Flavors.me – Übersicht der persönlichen Web-Aktiviäten

Den Dienst Flavors.me gibt es schon etwas länger. Mir ist er jedoch erst kürzlich aufgefallen. Dort kann man aus diversen Diensten wie Flickr, Twitter oder Formspring, bzw. auch aus RSS-Feeds, eine persönliche Web-Aktivitäten-Übersicht zusammenstellen. Das Interessante daran ist, dass es nicht nur eine billige Linkliste zu den Angeboten ist, sondern dass man sich auch die Inhalte direkt auf der persönlichen Flavors.me-Seite ansehen kann.

Die Art und Weise, wie die Verbindung mit den Diensten realisiert wurde ist sehr benutzerfreundlich, da in aller Regel dazu die APIs der Dienste und vergleichbar simple Services wie RSS genutzt werden.

Auch lässt sich Flavors.me in Bezug auf Struktur, Farben, Hintergrund und Schriftarten umgestalten, ein paar persönliche Informationen können hinzugefügt werden und die üblichen Anknüpfungspunkte ins Social Web wie Embed, Social Bookmarking, etc. fehlen auch nicht.

Es gibt auch eine Premium-Variante, die im Jahr $20 kostet und die einige zusätzliche Optionen im Bereich Gestaltung und persönliche Informationen beinhaltet, sowie die Möglichkeit, die eigene Flavors.me-Seite über eine eigene Domain anzusprechen und sie somit ggf. zur eigenen Website zu machen.

OneSocialWeb – Social Networking … frei, offen, dezentral

Man stelle sich vor, man könnte sich E-Mails nur zuschicken, wenn man beim gleichen Anbieter einen Mail-Account hat. Undenkbar. Aber zum Glück ist das E-Mail-Prinzip von vorne herein dezentral konzipiert worden. Anders sieht es bei den Social Networks dieser digitalen Welt aus. Die wenigsten Social Networks sind für andere durchlässig, und wenn doch, dann zu ihren eigenen Spielregeln. D.h. hat man einen Account beim Social Network A, dann kann man sich nicht wirklich gut bzw. nur zu oft gar nicht mit einem Nutzer vom Social Network B vernetzen.

Hier setzt das OneSocialWeb-Projekt der Vodafone Group an, steckt derzeit aber offensichtlich noch den Kinderschuhen. Doch hören sich die Ziele und Wünsche von OneSocialWeb echt gut an:

Wir träumen von einer Welt, in der alle Social Networks in einer Art und Weise miteinander verbunden sind, wie wir es von E-Mail kennen. Unser Projekt hat das Ziel, eine Sprache zu definieren, die eine Brücke zwischen diesen Social Networks schlägt und es dadurch für Social Networks leicht ermöglicht, zu einem größeren Social Web beizutreten. Du bist eingeladen, dies Realität werden zu lassen.

OneSocialWeb soll dabei auf dem Instant Messaging Protokoll XMPP aufsetzen und hat es sich zum Ziel gesetzt, sich an freien und offenen Standards und Implementierungen wie etwa OAuth, OpenSocial oder OpenID zu orientieren.

Am 1. Juni ist Good News Day

Viele gute Ideen entstehen beiläufig. Und so ist es auch mit dem Good News Day. Katrin twitterte heute morgen beiläufig Folgendes:

Proteced Twwet-Text: "Aufzug funktioniert heute :)"

Karsten kommt darüber ins Grübeln, dass es doch irgendwie außergewöhnlich sein, dass einfach mal eine gute Nachricht auf Twitter gepostet wurde und beschließt für kommenden Dienstag, also am 1. Juni 2010, den Good News Day auszurufen.

