Facebook vs StudiVZ

Nachdem vergangene Woche, dass hauptsächlich iPhone die Blogosphäre in Atem gehalten hat, ist nun die Klage von Facebook gegen StudiVZ das Thema der Stunde. Hier der Versuch eines Überblicks:
Das soziale Netzwerk Facebook hat vor einem kalifornischen Gericht eine 116-seitigen Klageschrift gegen StudiVZ eingereicht, weil die deutsche Studenten-Plattform nach Meinung von Facebook eine Urheberrechtsverletzung des Look & Feel, der Features und der Dienste darstellt. Facebook will damit erreichen, dass sich StudiVZ künftig in Aussehen und Funktionsumfang deutlich von Facebook abhebt. Außerdem … und das erscheint mir dramatischer … wird StudiVZ vorgeworfen, sich ohne Erlaubnis auf Facebooks Computersystemen und Netzwerke zugegriffen zu haben, um sich unrechtmäßig Daten zu verschaffen.
Der Klage sind laut FTD Gespräche vorausgegangen, die zu keinem einvernehmlichen Ergebnis geführt haben. Die größten Unterschiede sind wohl noch die Farben und dass StudiVZ kein englischsprachiges Interface anbietet, ansonsten stellt StudiVZ laut Facebook einen identischen Klon dar:
Everything from the first public page to the sign-up page and the profile pages look
StudiVZ, the Facebook clone (and by clone, we mean exact duplicate)
StudiVZ will die Klage natürlich nicht so einfach hinnehmen. Marcus Riecke, CEO von StudiVZ, behauptet, dass Facebook StudiVZ nur deshalb verklagt, weil StudiVZ in Deutschland erfolgreicher ist und nennt Facebook “arrogant”. Riecke möchte, dass auch das Amtsgericht in Stuttgart sich mit dem Fall beschäftigt, um auch ein zuständiges deutsches Gericht einzuschalten.
Es wird spannend sein, die Entwicklungen rund um den Fall zu Beobachten. Zumal in der Branche und gerade im Web2Null an allen Ecken und Enden abgekupfert und abgeschaut wird. Wenn Facebook mit der Klage durchkommt, dann werden sich untereinander auch z.B. Google und Falk (wegen ihrer Karten-Anwendung), Friendfeed und Lifestream.fm, del.icio.us und Mister Wong, usw. verklagen können.
Via thenextweb.org, techcrunch.com (I), techcrunch.com (II), rp-online.de und heise.de
von Matthias Zellmer
Fraukes digitaler Selbstmord

Frauke hat sich selbst gerichtet! Sie hat ihre Accounts bei Xing, Facebook und StudiVZ gelöscht … und darüber bei Spiegel Online geschrieben. Und ich hab mir das mal durchgelesen.
Frauke berichtet in ihrem Artikel hauptsächlich über studiVZ und dass das Löschen ihres studiVZ-Accounts in ihrem Freundeskreis eine große Welle geschlagen hat. Was ich da gelesen habe, erinnert mich schon ein wenig an das Poser-Gehabe, das ich in meiner Zeit als Community-Koordinator bei FunOnline des öfteren erleben musste. Da wurde im Chat auch öfters mit solchen Aussagen “gedroht”, wie “Ich lösch’ mich jetzt!” und dem unvermeidlichen Beschwörungen , dies doch bitte nicht zu tun. Klar, damals waren es fast immer Jugendliche, die dort eine Anerkennung und Freunde finden könnten, die sie zum Teil in der so genannten realen Welt nicht gefunden haben. Und die Web2.0-Communitys sind von ihrem Ansatz her mehr auf Netzwerkbildung ausgelegt. Aber im Prinzip geht es doch immer um das Selbe: Zugehörigkeit zu eine Gemeinschaft, ob nun in realen oder im virtuellen Gemeinschaften.
Ich schätze mal, dass sich Frauke auch irgendwann wieder in einer Community finden lassen wird … ich schau am besten gleich mal bei werkenntwen.de ;-)
von Matthias Zellmer
Nutzerschwund bei Social Networks

Genauer gesagt bei bestimmten Vertretern ihrer Gattung. Martin Weigert berichtet von einem kontinuierlichen Nutzerrückgang bei den beiden bisher größten schwedischen Social Network Vorreitern LunarStorm und playahead. Als Gründe hierfür sieht Martin Weigert das “Herauswachen” der einstigen Zielgruppe aus dem engen Altersfokus und das anschließende Abwandern in breiter angelegte, internationale Netzwerke wie Facebook.
Was reichweitenstarke Communities betrifft, ist Schweden Deutschland und anderen europäischen Ländern um einige Jahre voraus. lokalisten, studiVZ, MySpace – alle Social Networks, die heute den Großteil der deutschen Netzwerker auf sich vereinen, entstanden erst in den vergangen zwei-drei Jahren. Wir haben also noch gar nicht miterlebt, wie sich ein Social Network entwickelt, wenn es die Reifephase im Produktlebenszyklus überschritten hat.
Es wird interessant sein zu beobachten, wie studiVZ und Co dieser Entwicklung und der nicht abreißen zu wollenden Flut von Communities begegnen wird. Bis dahin kann ich Martin Weigert nur beipflichten: Nur mit innovativen Diensten und Services wird es in Zukunft möglich sein, seine User dauerhaft an sich zu binden. Ich denke hier besteht durchaus noch etwas Nachholbedarf. Wie sich studiVZ im Vergleich zu Facebook geschlagen hat, kann man übrigens beim Selbstversuch auf dem Fischmarkt nachlesen.
via zweinull
von Artur Richter
Yahoo!Websuche bei StudiVZ
Heute hat StudiVZ seine Suchfunktionalität um eine Yahoo!Websuche erweitert. Mittels eines kleinen Reiters kann man von der gewohnten internen Suche auf die Yahoo!Websuche umschalten.
Leider öffnet sich die Suchergebnis-Liste in einem neuen Fenster/Tab. Ich frage mich im Allgemeinen sowieso, wer sowas braucht. Außer StudiVZ natürlich, für die der Deal mit Yahoo! sicher nicht unentlohnt ist.
von Matthias Zellmer

