Stuttgarter Web Night

Heute gibt es gleich drei Veranstaltungen von und für die Stuttgarter Web-Gemeinde: Das 1. Girl Geek Dinner Stuttgart, die 1. Twitter-Lounge und die 16. pl0gbar Stuttgart. Wobei die beiden letztgenannten am gleichen Ort stattfinden und somit kurzerhand schon im Vorfeld eine kleine Verbrüderung stattgefunden hat.
Girl Geek Dinner
Das Girl Geek Dinner ist eine Veranstaltungsreihe, die von der bekannten Twittererin Nicole Simon initiiert wurde und heute zum ersten Mal in Stuttgart stattfindet. Das Grundprinzip ist einfach: Eine Frau schnappt sich einen Mann und sie gehen gemeinsam zu dieser Veranstaltung und treffen dort andere Frauen mit Männern. Eine gewisse Web-Affinität wäre bei beiden nicht schlecht, denn es gibt auch meist ein kleines Rahmenprogramm mit kurzen Vorträgen zum Thema Web … dieses Mal auch. Der lokale Partner des 1. Stuttgarter Girl Geek Dinner ist die MFG Baden-Württemberg.
Ort: Mash am Berliner Platz [Karte]
Zeit: ab 19 Uhr
Anmeldung: via Xing
1. Twitter-Lounge und pl0gbar
Den Web-Stammtisch pl0gbar gibt es in Stuttgart nun schon über ein Jahr. Sie findet immer wieder mal an einem anderen Ort statt. Auf der Suche nach einem schönen, neuen Veranstaltungsort, der die Möglichkeit bietet bei gutem Wetter draußen und bei schlechtem Wetter drin zusammenzusitzen, ist die Idee entstanden, sich mit der neuen Twitter-Lounge zusammen zu tun. So bekommt die neue Twitter-Lounge auch eine kleine Starthilfe von der pl0gbar. Es soll dort übrigens auch die neue iPhone-App “Silver Arrow” vorgestellt werden.
Ort: Lounge im bzw. am Mercedes-Benz-Museum [Karte]
Zeit: ab 19 Uhr
Anmeldung: via mixxt
Bei beiden Veranstaltungen ist übrigen der Eintritt frei.
Nach vielem Hin- und Herüberlegen habe ich mich zusammen mit meiner Freundin dafür entschieden in jedem Fall erst einmal zum Girl Geek Dinner zu gehen. Aber vielleicht schauen wir später auch noch mal am Mercedes-Benz-Museum vorbei.
von Matthias Zellmer
Das Wochenende auf Robert Basiscs Buzzcamp
Robert Basic hat am vergangenen Wochenende zum Buzzcamp eingeladen und gut 30 Leute fanden sich dann auch in Bad Homburg ein, um gemeinsam nach dem Open Space Konzept an seiner Projekt-Idee Buzzriders zu arbeiten.
Buzzriders?
Die Grundidee von Buzzriders ist, Lokales ins Web bringen. Und da es unendlich viel Lokales gibt … jede und jeder erlebt doch immer irgendwo etwas, was für das eigene Umfeld interessant ist … müssen im Prinzip alle ran.
Auf Buzzriders soll jeder und jede Meldungen, Berichte und Infos veröffentlichen können und jeder und jede soll aus diesem Pool an Beiträgen wiederum einen eigenen News-Stream erzeugen und weiterführen können. Bis hin zur eigenen kleinen Web-TV-Nachrichten-Sendung.
Und damit zeigt sich, dass die Buzzriders natürlich die ganze Bandbreite an Medienformaten nutzen können, die das Web unterstützt: Text, Bilder, Video, Audio, usw. Und ganz wichtig sind dabei zum einen der lokale Bezug und zum anderen die Möglichkeit themenbezogen zu wirken. Ein Buzzrider kann seinen News-Stream für eine Stadt, einen Stadtteil, ein Dorf oder einen Straßenzug generieren und/oder auf ein Thema bezogen. Da Buzzriders kein Non-Profit-Projekt sein wird, soll es ein Modell geben, nachdem die einzelnen Buzzriders auch ein bisschen was an den von ihnen dort eingebrachten Leistungen mitverdienen können.
