Scrum – Gedränge in der Produktentwicklung

Vor einiger Zeit gab es schon den Link zu Scrum kurz erklärt, heute folgt eine etwas längere Vorstellung des Projekt-Vorgehensmodell Scrum. Entstanden als Trendreferat für das seitenblick-Team, nun auch im Netzlogbuch. Den ganzen Beitrag lesen »
von Andreas Harnisch
TED: Tim Berners-Lee über das WWW und seine Zukunft
Vor 20 Jahren erfand Tim Berners-Lee das World Wide Web. In seinem nächsten Projekt möchte er ein Netz für offen zugängliche und verknüpfte Daten schaffen, das für Zahlen das erreichen könnte, was das Web für Wörter, Bilder und Videos geleistet hat: unsere Daten frei zur Verfügung zu stellen und die Art und Weise, wie wir sie verwenden und kombinieren, neu zu gestalten.
von Matthias Zellmer
Professor Peter Kruse über die Revolution 2.0
Der Mann sieht gar nicht aus wie ein Digital Native. Zum Glück. Vielleicht hören Professor Peter Kruse dann auch mal Leute, zu die das ganze Social Networking Zeugs für total überbewertet halten. Denn er erklärt plausibel, warum die Netzwerkkultur die Gesellschaft fundamental verändern wird.
Die zum Vortrag gehörenden Folien gibt es hier:
Gefunden im Projektmanagement Blog
von Matthias Zellmer
Große Wahlfreiheit lähmt und macht unglücklich
Die Menschen vor allem in den industrialisierten, westlichen Gesellschaften haben eine ganz besondere Freiheit: Die Freiheit zu Wählen. Und damit ist nicht nur die Stimmabgabe bei einer Parlamentswahl gemeint, sondern auch die alltäglichen Wahlmöglichkeiten zum Beispiel beim Einkaufen von Pasta im Supermarkt oder beim Kauf einer Hose. Der Psychologe Barry Schwartz ist nun der Ansicht, dass uns diese Wahlfreiheit nicht freier und glücklicher gemacht hat, sondern sie lähmt uns und macht und unzufrieden.
Dies ist eine wichtige Erkenntnis, wie ich finde. Auch bei Software-Systemen wie Textverarbeitungsprogrammen oder Websites kann es sein, dass wenn man zu viele Nutzungsmöglichkeiten hat, man sich erschlagen fühlt und statt einen Forschungsdrang zu entwickeln, verharren wir nur all zu gerne und lassen dann auch mal gerne unserem Ärger freien lauf.
So bin ich mir ziemlich sicher, dass die meisten Problem, die Menschen bei der Nutzung von Microsofts Word haben, grundsätzlich zu vermeiden wären. Aber die schiere Vielfalt der Funktionen von Word lässt uns all zu oft den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Ein Gegenbeispiel ist Googles Suchmaske. Und auch wenn die Google-Suche nach und nach mit immer mehr Funktionen ausgestattet wird, die simple Kern-Optik wird nur wenig verändert. Alles andere wäre im Sinne von Barry Schwartz’ Ausführungen zu gefährlich.
Für uns, die wir Websites gestalten, kann das nur bedeuten, dass wir unseren Nutzern immer wirklich nur die Funktionen zur Auswahl stellen sollten, die sie wirklich unbedingt brauchen. Für alles andere müssen wir unseren Nutzern die Entscheidung abnehmen oder, so wie Google, uns immer wieder was einfallen lassen, wie wir die weniger gebrauchten Funktionen gekonnt vor den nicht so versierten Nutzern verstecken.
Dies war übrigens auch ein Beitrag zum Thema User Experience. Usability-Experten sollten jetzt bitte erst mal tief durchatmen … vielleicht während sie sich den wunderbaren Vortrag von Barry Schwartz ansehen.
von Matthias Zellmer
Das Marketing ist tot … es lebe das Marketing
Mit Werbung und Marketing kenne ich mich nicht aus. Das habe ich zumindest bisher jeder erzählt, die mich als Web-Menschen in eine solche Kategorie stecken wollte. Nachdem ich mir jedoch die Rede von Amir Kassaei (siehe das Video oben) auf dem DMMK am 9. Juni dieses Jahres in Berlin angesehen und gehört habe, muss ich diese Selbsteinschätzung vielleicht doch ein wenig revidieren. Vielleicht muss ich einer Person, die mich danach fragt, ob ich mich mit Werbung oder Marketing auskenne, von nun an antworten: Mit der Werbung bzw. dem Marketing, wie du sie bisher erleben musstest, kenne ich mich nicht aus, aber vielleicht kann ich dir was darüber erzählen, wie Werbung und Marketing im Zeitalter des vernetzten All-in-One-Mediums Internet laufen könnte.
