … falls vorhanden … jede Menge Infos über den Interpreten, im feinsten Mashup-Stil zusammengetragen, wie z.B. Videoclips (YouTube), ähnliche Künstler (LastFM), Songtexte (LyricWiki), Fotos (Flickr), Radio (Pandora), CD’s kaufen (Amazon) etc.
Und das ist dann Web2.0 … pur!
von Matthias Zellmer
Mehr Musik bei lastFM

Ab sofort gibt es bei lastFM alle Songs, aller Künstler in voller Länge (!) zu hören. Im lastFM-Blog heißt es wörtlich:
“As of today, you can play full-length tracks and entire albums for free on the Last.fm website. Something we’ve wanted for years—for people who visit Last.fm to be able to play any track for free—is now possible. With the support of the folks behind EMI, Sony BMG, Universal and Warner—and the artists they work with—plus thousands of independent artists and labels, we’ve made the biggest legal collection of music available to play online for free, the way we believe it should be.”
Ich bin mir sicher, dass sich aus diesem Grund einige Leute mehr für diesen Musik-Dienst entscheiden werden. Der StyleSpion vermutet jedenfalls auch schon ein Ende von Deezer & Co.
Via StyleSpion
von Simon Schmid






