Trendsmap … Twittertrend auf einer Karte
Vor allem seit Twitter auch Deutschland in seine Liste von Ländern aufgenommen hat, dessen aktuell angesagteste Themen aus den regionalen Tweets in der Sidebar auflistet wird, bin ich ein großer Freund dieser “Trending topics” geworden. Diese Trends zeigen mir in aller Regel schneller, was gerade in der Welt passiert, als ein Blick auf Spiegel Online oder ähnliche Websites.
Nun hab ich mit Trendsmaps.com einen Dienst für mich entdeckt, der dieser meiner Vorliebe auch sehr entspricht. Dort werden nämlich die angesagtesten Themen einer Region auf einer Karte dargestellt. Sehr informative Sache, wie ich persönlich finde.
von Matthias Zellmer
sayplus1 – Twitternaher Abstimmungsdienst
Nachdem zunächst tendenziell eher Web-Dienste wie Tinyurl oder Twitpic im Dunstkreis von Twitter auftauchen, die es um etwas erweiterte, dass es von Haus aus nicht mitbrachte, erblicken in letzter Zeit vermehrt Web-Dienste das Licht der digitalen Welt, die einen ganz speziellen Zweck erfüllen und Twitter dabei in irgendeiner Form als Traffic-Vehikel benutzen. Zu diesen Diensten würde ich auch sayplus1 zählen.
Bei sayplus1 kann man so genannte Contests anlegen. Dazu braucht man nur einen Twitter-Account, muss sich einen passenden Hashtag ausdenken und einen Preis. Diesen Preis soll die Person gewinnen, die über sayplus1 und Twitter in einem festgelegten Zeitraum die meisten Stimmen bekommt.
Dazu registriert sayplus1 alle nach einem bestimmten Muster gesendeten Tweets. Das Muster sieht folgendermaßen aus:
+1 @twitteraccount #hashtag
So läuft zum Beispiel gerade ein Contest der Safttante bei dem sich eine Saftbox der Kelterei Walther gewinnen lässt. (Ich habe einfach mal für @tontaube abgestimmt, dann hab ich auch noch Chancen was von dem Saft ab zu bekommen.) Wie man an diesem Beispiel sieht, ist sayplus1 auch für Marketing-Maßnahmen nicht ganz ungeeignet.
Ich jedenfalls bin schon sehr auf den nächsten Web-Dienst gespannt, der sich die Popularität und die Funktionsweise von Twitter zu nutze macht.
von Matthias Zellmer
Text 2.0 – der Text, der mitdenkt und reagiert
In Kaiserslautern am Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz arbeiten sie am Text 2.0.
Dieser Text bekommt im Prinzip mit, dass und wie er gelesen wird. So werden etwa beim schlichten Lesen und ohne Steuerung mittels irgendwelcher Eingabegeräte fremdsprachige Wörter, auf denen das Auge etwas länger verweilt, übersetzt oder vorgelesen, um die Aussprache zu lernen. Auch ist es bei Text 2.0 möglich bei einem Text, der nur überflogen wird, automatisch nur die relevanten Schlüsselwörter des Textes darzustellen.
Die Entwickler sprechen auch von “augmented reading” … also vom “erweitertem Lesen”. Im Prinzip ist diese via Eyetracking realisierte Technologie eine logische Weiterentwicklung des Hypertext-Prinzips, welches die Grundlage für das World Wide Web ist. Robert Basic meinte via Twitter dazu:
Damit mag er durchaus recht haben. Ich nutzte heute schon regelmäßig die beim Firefox-Plugin Google Toolbar eingebaute Funktion, mir englische Wörter im per Mouseover übersetzen zu lassen. Und vor allem vermisse ich sie bei englischsprachigen Texten, die ich nicht im Browser lese.

Wer nun neugierig auf Text 2.0 geworden ist, dann auch text20.net mehr darüber erfahren.
von Matthias Zellmer
Video: Social Media Revolution
Seit einiger Zeit werde ich das komische Gefühl nicht mehr los, dass diese Sache mit dem Informationszeitalter, dass man mit Lösungen für Industriezeitalter zu gestalten versucht, irgendwie mächtig aus dem Ruder laufen könnte. In diesem Video gibt es mal wieder argumentatives Wasser auf meine Mühlen …
von Matthias Zellmer
Das Medium ist die Botschaft
Andreas Göldi hat gestern auf netzwertig.com mal wieder mal die guten alten Thesen des 1980 verstorbenen Medientheoretikers Marshall McLuhan herausgekramt und sie im Lichte des Internets betrachtet. Herausgekommen ist ein sehr lesenswerter Beitrag, in dem er zum Beispiel ganz richtig schreibt:
Eine von McLuhans Kernthesen ist im knackigen Satz “Das Medium ist die Botschaft” zusammengefasst. Damit drückte McLuhan aus, dass die essentiellen Eigenschaften eines Mediums erheblich bestimmen, wie es von den Konsumenten wahrgenommen wird und damit auch, welche Inhalte darin funktionieren.
