claimID – webbasiertes persönliches Reputationsmanagement

claimid

Vor ein paar Tagen war die neue Privatheit durch die Entwicklungen im und durch das Web mein Thema hier im Netzlogbuch. Eine wichtige Methode mit der Unsicherheit im Bezug auf die privaten Daten im Web umzugehen, ist es in die Offensive zu gehen. Statt sich sehr bedeckt zu halten oder das Web ganz zu meiden und sich damit selbst der interessanten und einen persönlichen Mehrwert bietenden Möglichkeiten zu berauben, heißt es in diesem Fall, das Heft selbst in die Hand zu nehmen und ein persönliches Reputations – bzw. Identitätsmanagement zu betreiben. Hierbei hilft zum Beispiel claimID.

Zuerst einmal bietet claimID seinen Nutzern eine eigene openID, hat man schon eine, kann man sich damit registrieren. Einmal registriert, kann man dort Informationen über sich selbst veröffentlichen und vor allem die ganzen Verweise auf seine weiteren Aktivitäten dort hinterlegen. Diese Verweise können zudem gruppiert werden. Viel mehr ist es erst einmal nicht. Sowas kann man im Prinzip auch auf der eigenen Website machen. Sogar die openID-Sache, dazu benötigt man allerdings ein paar spezielle Kenntnisse.

Doch einen besonders interessanten Aspekt bietet claimID: Es ist eine der wenigen Webdienste, die eine wirklich sehr große Anzahl an typischen Web2.0-Bestandteilen scheinbar recht selbstverständlich einsetzen. Neben der schon erwähnten Unterstützung von openID, werden u.a. die eigenen Adressdaten per Microformats gespeichert, die Verweise getaggt, die Sortierung der Verweise innerhalb der Gruppen geschieht per Drag ‘n Drop und so weiter und so fort. Auch unterstützt wird MicroID und mit dem ‘Link Status Checking’ wird auch der Tatsache Rechnung getragen, dass manchmal eine verlinkte Website oder ein Dienst offline gestellt wird.

Ach ja! Meine … noch recht jungen … claimID-Seiten findet man unter http://claimid.com/zellmi. Alles in allem keine große Sache, aber das ist ja zum Beispiel Twitter auch nicht …

Wie man heute ein Webprojekt aufzieht

makingoftweal

Gerade habe ich voller Begeisterung auf tweal.net die Beschreibung “Infos zum Projekt: tweal – ein Microdeal Twitter Mashup” gelesen. Da hat sich Sven Wiesner, der Mann hinter tweal.net, hingesetzt und einfach mal beschrieben, wie er das Projekt an den Start bekommen hat. Und zwar ohne großartige Programmierkenntnisse und im Kern nur auf Basis von WordPress und Twitter und deren Erweiterungen und Plugins, die sowieso irgendwo im Web rumliegen.

Schaut es euch an und saugt den Spirit des dort Beschriebenen in euch auf. Denn dann wisst ihr wieder ein Stück mehr von dem, was man euch unter den Schlagworten Web2.0 oder Social Web tagtäglich um die Ohren haut. Respekt Sven!

Web2.0 – Startpunkt der Differenzierung

In den vergangenen Tagen haben wir in der Agentur mal wieder über den Begriff Web2.0 diskutiert bzw. über das, was auf das Web2.0 folgen mag. Der Auslöser war ein Paper, welches den Begriff Web3.0 enthielt. Die Diskussion war durchaus interessant und lies mich mit der Erkenntnis zurück, dass es sowas wie das Web3.0 niemals wirklich geben wird.

Die hinter dieser Erkenntnis liegende Argumentation basiert darauf, dass es sich bei dem Web2.0 vor allem um eine Änderung der Wahrnehmung des Webs handelt. Das Web2.0 ist meiner Ansicht nach der Startpunkt der Differenzierung dessen, was Tim Berners-Lee ursprünglich mal als das World Wide Web bezeichnet hat. Das Web in den Kinderschuhen war an sich ja auch noch als ein Ganzes wahrzunehmen. Seit einiger Zeit ist das nicht ohne weiteres mehr möglich.