Aber warum kenne ich mich plötzlich mit Werbung bzw. Marketing aus? Im Prinzip tue ich das nur, weil ich finde, dass Amir Kassaei recht hat, wenn er davon spricht, dass
das Internet [...] die komplette Branche auf den Kopf stellen [wird].
Kassaei spricht bei seinem sehenswerten Vortrag von einem fundamentalen Paradigmenwechsel durch das Internet. Die Werbung der Zukunft muss den Kunden Orientierung geben, statt sie wie bisher mit Informationen, Produkten, Marken und Versprechen zu überladen. Er ist der Meinung, dass die Awareness tot sei und dass die Relevanz an seine Stelle treten muss. Die Menschen würden inzwischen Werbung “riechen”. Was nichts anderes bedeutet, als dass sie gelernt haben, damit intuitiv umzugehen. Dazu gehört auch, dass sie Werbung auch schlichtweg “ausschalten” können, real via Fernbedienung, Toilettengang oder Ad-Blocker oder auch geistig, nach dem Prinzip “da rein, da wieder raus”. Aber Werbung, die den Menschen relevant vorkommt, wird wahrgenommen. Das kann eine Relevanz durch Nutzen oder Mehrwert sein. Mich erinnert das irgendwie an “unseren” Begriff der User Experience.
Das die Marketing-Blase, von der Kassaei spricht, irgendwann platzen wird, liegt seiner Meinung nach auch daran, dass durch das Internet die kompletten Mechanismen der Werbe-Branche grundlegend gefährdet sind. Sie sind nämlich all zu oft Medium-orientiert. Aber das Internet führt alle Medien nicht nur zusammen, sondern fügt diesen auch noch Rückkanäle hinzu und lässt somit nur noch Spielraum für offene und ehrliche Kommunikation … und Kommunikation findet nun mal zwischen Menschen statt. Kassaei sagt dazu:
Die Menschen sind das Trägermedium schlechthin!
Übrigens bin ich auf das Video dieser Rede via Fischmarkt aufmerksam geworden, dem Blog der Werber Interaktiven von SinnerSchrader. Die es im Kontext des Rücktritts von Kassaei vom Job des Sprechers des Art Directors Club für Deutschland e.V. (ADC) in ihren Blog-Beitrag eingebettet hatten. Scheint wohl so, dass seine Meinung vielleicht doch als zu kontrovers angesehen wird. Aber vielleicht habe ich ja doch keine Ahnung von Werbung und Marketing.
von Matthias Zellmer
Green Car … die Zukunft des Mobilen

Vor ein paar Tagen wurde ich von Henning Schürig via Facebook zum Vortrag “Green Car – Die Zukunft des Autos” ins Stuttgarter Theaterhaus eingeladen. Und weil ich mich sowieso gerade wieder etwas mehr mit politischen Themen auseinandersetze und wir ja auch keinen Fernseher mehr haben, der uns von dem Besuch einer solchen Abendveranstaltung abhalten könnte, bin ich mit meiner Freundin dieser Einladung gefolgt.
Der Vortrag wurde von dem bekannten Grünen-Politiker Fritz Kuhn gehalten. Vorweg möchte ich sagen, dass er mir recht gut gefallen hat. Er war deutlich weniger Wahlkampf-Getöse als ich still in mir befürchtet hatte. Fritz Kuhn hat seine Standpunkte zum Thema recht kompetent und ganzheitlich betrachtet vorgetragen.
Ich versuche, die eineinhalb Stunden mal möglichst knapp zusammenzufassen:
Kuhn sagt sinngemäß, dass die Grünen aus ihrer Tradition heraus das Thema Auto oftmals zu sehr durch die selbst-ideologische Brille betrachtet haben. Heute weiß er, dass das Auto auch ein kulturelles Objekt ist, welches vielen Menschen auch ein “Freiheitsversprechen” gibt; besonders Jugendlichen und Menschen, die im ländlichen Raum leben. Zudem ist es ein Produkt, von dem viel Lebensunterhalte abhängen. Gerade hier im Neckar-Raum rund um Stuttgart.