In der Folge beschreibt Göldi u.a. auch wie der Buchdruck die revolutionäre Zeit der Aufklärung vielleicht erst richtig möglich gemacht hat. Oder auch wie sich das Musik hören von den Zeiten als Schallplatten das Nummer-Eins-Musik-Medium bis zum heutigen iPod-Zeitalter verändert hat.
Schlussendlich schreibt Göldi ganz richtig:
Medienunternehmen müssen lernen, die verschiedenen Charakteristiken unterschiedlicher Internet-basierter Medien (und davon gibt es immer mehr) zu nutzen und ihre Angebote dort zu fördern, wo Inhalte Priorität vor Interaktion haben.
Dazu gehört meiner Meinung auch, dass man in diesen revolutionären Zeiten der vernetzten und interaktiven Medien auch die etablierten Geschäftsmodell in Frage stellen muss. Dazu werden wohl noch einige alte Zöpfe abgeschnitten werden (müssen).
Aber jetzt schnell rüber zu Andreas Göldis Artikel Das Medium ist auch die kommerzielle Botschaft. Lesebefehl!
von Matthias Zellmer
Trendpiraten zum Thema: Medienkrise
Trendpiraten – Episode 03 from Trendpiraten on Vimeo.
Es gibt eine neue Folge des Trendpiraten-TVs … die Dritte. Diesmal nehmen sich Joyce, Eggbert und Eila dem Thema Medienkrise an. Dazu gibt es noch eine recht umfangreiche Link-Liste zum Thema.
Interessant finde ich übrigens, dass die Trendpiraten mit ihrer kleinen Web-Sendung im Prinzip zu jener Medienkrise beitragen, über die sie in dieser Folge berichten. Die Folge kann nämlich jeder hier (!) kostenlos betrachten, bei sich auf der Website einbinden und anders als wir, die wir hier keine Werbung eingebunden haben, auch noch daran Fremd-Mitverdienen. Dabei ist die Produktion der einzelnen Trendpritaten-TV-Folgen bestimmt nicht gerade kostengünstig und schon gar nicht so kostenfrei, wie das Betrachten des jeweiligen Videos. Also: Quo vadis, Medien?
von Matthias Zellmer
Lesetipp zur Vernetzung: “Wie wir zu Insekten werden”
Der Medienwissenschaftler Norbert Bolz hat in seine Artikel Wie wir zu Insekten werden auf Spiegel Online skizziert wohin die Reise unserer sich immer mehr vernetzenden Gesellschaft hingehen kann … und vielleicht wird. Er sieht das heutige Internet “als Soziallabor, elektronisches Rathaus und virtuelles Parlament” und “die Nationalstaaten in der Weltgesellschaft zunehmend an Einfluss verlieren”. Auch kommt er zum Schluss, dass “der Körper und seine Gegenwart [...] für das Funktionieren unserer Gesellschaft immer unwichtiger [werden]” und dass in Zukunft Erreichbarkeit mehr zählen wird als Anwesenheit. Darum sagt Bolz auch: “Was zählt ist Funktion, nicht Substanz.”
Sehr lesenswert, gerade vielleicht auch im Kontext mit einem Vortrag von Constantin zum Thema The Future of Technology in 10, 20, 30 Years and More, den ich im vergangenen Jahr auf dem Barcamp München gehört habe. Denn nimmt man diese beiden Thesen über die Zukunft der menschlichen Kommunikation und Vernetzung zusammen, dann ist es mehr als fraglich, ob wir in ein paar Jahren bzw. Jahrzehnten sowas wie Geräte überhaupt noch nutzen und vielleicht nur noch aus dem Museum kennen werden.
von Matthias Zellmer
Rückblick auf die re:publica 2009 in Berlin
Nun ist sie also Geschichte, die gerade in unserer Branche vielbeachtete Social-Media-Konferenz re:publica09 in Berlin. Vom 1-3. April haben sich um die 1.500 Menschen dort zusammengefunden, um Vortragen zu lauschen, an Podiums-Diskussionen teilzuhaben und nicht zuletzt ordentlich Networking zu betreiben.
