social web – ungeheuer und spannend

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Wie vor ein paar Tagen angekündigt war ich gestern Abend zu Gast am Stuttgarter Standort der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation (mhmk), um dort der Diskussionsrunde Social Web – Chance oder Gefahr? zu lauschen.

Zu Beginn der Veranstaltung haben zwei Studenten der Hochschule ihre Studie vorgestellt, die der Veranstaltung dann auch ihren Namen gab. Die Erkenntnisse daraus dienten anschließend als Grundlage für die von Thomas Döbler moderierten Diskussionsrunde. Auf dem Podium sassen dazu:

Was man der Diskussion deutlich angemerkt hat, da sassen ausschließlich Männer auf dem Podium, die ihre Brötchen mit dem Web verdienen … und das heißt heute auch fast schon zwangsläufig: mit dem Social Web. Einige haben dabei ihren Weg gefunden, andere suchen offensichtlich noch. Dabei hat Suchen auch viel mit Verstehen zu tun. Jedoch gerade die klassischen Massenmedien tun sich offensichtlich noch schwer mit dem Social Web.

Ein diesbezüglich entscheidender Punkt wurde gestern auch angesprochen: Das Social Web bedient im Bezug auf die Inhalte und Themen den so genannten Long Tail. Hier kann sich der Schmetterlingsfreund genauso gut mit Seinesgleichen austauschen, wie die Fans von Britney Spears. Jede noch so kleine Nische wird im Social Web ebenso abgedeckt wie der größte Hype. Nur das der Anklang beim Hype immer deutlich größer ist … und damit der Nachhall.

Doch will man die Masse erreichen, wie es die klassischen Medien sich all zu oft auf die Fahne geschrieben haben, so muss man möglichst weg vom den Nischen des Long Tails und hin zum Hype. Dazu muss man schnell und originell sein. Aber wenn man sich nur des Nachhalls bedient, fängt es oft an beliebig zu werden. Wenn ich jetzt über die Amtseinführung von Präsident Obama überall was lesen, hören oder sehen kann, warum soll ich es dann zum Beispiel unbedingt beim Schwäbischen Tagblatt Online tun? Denn im Gegensatz zu früher bin ich im Web genauso schnell bei den großen Playern wie bei den kleinen. Hier kommt es dann wirklich nur auf die Qualität der Inhalte an. Aber gerade der Qualitätsbegriff ist hier deutlich Auslegungs- bzw. Geschmackssache.

Genauso wie die Antwort auf die Frage, ob das Social Web nun Chance oder Gefahr darstellt. Will man auch unbedingt in 10 Jahren seine Inhalte in einer bestimmten Medienart wie zum Beispiel in Form von Zeitungen an die Interessenten bringen, dann kann es sein, dass man sich damit deutlich einer Gefahr aussetzt. Löst man sich von dem angestammten Medium, so dürften für Menschen, die ihr Handwerk beherrschen, die Chancen überwiegen. Die Organisationsstrukturen werden sich sicher ändern, aber die Menschen, die jetzt schon gute Inhalte produzieren können, werden dies auch in Zukunft noch davon leben können. Sie sollten eben bereit sein, einen deutlichen Paradigmenwechsel mitzumachen.

Aber zurück zur Veranstaltung. Leider sind viel Aspekte des Social Webs nur am Rande oder gar nicht angesprochen worden. Wie wird sich die vernetzte Gesellschaft entwickeln? Wie wird sich die Verwaltung einer solchen Gesellschaft entwickeln (können), also die Politik? Wann werden wir nicht mehr von dem Social Web als einem Jugendphänomen hören müssen? Alles in allem wäre es meiner Ansicht nach besser gewesen, wenn im Titel von Social Media statt von Social Web gesprochen worden wäre. Aber auch das zeigt, dass wir im Bezug auf dieses Themengebiet noch ganz am Anfang stehen.

Nachtrag: Weitere Beiträge zur Veranstaltung findet man bei Dirk Barchmann und Melanie Gottschalk. Zudem kann man sich auch noch mal die Twitter-Nachrichten zur Veranstaltung ansehen. Denn es wurde ganz webzweinullig während der Veranstaltung getwittert … sogar direkt vom Podium!

Update: Inzwischen gibt es auch noch einen interessanten Rückblick von Oliver Berger, einem der auf dem besagten Podium sass.

Studie: Mobile muss es einfach sein

Eine Studie von IBM bestätigt wohl, was ich immer dann auch bemerke, wenn ich mit meinem Handy irgendwelche Internet-Dienste wie E-Mail oder das Web nutze: Dann muss es schlichtweg einfach funktionieren.