Doch bleibt das Auto auch die Quelle vieler Probleme wie beispielsweise der CO2-Emissionen oder der immerhin noch gut 5000 Verkehrstoten im Jahr. Außerdem wird es derzeit gerade in besagten Neckar-Raum, aber auch an anderen Orten wie z.B. in Bayern zum wirtschaftlichen Struktur-Problem. Was vor allem an der verfehlten Produkt-Politik von Firmen wie Mercedes oder BMW liegt. Diese bauen nämlich zu große Autos … Kuhn sprach von einem “Big Car Problem”. Die Nachfrage nach großen Autos ist in der normalen Bevölkerung nahezu weggefallen. Diese werden aktuell hauptsächlich als Dienstwagen gekauft. Kuhn nannte hier die folgenden Zahlen: 85% der in Deutschland verkauften Mittel- und Oberklasse-Wagen sind Dienstwagen und werden mit ca. 6 Milliarden Euro im Jahr steuerlich subventioniert.
Nach diesen vorab Informationen ging es im Kern von Kuhns Vortrag dann um Lösungen. Er skizzierte das Green Car – nicht als wirkliches Produkt, sondern eher als ein Konzept für Mobilität. Denn die Aufgabe der Politik kann es nicht sein, selbst Innovationen zu liefern. Viel mehr soll sie den Rahmen für solche Innovationen stecken. Das Green Car in Kuhns Sinn kann also als ein Mobilitätskonzept bezeichnet werden, das auf mehreren Faktoren aufsetzt:
- Elektro-Autos: Sie haben einfach einen höheren Wirkungsgrad (Kuhn: E-Auto ca. 80% und Verbrennungsmotor-Auto ca. 20%).
- Car Sharing: Lieber selbst kleine E-Autos besitzen und nur im Bedarfsfall den Kombi für die Zeit der Urlaubsreise oder den Einkauf im Baumarkt holen.
- ÖPNV: Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs mit einer verbesserten Logistik.
- Mobilitätskarte: Mit der Einführung einer solchen Karte sollte es möglich sein, einen Mobilitätsmix aus bedarfgerechten Fortbewegungsmitteln zu nutzen. Lange Stecken mit der Bahn, vor Ort dann mit einem Auto oder Rad weiter. Alles einfach mit einer Karte zugänglich.
- Tempolimit: Laut Kuhn ein schwieriges, weil emotionales Thema. Aber es fördert den stauarmen Verkehrsfluss, lässt Verbrauch und Unfallzahlen sinken und ermöglicht den Bau von leichteren Autos, die weniger Sicherheitstechnik benötigen.
- Steuerpolitik: Abbau von Steuerprivilegien, klare CO2-Grenzwerte und -Zielen setzen und Anreize zur Entwicklung von neuen Innovationen im Bereich Fahrzeugbau schaffen.
- IT: Vermeidung von Verkehr durch Verlagerung der Kommunikation ins und via Internet. (Ja, auch wir Web-Leute gehören zum Green-Car-Konzept!)
Dem Punkt Elektro-Auto hat Kuhn noch mal extra etwas Zeit gewidmet (trotz seiner Aussage, dass die Politik selbst keine Innovationen liefern kann). Der Strom für diese E-Autos muss natürlich aus erneuerbaren Energiequellen stammen. Auch, weil die Verwendung von Atomstrom den angesprochenen Wirkungsgrad wieder ziemlich verschlechtern würde.
Kuhn hatte noch eine interessante Vision zu diesem Thema: Wenn wir alle intelligente Stromzähler in unseren Häusern hätten, die mit einem variablen Strompreis arbeiten könnten, dann könnten wir die Windkraft-Anlagen, statt sie wie heute bei Überauslastung der Stromnetz-Kapazität abzuschalten, einfach dazu nutzen, billigeren Strom anzubieten. Die Batterien der E-Autos in unseren Garagen könnten damit dann aufgeladen werden, wenn diese Überkapazität gerade zur Verfügung steht. So würde ein übers Land verteilten Stromspeicher generiert.
Nebenbei: Kuhn hat erzählt, dass an Tagen, an denen im Norden der Wind stark bläst und im Süden die Sonne ordentlich scheint, heute schon genug regenerativen Strom zur Verfügung steht, um unser Stromnetz zu 100% auszulasten.