Spricht man mit Vertretern den verschiedenen Nutzer- bzw. Interessengruppen über das Web2.0 so bekommt man die unterschiedlichsten Schagworte aufgetischt, wie etwa:

  • User: Facebook, Wikipedia, RSS, …
  • Entwickler: Ajax, Rich Internet Application, …
  • Marketing: Grassroot-, Viral-Marketing, …
  • Grafiker: Glitter, Glossy, Verläufe, …
  • Konzepter: User Experience, Social Media, …

Diese Auflistung ließe sich fast beliebig erweitern und vertiefen. Aber sie zeigt uns auch schon so, dass es ein Web3.0 nicht geben kann. Jeder dieser und auch der fehlenden Punkte wird sich auf eine eigene Art und Weise weiterentwickeln … oder auch nicht. Wir kennen solche Entwicklungen von vielen technologischen Entwicklungen. So gab es z.B. am Anfang ein bzw. das Automobil. Inzwischen unterscheidet man auf unterschiedlichste Art und Weise … Limousine, Cabrio, SUV, Transporter, LKW, und so weiter und so fort.

Somit bin ich der Ansicht, dass der Begriff Web3.0 maximal aus einem der unterschiedlichen Verzweigungen des Webs kommen kann … dem Marketing.


Das Foto oben stammt übrigens von *Gräfin und ich hab es bei photocase heruntergeladen.

Brightkite – Ortsbezogenes Social Network

Nachdem mir in letzter Zeit bei Twitter öfters mal Nachrichten in der Form “I’m at Musterstraße 1, 76543 Musteringen (Musterstraße 1, Musteringen, Baden-Württemberg 76543, DE) – http://bkite.com/abc01″ aufgefallen sind, habe ich am Wochenende auf dem Barcamp live Menschen beobachten können, die das Social Network Brightkite nutzten. Neugierig wie ich bin, habe ich mich jetzt mal zu Brightkite einladen lassen.

Gedacht ist Brightkite, um im Bedarfsfall z.B. auf einer Karte sehen zu können, wo die eigenen Freunde gerade sind oder ob jemand in der Nähe ist. Das Ganze nennt sich dann Location Based Community. Wie schon angedeutet, gibt es auch eine Schnittstelle zu Twitter. Aber auch zu anderen Web-Diensten wie MySpace, Last.fm oder Facebook.

Ich kann Brightkite ganz gut nutzen, da ich keine Paranoia im Bezug auf meine öffentliche Positionierung im Netz habe. Doch wer da vielleicht etwas vernünftiger ist als ich, kann seine Position auch nur für seine Freunde freigeben. Auch hier unterscheidet Brightkite scheinbar noch mal. Denn wenn man jemanden aus dem Netzwerk zu seinem Freund erklärt, kann man angeben, ob man der Person vertraut.

Natürlich hat Brightkite auch an die mobile Nutzung des Dienstes gedacht und bietet unter m.brightkite.com eine allgemeine Mobile-Site und unter i.brightkite.com eine Site fürs iPhone an. Weiter kann man auch zu den Orten an denen man sich befindet Bilder hochladen oder Notizen veröffentlichen.

Im Moment begreife ich Brightkite eher als Erweiterung zu Twitter, wie z.B. auch 12seconds oder TwitPic. Aber vielleicht wird ja noch mehr draus …

Sweetcron – eigenen Output im Web auf eigener Website darstellen

Bloggen, Microblogging, Social Bookmarking, Social Networking, Social Media Publishing und so weiter und so fort. Immer mehr eigene Inhalte verteilen sich im Web. Um den persönlichen digitalen Output wieder auf einer Seite zusammenzuführen, haben sich solche Dienste wie friendfeed oder lifestream.fm etabliert. Bei diesen Diensten ist es möglich einen Account anzulegen und dort alles chronologisch darzustellen zu lassen, was man so im Web so von sich gibt, was man irgendwo sammelt oder favorisiert. Voraussetzung es muss in aller Regel auch via RSS-Feed abrufbar sein. Aber das ist inzwischen bei fast allem so … im Web2.0.