Das Camp
Da alle, die zum Buzzcamp kamen, mit einem sehr von einander differenzierenden Kenntnisstand nach Bad Homburg angereist sind, auch was die Vorstellung, wie eine solche Open Space Veranstaltung ablaufen könnte, wurde am Samstag sehr viel diskutiert … und das auch nicht immer zielführend. Für mich war das völlig in Ordnung, denn ich fand, dass so ein gute Klima für Ideen entstanden ist. Der Sonntag verlief dann … mit ein paar weniger Leuten … etwas strukturierter.
Alles in Allem bin ich jetzt mal gespannt, was Robert an Erkenntnisse aus dem Wochenende ziehen wird. Er wird es uns sicher bald mitteilen. Ich für meinen Teil finde seine Vorgehensweise, die komplette Entwicklung von Buzzriders zu öffnen und alle die wollen daran partizipieren zu lassen, sehr interessant. Es wird bis zum Launch bestimmt ein bisschen länger dauern als auf dem konventionellen Weg, aber ich hab so das Gefühl, dass dieser Weg aber auch das passendere Ergebnis liefern wird.
von Matthias Zellmer
Rückblick auf das Barcamp Cologne 3
Wie angekündigt, hat es mich am vergangenen Wochenende mal wieder in die Ferne gezogen. Diesmal ging es nach Köln zum Barcamp, das dort zum dritten Mal stattfand.
Im Gebäude-Komplex der QSC AG haben sich am Samstag gut 250 und am Sonntag gut 200 Leute getroffen und sich zumeist über IT-nahe Themen unterhalten. Aber auch über solche Themen, die ein wenig über den Tellerrand hinausschauten. Diese Themen liegen mir zumeist etwas mehr und somit habe ich auch eher solche Sessions besucht, wie etwa Art2.0, Future od Co-working places oder Kochshow2.0. Gerade die letzte Session fand ich sehr gut, denn sie war ein reines Brainstorming im Bezug auf die Idee, wie eine Kochshow im Web aussehen könnte und wie man sich mit ihr von den TV-Kochshows absetzen könnte. Hier kamen tolle Idee zusammen.
Ich selbst habe auch eine Session gehalten. Am Samstag hatte ich nämlich einigen Leuten auf dem Barcamp von meinem letzten Wochenende auf dem Los geht’s erzählt und so hab ich mich dann dazu durchgerungen, am Sonntag so gegen Ende des Barcamps eine Session “Alternatives Leben – Gemeinsam Leben, Arbeiten und Wirken in Kommunen-Projekten” zu halten. Die Session fand auch den erhofften Anklang und meine Zweifel, ob man auf einem Barcamp auch mal mit ein paar völlig Web- und IT-fremden Inhalten ankommen kann, haben sich schnell in Luft aufgelöst.
Es freut mich immer total, dass sich immer wieder Menschen bereit erklären, so eine Veranstaltung zu organisieren. Und darum möchte ich dem Orga-Team auch diesmal ganz besonders danken. Nur eins hat mir persönlich nicht so gut gefallen. Die Entscheidung, die Sessions von 45 Minuten auf 30 Minuten (+ 15 Pause) zu verkürzen, fand ich nicht so gut, da so oft der Raum für eine Diskussion gefehlte hat. Aber sonst alles gut!
Ich möchte mich auch noch bei den Sponsoren bedanken, die ein Barcamp erst möglich machen. Und hier muss ich mich besonders bei Andreas von allmyTea bedanken, der mich kontinuierlich durch die beiden Barcamp-Tag mit leckerem Tee versorgt hat … die “Leichte Brise” ist zum Beispiel besonders zu empfehlen.
von Matthias Zellmer
Am Wochenende: Barcamp Cologne 3
Gleich geht es los! An diesem Wochenende fahre ich mal wieder zu einem waschechten Barcamp … diesmal nach Köln. Bin schon sehr gespannt, was alles Thema sein wird.
Wer keinen der begehrten Plätze mehr ergattern konnte … das Barcamp war immerhin innerhalb einer Viertelstunde ausgebucht … oder einfach keine Zeit/Lust/etc. hat, dass ganze Wochenende in Köln zu verbringen, kann ja mal bei den Leutchen von make.tv vorbeischauen. Die wollen das Barcamp nämlich Live ins Netz übertragen. Und das Ganze sogar in HD-Qualität! Vielleicht kann ich ja auch mal winken ;-)
von Matthias Zellmer
Heute: pl0gbar in Stuttgart … mit Poken
Heute um 19 Uhr findet mal wieder die Stuttgarter Variante des Web2.0-Stammtischs pl0gbar statt und hiermit sind natürlich alle Leser des Netzlogbuchs herzlich eingeladen dort vorbeizuschauen.
