t3n-Magazin: Experten-Megatrends 2009

wunder2009

Auf der Website des t3n-Magazins wurde gestern ein interessanter Artikel veröffentlicht. 16 Experten und Expertinnen wurden um eine Vorhersage zu den Megatrends 2009 gebeten. Eine sehr interessante Zusammenstellung zu allen möglichen Themen rund um Internet, Technologie und Medien. Und in einem Jahr schauen wir dann, wer womit recht hatte.

Via netzwertig.com

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13. Januar 2009
von Matthias Zellmer
Profilbild von Matthias Zellmer

Netzneutralität

spinnennetz

Ich habe gerade über den heise-Newsticker einen Artikel zu einem Thema gelesen, dessen ich mir bisher nicht wirklich bewußt war: Netzneutralität.
Laut Wikipedia ist Netznautralität

eine Bezeichnung für die neutrale Datenübermittlung im Internet. Sie bedeutet, dass Zugangsanbieter (access providers) Datenpakete an ihre Kunden unabhängig davon, woher diese stammen oder welche Anwendungen die Pakete generiert haben, übertragen.

Diverse Netzbetreiber planen, die Daten zahlender Kunden auf einer Art “Überholspur” schneller auszuliefern als die “normaler” Kunden. Das wäre ein klarer Bruch der Netzneutralität. Der Grund, aus dem die Netzbetreiber die “Überholspuren” einrichten wollen, ist natürlich Geld. Allerdings geht es vornhemlich darum, den Ausbau der Netze für die Zukunft zu finanzieren.
Sowohl in Washington, wie auch im EU-Parlament wird darum gerungen, wie mit diesen Plänen der Netzbetreiber umgegangen werden soll. Die einen plädieren für eine gesetzliche Zusicherung der Netzneutralität, andere wollen, dass der Wettbewerb mehrerer Netzanbieter die Netzneutralität in einem gewissen Umfang erhält …

Da das Thema Netzneutralität sich vor nicht mal einer Stunde in meinem Hirn manifestiert hat, habe ich noch keine abschließende Meinung dazu. Allerdings frage ich mich schon, wie ich es geschafft habe, so lange (der zweite verlinkte Artikel ist vom Mai !!) nichts von der Diskussion mitzubekommen …

(das Bild stammt übrigens von flickr von wolframshuetteob)

Web2.0 – Startpunkt der Differenzierung

In den vergangenen Tagen haben wir in der Agentur mal wieder über den Begriff Web2.0 diskutiert bzw. über das, was auf das Web2.0 folgen mag. Der Auslöser war ein Paper, welches den Begriff Web3.0 enthielt. Die Diskussion war durchaus interessant und lies mich mit der Erkenntnis zurück, dass es sowas wie das Web3.0 niemals wirklich geben wird.

Die hinter dieser Erkenntnis liegende Argumentation basiert darauf, dass es sich bei dem Web2.0 vor allem um eine Änderung der Wahrnehmung des Webs handelt. Das Web2.0 ist meiner Ansicht nach der Startpunkt der Differenzierung dessen, was Tim Berners-Lee ursprünglich mal als das World Wide Web bezeichnet hat. Das Web in den Kinderschuhen war an sich ja auch noch als ein Ganzes wahrzunehmen. Seit einiger Zeit ist das nicht ohne weiteres mehr möglich.

Spricht man mit Vertretern den verschiedenen Nutzer- bzw. Interessengruppen über das Web2.0 so bekommt man die unterschiedlichsten Schagworte aufgetischt, wie etwa:

  • User: Facebook, Wikipedia, RSS, …
  • Entwickler: Ajax, Rich Internet Application, …
  • Marketing: Grassroot-, Viral-Marketing, …
  • Grafiker: Glitter, Glossy, Verläufe, …
  • Konzepter: User Experience, Social Media, …

Diese Auflistung ließe sich fast beliebig erweitern und vertiefen. Aber sie zeigt uns auch schon so, dass es ein Web3.0 nicht geben kann. Jeder dieser und auch der fehlenden Punkte wird sich auf eine eigene Art und Weise weiterentwickeln … oder auch nicht. Wir kennen solche Entwicklungen von vielen technologischen Entwicklungen. So gab es z.B. am Anfang ein bzw. das Automobil. Inzwischen unterscheidet man auf unterschiedlichste Art und Weise … Limousine, Cabrio, SUV, Transporter, LKW, und so weiter und so fort.

Somit bin ich der Ansicht, dass der Begriff Web3.0 maximal aus einem der unterschiedlichen Verzweigungen des Webs kommen kann … dem Marketing.


Das Foto oben stammt übrigens von *Gräfin und ich hab es bei photocase heruntergeladen.

Geo-Coding = Real-World-Tagging

Gestern hat Erick Schonfeld von TechCrunch einen Beitrag geschrieben, in dem er sich mit Tagging und Geo-Coding beschäftigt. Die Quintessenz des Beitrags ist, dass das Versehen digitaler Daten mit Geo-Codes dem Taggen von Web-Inhalten entspricht; aber eben im Kontext der realen Welt.

