Gefährlichkeit von Medienberichten
Auf BR-online im Bereich der Sendung quer habe ich gerade ein interessantes Video-Interview mit Prof. Joachim Kersten von der Hochschule für Polizei über die Gefährlichkeit von Medienberichten gesehen. Dieser warnt vor visuellen Darstellungen von Gewalt und betont, dass sich seriöse Berichterstattung hauptsächlich auf Sprache und Text konzentrieren sollte:
Der Mensch guckt auf Bilder. Bilder sind für uns das Schrecklichste, was es gibt.
Ein kurzes Interview mit ein paar sehr klugen Aussagen.
Via Twitter@abotis
von Matthias Zellmer
Katrin Bauerfeind hat nun eigene TV-Sendung
Unsere liebe kleine Heldin der ersten erfolgbehafteten WebTV-Stunde Katrin Bauerfeind hat nun eine eigene TV-Sendung auf 3sat, die durch sie nicht nur eine ganz persönliche Note bekommt, sondern dementsprechende auch ihren Nachnamen als Sendungstitel trägt: Bauerfeind.
Nachdem Mario Sixtus seinen ehemals nur im Web erscheinenden Elektrischen Reporter durch einige Anpassungen im Detail in ein TV-Format gepackt hat, haben die zuständigen TV-Leute für Katrin Bauerfeind ein TV-Format mit Web-Anmutung geschaffen. Das funktioniert besser, als ich gedacht hätte. Doch ich denke, diese klicky-zappy Web-Anmutung ist das Ergebnis einer wahrscheinlich gar nicht mal so unaufwändigen TV-Produktion. Heißt: Wenn man Trash professionell produzieren will, muss man schlussendlich immer noch eines tun: Professionell Produzieren.
Von der Format-Sache mal abgesehen, finde ich die Sendung aber sehr gelungen. Katrin ist herrlich. Auch wenn sie sich den Schlussgag ruhig hätte sparen können, aber das Interview mit Udo Lindenberg war sensationell gut. Mein Highlight war dabei die Antwort von Udo Lindenberg auf Katrin Bauerfeinds Frage, ob er denn Angst vor dem Tod hätte. Woraufhin der Udo antwortete: “Jo … is’ unpraktisch …”. Sensationelle Sichtweise.
Wer nun neugierig geworden ist, kann sich die erste Folge Bauerfeind noch mal auf 3sat.de ansehen.
von Matthias Zellmer
Microblogging Konferenz – ein kurzer Rückblick
Freitag und Samstag fand in Hamburg die erste Microblogging Konferenz (MBC09) auf europäischem Boden statt. Gekommen sind neben zahlreichen Twitter-Nutzern auch ein paar deutsche Web-Promis und einige journalistisch wirkenden Menschen, darunter auch ein Team der Tagesschau bzw. des Nachtmagazins. Und ich hab mich auch auf den langen Weg in den schönen Norden unseres Landes gemacht.
Die Konferenz wurde dankenswerterweise von ein paar Sponsoren finanziell unterstütz. Darum will ich mich auch gar nicht groß darüber beschweren, dass am ersten Tag der Redeanteil der Sponsoren-Vertreter reichlich hoch war. Das hat mir die Möglichkeit gegeben, hinter den Kulissen ein paar sehr aufschlussreiche Gespräche zu führen.
Die Organisatoren haben mit der MBC09 versucht, eine Mischung aus klassischer Konferenz und Barcamp hinzubekommen. Das ist ihnen aber meiner Meinung nach erst am zweiten Tag so richtig gelungen. Was rückblickend durchaus in Ordnung war, obwohl eigentlich eine stärkere Vermischung der klassischen Konferenz- und der Barcamp-Elemente angedacht war. So war ich am Freitag auf der Microblogging-Konferenz und am Samstag auf dem Microblogging-Barcamp.
In meiner Wahrnehmung lag der thematische Schwerpunkt am Freitag eindeutig auf der Monetarisierung des Phänomens Microblogging und seiner Nutzung im Unternehmenskontext. Samstag kam dann zudem eine deutlich soziokulturelle Note auf. Da ging es nun etwa auch um die Vernetzung von Musikern oder die Möglichkeiten, die sich nun zum Beispiel durch Twitter auch für die Politik auftun.
Auch sehr interessant fand ich die letzte Session, in der dann in kleinen Diskussionsgruppen die Frage diskutiert wurde, was würde “meine” Mutter nach einem halben Jahr wertschätzender Twitter-Nutzung zu dem Dienst sagen? Wie würde sie Twitter nutzen?