Dieses Mal haben wir uns im Lichtblick in der Reinsburgstraße verabredet und Steffen von missionpoken hat auch versprochen, dass er ein paar Poken mitbringen wird. Falls jemand noch keinen hat oder noch welche braucht …
Also dann: Bis heute Abend im Lichblick ;-)
von Matthias Zellmer
Moderne Pressearbeit am Beispiel mixxt.de
Gestern gab es für die deutsche Webszene mal wieder einen besonderen Zeitpunkt. Um 12 Uhr wurde die Teilnahmeliste für das diesjährige Barcamp in Köln eröffnet. Eine bei Bloggern, Geeks, Nerds und Twitterern sehr beliebte zweitägige Wochenend-Veranstaltung. Darum war auch klar, dass es einen ziemlichen Ansturm auf das Plätzekontingent von jeweils 240 Karten für den Samstag und den Sonntag geben würde. Dieser Ansturm kam auch und die Plätze für die beiden Tage waren binnen einer guten Viertelstunde vergeben.
Der ganze Ansturm spielte sich auf mixxt.de ab – einer Plattform zum kostenfreien Betrieb von Social Networks. Ich hatte im Vorfeld schon befürchtet, dass die mixxt-Server etwas in die Knie gehen würden. Und so kam es auch. Wie andere wohl auch, bekam ich beim Versuch mich anzumelden, zwischenzeitlich auch mal eine Meldung “503 – Service Unavailable” statt der gewünschten mixxt-Seite zu sehen.
Alles hab so wild, wie ich finde. Doch fand ich die Reaktion von mixxt auf dieses Last-Problem ihrer Server recht gut und auch vorbildhaft. Statt die Sache unter den Tisch zu kehren, schrieb nur wenige Minuten später Nicole Ebber von der mixxt-Marketing-Abteilung auf dem mixxt-Blog den erläuternden Beitrag Unser Statement zur “BarCamp Cologne 3″ -Anmeldung:
Was war passiert?
Die Verzögerung bei der Anmeldung ist darauf zurück zu führen, dass in der Konfiguration des Loadbalancers, welcher die Anfragen (also die Zugriffe auf die Seite) entgegennimmt und an unsere Server weiterverteilt, die maximale Anzahl der gleichzeitigen Anfragen sehr restriktiv eingestellt ist. So schützen wir unsere Communities z.B. vor DoS-Attacken oder Spambots. Wir arbeiten an einer Lösung, solche Anstürme besser abzufangen und unseren Mitgliedern dennoch ein Höchstmaß an Sicherheit bieten zu können.
Neben dieser Erläuterung, gab es auch eine Darstellung, wie die Web-Öffentlichkeit das Ganze auf Twitter miterlebt und kommentiert hat. Auch hier können sich die meisten Firmen eine Scheibe von abschneiden. Denn ich erlebe es wirklich regelmäßig, dass solche von einem bestimmbaren Zeitpunkt bzw. -raum abhängigen Ereignisse sehr ausführlich auf Twitter begleitet werden. Ob dass nun Wahlen, Germanys Next Topmodell oder die werbegetrommelte Markteinführung eines neuen Produkts ist. Auf Twitter wird darüber gesprochen. Also sollten die jeweils fürs Marketing Zuständigen auch darauf hören. Viel einfacher und schneller kann man nicht an ein ungekünsteltes Feedback herankommen.
Alles in Allem finde ich die offene und ehrliche Reaktion von mixxt auf die Performanz-Problem ihres Server sehr zeitgemäß und vorbildhaft. Und ich freu mich natürlich auch, dass ich trotz dieses Problems jeweils einen der begehrten Plätze für das Barcamp Köln bekommen habe.
von Matthias Zellmer
Ein Jahr pl0gbar in Stuttgart
Vor etwas mehr als einem Jahr sprach ich Alexa darauf an, ob wir nicht auch mal eine pl0gbar in Stuttgart initiieren sollen. Ich hatte das Konzept ein paar Tage vorher in Frankfurt am Main kennengelernt, wo ich eigentlich zusammen mit Alexa hingehen wollte, sie aber kurzfristig absagen musste. Sie meinte nicht nur auch, dass wir sowas in Stuttgart auch brauchen würden, sondern nahm die Sache gleich mal in die Hand und organisierte die erste Stuttgarter pl0gbar am 22. April 2008 im Lichtblick.