Dem Lifestreaming hat sich auch Sweetcron verschrieben. Mit dem Unterschied, dass man Sweetcron kein Dienst ist, sondern auf dem eigenen Webserver läuft. Macht Sinn: Meine Inhalte auf meiner Website, unter meiner Domain. Und … wenn man will … mit dem eigenen Layout.

Ein Beispiel für eine Sweetcron-Implementierung findet man bei Yongfook, dem Entwickler von Sweetcron.

Neugierig geworden? Weiterlesen im Upload-Magazin bzw. auch im Dr. Web Magazin Weblog.

Webkare: ein japanischer Internet-Freund

Gerade bin ich über etwas gestolpert, was mich doch ein wenig irritiert hat: In Japan gibt es mit Webkare ein soziales Netzwerk für Mädchen und junge Frauen, in dem man sich einen virtuellen Freund zulegen kann. Man muss sogar. Während des Registrierungsvorgangs wählt die Neu-Nutzerin aus einem von vier männlichen Comic-Jungs.
Dieser “Junge” “kommuniziert” dann immer wieder in kurzen Flash-Sequenzen mit der Nutzerin. Wann der virtuelle Freund Kontakt aufnimmt, wird vom System gesteuert. Laut TechCrunch sind diese Sequenzen so gestreut, dass die “Beziehung” sich kontinuierlich entwickelt.
Sinn der Sache ist wohl, durch bestimmte Aktionen das “Herz” des virtuellen Freundes zu gewinnen. Die übrigen Features des Netzwerks sollen allerdings nicht sehr umfassend sein.

Interessant sind die User-Zahlen: 52% der Nutzerinnen sind 20 – 29 Jahre, 18% sind in den Dreißigern. Welcher Altersgruppe entspringen dann die übrigen 30%? Noch interessanter wären aber Angaben über die Zeit, die die Nutzerinnen auf dem Netzwerk verbringen. Schafft es ein virtueller Freund, die Nutzerinnen länger auf der Website zu halten als echte, menschliche Netzwerk-Mitglieder?

In Japan ist Webkare ein Renner. Ob ein solches Konzept auch hierzulande erfolgreich sein könnte?

via techcrunch.com

Beste Olympia-Info-Site: Wikipedia

Die 2008er Olympischen Spiele in Peking laufen nun schon ein paar Tage. Wie es sich für einen web-affinen Menschen, lasse ich mich nicht nur vom TV-Angebot berieseln, sondern suche auch regelmäßig Informationen im Netz.

Ziemlich enttäuscht haben mich die üblichen Verdächtigen unter den Sport-Sites, welche ich ansonsten gerne im Bezug auf Sport-News konsultiere. Mein aktueller Favorit ist witzigerweise Wikipedia.

Nicht nur die zu erwartenden lexikalischen Informationen zum Thema Olympische Spiele im Allgemeinen sind dort zu finden. Auch die Spiele in Peking werden von den Wikipedianern sehr aktuell dokumentiert … und das recht übersichtlich und ziemlich zeitnah. Respekt!

Karte statt Fernsehzeitung, Handyvideo statt HD-TV

Das Web gerät immer mehr außer Kontrolle. Schuld daran sind diese allgegenwärtigen User. Nicht nur, dass es seit geraumer Zeit möglich ist, per Handy live Bewegtbild ins Netz zu übertragen, nein, jetzt ist es auch noch möglich auf einer Landkarte zu sehen, wo dies geschieht! Was ist aus unserer guten alten Fernsehkultur mit Sofa und Kartoffel-Chips geworden?

