Große Wahlfreiheit lähmt und macht unglücklich

Die Menschen vor allem in den industrialisierten, westlichen Gesellschaften haben eine ganz besondere Freiheit: Die Freiheit zu Wählen. Und damit ist nicht nur die Stimmabgabe bei einer Parlamentswahl gemeint, sondern auch die alltäglichen Wahlmöglichkeiten zum Beispiel beim Einkaufen von Pasta im Supermarkt oder beim Kauf einer Hose. Der Psychologe Barry Schwartz ist nun der Ansicht, dass uns diese Wahlfreiheit nicht freier und glücklicher gemacht hat, sondern sie lähmt uns und macht und unzufrieden.

Dies ist eine wichtige Erkenntnis, wie ich finde. Auch bei Software-Systemen wie Textverarbeitungsprogrammen oder Websites kann es sein, dass wenn man zu viele Nutzungsmöglichkeiten hat, man sich erschlagen fühlt und statt einen Forschungsdrang zu entwickeln, verharren wir nur all zu gerne und lassen dann auch mal gerne unserem Ärger freien lauf.

So bin ich mir ziemlich sicher, dass die meisten Problem, die Menschen bei der Nutzung von Microsofts Word haben, grundsätzlich zu vermeiden wären. Aber die schiere Vielfalt der Funktionen von Word lässt uns all zu oft den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Ein Gegenbeispiel ist Googles Suchmaske. Und auch wenn die Google-Suche nach und nach mit immer mehr Funktionen ausgestattet wird, die simple Kern-Optik wird nur wenig verändert. Alles andere wäre im Sinne von Barry Schwartz’ Ausführungen zu gefährlich.

Für uns, die wir Websites gestalten, kann das nur bedeuten, dass wir unseren Nutzern immer wirklich nur die Funktionen zur Auswahl stellen sollten, die sie wirklich unbedingt brauchen. Für alles andere müssen wir unseren Nutzern die Entscheidung abnehmen oder, so wie Google, uns immer wieder was einfallen lassen, wie wir die weniger gebrauchten Funktionen gekonnt vor den nicht so versierten Nutzern verstecken.

Dies war übrigens auch ein Beitrag zum Thema User Experience. Usability-Experten sollten jetzt bitte erst mal tief durchatmen … vielleicht während sie sich den wunderbaren Vortrag von Barry Schwartz ansehen.

waswaehlstdu.de – KISS-Prinzip at it’s best

waswaehlstdu_de

Ich bin gerade ganz begeistert von der Website waswaehlstdu.de. Sie schafft es, das von mir hoch geschätzte KISS-PrinzipKeep it simple and stupid … perfekt anzuwenden. Großes Lob.

Auch wenn Einige inhaltlich zum Beispiel das Fehlen der Piratenpartei bemängeln werden, so spricht es doch für die konsequente Anwendung des KISS-Prinzips, wenn sich hier auf die im Bundestag vertretenen Fraktionen plus einem Feld für Sonstige beschränkt wird.

Und los geht die GreenAction

greenaction

Greenpeace gehört zu den Organisationen, die die Sache mit dem Web wirklich verstanden hat. Greenpeace twittert nicht nur schon vergleichsweise lange, sondern auch ziemlich aktiv und informativ. Zudem hat Greenpeace nun auch am vergangenen Freitag GreenAction gestartet … oder in Webdeutsch gesagt: GreenAction von Greenpeace jetzt in der ‘open beta’.

GreenAction ist eine Community zur Organisation von gemeinsamen und selbst initiierten Umwelt-Kampagnen. Da gibt es jetzt schon so nette Sachen wie die Kampagne zur Ergänzung des innerstädtischen Transportwesens, Wechselwelle – 100.000 neue Ökostrom-Haushalte bis zur Bundestagswahl oder ganz Konkretes Gen-Milch bei Allgäuland – Ohne mich!.

Über den Sinn einer solchen Community-Plattform mag man geteilter Meinung sein. Ich finde sie jedenfalls sinnvoll. Greenpeace hat meiner Ansicht nach den Namen und den Background um eine solche Community am Leben zu halten.

Optisch finde ich die GreenAction-Site ansprechend gestaltet. Etwas gewöhnungsbedürftig ist allerdings ihr Aufbau. Die Navigation, unterhalb eines Bühnenbereichs angesiedelt, trennt im Prinzip zusammengehörende Inhalte von einander. Man muss relativ oft suche, ob die gewünschte Info oder Funktion nun im Bereich über oder unter der Navigation angesiedelt ist.

Navigation unter der Bühne: Hübsche Idee, aber nicht besonders gebrauchstauglich

Mein Problem dabei ist, dass ich mich immer wieder zwingen muss, über der Navigation nach Inhalten und Funktionen zu suchen. Es ist einfach anders gelernt und wenn über der Navigation noch etwa platziert ist, dann sind es zumeist vom konkreten Inhalt unabhängige Schmuckelemente oder einfach nur Logo, Meta-Navigation, etc.

Die Anmelde-Prozedur fand ich auch etwas hackelig. Mal angesehen, dass ich da gerne eine openID-Anmeldung gesehen hätte, vergibt man sein Passwort nicht von vorneherein selbst, sondern bekommt eines per Mail zugesandt. Statt einen aber nach ersten Anmeldung bei GreenAction direkt zur Passwort-Ändern-Seite zu lotsen, muss man diese selbst suchen. Schön wäre zudem, wenn man noch irgendwo administrieren könnte, über welche Aktion in der Community man per E-Mail informiert werden möchte.

Doch alles andere finde ich schon recht gelungen. Die inzwischen nicht mehr unübliche Integration der Verbreitung via Twitter und Facebook ist ebenso integriert, wie die gängigen Community-Features. Auch kann man pro Kampagne direkt einen Widget-Code bekommen, um dieses dann als Mash-up auf der eigenen Site zu positionieren.

Mein Fazit: Gute Idee mit den richtigen Features, doch leider folgt die Funktion all zu oft der Form … hier dem Design. Das macht die Site leider ein bisschen schlecht bedienbar. Aber es ist ja der Inhalt bzw. die Wirkung, die zählt …

UXpool – eine ungeordnete Sammlung zum Thema User Experience

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Diejenigen, die mir auf Twitter folgen, haben es vielleicht schon mitbekommen: Ich sammel seit ein paar Wochen interessante Inhalte oder Websites zum Thema User Experience (UX) in einem UX Pool.

Immer wenn ich irgendwas Interessantes zum Thema UX entweder beim Surfen im Web, in meinem RSS-Reader oder via Twitter entdecke, dann stell ich das nun kurzerhand auf uxpool.tumblr.com ein … wie zum Beispiel die Interaction Design Pattern Library oder einfach den Link auf die tolle Website des brasilanischen UI-/UX-Designers Vitor Lourenço.

Viel Spaß damit …

Balsamiq Mockups Lizenz gewinnen

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Wie Alexander heute hier in den Kommentaren verkündet hat, kann man bei ihm gerade eine Balsamiq Mockups Lizenz im Geldwert von 79$ gewinnen. Dieses coole Wireframe-Tool ist natürlich mehr wert, da es einfach klasse gemacht ist und die Erstellung von Wireframes viel angenehmer macht, also mit den anderen Tools, die ich so kenne … und glaubt mir: ich kenne inzwischen so einige!

Zum Gewinnen muss man nur einen Artikel darüber veröffentlichen, ob und wie man Wireframes einsetzt und welche Erfahrungen man damit gemacht hat … und man braucht natürlich noch etwas Glück ;-)

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