Zum einen weil es immer noch recht kostenintensiv ist, wenn man derzeit mobil ins Netz geht … was sich hoffentlich bald ändert … und zum anderen, weil es trotz iPhone und Co. noch kaum ganzheitlich überzeugende und alltagstaugliche Eingabemöglichkeit gibt, wenn man z.B. auf dem Heimweg in der S-Bahn mal schnell eine Mail schreiben möchte oder ein Bestellung in einem Online-Shop tätigen möchte.

Laut Digital:next gibt es jedoch noch ein weiteres Problem im Bezug auf mobile Endgeräte:

Ein großes Problem bei der Bereitstellung von Inhalten ist vor allem aber die Vielzahl an Betriebssystemen und unterschiedlichen Endgeräten, weil die Nutzer eine möglichst einfache Anwendung der Inhalte wünschen. Daher sollten künftig nicht mehr die Anforderungen des Geräts, sondern die Anforderungen des anzubietenden Dienstes im Mittelpunkt der Soft- und Hardware-Entwicklung stehen. Die wichtigsten Kriterien für die mobilen Märkte der Zukunft seien aber vor allem ein günstiger Zugang mit einem günstigen Endgerät.

Allgemein muss man aber sagen, dass das Web weiter von der recht eingleisigen Ausrichtung auf die Ein-und Ausgabe am Rechner mit Tastatur und Monitor weg kommen sollte bzw. muss. Hier hilft schon mal die strikte Einhaltung des Paradigmas von der Trennung von Layout, Verhalten und Inhalten. So können mobile Dienste auf den Inhalten aufsetzen und nicht nur angepasste Layouts anbieten, sondern auch eine angepasste Nutzungslogik. Insgesamt ist dies vor allem eine Herausforderung an die Menschen, die Informationssysteme konzipieren und entwickeln.

Wer kennt wen? Auch mobil beliebt

Als ich die Studie von Opera zur mobilen Nutzung von Websites mit ihrem Browser Opera Mini gelesen habe, hat mich vor allem überrascht, dass das Social Network Wer kennt wen? in Deutschland die dritt beliebteste Unterwegs-Website ist. Nur geschlagen von Google und StudiVZ. Wie ich finde … eine Überraschung.

Auch finde ich es immer wieder spannend, zu beobachten, wie sich gerade Wer kennt wen? scheinbar wellenförmig in Deutschland ausbreitet. Diese Art der Verbreitung erinnert mich an die Wellen, die einen Stein, den man in einen See wirft.

Via digitalnext.de und heise.de

Quoten, Klicks und Kohle

Quoten, Klicks und Kohle

Erstmals seit Jahren ist der Durchschnitts-Fernsehkonsum in Deutschland gesunken – auf nunmehr 208 Minuten täglich. Ein Trendwende zeichnet sich ab. Denn zugleich wächst die Bedeutung des Internets: Schon heute surfen mehr als 60 Prozent der Bürger im Netz. Für junge Leute unter 30 ist mittlerweile der Computer das Medium der Wahl.

Gestern Abend lief im SWR-Fernsehen eine sehr interessante Sendung mit dem Titel “Quoten, Klicks und Kohle – Der Kampf um die Zuschauer”, welche sich genau mit dieser Situation befasste. Die etablierten Medien wie zum Beispiel das Fernsehen verlagern ihre Inhalte mehr und mehr ins Web, wo mittlerweile ein riesiger Wettbewerbsdruck entstanden ist. Will man sich von der Masse abheben, müssen immer neue Verbreitungswege für Bilder, Töne und Texte gegangen werden. Auch die Themen Öffentlich-rechtliche Sender vs. “Bezahl”-Inhalte im Web und die Veränderung des Journalismus durch die digitale Medienrevolution werden angerissen – aber seht selbst:

Download der Sendung (MP4-Format)

via SWR

RAK Convention and Exhibition Centre es ist

Bitte korrigiert mich, falls ich das zu eng sehe. Die Ähnlichkeit des vom Office for Metropolitan Architecture (OMA) in Zusammenarbeit mit Rem Koolhaas und Reinier de Graaf geplanten RAK Convention and Exhibition Centre in Ras Al Khaimah in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist schon mehr als augenfällig. Über das Projekt ist letztes Jahr mehrfach berichtet worden. In letzter Zeit ist es aber wieder still darum geworden. Ob des tatsächlich umgesetzt wird?

Welch ein Signal. Der Imperator wäre entzückt.

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