Das Hybrid-Auto sieht Kuhn übrigens als Übergangstechnologie. Aber als eine wichtige. Denn diese lehrt die Autobauer gerade, wie sie immer bessere Batterien bauen können. Aber eins muss uns allen klar sein: die E-Autos werden noch sehr lange nicht die Reichweite von heutigen Autos mit Verbrennungsmotor haben. Hier müssen wir einfach Umdenken und neue Lösungen finden. So ist es zum Beispiel schwierig, mit einem E-Auto mal schnell an die Tankstelle zu fahren und in einer mit dem heutigen Tanken vergleichbaren Geschwindigkeit die Batterie wieder aufzuladen. Hier könnte eine Lösung sein, die Batterien an der Tankstelle auszutauschen.
Am Ende seines Vortrags erklärte uns Kuhn noch, dass man ihm in seiner frühen politischen Zeit von Seiten der Wirtschaftsvertreter bzw. Wirtschaftspolitiker immer gesagt hätte, dass Ökologie ein Luxus sei, den man sich gerne in ökonomisch günstigen Zeiten leisten könnte. Heute wird hingegen immer deutlicher, dass der ökonomische Erfolg die Ökologie als Basis hat.
Abschließend gab uns Kuhn noch eine kleinen Leitspruch mit auf den Weg, der mir sehr gut gefallen hat:
Das Alte ist der beste Feind des Neuen. Solang man mit dem Alten noch Geld verdienen kann, wird es das Neue zu verhindern versuchen …
von Matthias Zellmer
TED-Vorträge von der Crowd übersetzt
Das es zu einigen Vortragen bei TED inzwischen auch Untertitel in verschiedenen Sprachen gibt, ist mir schon neulich aufgefallen, als ich über Hans Rosling und seinen TED-Vortrag über Statistiken geschrieben habe. Doch was ich damals noch nicht wusste. Die Übersetzungen entstehen crowdsourced, d.h. die Nutzer übersetzen die Vortrage und diese Übersetzungen werden als Untertitel dargestellt. Die jeweils verfügbaren Sprachen können unter dem jeweiligen Video ausgewählt werden. Zudem werden Titel und Beschreibungstext auch übersetzt.
Das nach dem Crowdsourcing-Prinzip funktionierend TED Open Translation Project (unterstützt von Nokia) macht es möglich. Inzwischen sind es schon fast 1300 Leute, die die TED-Vorträge in aktuell 42 Sprachen übersetzen. Abgesehen von den Vorträgen, die nun in deutscher Sprache untertitel vorliegen, finde ich es bei manchen Sprechern mit Akzent schon als sehr vorteilhaft, wenn es zumindest englische Untertitel gibt. Und alles in allem ist TED mal wieder ganz weit vorne … wie ich finde.
Via netzwertig.com
von Matthias Zellmer
Twitter-CoGründer Williams über den unerwartetend Erfolg
von Matthias Zellmer
CeBit zeigt Zukunft der Berichterstattung
Vielleicht kommt das ja jetzt einem kleinen Outing nahe, aber ich war noch niemals auf der CeBIT. Was wohl auch noch nie weniger schlimm war, wie in diesem Jahr. Warum? Der Citizen-Journalism macht es möglich. Von der CeBIT wird nämlich nicht nur von den klassischen Medien berichtet, sondern es wird auch direkt auf der gebloggt und getwittert, es werden Bilder bei Flickr und Twitpic hochgeladen, Video bei Youtube eingestellt und Live vom Handy gestreamt. Eine solche, auf so breiter Basis stattfindende Berichterstattung hat es auch auf so einer Innovationsmesse wie CeBIT nicht gegeben.
Doch was das Allerbeste ist, es gibt nun auch einen direkten Kanal von Leuten wie mir, die nicht auf der CeBIT sind und Leuten, die dort vor Ort sind. Dies ist eine echte Bereicherung und, wie ich finde, ein kleiner Vorgeschmack auf die Zukunft der Berichterstattung.
von Matthias Zellmer
Die nächsten 5000 Tage des Webs
Das Web ist jetzt etwas mehr als 5000 Tage alt. Ungefähr. Kevin Kelly nahm diese Erkenntnis zum Anlass mal über die nächsten 5000 Tage nachzudenken. Interessant.
von Matthias Zellmer