Es kamen damals gut 25 Leute und wir waren total begeistert, wie viel Zuspruch die Idee doch fand, sich einfach mal mit einigen Menschen zu treffen, die in irgendeiner Form am Web interessiert sind. Am gleichen Abend noch wurde beschlossen, dass wir das regelmäßig machen müssen.
Inzwischen werden wir uns morgen Abend nun schon zum 13. Mal zu einer Stuttgarter pl0gbar treffen und damit unser einjähriges pl0gbar-Stuttgart-Jubiläum feiern. Diesmal im Valle in der Geschwister-Scholl-Str. 3.
Es ist inzwischen schon zu einer kleinen, wenn auch unfreiwilligen Tradition geworden, dass sich die pl0gbar Stuttgart immer wieder woanders trifft. Geschuldet ist das ursprünglich der Suche nach einem geeigneten Lokal, welches die inzwischen immer gut 20-30 Leute nicht nur in angenehmer Atomsphäre und mit guter gastronomischer Qualität, sondern auch mit einer die Kommunikation fördernden Platzierung der Tische empfängt. Auch haben wir uns schon privat bei Dirk Baranek zum Grillen, dem Stuttgarter Weindorf oder Weihnachtsmarkt getroffen.
Angenehm finde ich auch, dass es jedesmal wieder einige neue Gesichter auf der Stuttgarter pl0gbar anzutreffen gibt. Es waren sogar schon Gäste da, die extra aus Würzburg angereist sind!
Also … wer jetzt Lust bekommen hat, kann morgen einfach auch mal zum Stuttgarter Web2.0-Stammtisch hinzustoßen und mit uns einen netten Abend verbringen. Mich würde es freuen, wenn ich wieder mal ein paar neue Leute kennen lernen dürfte. Los geht es morgen Abend um 19 Uhr. Bis dann …
von Matthias Zellmer
Rückblick auf die re:publica 2009 in Berlin
Nun ist sie also Geschichte, die gerade in unserer Branche vielbeachtete Social-Media-Konferenz re:publica09 in Berlin. Vom 1-3. April haben sich um die 1.500 Menschen dort zusammengefunden, um Vortragen zu lauschen, an Podiums-Diskussionen teilzuhaben und nicht zuletzt ordentlich Networking zu betreiben.
Gerade der letzte Punkt wurde in Presse und Blogs gerne als “Die Web-Szene feiert sich selbst” beschrieben. Was zum einen durchaus richtig ist … welche Szene tut das nicht? … zum anderen muss man auch sehen, dass eine solche Konferenz für viel Freischaffende ein wichtiges Medium zum Generieren von Aufträgen und Finden von gemeinsamen Projekten bzw. Mitstreitern ist. Und wenn ein Business-Meeting auf der sonnenbeschienenen Treppe vor dem Friedrichstadtpalast stattfindet, dann mag das für die Menschen etwas befremdlich rüberkommen, die klassische via Terminkalender geplante Meetings in Konferenzräumen gewohnt sind. Aber das ist die Realität von vielen Social-Web-Workern.
Inzwischen habe ich auf zahlreichen Websites Beiträge zur re:publica gelesen und habe dabei festgestellt, dass viel wie ich mit einem Gefühl zurückgekehrt sind, dass es im Prinzip eine klasse Veranstaltung war, aber man gar nicht so richtig weiß warum? Es wird wohl an den Menschen gelegen haben. Vielleicht etwas weniger an den auf den Podien, sondern eher an denen, mit denen man ins Gespräch kam. So sah es übrigens auch Patrick Breitenbach, wie er in seinem sehr lesenswerten Blog-Beitrag re:publica 09: we don’t need no conferences? schreibt:
Diese Unterhaltungen stellten sich als außerordentlich erfrischend dar und man stellte sehr schnell fest, warum man eigentlich auf solche Veranstaltungen geht. Man mag sich irgendwie – klar man lästert auch über dies und das – man hat gemeinsame Themen und mitunter auch sicherlich ähnliche Interessen.