Abschließend kann ich sagen, dass ich zufrieden und mit einem Kopf voller Erkenntnisse und Ideen aus Hamburg zurückgekommen bin. Mir wurde zudem noch mal deutlich gemacht, wie Neu und Unentdeckt das ganze Feld des Microbloggings eigentlich noch ist. Und doch bin ich überzeugt, dass Microblogging einmal eine weitere Säule unserer elektronischen Kommunikation wie die Telefonie und dem E-Mailen werden wird.
Nachtrag: Das Bild oben wurde übrigens von Nicole Simon aufgenommen.
von Matthias Zellmer
Die erste Folge vom Elektrischen Reporter im ZDFinfokanal
Das von mir sehr geschätzte Web-TV-Format “Elektrischer Reporter” kommt ins TV. Damit das vom Medium her kein all zu krasser Rückschritt ist, erstmal nur in den ZDFinfokanal. Heute um 19:35 … sowas nennt man dann Sendzeit bzw. Sendeplatz und man braucht sowas bei broadcastingbasierten Audio- oder Video-Streams … also heute um 19:35 wird die erste Folge des Elektrischen Reporters ausgestrahlt. Und wenn ihr sie euch nicht jetzt … oder irgendwann sonst … auf elektrischerreporter.de oder hier
Elektrischer Reporter – Microblogging: Leben in 140 Zeichen
angesehen hat, dann erfahrt ihr darin, was dieses Microblogging eigentlich ist.
von Matthias Zellmer
Dr. Web: Zukunft der Printmedien
Ich habe mir den Artikel Zukunft der Printmedien im Magazin von drweb.de durchgelesen und wollte eigentlich nur einen Kommentar dazu verfassen, bin dann aber ziemlich ins Schreiben gekommen.
Dieter Petereit macht sich in seinem Artikel Gedanken darüber, warum die Printmedien allem Anschein nach auf dem absteigende Ast sind und welche Ansätze es gibt, wieder … um bei der Metapher zu bleiben … auf einen grünen Ast zu kommen. Besagten grünen Ast sehen viele wohl im Web.
Als Informationsarchitekt in einer Web-Agentur, zu deren Kunden viele Unternehmen aus den so genannten klassischen Medien Print, TV und Radio gehören, habe ich viel und oft direkten Kontakt zu Vertretern dieser Medien. Und ich denke, eines der grundlegenden Probleme, welches die in diesen Branchen arbeitenden Menschen haben, ist dass sie das Web nicht als eigenes Medium ansehen.
Es gibt aber auch einfach zu vieles, was im Web an das jeweils eigene (klassische) Medium erinnert. Und sooft man es auch wiederholt: Web ist nicht gleich Print, Web ist nicht gleich TV und Web ist auch nicht gleich Radio … aber der analytische “Schritt zurück” bei der Betrachtung des Mediums Web gelingt den wenigsten. Und solange dies nicht der Fall ist, gelingt es auch nicht, zu erkennen, dass es einen weiteren grundlegenden Unterschied gibt: Web ist kein Broadcasting-Medium (mehr). Hier können Alle senden und empfangen. Doch die einen sind scheinbar nur das Senden gewohnt und müssen sich mühsam auch auf das Empfangen einlassen.
Doch was tun? Ich denke, dass Experten auch im Web Geld verdienen können. Wer gute Inhalte produziert und sich von seinem angestammten Medium und den dort gelernten medienspezifischen Zwängen Mechanismen löst, kann seine Premium-Inhalte auch im Web zu Geld machen. Doch hier gilt es jeweils zu Analysieren, welche Inhalte sind Premium-Inhalte im Websinne. Und wann und wie lange und in welcher Darbietungsform sind sie dies.
Vielleicht fehlt es im Web auch noch einem geeigneten und allgemein akzeptierten Bezahlsystem. Im eCommerce kennt man das Micropayment. Das meiner Meinung nach einzige etablierte und einigermaßen funktionierende Micropayment-System ist Werbung. Ein System, dass seinen Weg sehr schnell aus den klassischen Medien ins Web gefunden hat. Aber da im Web auch immer ein direkter Rückkanal möglich ist, wäre es doch sinnvoll … und sicher auch möglich, ein System zu etablieren, mit dem der Inhaltskonsument Kleinstbeträge komfortabel bezahlen könnte, auch solche unter 1 Cent. Kleinvieh macht ja bekanntlich auch Mist. Vielleicht brauchen die klassischen Medien generell einfach mehr eCommerce-Beratung …
von Matthias Zellmer





