Gerade der letzte Punkt wurde in Presse und Blogs gerne als “Die Web-Szene feiert sich selbst” beschrieben. Was zum einen durchaus richtig ist … welche Szene tut das nicht? … zum anderen muss man auch sehen, dass eine solche Konferenz für viel Freischaffende ein wichtiges Medium zum Generieren von Aufträgen und Finden von gemeinsamen Projekten bzw. Mitstreitern ist. Und wenn ein Business-Meeting auf der sonnenbeschienenen Treppe vor dem Friedrichstadtpalast stattfindet, dann mag das für die Menschen etwas befremdlich rüberkommen, die klassische via Terminkalender geplante Meetings in Konferenzräumen gewohnt sind. Aber das ist die Realität von vielen Social-Web-Workern.
Inzwischen habe ich auf zahlreichen Websites Beiträge zur re:publica gelesen und habe dabei festgestellt, dass viel wie ich mit einem Gefühl zurückgekehrt sind, dass es im Prinzip eine klasse Veranstaltung war, aber man gar nicht so richtig weiß warum? Es wird wohl an den Menschen gelegen haben. Vielleicht etwas weniger an den auf den Podien, sondern eher an denen, mit denen man ins Gespräch kam. So sah es übrigens auch Patrick Breitenbach, wie er in seinem sehr lesenswerten Blog-Beitrag re:publica 09: we don’t need no conferences? schreibt:
Diese Unterhaltungen stellten sich als außerordentlich erfrischend dar und man stellte sehr schnell fest, warum man eigentlich auf solche Veranstaltungen geht. Man mag sich irgendwie – klar man lästert auch über dies und das – man hat gemeinsame Themen und mitunter auch sicherlich ähnliche Interessen.
Und darin liegt sicher auch ein Grund, warum Jochen Stahnke auf faz.net schreibt:
Die Konferenz wirkt vielerorts wie ein selbstreferentielles Sich-Vergewissern der eigenen Spezies, die merkt, dass sie real existiert – oder auch nicht: Die meisten der vorwiegend männlichen Besucher Mitte dreißig haben mindestens ein Laptop, Blackberry oder iPhone auf dem Schoß und tippen beinahe sekündlich weitere Blogeinträge oder Twitter-Botschaften, im Fachjargon “Tweets” genannt, ins Internet.
Von Außen oder nur leicht tangierend, müssen diese Dauervernetzten schon etwas unwirklich aussehen. Aber so müssen die ersten Menschen, die mit Automobilen über für diese noch weitestgehend ungeeignete Wege und Straßen brausten, auch auf die am Straßenrand Stehenden gewirkt haben. Wahrscheinlich wird man in ein paar Jahren über die Ein- und Ausgabemedien von heute herzlich schmunzeln. Aber eines ist klar, die Vernetzung … und zwar die permanente Vernetzung der Menschen in dieser Gesellschaft … lässt sich kaum noch aufhalten und sie wird genauso alltäglich werden, wie Fernsehen oder Auto fahren.
Aber nicht nur die Gesellschaft ist im Wandel, sondern mit ihr auch die oben beschriebene Web-Szene. Oder gibt es da gar keinen wirklichen Unterschied, wie es Jan Tißler auf der Website des T3N-Magazins in seinem Artikel Der Umbruch im Umbruch – eine Bilanz zur Web-2.0-Konferenz re:publica angemerkt hat:
Eine Webgemeinschaft gibt es nicht mehr – oder vielleicht gab es sie sogar noch nie. Das ist auch klar, denn das Internet ist Teil der Gesellschaft und nicht die hier und da zitierte “Parallelwelt”.
