sayplus1 – Twitternaher Abstimmungsdienst

sayplus1

Nachdem zunächst tendenziell eher Web-Dienste wie Tinyurl oder Twitpic im Dunstkreis von Twitter auftauchen, die es um etwas erweiterte, dass es von Haus aus nicht mitbrachte, erblicken in letzter Zeit vermehrt Web-Dienste das Licht der digitalen Welt, die einen ganz speziellen Zweck erfüllen und Twitter dabei in irgendeiner Form als Traffic-Vehikel benutzen. Zu diesen Diensten würde ich auch sayplus1 zählen.

Bei sayplus1 kann man so genannte Contests anlegen. Dazu braucht man nur einen Twitter-Account, muss sich einen passenden Hashtag ausdenken und einen Preis. Diesen Preis soll die Person gewinnen, die über sayplus1 und Twitter in einem festgelegten Zeitraum die meisten Stimmen bekommt.

Dazu registriert sayplus1 alle nach einem bestimmten Muster gesendeten Tweets. Das Muster sieht folgendermaßen aus:

+1 @twitteraccount #hashtag

So läuft zum Beispiel gerade ein Contest der Safttante bei dem sich eine Saftbox der Kelterei Walther gewinnen lässt. (Ich habe einfach mal für @tontaube abgestimmt, dann hab ich auch noch Chancen was von dem Saft ab zu bekommen.) Wie man an diesem Beispiel sieht, ist sayplus1 auch für Marketing-Maßnahmen nicht ganz ungeeignet.

Ich jedenfalls bin schon sehr auf den nächsten Web-Dienst gespannt, der sich die Popularität und die Funktionsweise von Twitter zu nutze macht.

Text 2.0 – der Text, der mitdenkt und reagiert

In Kaiserslautern am Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz arbeiten sie am Text 2.0.

Dieser Text bekommt im Prinzip mit, dass und wie er gelesen wird. So werden etwa beim schlichten Lesen und ohne Steuerung mittels irgendwelcher Eingabegeräte fremdsprachige Wörter, auf denen das Auge etwas länger verweilt, übersetzt oder vorgelesen, um die Aussprache zu lernen. Auch ist es bei Text 2.0 möglich bei einem Text, der nur überflogen wird, automatisch nur die relevanten Schlüsselwörter des Textes darzustellen.

Die Entwickler sprechen auch von “augmented reading” … also vom “erweitertem Lesen”. Im Prinzip ist diese via Eyetracking realisierte Technologie eine logische Weiterentwicklung des Hypertext-Prinzips, welches die Grundlage für das World Wide Web ist. Robert Basic meinte via Twitter dazu:

Damit mag er durchaus recht haben. Ich nutzte heute schon regelmäßig die beim Firefox-Plugin Google Toolbar eingebaute Funktion, mir englische Wörter im per Mouseover übersetzen zu lassen. Und vor allem vermisse ich sie bei englischsprachigen Texten, die ich nicht im Browser lese.

translate

Wer nun neugierig auf Text 2.0 geworden ist, dann auch text20.net mehr darüber erfahren.

Video: Social Media Revolution

Seit einiger Zeit werde ich das komische Gefühl nicht mehr los, dass diese Sache mit dem Informationszeitalter, dass man mit Lösungen für Industriezeitalter zu gestalten versucht, irgendwie mächtig aus dem Ruder laufen könnte. In diesem Video gibt es mal wieder argumentatives Wasser auf meine Mühlen …

Das Medium ist die Botschaft

mcluhan

Andreas Göldi hat gestern auf netzwertig.com mal wieder mal die guten alten Thesen des 1980 verstorbenen Medientheoretikers Marshall McLuhan herausgekramt und sie im Lichte des Internets betrachtet. Herausgekommen ist ein sehr lesenswerter Beitrag, in dem er zum Beispiel ganz richtig schreibt:

Eine von McLuhans Kernthesen ist im knackigen Satz “Das Medium ist die Botschaft” zusammengefasst. Damit drückte McLuhan aus, dass die essentiellen Eigenschaften eines Mediums erheblich bestimmen, wie es von den Konsumenten wahrgenommen wird und damit auch, welche Inhalte darin funktionieren.

In der Folge beschreibt Göldi u.a. auch wie der Buchdruck die revolutionäre Zeit der Aufklärung vielleicht erst richtig möglich gemacht hat. Oder auch wie sich das Musik hören von den Zeiten als Schallplatten das Nummer-Eins-Musik-Medium bis zum heutigen iPod-Zeitalter verändert hat.

Schlussendlich schreibt Göldi ganz richtig:

Medienunternehmen müssen lernen, die verschiedenen Charakteristiken unterschiedlicher Internet-basierter Medien (und davon gibt es immer mehr) zu nutzen und ihre Angebote dort zu fördern, wo Inhalte Priorität vor Interaktion haben.

Dazu gehört meiner Meinung auch, dass man in diesen revolutionären Zeiten der vernetzten und interaktiven Medien auch die etablierten Geschäftsmodell in Frage stellen muss. Dazu werden wohl noch einige alte Zöpfe abgeschnitten werden (müssen).

Aber jetzt schnell rüber zu Andreas Göldis Artikel Das Medium ist auch die kommerzielle Botschaft. Lesebefehl!

Trendpiraten zum Thema: Medienkrise

Trendpiraten – Episode 03 from Trendpiraten on Vimeo.

Es gibt eine neue Folge des Trendpiraten-TVs … die Dritte. Diesmal nehmen sich Joyce, Eggbert und Eila dem Thema Medienkrise an. Dazu gibt es noch eine recht umfangreiche Link-Liste zum Thema.

Interessant finde ich übrigens, dass die Trendpiraten mit ihrer kleinen Web-Sendung im Prinzip zu jener Medienkrise beitragen, über die sie in dieser Folge berichten. Die Folge kann nämlich jeder hier (!) kostenlos betrachten, bei sich auf der Website einbinden und anders als wir, die wir hier keine Werbung eingebunden haben, auch noch daran Fremd-Mitverdienen. Dabei ist die Produktion der einzelnen Trendpritaten-TV-Folgen bestimmt nicht gerade kostengünstig und schon gar nicht so kostenfrei, wie das Betrachten des jeweiligen Videos. Also: Quo vadis, Medien?

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