Ende 2003 haben einige wenige Web-User damit angefangen, in entsprechenden Online-Diensten (zum Beispiel Delicious oder Flickr) Web-Inhalte mit Tags zu versehen. Besonders User Generated Content (UGC), der sonst oftmals nicht kategorisiert oder thematisch geordnet vorliegt, wurde dadurch einfacher durchsuchbar und Informationen wurden für andere User leichter zugänglich.

Seit einiger Zeit beschränkt sich das Taggen nicht mehr nur auf die inhaltliche Komponente von Daten. Über Geo-Coding werden Web-Inhalte in einen Zusammenhang mit Orte der realen Welt gestellt. Geo-Coding entspricht also dem Taggen der realen Welt.
Nahezu alle Online-Dienste, die USG zulassen, bieten die Möglichkeit, Daten mit Geo-Codes zu versehen. Und auch immer mehr Dienste für mobile Endgeräte fügen anfallenden Daten automatisch Geo-Codes hinzu; so zum Beispiel Brightkite oder auch Nokia’s Plazes oder Fried View.

Durch Geo-Coding werden aber nicht nur reale Orte getagt, sondern auch in einen sozialen, zeitlichen und oft auch ereignisbezogenen Zusammenhang gestellt. User posten Daten zu einem einem bestimmten Ort, an dem sie sich aus einem bestimmten Anlass aufhalten, zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Geo-Coding ist mit Sicherheit keine Alternative zum eigenen Erleben der realen Welt. (Irgendwie kommt mir in diesem Zusammenhang der Bordcomputer von Wall-E in den Sinn.) Doch die Daten, die zu einem realen Ort im Web vorliegen, können über Geo-Coding mit diesem verbunden und gefunden werden. Auf diese Weise kann Geo-Coding die eigene (unter Umständen auch erst zukünftige) Wahrnehmung eines Ortes ergänzen.

Einsichten und Erkenntnisse vom Barcamp München

Wie schon am Montag angedeutet, möchte ich hier auch mal auf ein paar Einsichten und Erkenntnisse vom Barcamp München eingehen.

Session Netvibes und Widgets

Die Session Netvibes und Widgets ist etwas anders als von mir … und wohl auch von der Session-Anbieterin Magdalena … erwarte bzw. erhofft abgelaufen. Leider wurde kaum auf die Chancen und Möglichkeiten eingegangen, die Netvibes zum Beispiel zur Optimierung des eigenen Tagesablaufs offenbart. Es war leider auch kaum möglich etwas anderes zu diskutieren, als wie man damit sein eigenes Projekt/Start-up billig und ohne persönlichen Aufwand promoten kann. Schade.

YiGG Spekulieren

Die deutschsprachige Social-News-Community YiGG will ihr Angebot demnächst um eine spielerische Variante erweitern, mit News und Meldungen umzugehen. Die Idee ist es, über Folgen von aktuellen Ereignissen zu spekulieren. Das Ganze wird angereichert um eine nicht-monetäre Bewertungs- und Belohnungskomponente. Könnte ein großer Spaß werden.

User Experience Design

Sehr interessant fand ich die Session zum Thema “User Experience Design” (UX-Design). Elizabeth, eine Neuseeländerin, die lange in Amerika gearbeitet hat, hat uns aufgezeigt, dass Deutschland in Sachen UX noch recht unerschlossen ist. Gerade in den Köpfen der Entscheider ist UX noch nicht angekommen. Die verdauen gerade noch die Begriffe Barrierefreiheit und Usability.

Technologie – Quo Vadis?

Dies war die Session, die ihre Teilnehmer in einem besonderen Maß beeindruckt hat. Constantin hat uns behutsam auf dem möglichen Weg mitgenommen, den die Technologie vor allem in den Feldern Nano- und Bio-Technologie, sowie IT und KI nehmen könnte . Erst einmal skizzierte er allgemein den bisherigen Weg von technologischen Entwicklungen und zeigte davon abgeleitete Gesetzmäßigkeiten. Schlussendlich hörten sich Dinge, die in jeden guten oder schlechten Science-Fiction-Roman passen, völlig logisch an. Ich bin echt mal gespannt, ob sich mein Bewusstsein und meine Erinnerungen irgendwann mal von meinem Körper lösen lassen, um in irgendeiner Form körperlos weiterzuexistieren.
Nachtrag: Constantin hat auf seinem Blog über das Barcamp und seine Session geschrieben.

So, das soll es für den Augenblick gewesen sein. Natürlich habe ich noch mehr Erkenntnisse mitgenommen. Gerade aus den vielen Gesprächen. Dazu später mehr …

Rugby on Rails

Medium: de.youtube.com
Link: de.youtube.com

Heute gibt´s ausnahmsweise mal Werbung für die Konkurrenz Mitbewerber. Das Ding trifft´s wirklich auf den Punkt.

Ach ja, nen “Style-Guide” haben wir übrigens auch. Glaub ich.

via stylespion

Das iPhone ist viel mehr als nur ein Telefon

Apple iPhone 3G

In den Kommentaren zu meinem Netzlogbuch-Beitrag iPhone, iPhone, iPhone hat Zuckerbäckerin den aktuellen Hype um das iPhone 3G ein wenig mit den Worten relativieren wollen:

Herrgott, es ist ein Telephon!