Dabei ruft er alle Twitterer sich auf die guten Nachrichten zu konzentrieren und sie teilen auf Twitter mit dem Hashtag #gnd zu teilen. Ich denken aber mal, dass auch z.B. die Facebookler gerne mitmachen dürfen…

Recognizr – Augmented Social Business Card

Noch ist der Recognizr der schwedischen Software-Schmied TAT nur ein Prototyp, aber trotzdem muss ich Jörg von den Blogpiloten recht geben:

Ein Horrorvideo für die Einen und ein Spaßbrötchen für die Anderen

Ambient Communication

“Wann soll ich das denn auch noch machen? Ich muss doch schließlich auch mal was arbeiten.” oder “Arbeitest du auch mal was?”. Dies sind zwei beispielhafte Aussagen, wie ich sie immer wieder zu hören bekomme. Vor allem in Situationen, in denen ich anderen Menschen irgendwas aus dem Bereich Social Media erläutere und von der Art wie man … wie ich … social-media-basiert kommuniziert bzw. kommuniziere.

Dann fühle ich mich immer erst einmal etwas missverstanden und zum Teil auch unterschwellig als “faul” abgestempelt. Darum war ich auch etwas erleichtert, als ich gehört habe, dass es zum Beispiel Thomas Knüwer (Journalist, Blogger, Unternehmensberater) auch nicht anders ergeht. In seinem Vortrag auf der Tagung Web 2.0 in der politischen Bildung hat er für diese Art der Nebenher-Kommunikation den Begriff Ambient Communication verwendet. Mir war dieser Ausdruck bis dahin unbekannt, aber ich habe mich sofort in ihm wiedergefunden.

So ist es für mich völlig normal, dass ich “nebenbei” zum Beispiel twittere oder skype. Einen flüchtigen Gedanken mal schnell bei Twitter zu posten, ist für mich eine Unterbrechung wie beim Skizzieren eines Website-Gerüstes mal schnell den Bleistift anzuspitzen. Nachzuschauen, ob jemand bei Facebook auf eine meiner auch automatisch dorthin geposteten Tweets reagiert hat, ist für mich wie zwischendurch etwas zu trinken. Diese und andere Aktivitäten im Social Web gehören zum Ambiente meines Alltags.

Knüwer hat in seinem Vortrag die Ambient Communication mit der Musikrichtung der Ambient Musik verglichen und damit noch eine wichtige Eigenschaft angedeutet. Sie stört nicht und sie passiert eher beiläufig. Während zum Beispiel beim Formulieren einer E-Mail oder beim Telefonieren zielgerichtete Konzentration ziemlich wichtig ist, spielt diese bei der Ambient Communication eine deutlich untergeordnete Rolle.

Aber wozu ist die Ambient Communication überhaupt gut? Da gibt es sicher unzählige Gründe. Einer der wichtigsten ist, dass sie das eigene “Netzwerk” lebendig bzw. “am Köcheln” hält. Social Networking ist ein stetiges Geben und Nehmen und es ist dabei wichtig Beziehungen aufzubauen. Es müssen keine Beziehungen mit starken Bindungen sein. Da kann es schon reichen, wenn man ein Profilbild sympathisch findet oder weiß, dass jemand hin und wieder mal was Interessantes oder Lustiges twittert. Schon ist man schneller bereit, dieser Person zum Beispiel auch mal einen Tipp bei einem geäußerten Problem zu geben oder ihr eine kurze Nachricht zukommen zu lassen, wenn man merkt, dass deren Website gerade “down” ist.

Vor allem Menschen, die bei der alltäglichen Arbeit keine Bürogemeinschaft um sich haben, haben sich mir gegenüber schon mehrfach positiv darüber geäußert, dass sie auf diese Weise nicht in so sehr an ihrem Schreibtisch vereinsamen und es ihnen ein wenig den für ein soziales Wesen wie den Menschen offensichtlich wichtigen Büroklatsch ersetzt.

Zudem erlebe ich es als sehr positiv, dass ich manchmal einen Gedanken, der ansonsten länger als ihm eigentlich zusteht, in meinem Kopf querdenkt bzw. festsitzt, einfach mal auf Twitter raus lassen kann. Natürlich könnte ich ihn auch den Kollegen erzählen. Aber oftmals störe ich sie dann bei ihrer Arbeit und reiße sie im ungünstigen Fall aus ihrer Konzentration heraus. Somit fördert die Ambient Communication ein konzentrierteres Arbeitsumfeld … so blöd sich das jetzt vielleicht auch anhören mag.

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