Und darin liegt sicher auch ein Grund, warum Jochen Stahnke auf faz.net schreibt:
Die Konferenz wirkt vielerorts wie ein selbstreferentielles Sich-Vergewissern der eigenen Spezies, die merkt, dass sie real existiert – oder auch nicht: Die meisten der vorwiegend männlichen Besucher Mitte dreißig haben mindestens ein Laptop, Blackberry oder iPhone auf dem Schoß und tippen beinahe sekündlich weitere Blogeinträge oder Twitter-Botschaften, im Fachjargon “Tweets” genannt, ins Internet.
Von Außen oder nur leicht tangierend, müssen diese Dauervernetzten schon etwas unwirklich aussehen. Aber so müssen die ersten Menschen, die mit Automobilen über für diese noch weitestgehend ungeeignete Wege und Straßen brausten, auch auf die am Straßenrand Stehenden gewirkt haben. Wahrscheinlich wird man in ein paar Jahren über die Ein- und Ausgabemedien von heute herzlich schmunzeln. Aber eines ist klar, die Vernetzung … und zwar die permanente Vernetzung der Menschen in dieser Gesellschaft … lässt sich kaum noch aufhalten und sie wird genauso alltäglich werden, wie Fernsehen oder Auto fahren.
Aber nicht nur die Gesellschaft ist im Wandel, sondern mit ihr auch die oben beschriebene Web-Szene. Oder gibt es da gar keinen wirklichen Unterschied, wie es Jan Tißler auf der Website des T3N-Magazins in seinem Artikel Der Umbruch im Umbruch – eine Bilanz zur Web-2.0-Konferenz re:publica angemerkt hat:
Eine Webgemeinschaft gibt es nicht mehr – oder vielleicht gab es sie sogar noch nie. Das ist auch klar, denn das Internet ist Teil der Gesellschaft und nicht die hier und da zitierte “Parallelwelt”.
Ich habe auf jeden Fall einen Unterschied zwischen einem Zusammenkommen auf der re:publica und einem in meinem normalen Alltag feststellen können: Es rollte dort niemand mit den Augen, wenn man mal sein Handy rausgeholt hat, um mal schnell was zu twittern oder ein Foto zu machen, dass man dann natürlich sofort ins Netz gestellt hat. Und da sehe ich vor allem die Grenze zu Leuten, die nicht auf eine solche Veranstaltungen gehen würden bzw. solchen, die sich dort irgendwie deplatziert fühlen. Denn wie Sebastian Matthes in seinem Artikel Die Netzkultur ist im Alltag angekommen auf wiwo.de ganz richtig schreibt:
Vor wenigen Jahren waren Veranstaltungen wie die re:publica vor allem Expertenrunden. Wer hier auftauchte, gehörte zur Internet-Elite, einer kleinen Zielgruppe, deren Unterhaltungen nur wenige folgen konnten. Diese Elite ist nicht mehr unter sich. In den vergangenen Tagen auf der re:publica waren viele Menschen, die gerade erst den Kurznachrichtendienst Twitter für sich entdeckt haben, die zwar ein Blog schreiben, aber auch erst seit einigen Monaten, Medizinstudenten, Philosophie-Doktoranden oder Startup-Gründer […]
Wie sich an diesem Rückblick sicher sehr gut feststellen lässt, wird die re:publica09 bestimmt nicht als die Konferenz in die Geschichte eingehen, die uns eine wie auch immer geartete tolle Errungenschaft aus dem Web-Umfeld gebracht hat. Viel mehr wird sie … zumindest bei mir … als eine Konferenz in Erinnerung bleiben, die ihren Besuchern einige Fragezeichen im Kopf mit nachhause gegeben hat. Vor allem solche, die sich mit der Vernetzung der Gesellschaft und den daraus ergebenden Möglichkeiten beschäftigen. Denn eine Gesellschaft auf breiter Front technologisch zu vernetzen ist eins, die sich daraus ergebenden Möglichkeiten zu erkennen und zum Wohle dieser Gesellschaft einzusetzen ist das Andere. Mal schauen, wo wir diesbezüglich in einem Jahr … bei der re:publica10 … stehen werden. Ich werde auf jeden Fall versuchen wieder dabei zu sein. Und ob es dann WLAN gibt oder nicht, wird wahrscheinlich nur noch die wenigsten tangieren, denn auch die mobile Vernetzung wird dann ein Jahr weiter sein … mal sehen, ob auch die vernetzte Gesellschaft?!