Ist es wirklich nur ein Telefon? Ich würde es eher als Mobile Internet Device (MID) sehen. Und dass das iPhone gerade für das mobile Web einiges verändert, ist zu sehen, wenn man sich mal die Nutzungsdaten ansieht:

  • mobil Nachrichten lesen: iPhone-Nutzer 80%, andere 32%
  • mobile E-Mail: iPhone 70%, andere 26%
  • mobile TV/Video: iPhone 32%, andere 15%
  • Social Networking/Bloggen: iPhone 42%, andere 10%

Das iPhone ist also ein mächtiger Antreiber des mobilen Webs. Und wenn man mal bedenkt, dass es weltweit fast dreimal mehr Handys gibt als Computer, dann wird die Tragweite dessen, was das iPhone da einläutet schon viel klarer …

iPhone, iPhone, iPhone

Apple iPhone 3G

Völlig überraschend und von der Öffentlichkeit fast unbemerkt hat die Firma Apple ein Nachfolgemodell ihres 2007 auf den Markt gebrachten Mobiltelefons mit dem nicht den amtlichen Regeln der deutschen Rechtschreibung entsprechenden Namen iPhone in die Läden gebracht.

Okay … jetzt mal Spaß bei Seite. Natürlich hat das neue iPhone für einigen Wirbel gesorgt. Derzeit werden in allen möglichen Medien eine Meldung nach der anderen über das iPhone raus gehauen. Hier ein paar ausgesuchte Beispiele aus dem Web:

Wer kennt wen – Was kommt nach dem Wachstum?

Immer mehr Leute kennen Wer kennt wen?. Das schnell wachsende soziale Netzwerk gehört inzwischen regelmäßig zu den üblichen Verdächtigen, wenn irgendwo irgendwelche Statistiken zum Thema Social Networking in Deutschland ausgepackt werden oder in irgendeiner Form über das Thema gesprochen wird.

Doch was passiert, wenn fast alle Willigen sich dort angemeldet und einander als Bekannte gekennzeichnet haben? Irgendwann wird sich eine Sättigung einstellen und was bietet Wer kennt wen? seinen vielen Nutzern dann? In den letzten Monaten hat sich dort im Bezug auf neue Features augenscheinlich kaum etwas getan.

So ein langer Stillstand kann meiner Meinung nach zweierlei bedeuten. Zum einen sind die WKW-Macher intensiv mit dem Erfolg beschäftigt. D.h. sie haben mit der Betreuung von Usern und Servern so viel zu tun, dass sie ihre Website nicht weiterentwickeln können. Oder sie arbeiten zudem im Hintergrund an netten kleineren oder größeren Features, die dann irgendwann mal die vielen User bei der Stande halten sollen. Denn das ist in jedem Fall nötig, wenn dann mal die Sättigung einsetzt. Und das ist in den Gebieten, in denen Wer kennt wen? schon früh sehr stark war, sicher langsam der Fall …

Social Media Optimization – wichtig wie SEO?

Social Media Optimization - wichtig wie SEO?

Habe gerade endlich mal den Artikel über Social Media Optimization (SMO) auf zweinull.cc gelesen, den ich schon seit einiger Zeit in meinem Google Reader markiert habe. Ich bin echt froh, dass ich jetzt einen Namen für das Phänomen kenne, dass ich schon länger irgendwie teils unterbewusst und teils bewusst wahrgenommen habe.

Laut Martin Weigert von zweinull.cc soll

Mit Social Media Optimization [...] erreicht werden, dass im Netz über einen gesprochen wird.

und

Ein Onlineanbieter, der seine Seite für soziale Medien optimieren möchte, will diese nämlich nicht nur möglichst viral gestalten, sondern auch erfahren, welche Auswirkungen seine Maßnahmen haben.

Heißt also, dass es nicht mehr reicht, die Struktur einer Website suchmaschinenoptimiert (SEO) zu gestalten und so ‘nen Kram, sondern, dass man auch bloggen, eine Facebook-Präsenz, RSS-Feeds anbieten und ein Widget für Netvibes liefern muss, um im Web noch wahrgenommen zu werden. Aber zudem muss man auch alle diese Maßnahmen ständig überprüfen und weiter am Köcheln halten. SMO ist nicht so leicht zu haben, wie SEO. Aber wer es richtig macht, hat alle Chancen sich von seinen Wettbewerbern abzusetzen.

SMO bedeutet aber auch für viele, die im Web in irgendeiner Form Erfolg haben wollen, dass sie loslassen können müssen. Das man Alles unter seinem Portal subsumieren und damit kontrollieren kann, die Zeiten sind vorbei. Nun gilt es sich zu öffnen, loszulassen. Ob das jeder kann? Und will? Und zudem gibt es im Bezug auf SMO noch eine grundlegende Erkenntnis, die auch René Seifert von Holtzbrinck eLab postuliert:

Ehrlich währt am Längsten

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