Techcrunch sucht User Genereted Web Tablet

Die Autoren von TechCrunch haben in einem Blog-Beitrag ihren Wunsch nach einer einfachen, erschwinglichen und sexy Apparatur geäußert, mit der man im Netz surfen kann und deren Abmessungen an die des MacBook Air angelehnt sein sollen. Obwohl: geäußert trifft es nicht ganz … sie haben ihre Leser aufgefordert, sich konkret an der Entwicklung eines solchen Geräts und der entsprechenden Software zu beteiligen.

Für die Hardware-Produktion haben die TechCrunch-Leute wohl eine Firma am Start … sie sprechen diesbezüglich von einer supply chain management company. Die Spezifikation der Hardware und die Anpassungen von Linux und Firefox würden dann TechCrunch und seine Community übernehmen.

Ein paar Eckdaten: Der gesamte Code soll OpenSource werden. Auf dem Tablet PC soll im Grunde kein Betriebssystem installiert sein, sondern nur direkt Firefox und Skype. Der von Techcrunch vorgeschlagene Name: Firefox Tablet … was aber sicher erst noch mit Mozilla abgeklärt werden muss.
Angedachter Funktionsumfang: So dünn wie möglich, ein Knopf zum Ein- und Abschalten, Audio-Ausgang, integrierte Kamera, Lautsprecher, Mikrofon, WiFi-Schnittstelle, vielleicht ein USB-Port, Akku, ½ Giga RAM, 4 Giga Festplatte. Daten werden ähnlich wie beim iPhone über das TouchPad eingegeben. Außerdem wäre es schön, wenn Skype per VOIP funktionieren würde. Zur Überbrückung von Offline-Phasen soll unter anderem eine Synchronisierung von Google Docs via Google Gears möglich sein.

Das Ziel ist es, ein solches Teil für circa 200$ herzustellen. Es soll ein kleines Team zusammengestellt werden, das sich um die Lösung der Aufgaben kümmert. Mitglieder dieses Teams, die erheblich zu diesem Projekt beigetragen haben, erhalten dann auch die ersten Prototypen zum Testen.
Es gibt bereits solche Tablets, allerdings sind die Teilchen nicht gerade billig. Das TechCrunch Web Tablet soll nicht nur erschwinglicher als eben diese sein, sondern auch portabler und flacher als Tablet PCs.

Hier in der Agentur gibt es schon Stimmen, die verkünden ließen, dass sie sich “des Ding auf jeden Fall kaufen”.

Livley – Googles Welt

Zellmi in Lively

Vergangenen Mittwoch hat auch Google unter dem Namen Lively eine virtuelle Welt veröffentlicht. Lively wurde wie so viele andere Google-Produkte im Rahmen der 20%-Zeit geschaffen. Sofort nachdem Lively gelauncht war, wurde auch schon der Vergleich mit Second life bemüht. Ein Vergleich, der zwangsläufig kommen musste … und leider (noch) etwas hinkt.

Lively ist nämlich keine zusammenhängende Welt, sondern setzt sich aus Räumen zusammen. Durch diese Räume … sorry: Rooms … kann man sich bewegen und dort mit anderen kommunizieren. Diese soziale Komponente … wie sollte es in Zeiten des Web2.0 auch anders sein … darf natürlich eben so wenig fehlen, wie dass man zusätzlich Kontakte z.B. aus Picasa und YouTube übernehmen kann.

Das ist aber nicht die einzige Schnittstelle zu anderen Web-Anwendungen. Auch Avatare aus Second life können in Lively genutzt werden, da es den Second-life-Machern von Linden Labs in Zusammenarbeit mit IBM gelungen ist, die dort kreierten Avatare auch für andere 3D-Welten verfügbar zu machen. Und damit wird ein weiteres Mal deutlich, dass es sich bei Interoperabilität und vor allem bei Data Portability um mehr als aktuelle Web-Trends handelt. Sie sind zentraler Bestandteil der “nächsten Ausbaustufe” des Webs. Da bin ich mir sicher …

Leider konnte ich mich in Lively bisher noch nicht richtig einrichten, aber wenn ich Zeit und Muse finde, dies zu tun, werde ich hier berichten …

Auch via thenextweb.org

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