von Matthias Zellmer
re:publica 2009 – ein Zwischenbericht
Wir leben in spannenden Zeiten. Das Internet revolutioniert unser zusammenleben, -arbeiten und -wirken, unsere Kommunikation und unser gemeinsames Brabbeln und Schnabbeln. Die Wirtschaft ächzt und knarrt an allen Ecke und Enden und die Verunsicherung in der Gesellschaft ist groß, gerade im Bezug auf die Absicherung und Minimierung unserer Lebensrisiken. Und alles dies ist Thema auf der großen Netzkultur-Konferenz re:publica 2009, die zur Zeit in Berlin stattfindet.
Doch auch wieder nicht. Denn während Menschen wie Peter Glaser uns dort mit seinem philosophischen Vortrag über Internet und Ethik sehr zum Nachdenken anregt bzw. anregen will oder Tina Guenther in ihrem wissenschaftlich Vortrag zum Digitalen Ich zur … meiner Ansicht nach richtigen … Erkenntnis gelangt, dass es DIE Herausforderung des Informationszeitalters schlechthin sein wird, Vertrauen zu generieren bzw. zu erhalten … und zwar auch in jeder Beziehung zwischen digital verbundenen Personen. Ob dies nun natürliche oder juristische Personen sind oder ob sie kurzzeitig oder permanent sind, spielt dabei übrigens keine Rolle. Und während auf der Podiumsdiskussion auch Mitarbeiter der Bundesregierung sinngemäß offen sagen, ‘Bitte sprecht mit uns, wir wollen von euch lernen’, währenddessen sitzend auf der re:publica aber auch Menschen, die ich wohl getrost als unsere Vorzeige-Web-Prominenz bezeichnen kann, unmotiviert und unvorbereitet auf zahlreichen Podien und beweihräuchern sich selbst. Bevor sie dann kurz darauf in den Gängen und rund um die Veranstaltungsorte von ihren Web-Jüngern belagert bzw. von eifrigen Pressevertretern interviewt werden.
Wie sich sicher erkennen lässt, ist am Morgen des dritten und letzten re:publica-Tages bei mir etwas Ernüchterung eingetreten, die wohl auch meiner großen Vorfreude und den großen Vorschusslorbeeren für diese Konferenz geschuldet sind. Und dass es dauerhaft extreme Probleme mit dem WLAN, also der Anbindung ans Internet gibt, trägt sicher auch zur Ernüchterung bei. Aber es gibt ja nun noch einen weiteren Tag, der sehr viele interessante Angeboten mit sich bringt. Und außerdem habe ich ja auch schon viele sehr nette Menschen getroffen und auch wirklich schon sehr interessante Gespräche geführt. Leider gefühlt etwas weniger, als ich es zum Beispiel von barcamps gewohnt bin.
von Matthias Zellmer
Gesellschaft2.0
Am kommenden Mittwoch bin ich zu der Veranstaltung DemokratieZweiNull – Wahlkampf im Web eingeladen. Ein Themengebiet, welches mich beruflich, wie privat … also als Mensch … sehr interessiert und worüber ich viel nachdenke. Dabei ist es vor allem der ZweiNull-Anteil, der mich sehr umtreibt.
Es wundert mich immer wieder wie bereitwillig viele Menschen, die ich strukturell eher in einer vermittelnden Rolle sehen würde, sich bereitwillig mit dem Label 2.0 schmücken. Denn wenn sich die gesellschaftliche Infrastruktur von einer aktuell stark hierarchischen, auf eine Netzwerk-Topologie umstellen würde, dann bedeutet das in der letzten Konsequenz, dass gerade diese Vermittlungsschicht auf Dauer überflüssig wird.
Oder anders gesagt: Eine Gesellschaft2.0 würde sich im Prinzip des B2B auf relativ breiter Front entledigen (können). Gut, das gilt bestimmt nicht für alle Bereiche. Aber wenn die Prognosen stimmen, und wir wirklich auf der Schwelle von der Industriegesellschaft zur Informationsgesellschaft stehen, dann ist dies auch eine vernetzte Gesellschaft. Doch sind wir überhaupt strukturell bereit, um ohne größere Dramatik in eine Informationsgesellschaft zu wechseln? Ich hab da so meine Zweifel …
von Matthias Zellmer