Ich habe auf jeden Fall einen Unterschied zwischen einem Zusammenkommen auf der re:publica und einem in meinem normalen Alltag feststellen können: Es rollte dort niemand mit den Augen, wenn man mal sein Handy rausgeholt hat, um mal schnell was zu twittern oder ein Foto zu machen, dass man dann natürlich sofort ins Netz gestellt hat. Und da sehe ich vor allem die Grenze zu Leuten, die nicht auf eine solche Veranstaltungen gehen würden bzw. solchen, die sich dort irgendwie deplatziert fühlen. Denn wie Sebastian Matthes in seinem Artikel Die Netzkultur ist im Alltag angekommen auf wiwo.de ganz richtig schreibt:
Vor wenigen Jahren waren Veranstaltungen wie die re:publica vor allem Expertenrunden. Wer hier auftauchte, gehörte zur Internet-Elite, einer kleinen Zielgruppe, deren Unterhaltungen nur wenige folgen konnten. Diese Elite ist nicht mehr unter sich. In den vergangenen Tagen auf der re:publica waren viele Menschen, die gerade erst den Kurznachrichtendienst Twitter für sich entdeckt haben, die zwar ein Blog schreiben, aber auch erst seit einigen Monaten, Medizinstudenten, Philosophie-Doktoranden oder Startup-Gründer […]
Wie sich an diesem Rückblick sicher sehr gut feststellen lässt, wird die re:publica09 bestimmt nicht als die Konferenz in die Geschichte eingehen, die uns eine wie auch immer geartete tolle Errungenschaft aus dem Web-Umfeld gebracht hat. Viel mehr wird sie … zumindest bei mir … als eine Konferenz in Erinnerung bleiben, die ihren Besuchern einige Fragezeichen im Kopf mit nachhause gegeben hat. Vor allem solche, die sich mit der Vernetzung der Gesellschaft und den daraus ergebenden Möglichkeiten beschäftigen. Denn eine Gesellschaft auf breiter Front technologisch zu vernetzen ist eins, die sich daraus ergebenden Möglichkeiten zu erkennen und zum Wohle dieser Gesellschaft einzusetzen ist das Andere. Mal schauen, wo wir diesbezüglich in einem Jahr … bei der re:publica10 … stehen werden. Ich werde auf jeden Fall versuchen wieder dabei zu sein. Und ob es dann WLAN gibt oder nicht, wird wahrscheinlich nur noch die wenigsten tangieren, denn auch die mobile Vernetzung wird dann ein Jahr weiter sein … mal sehen, ob auch die vernetzte Gesellschaft?!
von Matthias Zellmer
Web Trends Map 4
Wie auch in den vergangenen Jahren haben die Leutchen von iA ordentlich Gas gegeben und unsere kleine Web-Welt auf einen Liniennetzplan projiziert und das Ganze dann Web Trend Map 4 getauft. Ein sehenswerter Schmöcker, für dessen Betrachtung es sich mal ein paar Minuten zu opfern lohnt …
von Matthias Zellmer
Böse, coole, kurze URLs
Sind verkürzte URLs (zum Beispiel tinyurl.com oder bit.ly) ein Problem? Stimmt die Behauptung von Joshua Schachter
shorteners are bad for the ecosystem as a whole
Neben Joshua Schachter haben auch Oliver Wagner und Erick Schonefeld sich aktuell mit dieser Frage beschäftigt. In ihren Beiträgen beleuchten sie das Nutzen von verkürzten URLs und die damit verbundenen Gegebenheiten und Gefahren. Es wird beispielsweise die Frage aufgeworfen, was mit verkürzten URLs eines Dienstes passiert, sollte dieser nicht erreichbar sein. Weil die Server aktuell nicht verfügbar sind, weil der Dienst pleite gegangen ist, weil er gehackt wurde,… Außerdem wird auf die Hürden hingewiesen, die sich für den User durch verkürzte URLs ergeben. Der User kann nicht erkennen, wohin diese zeigen. Er kann sich lediglich auf sein Vertrauen zu dem Poster oder den Kontext verlassen, in dem die verkürzte URL gepostet wurde.
Als ein Lösungsansatz wird vorgeschlagen, dass sich Website-Betreiber selbst um kurze, sprechende URLs bemühen sollten, wie es bei einigen Anbietern, wie zum Beispiel Brightkite auch schon der Fall ist. Ist dies nicht möglich, wie beispielsweise bei Karten-Anwendungen, die auf bestimmte Parameter in der URL nicht verzichten können, dann könnten Website-eigene Verkürzungsmechanismen Abhilfe schaffen. Da besonders twitter zum Erfolg der verkürzten URLs beigetragen hat, sollte auch dieser Dienst eine Alternative anbieten. Denkbar wäre hier laut Schonefeld die Möglichkeit, Worte mit Links zu versehen.
An dieser Stelle wurden nur kurz einige der Gedanken von Joshua Schachter, Oliver Wagner und Erick Schonefeld aufgegriffen. Neben deren ausführlicheren Beiträgen ist auch die Umfrage von TechCrunch zum Thema (siehe Keyvisual) sehr interessant. Im Moment sind 58% der TechCrunch-Leser der Meinung, dass verkürzte URLs eine Gefahr darstellen.
von Katrin Schneider








